Die Radsportwelt trauert um den norwegischen Radprofi André Drege, der bei der Österreich-Rundfahrt tödlich verunglückte. Die Schockwellen des tödlichen Sturzes von Radprofi Drege in Österreich sind auch bei der Tour de France deutlich spürbar.
Tödlicher Sturz bei der Abfahrt vom Großglockner
Die Königsetappe der Österreich-Rundfahrt wurde von einem Todesfall überschattet. Der norwegische Radprofi André Drege ist auf der Abfahrt vom Großglockner zu Fall gekommen und starb an seinen Verletzungen. Mehrere österreichische Medien berichten dies mit Berufung auf den Veranstalter.
Wie genau es zu dem Unfall kam, ist bislang nicht bekannt. Drege war aber in einer Ausreißergruppe an der Spitze unterwegs. Dabei sei er aus bisher unbekannter Ursache gestürzt. Er wurde demnach von Verkehrsteilnehmern ohne Bewusstsein neben der Straße liegend aufgefunden und reanimiert.
Die Reanimation wurde vom verständigten Team eines Rettungshubschraubers weitergeführt, blieb jedoch erfolglos. Der Radrennfahrer starb an der Unfallstelle.
Reaktionen aus der Radsportwelt
Die Radsport-Elite der Tour de France trauert nach dem Tod des norwegischen Radprofis André Drege. "Ich stehe unter Schock", sagte Superstar Tadej Pogacar. "Es ist schwer zu verarbeiten, was passiert ist. Das ist sehr traurig zu hören", fügte er hinzu.
Das norwegische Profi-Team Uno-X trauerte um den Fahrer. Rad-Altstar Alexander Kristoff aus Norwegen ist aktuell ebenfalls in Frankreich dabei und erfuhr nach der dortigen achten Etappe vom tragischen Tod seines Landmanns: „Das sind sehr schlimme Nachrichten. Ich kannte ihn ein bisschen, war in der Nationalmannschaft mit ihm. Er war ein guter Typ.“
„Die Tour of Austria trauert um André Drege“, zitierte die Nachrichtenagentur APA aus einer Mitteilung der Veranstalter. „Die Organisatoren der Tour of Austria und die Rennleitung haben umgehend die Angehörigen informiert.“ Der Radsport-Weltverband schrieb bei X: „Die UCI ist erschüttert über den Tod des Radprofis André Drege bei der Österreich-Rundfahrt. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und Teamkollegen.“
Absage der Schlussetappe und Kondolenzfahrt
Die vorletzte Etappe, die der zweimalige Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna gewann, führte von St. Johann über den Großglockner nach Kals in Osttirol. Nach der Nachricht vom Todesfall wurde die Siegerehrung nicht mehr durchgeführt. Unklar ist, ob die letzte Etappe am Sonntag von Kufstein auf das Kühtai noch ausgetragen wird.
Am Sonntagmorgen dann die Entscheidung: Die Österreich-Rundfahrt endet am Sonntag mit einer Kondolenzfahrt. Das teilten die Veranstalter nach Absprache mit der Familie und den Teams mit. „Der Tourtross und die ganze Radsport-Welt sind geschockt“, hieß es in der Mitteilung.
Durch die neutralisierte Ehrenfahrt mit veränderter Strecke steht der Gesamtsieg des Italieners Diego Ulissi fest.
Hintergrundinformationen zu André Drege
Drege fuhr für das norwegische Continental-Team Coop-Repsol. „Wir sind am Boden zerstört über den tragischen Tod von André Drege“, schrieb das Team auf seiner Internetseite. „Andrés Familie hat um Privatsphäre gebeten, während sie um ihren Verlust trauert, und wir bitten freundlich darum, dass ihre Wünsche respektiert werden.“
Der 25-Jährige hatte in diesem Jahr schon einige kleinere Erfolge vorzuweisen, wie den Gesamtsieg bei der Tour of Rhodes und der South Aegean Tour. Bei der Österreich-Rundfahrt lag er vor seinem Sturz auf dem 38. Gesamtrang.
Sicherheitsdebatte im Radsport
Erst im vergangenen Jahr war der Radsport vom Tod des Schweizers Gino Mäder bei der Tour de Suisse überschattet worden. Er war in der Abfahrt vom Albulapass zu Sturz gekommen und am nächsten Tag im Krankenhaus gestorben. Fünf Wochen später kam bei der Oberösterreich-Juniorenrundfahrt ebenfalls in einer Abfahrt ein 17-jähriger Italiener ums Leben. Das Nachwuchsrennen wurde daraufhin abgebrochen.
Daraufhin war es zu einer Sicherheitsdebatte im Radsport gekommen. Erst im Frühjahr hatte es einen schlimmen Massensturz bei der Baskenland-Rundfahrt gegeben, bei dem auch Toursieger Jonas Vingegaard, Weltmeister Remco Evenepoel und Primoz Roglic involviert waren.
Die Tour de France und die Sicherheit der Fahrer
Während die aktuelle Frankreich-Tour vor schlimmen Vorfällen verschont blieb, erschütterte der Tod des norwegischen Profis während der Österreich-Rundfahrt die Radsportwelt. Dass die französische Rundfahrt dagegen bislang ohne schlimme Stürze verlief, macht die geringe Zahl der Aufgaben deutlich. Erst drei Rennfahrer mussten vor dem Beginn der achten Tour-Etappe vom Rad steigen, zwei wegen Sturzfolgen. Darunter Ex-Weltmeister Mads Pedersen.
Um die Sicherheit der Fahrer zu verbessern, veränderten die Tour-Organisatoren auf gewissen Etappen die Sturz-Regel von drei auf vier bzw. fünf Kilometer. Auf der dritten Etappe in Turin galt dies bei der Tour 2024 zum ersten Mal. Durch die Regel werden die Zeiten für die Gesamtwertung jeweils an diesen Kilometer-Grenzen genommen.
„Was mich positiv überrascht hat, war, dass die Öffnung der Drei-Kilometer-Regel wirklich etwas gebracht hat“, lobte Degenkolb. Das sei laut dem Altstar „mit Sicherheit auch ein Grund“ für die zumeist glimpflich verlaufenen Zusammenstöße.
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