Joe Nimble Ultreya Rennradschuhe im Test: Natürlichkeit und Leistung vereint

Joe Nimble ist eine Schuhmarke, die sich darauf konzentriert, einen möglichst natürlichen und organischen Laufstil zu ermöglichen und den Laufapparat dabei möglichst wenig zu stören. Gegründet von Sebastian Bär, will die Marke die Erfahrung des Familienunternehmens BÄR Schuhe mit gesunden und bequemen Schuhen auch in den Laufsport übertragen. Joe Nimble stammt aus Bietigheim-Bissingen und plant, die Produktion mittelfristig komplett in Deutschland zu realisieren.

Die Philosophie von Joe Nimble

Die Laufschuhe-Philosophie von Joe Nimble lässt sich am besten mit "Bitte nicht stören!" beschreiben. Es geht darum, natürliche Bewegungsabläufe zu fördern und die Biomechanik des Fußes zu unterstützen. Obwohl einige Joe Nimble Schuhe als Barfußschuhe bezeichnet werden, trifft dies zumindest für die Laufschuhe nicht zu. Sie verfolgen zwar einen Natural-Running-Ansatz, sind aber gedämpft und daher nicht mit typischen Barfußschuhen zu vergleichen. Joe Nimble ist auch Sponsor und Ausrüster des Badwater 135 Ultralaufs.

Erster Eindruck des Joe Nimble Ultreya

Beim ersten Anziehen des Joe Nimble Ultreya könnte man meinen, die falsche Größe erwischt zu haben, da der Schuh sehr groß wirkt. Dies liegt an der besonders großen Zehenbox, die Zehenfreiheit ermöglichen soll, und an der Verlängerung im Fersenbereich. Trotz der äußeren Dimensionen sitzt der Ultreya, richtig geschnürt, jedoch ausgezeichnet am Fuß.

Besondere Merkmale des Ultreya

  • Dehnbares Mesh-Textilgewebe: Im Mittelfuß- und Fersenbereich innen mit einer dünnen Textilschicht abgepolstert.
  • Tiefliegende Fersenkappe: Sorgt für unglaublichen Fersenhalt.
  • Weicher Strickschaft: Bietet ein komfortables und reibungsfreies Tragegefühl, besonders für Läufer mit Achillessehnenproblemen.
  • Sockenkonstruktion: Im Mittelfußbereich eingenäht, hält die Zunge in Position und sorgt für zusätzliche Dämpfung.

Die Sohlenkonstruktion des Ultreya

Das Herzstück des Joe Nimble Ultreya ist die neue 18mm nmblFoam-Zwischensohle. Dieser Dämpfungsschaum soll die Dämpfungs- und Energierückgabefähigkeit eines herkömmlichen EVA-Dämpfungsschaumes um ein Vielfaches übertreffen. Der Schaum wird in einer doppellagigen Schicht als Dual-Density-Dämpfungselement mit einem neuen 6mm-Evalen-Fußbett kombiniert, das zusätzlich über ein 3mm-Fersenpolster verfügt. Die Außensohle besteht aus Gummi mit einer Geckostruktur für besonders guten Grip.

Der Joe Nimble Ultreya wiegt knapp über 400 Gramm in Größe 43 und hat eine Sprengung von 3mm, was bedeutet, dass Ferse und Ballen fast auf gleicher Höhe über dem Boden stehen. Die nmbl-Dämpfungssohle hat eine Stärke von 18mm, und in Kombination mit den anderen Sohlenelementen ergibt sich eine Sohlenstärke von insgesamt 24mm.

Der Joe Nimble Ultreya im Praxistest

Der Joe Nimble Ultreya vermittelt vom ersten Moment an ein angenehmes Tragegefühl, da er Lockerheit und Festigkeit verbindet. Die Zehen haben viel Platz und Bewegungsfreiheit, während der Schuh im Mittelfußbereich und an der Ferse optimalen Halt bietet. Besonders die Zehenfreiheit erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit, um die Zehen wieder aktiver am Laufgeschehen teilnehmen zu lassen.

Der neue Dämpfungsschaum bietet eine optimale Abstimmung aus Dämpfung, Energierückgabe und Stabilität. Obwohl man im Fersenbereich deutlich in den Schaum einsinkt, entsteht kein Gefühl von Schwammigkeit oder Instabilität. Der Ultreya eignet sich für verschiedene Lauftechniken, wobei er sich persönlich am besten im Mittelfußlauf anfühlt. Auch Fersenläufer profitieren von der Double-Layer-Dämpfung, wobei extreme Hackenläufer den Ultreya möglicherweise als zu hart empfinden könnten.

Der Ultreya ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für schnelle Trainingseinheiten auf der Bahn ebenso wie für Longruns auf Asphalt. Laut Joe Nimble kann er auch für Marathons und Ultras mit hohem Straßenanteil verwendet werden.

Joe Nimble nimbleToes Trail im Test

Der nimbleToes Trail ist ein Funktionsschuh, der die Beweglichkeit des großen Zehs fokussiert und Bequemlichkeit und Zehenfreiheit insgesamt mit gutem Sitz kombiniert. Der Schuh besteht aus Textil und ist mit Kalbleder teilgefüttert. Die Sohle ist eine Vibram® Terrain-Gummi-Sohle mit 6 mm und einem Stollenprofil. Die Absatzhöhe beträgt 0 mm. Zwischen Sohle und Oberschuh befindet sich eine wellenförmige Schutzschicht aus Kunststoff.

Besondere Merkmale des NimbleToes Trail

  • Zehenfreiheit: Ermöglicht eine natürliche Zehenbewegung.
  • Doppeltes Fußbett: Enthält ein 2mm starkes Performance-Fußbett und ein Komfort-Fußbett.
  • Vibram® Terrain-Gummi-Sohle: Bietet guten Halt im Gelände.

Erfahrungen mit dem NimbleToes Trail

Der NimbleToes Trail begleitet den Tester bereits den gesamten Sommer, nicht nur als Trailrunning-Schuh. Durch ein verändertes Laufverhalten stellt sich eine andere Art von Gehen ein, ähnlich dem Barfußlaufen. Man bewegt sich anders und tritt bewusster auf. Herausstechend ist das plane Aufsetzen des Fußes. Auch im unebenen Gelände sinkt die Gefahr umzuknicken, da die erhöhte Stellung über einer Schuhsohle nahezu gänzlich fehlt.

Nach vielen Wochen der Trail-Abstinenz konnte der nimbleToes Trail auch bei schnellerer Fortbewegung im Gelände getestet werden. Der Halt der Vibram® Sohle war absolut in Ordnung. Auch der Sitz des Schuhs am Fuß (barfuß, ohne Socken) konnte sich bei dieser Strecke absolut beweisen. Trotz Zehenfreiheit kein Rutschen im Schuh. Weder seitlich, noch nach vorne oder hinten.

Die wichtigste Erfahrung ist, dass der nimbleToes Trailrunningschuh den Füßen und somit dem Läufer ein völlig neues Gefühl der Freiheit gibt. Es macht zudem einfach Spaß in den Schuhen zu laufen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Trainingsschuhen sind sie schlichtweg bequemer und unterstützen zudem die natürliche Fußstellung. Damit werden die Läufe „bewusster“ und sicherer in Sachen „umknicken“.

Nimbl Schuhe: Handgefertigt in Italien

Alle Nimbl Schuhe werden in Italien in einer eigenen Produktionsstätte handgefertigt. Besonderer Wert wird auf hochwertige, leistungsstarke und langlebige Schuhe gelegt, deren Kraftübertragung und Passform die Erwartungen der Fahrer übertreffen. Die aufmerksame italienische Handwerkskunst ermöglicht es, die Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess zu behalten und so exklusive und luxuriöse technische Schuhe zu schaffen.

Merkmale der Nimbl Schuhe

  • Haltbarkeit und Komfort: Durch kompromisslose Materialwahl und ein einzigartiges Design erreicht.
  • Breite Zehenbox: Bietet außergewöhnliche Freiheit und Komfort.
  • Premium-Leistung: Dank einer "schalenförmigen" Carbonschale, die eine unvergleichliche Kraftübertragung ermöglicht.
  • Geringes Gewicht: Mit unter 200 Gramm (AIR) pro Schuh in Größe 43 gehören die Schuhe zu den leichtesten auf dem Markt.
  • Profi-Rennerprobt: World Tour-Fahrer und Bahnweltmeister haben die Schuhe bei den wichtigsten Radrennen der Welt getestet.

Rennradschuhe im Test: Ein Überblick

Rennradschuhe müssen nicht nur gut aussehen, sondern auch eine optimale Kraftübertragung gewährleisten. Im Testfeld finden sich Modelle von verschiedenen Herstellern, die sich in Preis, Gewicht, Passform und Ausstattung unterscheiden. Ein wichtiger Faktor ist die Qualität der Schnürung, wobei Drehverschlüsse von Boa besonders komfortabel sind, da sie sich auch während der Fahrt einhändig justieren lassen.

Die Basics müssen stimmen

Schuhe, und Radschuhe besonders, sind ein extrem individuelles Kleidungsstück. Wichtig sind guter Halt, besonders an der Ferse, und dass der Schuh an keiner Stelle drückt. Einhelliges Lob in puncto Passform erntet der Specialized-Schuh, vor allem wegen seiner geräumigen Zehenbox.

Schuhe für Frauen?

Immer weniger Hersteller bieten unterschiedliche Schuhe für Frauen und Männer an. Stattdessen sortieren sich die absoluten Top-Modelle in die Kategorie “Unisex” ohne Unterscheidung zwischen Mann und Frau. Idealerweise sollen diese Unisex-Modelle kleinen und großen, schmalen oder breiten Füßen passen.

Wie TOUR testet

Bewertet werden Verschluss/Anpassung inklusive Fersenhalt und Zungenform, Ausstattung, Kraftübertragung sowie das Gewicht. Für die Bewertung der Kraftübertragung wird die Sohlensteifigkeit mittels definierter Last (200 Newton) auf dem Prüfstand gemessen.

Tabelle: Vergleich ausgewählter Rennradschuhe

Modell Gewicht (Größe 44) Besonderheiten
Giro Imperial 445 Gramm Sehr leicht
Specialized S-Works Torch K.A. Leicht, geräumige Zehenbox
Van Rysel R520 K.A. Günstig

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