Nora Waldstätten: Motorrad, Krimis und mehr

Nora Waldstätten ist eine vielseitige Schauspielerin, die sich in verschiedenen Genres einen Namen gemacht hat. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Hannah Zeiler in der Krimireihe "Die Toten vom Bodensee".

Ausstieg bei "Die Toten vom Bodensee"

Als Hannah Zeiler war Nora Waldstätten in der Folge "Unter Wölfen" ein letztes Mal zu sehen. Zum Ende des Films erklärte Zeiler, die sich zuvor von ihrem Freund getrennt hatte, ihrem Kollegen Oberländer: "Ich fahr' ein paar Tage in die Berge." Aus diesem Urlaub kehrte sie nicht zurück und Oberländer musste sich mit seiner neuen Partnerin arrangieren. Ihren Ausstieg bei "Die Toten vom Bodensee" erklärte Waldstätten auf Instagram so: "Nach neun spannenden und erfolgreichen Jahren 'Die Toten vom Bodensee' habe ich mich entschieden, die Krimireihe zu verlassen, weil es für mich einfach Zeit für eine Veränderung war."

"Unter Wölfen": Ein letzter Fall

Der titelgebende Bodensee ist diesmal allein visuell von Belang. Der Film beginnt mit einem düsteren Prolog: Ein Wolf streunt durch den Wald, ein Junge malt wie besessen finstere Bilder, in denen goldgelbe Augen bedrohlich leuchten, ein Mann rüstet sich zur Jagd mit der Armbrust, der Vollmond taucht die Nacht in ein bleiches Licht. Die eigentliche Handlung beginnt mit dem üblichen Leichenfund: Der Jäger ist in eine Grube mit angespitzten Pfählen gestoßen und aufgespießt worden.

Viel interessanter ist der zweite Handlungsstrang: Das Waldstück gehört der alten Schafzüchterin Ruth Lamprecht (Elfriede Schüsseleder). Über der Familie liegt ohnehin ein Schatten, seit Enkelin Antonia vor fünf Jahren spurlos verschwunden ist.

Gerade im Vergleich zu den lebensnah erzählten Vater/Tochterszenen mit den Oberländers wirkt die Nebenebene mit Zeilers Beziehungsproblemen allerdings erneut wie ein Fremdkörper, zumal im Leben der Motorradfahrerin ganz offenkundig kein Platz für einen Sozius ist, wie auch ihre eindrucksvollen Begegnungen mit dem Wolf verdeutlichen.

Weitere Projekte und Gastauftritte

Nach ihrem Ausstieg bei "Die Toten vom Bodensee" war Nora Waldstätten weiterhin aktiv. Im Dezember 2023 war sie in "Klein gegen Groß - Das unglaubliche Duell" im Ersten zu sehen. Und am 10.1.2024 trat sie gegen ChrisTine Urspruch bei "Wer weiß denn sowas?" an. Mitgespielt hat Waldstätten auch bei "Die Zweiflers".

Drehtechnisch hat es Waldstätten vom Bodensee ins Erzgebirge verschlagen. Auf Instagram verriet sie im März, dass sie für den "Erzgebirgskrimi" vor der Kamera steht. Der Titel der Folge lautet: "Wintermord".

Die Provinz als Schauplatz für Krimis

Die Anzahl der TV-Morde, die in den letzten fünfzig Jahren seit dem ZDF-Klassiker „Der Kommissar“ (ab 1969) allein in München begangen worden sind, dürfte in die Tausende gehen. Also ist das Fernsehen irgendwann die Provinz ausgewichen, und prompt zeigte sich, dass es einen besonderen Reiz hat, wenn sich Verbrechen in idyllischen Landschaften ereignen; der ORF hat auf Grundlage dieser Erkenntnis mit den wechselnden Schauplätzen seines „Landkrimis“ gar eine eigene Marke geschaffen. Gerade im ZDF wird die jeweilige Region ausdrücklich auch im Titel genannt: „Spreewaldkrimi“, „Erzgebirgskrimi“ und natürlich „Die Toten vom Bodensee“.

Nora Waldstätten in "Das ewige Leben"

Nora von Waldstätten spielte auch in "Das ewige Leben" mit Tobias Moretti zusammen. Es geht um Jugendsünden in dieser Verdrängungsgeschichte, um feurige Nächte und wilde Liebe, um Jagden auf dem Motorrad.

Im Fall von Chef Aschenbrenner (Tobias Moretti) und seiner geliebten Frau, einer Psychiaterin (Nora von Waldstätten) kommt noch eine Sehnsucht nach abstrakter Klarheit dazu, in Form moderner Kunst.

"Falscher Bekenner": Ein Film mit Nora von Waldstätten

Nora von Waldstätten wirkte auch im Film "Falscher Bekenner" mit. Der Film erzählt von einem Teenager aus der deutschen Wohlstandsprovinz, der seine Umgebung mit anonymen Bekennerbriefen verunsichert. Armin ist eine frei flottierende Figur an der Schwelle zum Erwachsenwerden, in einem leise entwickelten Drama, das die Grenzen zwischen der Realitätsebene und den Tagtraumspielen, zwischen Innen und Außen immer wieder geschickt verschiebt.

Hochhäusler lässt beide Ebenen für sich stehen und sprechen. Die Frage nach dem Warum wird nicht explizit gestellt, man darf sich als Zuschauer seinen eigenen Reim machen, auch darauf, ob man „Falscher Bekenner“ nun als tiefsinnige Komödie oder Tragödie begreifen mag.

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