Niu Elektroroller Testberichte: Ein umfassender Überblick

Niu hat sich als ein führender Hersteller von Elektrorollern etabliert, der moderne Technik und ansprechendes Design kombiniert. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle von Niu Elektrorollern vorgestellt und auf ihre jeweiligen Vor- und Nachteile eingegangen. Dabei werden sowohl Einsteiger- als auch Premium-Modelle berücksichtigt, um einen umfassenden Überblick zu bieten.

NIU KQi 100F: Der Einsteiger-Roller im Test

Der NIU KQi 100 kostet unter 400,- Euro und ist somit ein attraktives Modell für Einsteiger. Wir wollen aber im Testbericht schauen, was der NIU KQi 100 in der Einsteigerklasse zu bieten hat. Der NIU KQi 100F ist vorne mit einer kleinen Teleskopgaben, bzw mit einer Doppelzylinder-Federung ausgestattet, die einen Federweg bzw. Hub von 36 mm bietet. Diese Federung sorgt für eine angenehmere Fahrt und kann schon mal Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster ein wenig ausbügeln.

Der NIU KQi 100F ist mit einem 300 W Heckmotor ausgestattet, der auf 600 W Peakleistung hochziehen kann. Dementsprechend schwach ist auch die Steigfähigkeit von nur 15%. Der NIU KQi 100F ist mit einem 243 Wh Akku ausgestattet. Dieser ermöglicht eine Reichweite von bis zu 29 Kilometern. Das ist nicht viel, wenn man bei höherem Fahrergewicht, Steigungen und etwas Gegenwind noch einige Kilometer abziehen kann. Aber das ist auch nicht weniger, als andere günstige E Scooter von Xiaomi oder Ninebot in der unter 500 Euro Klasse zu bieten haben.

Und wenn Euch das ausreicht, weil Ihr den E Scooter zum pendeln, also zum Bus, zur Arbeit benötigt, dann könnte das eben auch ausreichen. Ihr müsst ihn nur jeden Tag wieder aufladen. Die Ladezeit beträgt etwa fünf bis sechs Stunden. Der NIU KQi 100F ist mit Trommelbremsen ausgestattet. Höherpreisige E Scooter bieten meist hydraulische Scheibenbremsen. Beide Bremssysteme haben ihre Vor- und Nachteile. Trommelbremsen sind langlebiger, aber sind meist auch schwerer.

Der NIU KQi 100F ist mit 9,5 Zoll Reifen ausgestattet. Hier ist der NIU KQi 100F im Vergleich zu anderen E Scootern mit nur 8 Zoll unserer Erfahrung nach wesentlich sicherer. In unseren Fahrtests zeigte sich, das wir mit größeren Reifen immer sicherer unterwegs waren, besonders in Kurven und rutschigem Untergrund. Natürlich geht hier auch mehr.

Besonderheiten des NIU KQi 100F

Überraschung: Die Armaturen am NIU KQi 100F sind etwas anders gestaltet, als bei den meisten anderen E Scootern auf dem Markt. Normalerweise findest Du mittig das Tachodisplay, das die alle wichtigen Infos anzeigt. Stattdessen ist hier eine Handyhalterung angebracht, in der Du dein Smartphone befestigen könntest. Der eigentliche Tacho ist seitwärts oberhalb des rechten Lenkers zu finden. Der NIU KQi 100F hat als einer der wenigen E Scooter einen faltbarer Lenker. Damit kannst Du sein Raummaß nochmal zusätzlich in der Breite von 58,7 auf 184 mm reduzieren. Die Trittfläche des NIU KQi 100F ist mit nur 12,9 cm relativ schmal. Da wird es schwierig beide Füße nebeneinander zu bekommen. Blinker sind hier ein Pluspunkt.

Die Stärke des Vorderlichts wird beim NIU KQi 100F mit 2W angegeben. Ein 2-Watt-Licht kann diese Anforderungen erfüllen, wenn es effizient genug ist also 10 Lux zu erreichen. In Deutschland muss das Vorderlicht mindestens 10 Lux haben, um den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zu entsprechen. Ein Egret GT E Scooter fährt zum Beispiel mit 80 Lux.

Vor- und Nachteile des NIU KQi 100F

  • Vorteil: Der Preis ist heiß, denn für unter 400,- Euro gibt es hier einen E Scooter mit Straßenzulassung und sogar einer Federgabel vorne.
  • Nachteil: Dafür muss man aber beim NIU KQ1 100F Abstriche in Leistung und Steigfähigkeit machen, ebenso bei Reichweite und Gewicht.

Wenn einem die Leistung oder Reichweite ausreichen, dann ist er ideal für Pendler auf der letzten Meile. Im Vergleich zu den E Scootern von Xiaomi und Ninebot in der Einsteigerklasse würden wird den neuen NIU KQi 100F schon bevorzugen.

NIU NQi GT: Solide Leistung und attraktiver Preis

Der NQi GT vom chinesischen Hersteller NIU liefert insgesamt eine solide Leistung ab. Er bietet ein modernes Design, hinter dem sich moderne und durchdachte Technik verbirgt. Der NIU punktet mit der besten Fahrzeug-App, guter Reichweite und einem attraktiven Preis. Kein Wunder, dass der NIU NQi GT letztes Jahr hierzulande nicht nur das meistverkaufte elektrische Leichtkraftrad war, sondern auch in der Gesamtstatistik der Leichtkrafträder sogar auf Platz zwei landete.

Leider kostet der zweite Akku unter der Sitzbank nützlichen Stauraum - der andere Akku befindet sich wie bei der der L1e-Variante unter dem Trittbrett. Dass der NIU am Ende nicht besser abschneidet, liegt neben der langen Ladedauer auch an der für große Personen unbequemen Sitzposition.

Testergebnis gesamt: 2,7

Alltagstauglichkeit: 2,5

Ergonomie: 3,0

Antrieb: 2,4

Fahreigenschaften: 2,8

Technische Daten des NIU NQi GT

Eigenschaft Wert
Preis in Euro 4599
Antriebsart Radnabenmotor
Spitzen-/Dauerleistung (kW) 3,8/3,5
Drehmoment (Nm) 180
Batteriekapazität (kWh) 4,2 (2 x 2,1)
Akku-Typ Lithium-Ionen
Akkuanzahl Serie/Option 2/2
Bremse vorne/hinten Scheibe/Scheibe
Bremssystem/Rekuperation CBS/ja
Reifendimension vorne/hinten 90/90-12 / 120/70-12
Leergewicht/Zuladung (kg) 110/159
Beschleunigung 0-60 km/h (s) 10,2
Höchstgeschwindigkeit (Herstellerang.) (km/h) 70
Bremsweg aus 50 - 0 km/h (m) 11,8

NIU NQiX 500: Der durchdachte Alltagsroller

Der Name klingt wie ein Industrieprodukt - NQiX 500. Der NIU NQiX 500 bringt eine Nennleistung von 5 kW mit, die in der Spitze auf 9 kW anwächst. Damit erreicht der Roller eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h. Mit aktiviertem E-Boost ist sogar ein kurzfristiger Sprint auf bis zu 120 km/h möglich. Die Energie liefert ein Doppelakku-System mit zwei 72V 28Ah Lithium-Ionen-Akkus, die jeweils rund 12,4 Kilogramm wiegen. Die Ladezeit liegt bei etwa drei Stunden pro Akku beziehungsweise sechs Stunden für beide gleichzeitig. Dank der Schnellladefunktion sinkt dieser Wert jedoch nochmal.

Je nach Fahrweise beträgt die Reichweite bis zu 95 Kilometer. Mit einem fahrbereiten Gewicht von 128 Kilogramm, hydraulischen Scheibenbremsen mit ABS und einer Sitzhöhe von 810 Millimetern bringt der NIU solide Basiswerte für den urbanen Einsatz mit. Schon nach den ersten Metern fällt auf: Der NIU NQiX 500 ist kein billiger Einsteigerroller mit Elektroantrieb, sondern ein durchdachtes Fortbewegungsmittel mit echtem Alltagsnutzen.

Besondere Merkmale des NIU NQiX 500

  • Stauraum: Besonders beeindruckend ist der Stauraum unter der Sitzbank, der groß genug ist, um einen Integralhelm unterzubringen. Bei Elektrorollern ist das eine Seltenheit, da Akkus häufig im Stauraum untergebracht sind.
  • Akkuposition: NIU geht hier einen anderen Weg: Die beiden Batterien liegen tief im Trittbrett, was nicht nur Platz schafft, sondern auch den Schwerpunkt des Rollers günstig verlagert.
  • Komfort: Ansonsten überzeugt der Roller mit einem angenehm leisen Antrieb. Die Bremsen hinterlassen einen soliden Eindruck. Dank serienmäßigem ABS bleibt der Roller auch bei Nässe gut kontrollierbar. Das Fahrwerk ist insgesamt straff, aber nicht unkomfortabel.
  • Verarbeitung: In puncto Verarbeitung liefert NIU ein erstaunlich solides Gesamtbild ab. Die Spaltmaße wirken sauber gearbeitet, die Materialien fühlen sich wertig an und die Kunststoffverkleidungen machen keinen billigen Eindruck.
  • Fahrmodi-System: Ein weiteres Highlight des NQiX 500 ist das vielseitige Fahrmodi-System, das sich spürbar auf das Fahrverhalten auswirkt.

Die NIU App: Mehr als nur ein Gimmick

Viele Hersteller integrieren heute Apps in ihre Fahrzeuge - oft ohne echten Nutzen. Beim NIU NQiX 500 ist das anders. Die App ist kein optionales Spielzeug, sondern ein zentrales Bedienelement, das dem Roller erst seinen vollen Funktionsumfang verleiht. Besonders praktisch ist die schlüssellose Startfunktion über Bluetooth. Sobald sich das Smartphone in unmittelbarer Nähe befindet, erkennt der Roller das Signal und lässt sich ohne Schlüssel aktivieren. Darüber hinaus bietet die App eine Vielzahl von Funktionen, die im Alltag tatsächlich nützlich sind. Es lassen sich individuelle Soundeffekte festlegen - etwa im Stil von Gaming- oder Techno-Geräuschen - oder sogar eigene Sounds hochladen. Auch der automatische Start beim Hochklappen des Seitenständers kann aktiviert werden, ebenso wie OTA-Updates, Ladezustandsanzeige und ein vollständiges Fahrzeugtracking per GPS. Alles in allem bietet NIU hier eine der besten App-Erfahrungen im E-Roller-Segment.

Mit durchdachtem Stauraum, moderner Technik und stabiler Fahrleistung erfüllt der NQiX 500genau die Anforderungen, die urbane Pendler:innen an ein Zweirad stellen. Besonders überzeugend sind das stimmige Bedienkonzept, die App-Funktionen und das ausgereifte Fahrverhalten.

NIU KQi 100P: Preis-Leistungs-Tipp für die Stadt

Beim Auspacken des NIU KQi 100P wurde ich positiv überrascht: Der Scooter wirkt robust, gut verarbeitet und hat ein modernes Design. Der Stahlrahmen fühlt sich stabil an, und die mattschwarze Lackierung verpasst ihm einen coolen Look. Der gesamte Roller wirkt sehr stabil; hier wackelt selbst auf Kopfsteinpflaster nichts. Sogar die Kabel sind weitestgehend im Lenker versteckt. Lediglich das klobige Licht in der Lenkermitte sowie das Display am rechten Griff fallen aus dem Muster heraus.

Fahrmodi und Beschleunigung

Der NIU KQi 100P bietet drei Fahrmodi: einen Eco-Modus bis 16 km/h für entspanntes Cruisen, einen Sportmodus, der bis 22 km/h (erlaubtes Limit von 20 km/h plus Toleranz) beschleunigt sowie einen dynamischen Modus. Die Beschleunigung ist trotz des eher kleinen Motors nicht zu unterschätzen. Gerade im Sportmodus zeigt der Roller einen sehr kräftigen Antritt. Ich war überrascht, wie flott der kleine Flitzer anzieht - zumindest bei meinem Körpergewicht von 58 Kilogramm. Beim Anfahren ist auch deswegen Vorsicht geboten, weil sich das Gas per Drehgriff zumindest für mich nicht so fein justieren lässt wie mit einem Daumenhebel.

Fahrgefühl und Komfort

Aufgeladen wird der Roller mit 48 Volt in vier bis sechs Stunden. Hat man sich aber daran gewöhnt, fährt sich der Roller weitestgehend geschmeidig. Beim Rollen ohne Gas ist die Motorbremse zwar stark spürbar, lädt dafür aber durch Rekuperation den Akku wieder auf. Die 9,5-Zoll-Luftreifen und die Frontfederung sorgen dafür, dass man auch auf unebenen Straßen nicht durchgeschüttelt wird.

Das Trittbrett des NIU 100P ist eher schmal, selbst ich mit Schuhgröße 40 kann beide Füße nur versetzt auf dem Roller platzieren. Sehr große und kräftige Fahrer könnten sich zudem vom Lenker eingeengt fühlen - der 100P ist im Vergleich zum 300er-Modell eher kurz geraten.

Bremsen und Sicherheit

Die Kombination aus einer Trommelbremse vorne und einer regenerativen Bremse hinten funktioniert zuverlässig. Obwohl ich zunächst die Hinterradbremse vermisst habe, hatte ich nie das Gefühl, in einer brenzligen Situation nicht rechtzeitig stoppen zu können. Zur Sicherheit tragen auch die Reflektoren sowie die Lichter bei, wobei das Rücklicht beim Bremsen aufleuchtet. Nützlich sind auch die Blinker, die immer noch viel zu wenige E-Scooter haben, erst recht in diesem Preissegment.

Technische Details und Reichweite

Ich bin mit dem NIU 100P zwei Wochen lang täglich sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Feldwegen gefahren und habe insgesamt 30 Kilometer damit zurückgelegt.

Eigenschaft Wert
Motor 300 W / 600 W Spitzenleistung
Steigung maximal 15 Prozent
Akku 243 Wh 5.2 Ah
Reichweite 29 km
Geschwindigkeit max. 20 km/h (+ 2km/h Toleranz)

Der NIU 100P ist bereits für eine UVP von 349 Euro erhältlich. Der 300-Watt-Motor (600 Watt Spitzenleistung) ist ausreichend für den urbanen Alltag. Die Reichweite von bis zu 29 km klingt auf dem Papier gut, in der Praxis hängt sie aber stark von eurem Fahrstil, Gewicht und den Straßenbedingungen ab. Bei mir waren es eher 20 bis 25 km bei etwa 10 bis 20 Grad.

Leider gibt das Display nur unzureichend Auskunft über Akkustand und Restreichweite. Statt einer Prozentanzeige müsst ihr nämlich mit Balken vorliebnehmen. Immerhin: In der App gibt's genauere Angaben. Mit seinen 17,3 kg ist der Scooter kein Leichtgewicht. Der Lenker ist außerdem nicht klappbar (anders als beim KQi 100F), was den Transport zusätzlich erschwert. Für kurze Strecken zu Fuß oder den Transport im Auto ist das völlig in Ordnung.

App-Integration und Fazit

Ein nettes Gimmick ist die App-Integration des NIU KQi 100P. Sollte ein Dieb den Roller wegtragen, schrillt sogar ein Alarm. Der NIU KQi 100P gilt im aktuellen Konkurrenzvergleich als echter Preis-Leistungs-Tipp. Für einen Straßenpreis von rund 299 bis 349 Euro bietet er eine Ausstattung, die in dieser Preisklasse selten ist.

Weitere E-Scooter im Vergleich

Neben den genannten NIU-Modellen gibt es auch andere empfehlenswerte Elektroroller auf dem Markt. IMTEST hat im Jahr 2024 aktuelle E-Scooter getestet und dabei folgende Favoriten ermittelt:

  • Navee N65i: Testsieger mit hoher Reichweite und guter Straßenlage (Testergebnis: gut 2,0).
  • Xiaomi Scooter 4 Pro (2nd Generation): Preis-Leistungs-Sieger mit leichtem Handling und kleinem Packmaß (Testergebnis: gut 2,4).
  • Egret X+: Sehr gute Bremsen und umfangreiche Ausstattung (Testergebnis: gut 2,1).
  • Niu KQi3 Max: Gute Bremskraft bei nassen Verhältnissen (Testergebnis: gut 2,1).
  • Prophete E-Scooter 10″: Sehr klein und leicht, gutes Handling (Testergebnis: befriedigend 2,9).

Testkriterien und Ergebnisse

Beim Testen von E-Scootern sind folgende Kriterien besonders wichtig:

  • Reichweite: Die Reichweite variiert je nach Modell und Fahrweise. Der Navee N65i bietet mit 49 Kilometern die höchste Reichweite im Test.
  • Bremsen: Die Bremsen werden im Labor auf ihre Qualität geprüft. Der Egret X+ erzielte hier die besten Ergebnisse.
  • Handling & Komfort: IMTEST schickte die Kandidaten auf den Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht Hamburg. Wo die Elektroroller ihre Leistungsfähigkeit bei Fahrten auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, durch enge Kurven bei Steigungsfahrten und beim Beschleunigen zeigen konnten. Wichtig ist, auch ein guter Stand und ein gutes Handling der Modelle.

Worauf man beim Kauf eines E-Scooters achten sollte

Beim Kauf eines E-Scooters gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Straßenzulassung: Achten Sie darauf, dass der E-Scooter eine Straßenzulassung hat, um ihn legal im Straßenverkehr nutzen zu dürfen.
  • Reichweite: Überlegen Sie, welche Strecken Sie mit dem E-Scooter zurücklegen möchten und wählen Sie ein Modell mit entsprechender Reichweite.
  • Bremsen: Achten Sie auf hochwertige Bremsen, um Ihre Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.
  • Komfort: Probieren Sie den E-Scooter vor dem Kauf aus, um sicherzustellen, dass er bequem zu fahren ist.

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