Egal ob Training oder Rennen, dieses Jahr wurden die brandneuen NEWMEN Carbon- und Alu-Laufräder auf Herz und Nieren geprüft. Doch wie ist der erste Eindruck?
Über NEWMEN
Die 2016 neu gegründete Firma NEWMEN präsentierte bei der Eurobike 2016 ihre ersten Produkte, darunter die 2017er Laufradmodelle Advanced SL X.22 und Evolution SL X.A.25. Der Komponentenhersteller rund um Michi Grätz bringt mit dem Advanced SL Modell einen super leichten Carbon-Laufradsatz und mit Evolution SL einen widerstandsfähigen Alu-Allrounder auf den Markt.
Die Laufräder wurden auf den XC-Pisten auf die Probe gestellt.
Newmen Advanced und Evolution Boost
Newmen Advanced SL X.22 Boost Carbon-Muster
Newmen Advanced SL X.22 Boost Laufräder
Technische Daten im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der Newmen Advanced SL und Evolution SL Laufräder im Überblick:
| Eigenschaft | Evolution SL | Advanced SL |
|---|---|---|
| Einsatzbereich | Trail, CrossCountry, Marathon | CrossCountry |
| Gewicht | 1464 Gramm | 1195 Gramm |
| Material Felge, Naben, Freilauf | Aluminium, Aluminium, Aluminium | Carbonfaser, Aluminium, Aluminium |
| Tubeless-System | Tubeless Ready | Tubeless Ready |
| Gewichtsbeschränkung | 120 kg Systemgewicht (Ausrüstung + Fahrer + Fahrrad) | 100 kg Systemgewicht (Ausrüstung + Fahrer + Fahrrad) |
| Laufradgröße | 27,5" und 29" | 29" |
Robert mit den Newmen Advanced Laufrädern im Renneinsatz
Seitensteifigkeit und Kurvenverhalten
Durch die hohe Speichenspannung weisen unsere Carbon- und Alu-Laufradsätze eine sehr hohe Steifigkeit auf. Vor allem bei Anliegern oder beim Versetzen des Hinterrads spüren wir die hohe Seitensteifigkeit enorm. Bei harten Lenkmanövern am Vorderrad gibt das Rad nicht nach und bleibt sauber in der Spur. Das Lenkverhalten beider Modelle ist direkt.
Außerdem haben wir in Erfahrung gebracht, dass sich die NEWMEN Advanced Carbon-Laufräder beim Lenken im Vergleich zu den NEWMEN Evolution Alu-Laufrädern noch direkter verhalten. Wir erklären uns das dadurch, dass die Carbon-Felge nicht nachgibt.
Newmen Straightpull-Naben Aluminium
Antriebs- und Bremssteifigkeit
Sowohl die Antriebssteifigkeit als auch die Bremssteifigkeit ist bei beiden NEWMEN Modellen sehr gut. Das ist auch auf die hohe Speichenspannung zurückzuführen. Außerdem vermitteln die NEWMEN Straightpull-Naben eine hohe Rotationssteifigkeit.
Newmen Evolution SL X.A.25 Boost
Newmen Advanced SL X.22
Unterschied zwischen Carbon- und Alufelgen
Zwischen den NEWMEN Advanced und den NEWMEN Evolution Laufrädern wurde ein Gewichtsunterschied von circa 270 Gramm festgestellt. Der Gewichtsunterschied ist auf die unterschiedlichen Felgen zurückzuführen.
Die Felge des NEWMEN Advanced Laufradsatzes hat eine Maulweite von 22 mm, die Felge des NEWMEN Evolution Laufradsatz hat eine Maulweite von 25 mm (auch in 30 mm und 35 mm erhältlich). Des Weiteren wird Dir sofort auffallen, dass sich die Felgen auch im Design unterscheiden. Mir (Theresia) gefällt das quadratische Carbon-Muster des NEWMEN Advanced besonders gut.
Auf die schönen Carbon-Rechtecke wurde ich auch von Freunden angesprochen, die Musterung scheint gut anzukommen. Die Felgen des NEWMEN Evolution Laufradsatzes haben einen klassischen schwarzen Alu-Look.
Einen weiteren signifikanten Unterschied haben wir schon angesprochen: die Steifigkeit. Die NEWMEN Advanced Carbon-Laufräder geben deutlich weniger nach als die NEWMEN Evolution Alu-Laufräder und weisen somit, typisch für Carbon, eine höhere Steifigkeit auf.
Du solltest außerdem die Gewichtsbegrenzung beachten: Die NEWMEN Advanced Carbon-Laufräder darfst Du mit einem maximalen Systemgewicht von 100 kg fahren. Die NEWMEN Evolution Alu-Laufräder mit der Maulweite von 25 mm kannst Du mit einem Systemgewicht bis 120 kg fahren. Mit den NEWMEN Evolution mit einer Maulweite von 30 mm oder 35 mm solltest Du nicht über 125 kg Systemgewicht gehen.
Robert bei einer Bachdurchfahrt mit den Newmen Advanced Laufrädern
Durchschlagsicherheit
Im Renneinsatz kann es bei uns schnell hektisch werden. Rennsituationen sind für mich Ausnahmezustände, die nicht mit einer Trainingsfahrt zu vergleichen sind. Ein Durchschlag kann jedem mal passieren, doch wer möchte deshalb schon eine Panne haben!? Ich fahre vor allem im Rennen, trotz richtigem Luftdruck, schnell einen Durchschlag, weil ich oft nicht so achtsam unterwegs bin wie im Training. Eine gute Durchschlagsicherheit ist mir deshalb enorm wichtig.
Auch in diesem Punkt haben uns die NEWMEN Laufräder voll überzeugt. NEWMEN hat ein ausgezeichnetes Durchlagstestverfahren, um unter anderem bei Durchschlägen schwerwiegende Schäden an der Felge zu verhindern. Trotz ein paar Durchschlägen wurde weder die Carbonfelge des NEWMEN Advanced noch die Aluminiumfelge des NEWMEN Evolution beschädigt.
Newmen Advanced SL X.22 Boost Carbon-Muster
Halt der Reifen auf der Felge
Obwohl die Felge kein Felgenhorn hat, halten unsere Reifen überraschend gut auf der Felge. Mit dem Halt des Reifens haben wir bei beiden NEWMEN Laufradsätzen nur gute Erfahrungen gesammelt. Aufgrund der enorm guten Passform der Felge lassen sich die Reifen zum Teil etwas schwerer montieren als üblich.
Tubelesstauglichkeit
Mit dem passenden Tubelessfelgenband sind sowohl die NEWMEN Advanced Laufräder als auch NEWMEN Evolution Laufräder tubelesstauglich. Wir hatten keine Probleme bei der Umrüstung auf Tubeless.
Theresia springt mit den neuen Newmen Advanced Carbonlaufrädern ganz gern
Leichtlauf der Lager
Die Lager der NEWMEN Straightpull Naben laufen sehr leicht. Wir behaupten, dass sie sogar so leicht laufen, dass sie kaum mit anderen Herstellern zu vergleichen sind. Darauf legt Michi Grätz bekanntlich sehr viel Wert.
Newmen Straightpull Nabe Lagerspiel-Einstellung
Lagerspiel-Einstellung
Das Lagerspiel kannst Du ohne große Schwierigkeiten einstellen. Du solltest dabei lediglich die Verstellung nicht zu fest anziehen, da sonst zu viel Druck auf den Lagern lastet.
Wheelie mit den NEWMEN Evolution SL X.A.25 Laufrädern
Newmen Beskar 30 Trail Laufräder im Detail
Die Beskar 30 Trail Mountainbike-Laufräder passen augenscheinlich hervorragend ins Produktprofil von Newmen. Die Allgäuer sind bekannt für funktionale und schicke Parts mit dem gewissen Maß an Understatement. Teile aus dem Hause Newmen gibt es ausschließlich in schwarz und ohne dramatische Muskelspielchen aus der PR-Abteilung.
Der Beskar 30 Trail Laufradsatz gibt sich unauffällig: “vernünftiger Preis, höchste Alu-Performance” ließt man auf der Produktseite. Das wäre wohl genau die Kombination, welche viele Biker für ein vielseitiges Sportgerät suchen.
Der Newmen Beskar 30 mit Fade MTB-Naben wurde in ein Trailbike gespannt und ohne Gnade durchs Gelände gejagt.
Der Laufradsatz dreht sich um Newmen Fade Naben. Der Freilauf ist besonders geräuscharm.
Newmen Beskar 30 Trail Laufradsatz im Detail
- Einsatzbereich: Trail
- Laufradgröße: 27,5” / 29” (getestet)
- Innenweite: 30 mm
- Einbaubreite: 15 x 110 / 12 x 148 mm (Boost)
- Bremsscheibenaufnahme: 6-Loch
- Felgenmaterial: Aluminium
- Speichenmaterial: Stahl
- Freilaufkörper: XD / Microspline / Shimano HG
- Gewicht: 1750 g (Herstellerangabe, 29”)
- Maximales Systemgewicht: 150 kg
- Preis: 680 Euro (Hinterrad: 400 Euro / Vorderrad 280 Euro)
- Besonderheiten: extra leiser Freilauf-Sound
Vorne kommt die etwas leichtere Newmen Base 30 Light Alu-Felge zum Einsatz. Hinten soll das Base-Modell für Stabilität sorgen.
Verlässlicher Begleiter für alle Fälle
Die Newmen Beskar 30 Trail Laufräder beerben das beliebte Modell Evolution SL A.30 und sollen noch mehr Leistung für überschaubare Kosten bieten. Dank mehr Stabilität in der Felge verspricht Newmen nun eine verbesserte Dellenresistenz und mehr Langlebigkeit.
Der Laufradsatz setzt auf unterschiedliche Felgen: Vorne kommt die Newmen Beskar 30 Light, hinten die Newmen Beskar 30 Base zum Einsatz. So will der deutsche Hersteller die optimale Kombination aus Robustheit und leichtem Gewicht erreichen. Mit 1750 Gramm fallen sie für ein Trail-Laufradsatz mit Aluminium-Felge leicht aus und sollte auch im Touren-Einsatz eine gute Figur machen.
Newmen gibt die Laufräder aber auch für E-Bikes und bis zu einem maximalen Systemgewicht von 150 Kilo frei. Das schafft Vertrauen.
Mit 1750 Gramm liegt das Gewicht der Newmen Beskar 30 Trail Laufräder angenehm niedrig und macht selbst manchen Modellen mit Carbon-Felgen Konkurrenz.
Der Newmen MTB-Laufradsatz im Test
Das Setup der Newmen Beskar 30 Trail Laufräder geht leicht von der Hand. Mit gängigen Reifen gelingt der Tubeless-Aufbau ohne Probleme und in gewohnter Manier. Dass die Naben ausschließlich mit Sechsloch-Scheibenaufnahme kommen und so nicht mit Bremsscheiben mit Centerlock-Montagestandard kompatibel sind, sollte in den allermeisten Fällen verkraftbar sein.
Bereits in der Hand gefällt das Gewicht, welches auf Augenhöhe mit anderen leichten Alu-Laufrädern aber auch vielen Carbon-Modellen liegt. Die Verarbeitung ist tadellos. Das schwarze Aluminium-Finish und die dezent-grauen Decals fügen sich optisch gut in jedes Bike. Hier gibt es also nichts zu meckern.
Ein Tubeless-Setup ist mit den Felgen von Newmen kein Problem. In der Handhabung leistet sich der Laufradsatz keine Schwächen.
Auch auf dem Trail macht der Newmen Beskar 30 Trail Laufradsatz eine unauffällige Figur - im positiven Sinne! Sofort fällt der leise Freilauf-Sound auf, der bei den Fahrgeräuschen im Gelände vollständig untergeht. So gleiten die Newmens still dahin und lassen akustischen Raum für die Natur und das Arbeiten des Bikes.
Der Antritt fällt ausreichend direkt und steif aus, sodass einem kurzen Zwischensprint nichts im Wege steht. Im Testzeitraum hatten wir keinerlei Probleme mit der Haltbarkeit der Alu-Felgen. Obwohl wir die Beskar 30 Felgen mit dünnwandigen Maxxis-Reifen bestückten und sie bei niedrigem Luftdruck auch den ein oder anderen Durchschlag wegstecken mussten, war dem Laufradsatz kein Defekt zu entlocken. Die Speichenspannung passt, der Aufbau hält.
Die 30 Millimeter Breite trifft am Trailbike den Sweetspot optimal und die Felge gibt den Reifen guten Halt.
Selbst die dezenten Decals passen ins zurückhaltende Bild der Newmen Beskar 30 Trail Laufräder.
Newmen Evolution SL A.30 Laufradsatz
Laufräder sind neben dem Rahmen wohl die Teile am Bike die die meisten Emotionen entfachen. Stetig wird nach der „Eierlegendenwollmilchsau“ mit den Eigenschaften leicht, stabil und günstig gesucht. Die Boxen leicht und günstig haben die Evolution SL A.
Bevor es auf die erste Ausfahrt ging mussten wir aber noch Tubeless Tape und Ventile montieren, da diese im Lieferumfang nicht enthalten sind. In unserem Fall hat 30 mm breites Felgenband ausgereicht. Der restliche Aufbau ging gewohnt leicht von der Hand. Die Reifen ließen sich stramm, aber ohne Werkzeug auf die Felge drücken und hatten direkt einen sehr guten Sitz. Ein wenig Tubelessmilch und eine reguläre Standpumpe erledigten den Rest.
Das angestrebte Einsatzgebiet des Evolution SL A. 30 Laufradsatzes ist von Newmen als All Mountain angegeben, was uns in Anbetracht der breiten, stabil wirkenden Felge ein bisschen arg tiefgestapelt vorkam. Also haben wir die Laufräder in einem unserer Trailbikes installiert und haben sie von gemütlichen Cross Country Runden bis hin zu Bikeparkbesuchen gefordert. Im Anbetracht des vorgegebenen Einsatzgebiets erscheint es gewagt die Laufräder auf Endurorunden und im Bikepark zu nutzen.
Und? Haben sie gehalten? how low can you go?
Anfängliche Skepsis gegenüber des hakenlosen Designs haben sich schnell als unbegründet herausgestellt, denn bei der Tubelessmontage waren die Reifen auf Anhieb dicht und das blieben sie auch über den gesamten Testzeitrum. Ob mit Schräglage in offenen Kurven oder bei Vollgas Fahrten in Anlieger hinein war ihnen trotz niedrigem Luftdruck kein „Burpen“ zu entlocken.
Die leichten Räder animierten zudem den Fahrer förmlich mit dem Untergrund zu spielen und an jeder kleinen Kante die Räder in die Luft zu heben. In verblockten Passagen haben die Felgen letztlich zeigen müssen aus was für einem Alu sie geschnitzt sind. Bis auf ein Paar Kratzer, die rein kosmetischer Natur sind, haben sie sich dabei hervorragend geschlagen.
Im Anbetracht das es die Laufräder für einen Preis von unter 700 € gibt, muss es nicht verwundern das sie nicht von Hand eingespeicht werden, sondern maschinell. Das macht der Aufbauqualität aber keinen Abbruch, im Gegenteil, denn ohne Messuhr war am Zentrierständer kaum ein Höhen- oder Seitenschlag zu erkennen. Auch nach exzessiver Nutzung über den eigentlichen Anwendungsbereich hinaus musste der Laufradsatz nicht nachzentriert werden. Das spricht für die Einspeichqualität, die Nippel mit Schraubensicherung werden hier aber auch ihren Teil beitragen.
Der Aufbau mit 28 Speichen hat sich für uns als goldrichtig herausgestellt. So haben wir ein ausreichend steifes Laufrad erhalten, was Komfort bietet aber nie durch übermäßigen Flex auffällt.
Bei den Naben gab es keine Überraschungen. Leicht genug für einen Cross Country Laufradsatz und stabil genug für Downhill Nutzung ist ein ambitioniertes Ziel, bei unserem Profil was genau dazwischen lag haben sie definitv überzeugt. Der Zahnscheibenfreilauf mit 36 Rastpunkten sorgte kontinuierlich für Vortrieb, lediglich in sehr technischen Anstiegen würden wir uns ein Upgrade auf 54 Rastpunkte wünsche.
Für eine längere Lebensdauer der Lager sollen die an Vorder- und Hinterrad verbauten TA Caps (Tolerance Adjustment) sorgen. Mit ihnen kann man das Lagerspiel an den Naben bei Bedarf nachstellen, was wir gleich bei der Ankunft am Hinterrad getestet haben. Das positive ist, dass man das Rad für das Einstellen des Lagerspiels nicht ausbauen muss, das spart Zeit und Frust. Man benötigt leidglich einen 2 mm Inbusschlüssel und das Einstellen war innerhalb von Sekunden erledigt. Nachdem das Spiel eingestellt war, mussten wir im Testzeitraum kein zweites Mal Hand anlegen.
Bei den Lagern wird übrigens auf Nummer sicher gegangen und langlebige doppelt gedichtete Industriekugellager verwendet.
Newmen hat mit dem Evolution SL A. 30 Laufradsatz einen absoluten Volltreffer im ersten Versuch gelandet. Sie bringen alles mit was man bei einem modernen Laufradsatz sucht, von leichten, breiten Felgen über einen Zahnscheibenfreilauf hin zu hoher Zuverlässigkeit und das Ganze zu einem fairen Preis der absolut Konkurrenzfähig ist.
Preisattraktive Carbonlaufräder von Newmen
Unter 1500 Gramm, unter 900 Euro: Newmens neue Carbonlaufräder klingen sexy. Wir haben das Straßenmodell bereits in Labor und Praxis getestet.
Kurz und knapp
- zwei neue Laufradmodelle: Advanced A.50 für die Straße, Advanced G.34 für Gravel
- jeweils 898 Euro pro Laufradsatz
- erhältlich: ab sofort
- Set-Gewicht: 1470 bzw. 1330 Gramm
- 23 bzw. 25 Millimeter Maulweite
- Maximales Systemgewicht: 130 Kilogramm
Straßenmodell Advanced A.50 bereits exklusiv von ROADBIKE getestet, Ergebnis: überragend
Test: Newmen Advanced A.50
Newmen Components bringt neue Carbonlaufradsätze für Road und Gravel auf den Markt, die den Highend-Modellen der Marke in nichts nachstehen sollen, aber nur einen Bruchteil davon kosten. Der Preis unter 900 Euro ist sehr attraktiv, die Leistung stimmt ebenfalls, wovon sich ROADBIKE exklusiv überzeugen konnte: In einem Vergleichstest von zehn Carbonlaufradsätzen unter 1200 Euro sammelten die Newmen Advanced A.50 88 Punkte - und sicherten sich damit einen Preis-Leistungstipp (siehe ROADBIKE-Ausgabe 05/24, hier bestellbar).
Die neuen Newmen Advanced A.50 in einem Specialized Allez Sprint.
Die Advanced A.50 waren dabei so brandneu, dass sie zum Erscheinungsdatum des Tests noch gar nicht auf dem Markt erhältlich waren. Im Vergleichstest, bei dem auch Modelle von Aerycs, Giant, Leeze, Mavic, Novatec, Roval, Scope, Shimano und Zipp teilnahmen, waren die Advanced A.50 mit ihren 898 Euro die preisgünstigsten Modelle - wirkten dabei im Vergleich zur Konkurrenz mitunter aber deutlich teurer und zeitgemäßer. Das liegt zum einen an der breiten Felge, zum anderen an eigenständigen technischen Lösungen von Newmen wie die Hybridnabe oder das eigene Tubeless-Ventilsystem.
Zunächst zur auffällig breiten Felge: Diese misst innen 23 Millimeter, außen 32,5 Millimeter und ist 50 Millimeter hoch. Trotz dieser Dimensionen bringt das Set aus Vorder- und Hinterrad aber gerade mal 1455 Gramm auf die ROADBIKE-Waage. Übrigens: Die Felgen kommen klassisch mit Haken.
Die Hybridnabe Newmen Fade R SJ mit 21 Loch ist insofern technisch eigenständig, als dass sie auf der einen Seite auf Straight-Pull- und auf der anderen auf J-Bend-Speichen setzt. Laut Newmen reduziert diese Kombination nicht nur die Speichenanzahl und verbessert die Aerodynamik, sondern bietet auch genügend Seitensteifigkeit für präzises Handling und gute Kraftübertragung. Kein leeres Versprechen, denn auf den ROADBIKE-Prüfständen erreichten die Advanced A.50 sehr gute Steifigkeitswerte von vorne 82 und hinten 86 Nm/°.
Blick auf die Hinterradnabe der neuen Newmen Advanced A.50-Laufräder: Newmen bezeichnet diese als Hybridnaben, weil sowohl Straight-Pull- als auch J-Bend-Speichen zum Einsatz kommen.
Ebenfalls technisch eigenständig ist das bereits von anderen Newmen-Laufrädern bekannte Streem Aero Valve Ventil. Dabei handelt es sich um ein System, bei dem die Tubelessventile komplett in den Felgen integriert sind. Die Felge wird dann von außen mit einem kleinen Stopfen verschlossen. Das sieht zum einen sehr aufgeräumt aus, zum anderen verspricht Newmen einen aerodynamischen Vorteil von 1,5 Watt bei 45 km/h gegenüber traditionell außen liegenden Tubelessventilen. Wer lieber klassisch mit Schläuchen fährt: Auch das ist technisch kein Problem (dann aber mit außenliegendem Ventil).
Bei Newmens internen Streem Air Valve-System verschwinden die Tubelessventile vollständig im Felgeninneren, ein Stopfen verschließt die Felge. Vorteil laut Newmen neben der aufgeräumten Optik: 1,5 Watt Ersparnis bei 45 km/h.
Auch in der Praxis wussten die Advanced A.50 zu überzeugen: Die Lager laufen auffällig leicht, die Laufräder beschleunigen für ihre Höhe ausgesprochen agil, halten hohes Tempo sehr gut, lenken präzise und bieten sehr viel Komfort. Das liegt natürlich auch an den Reifen, die angesichts der großen Maulweite sehr breit bauen und entsprechend mit etwas geringerem Luftdruck gefahren werden können. Als optimales Gesamtpaket empfiehlt Newmen übrigens 25 bis 32 Millimeter-Reifen, die beste Aerodynamik sollen 28- oder 30-Millimeter-Pneus bieten.
Zwei kleine Kritikpunkte: Zum einen lief das im Neuzustand perfekt aufgebaute Vorderrad nach den Labor- und Praxistests leicht unrund und müsste nachzentriert werden, zum anderen sind seitliche Windböen bei den 50-Millimeter-Felgen natürlich spürbar. Wer maximale Laufruhe sucht, sollte zu niedrigeren Modellen greifen, verzichtet dann aber natürlich auf die aerodynamischen Vorteile einer hohen Felge.
Newmen Advanced A.50 im GST-Windkanal in Immenstaad.
Gute Aerodynamik hat sich Newmen übrigens auf die Fahnen geschrieben: Die neuen Advanced A.50 sollen mit erheblich teureren Wettkampf-Laufrädern von DT Swiss, Bontrager, Zipp und Roval nicht nur mithalten können, sondern diese im Windkanal teilweise sogar hinter sich gelassen haben. In Ermangelung eigener Windkanaltests können wir dies nicht verifizieren, schnell fühlten sie sich in der Praxis aber allemal an.
Erhältlich sind die Newmen Advanced A.50-Carbonlaufräder ab sofort - übrigens mit den Freiläufen Shimano HG, Shimano Microspline oder Sram XDR.
Neues Gravelmodell Newmen Advanced G.34
Ebenfalls neu im Hause Newmen sind die Advanced G.34-Gravellaufräder, die wir allerdings noch nicht getestet haben. Die G.34 kommen laut Newmen mit aerodynamisch optimierter, robuste Carbonfelge mit matter Oberfläche, die - anders als das Straßenmodell Advanced A.50 - auf ein angewinkeltes Hookless-Felgendesign. Sprich: Die montierten Reifen müssen Tubeless-ready sein. Newmen empfiehlt Reifenbreiten von 35 bis 50 Millimeter.
Ebenfalls neu im Produktportfolio von Newmen: die Gravellaufräder Advanced G.34.
Auch hier sind die Felgendimensionen ordentlich: Satte 25 Millimeter beträgt die Maulweite, außen sind es derer 31. Mit ihrer 34-Millimeter-Felgenhöhe liegt das Setgewicht der G.34 bei sehr attraktiven 1330 Gramm.
Über Newmen Components
Die Firma aus dem beschaulichen Wiggensbach bei Kempten ist relativ neu auf dem Markt im Komponenten-Sektor. Gegründet wurde Newmen 2016 vom ehemaligen Syntace-Chef Michi Grätz - er kennt sich mit Leichtbau also aus! Newmen lebt einen einfachen Grundsatz: Leicht und leistungsstark soll es sein, und das zu fairen Preisen. Gerade in Sachen Laufräder bietet die junge Komponentenschmiede eine echte Alternative zu den Großen.
„Am Anfang stand eine Frage: Laufräder, die leicht sind und trotzdem viel einstecken können, ohne dabei an Stabilität einzubüßen, dazu mit breiten Felgen …? Ja, gibt es natürlich: teure Carbon-Laufräder - mmmh, das muss nicht sein … und was ist mit den leichten Aluminium-Laufrädern von Newmen?
„Als ich den Karton mit den Laufrädern erhielt, fragte ich mich, ob da überhaupt Laufräder drin sind - der Karton war so leicht: Also Deckel auf … und sie waren tatsächlich drin. Max. In der Hand fiel direkt das leichte Gewicht auf. Das Vorderrad kommt auf 760 g, das Hinterrad auf 860 g - das alles natürlich im Boost-Standard. Die Verarbeitung der Laufräder wirkte auf den ersten Blick sehr hochwertig; ob sie das auch in der Praxis sind, musste sich natürlich erst noch zeigen.
Die Decals auf der Felge und der Nabe im anthrazit-grauen Design sind schlicht, aber sehr schick. Der Rundlauf der Laufräder und die Speichenspannung ab Werk waren sehr gut. Bevor ich die Laufräder montierte, machte ich sie tubeless fertig, zog die Schwalbe-Reifen auf - Magic Mary Evo Addix und Hans Dampf Evo Addix - auf, füllte die Tubeless-Milch ein und montierte die Kassette. Dazu verwendete ich die Ventile von Schwalbe und das Dichtband von DT Swiss, beim Antriebfinish war das Mittel der Wahl SRAMs GX-Eagle-Kassette.
Das Aufkleben des Felgenbandes verlief kinderleicht und die Ventile ließen sich ohne Probleme montieren. Auch die Montage der Reifen erfolgte ohne große Kraftanstrengung. Die Reifen rutschen beim Aufpumpen direkt in die kleine Kante der Felge, was einen sicheren Halt der Reifenwulst verspricht!
Bei der Montage der Kassette gab es auch keine großen Hindernisse - nur einen geilen Sound des Freilaufs: Das liegt am Ratchet System, das auf einem Zahnscheibenfreilauf mit 36 Zähnen basiert und mit einem Einrastwinkel von 10 ° ein sehr direktes Ansprechverhalten verspricht!
Okay, neu sehen sie optisch mittlerweile nicht mehr aus, aber technisch sind sie es. Ich bin sehr angetan von den Laufrädern und habe sie schon dem einen oder anderen Freund empfohlen!
Und würde man einem Freund Schrott ans Bike empfehlen? Nee!!
Daher: Wer einen leichten und bezahlbaren Laufradsatz fahren will, der das genannte Einsatzspektrum abdeckt, kann sich auf Newmen verlassen. Für diese Gewichtsklasse bewegt er sich im bezahlbaren Rahmen.
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