Der Boost-Standard hat sich in der MTB-Welt etabliert und bringt einige Vorteile mit sich. Doch was tun, wenn man ein Non-Boost Laufrad in einer Boost-Gabel verwenden möchte? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick.
Boost-Standard: Was ist das?
Im Mountainbike-Jahr 2015 erfreuten sich 29"-Bikes großer Beliebtheit, und 27,5" Laufräder wurden mit immer breiteren Reifen ausgestattet. Gleichzeitig beklagten sich viele Biker über die geringe Steifigkeit der 29"-Laufräder. Um Platz für große oder breite Räder zu schaffen, mussten die Bikes lang ausfallen, was das Fahrverhalten beeinträchtigte.
Trek und Sram brachten die Lösung: den Boost-Standard. Dabei werden Vorder- und Hinterradnaben breiter. Statt 100 mm vorne und 142 mm hinten wächst die Achsbreite auf 110 mm vorne und 148 mm hinten. Die 5 mm Zuwachs vorne und 3 mm hinten auf jeder Nabenseite machen sich im Einspeichungsprozess der Laufräder bemerkbar. Der Winkel am Nabenflansch ist flacher, wodurch die Laufräder Querkräfte besser aufnehmen können und steifer sind.
Vorteile des Boost-Standards
- Erhöhte Laufradsteifigkeit
- Mehr Reifenfreiheit an der Front
- Mehr Platz am Heck, was kürzere Kettenstreben ermöglicht
- Agileres, verspielteres Fahrverhalten
Steckachsennaben vs. Boost Naben
Herkömmliche Steckachsennaben bieten gegenüber normalen 135 mm Naben den Vorteil einer einfachen Montage am Fahrrad. Um Naben mit 135 und 142 mm kompatibel zu den Steckachsen zu machen, werden viele auswechselbare Adapter angeboten.
Der gravierende Unterschied bei Boost Naben liegt in der Breite der Nabe. Die Nabenflansche einer Boost Standard Nabe liegen hinten 6 mm weiter auseinander. Dies hat Auswirkung auf den Speichenwinkel, der sich vergrößert und seitlichen Kräften besser Stand halten kann. Bei einer Boost 148 mm Nabe wird die Nabenbreite um 3 mm pro Seite erweitert.
Ein Nachteil des Boost Systems ist, dass sich auch der Freilauf und die Bremsscheibenaufnahme etwas nach außen bewegen. Das bedeutet, dass die Gabel des Laufrads auf die Nutzung von Boost Naben ausgelegt sein muss. Ein Umrüsten mit verschiedenen Adaptern ist hier leider nicht möglich.
Besitzen Sie jedoch ein Rad mit einem größeren Rahmen, welches die breiteren Aufnahmen für Boost Naben besitzt, ermöglicht dies dafür auch die Verwendung von breiteren Reifen, was wiederum für noch mehr Stabilität sorgt!
Non-Boost Laufrad in Boost Gabel: Adapterlösungen
Viele alte Laufradsätze lassen sich mit einem Adapter auf den neuen Standard, also für neue Rahmen, passend machen. An der Bremsaufnahme wird dafür ein Spacer aufgebracht, und es müssen längere Bremsscheibenschrauben verbaut werden. Am Hinterrad bieten viele Hersteller verlängerte Achsendkappen an. Die Laufräder müssen anschließend neu zentriert werden, damit sie mittig im Rahmen sitzen.
Einige Beispiele für Adapterlösungen:
- MRP Better Boost Adapter Kit: Dieses Kit ist für Non-Boost Laufräder mit DT Swiss 350 6-Loch Nabe und Boost-Gabeln geeignet. Es besteht aus Endkappen, einem Spacer für die Bremsscheibe und den notwendigen Schrauben.
- TreeFrog Boost Spacer: Dieser Spacer schafft Abhilfe, wenn eine Road- oder MTB-Gabel mit Boost-Einbaubreite in einem Non-Boost Fork Mount montiert werden soll.
- Problem Solvers Booster Adapter Kit: Ermöglicht es, Non-Boost-Laufräder in Boost-Rahmen zu verwenden.
Es ist wichtig zu beachten, dass manche Hersteller eine Umrüstung ihrer Naben auf Boost ausschließen. DT Swiss weist beispielsweise darauf hin, dass bei umgerüsteten Naben die Garantie erlischt.
Überblick über Achstypen und Nabenbreiten
Hier ist eine Tabelle, die die gängigen Achstypen und Nabenbreiten für Mountainbikes zusammenfasst:
| Achstypen Mountainbike (Nabenbreite) | Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) | Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) |
|---|---|---|
| Schnellspanner | 5 / 100 mm | 5 / 135 mm |
| Steckachse (klassisch) | 20 / 100 mm | 12 / 142 mm |
| Steckachse (Non-Boost) | 15 / 100 mm | 12 / 142 mm |
| Steckachse (Boost) | 15 / 110 mm | 12 / 148 mm |
| Steckachse (Superboost Plus) | 15 / 110 mm | 12 / 157 mm |
Wie finde ich die richtige Achse?
Um die richtige Achse zu finden, solltest Du folgende Schritte beachten:
- Messe den Durchmesser Deiner Steckachse.
- Bestimme die Einbaubreite der entsprechenden Nabe.
- Miss bei Hinterradachsen die effektive Länge der Steckachse.
- Ermittle die Gewinde der Steckachse.
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