In der Kategorie „The Lab“ werden regelmäßig spannende Produkte vorgestellt, die auf Herz und Nieren geprüft wurden. Schuhe sind beim Mountainbiken oft einem hohen Verschleiß ausgesetzt, weshalb sich die Frage stellt, ob es sinnvoll ist, viel Geld für Modelle auszugeben, die ohnehin nur eine Saison halten.
Erster Eindruck und Design
Mit einem UVP von 90 € fallen die O’Neal FLOW SPD in die Kategorie der günstigen MTB-Schuhe. Dieser Eindruck bestätigt sich beim ersten Betrachten. Das Design ist Geschmackssache, wobei die Farboption Schwarz/Schwarz die unauffälligste Variante darstellt. Die Materialien erreichen nicht das Niveau, das man von Specialized, ION oder Bontrager kennt. Mit 499 g pro Schuh sind die O’Neal FLOW SPD auch gewichtstechnisch eher am oberen Ende der Skala angesiedelt.
Tragekomfort und Passform
Die anfängliche Skepsis wandelt sich jedoch schnell in Begeisterung. Die FLOW SPD sitzen wie angegossen und sind auch nach einem langen Tag im Bikepark kaum zu spüren. Dank der Schnürsenkel und dem zusätzlichen Klettverschluss lassen sich die Schuhe hervorragend an den Fuß anpassen. Genauso angenehm zeigt sich die Polsterung: Weich und gut positioniert, bietet sie jede Menge Komfort und hält den Fuß dennoch spielfrei im Schuh. Nichts drückt oder fühlt sich zu locker an.
Sohle und Dämpfung
Die Sohle ist vernünftig gedämpft und weicher, als man es von anderen Klickschuhen gewohnt ist. Trotzdem ist sie nicht unangenehm - man hat ein Gefühl wie in Flatpedal-Schuhen und auch auf langen Abfahrten werden die Füße dennoch nicht müde. Zusätzlich gibt’s das gewisse Etwas an Feingefühl, das steifere Modelle häufig vermissen lassen.
Belüftung
Die Außenseite verfügt über viel Mesh und Perforation und das Fußklima lässt sich auch im Sommer noch als angenehm beschreiben.
Vergleich mit anderen O'Neal Modellen
Ein kurzer Vergleich mit den anderen Modellen von O’Neal zeigt: Der SESSION SPD mit Neopren-Gamasche und Klickverschlüssen kostet zwar nur 10 € mehr, verfügt aber lange nicht über den gleichen guten Sitz und Komfort. Wer es wetterfester braucht, kann zum PINNED SPD greifen - aber auch hier ist der Sitz nicht ganz so gut gelungen wie beim FLOW SPD.
Fazit
Die O’Neal FLOW SPD-Schuhe sind perfekt für alle, die zwar Klickpedale fahren, aber nicht auf steifen Brettern stehen wollen. Sie punkten dank ihrer weichen Sohle und dicken Polsterung mit sehr viel Komfort und bieten trotzdem eine adäquate Belüftung. Wer Rad fährt, tut sich oft schwer, den passenden Schuh zu finden. Der spartanische Rennschuh ist für den Alltag zu steif, auffällig und nicht fürs Gehen ausgelegt. Ein klassischer Alltagsschuh ist in der Sohle zu weich, passt nicht zu hochwertigen Klick- oder Flatpedalen und ist vom Aufbau her oft nicht robust genug.
Die Qual der Wahl: Klickpedale oder Flatpedals?
Hier schlägt die Stunde von legeren Mountainbike-Schuhen in Sneaker-Optik, denn sie bedienen beide Welten. Je nach Design passen sie zu sportiven Rädern, machen aber im Café, beim Einkaufen, Sightseeing oder in der Arbeit eine gute Figur. Je nach Pedalausführung unterscheiden sich die Fahrradschuhe vor allem bei Sohlenaufbau und Sohle, da diese speziell an die Pedalvorgaben abgestimmt sind, um perfekt damit zu agieren. Wer vor allem auf Kurzstrecken und im Alltag unterwegs ist, nutzt meist ein Plattform- oder Bärentatzenpedal. Hier geht der Schuh mit der Oberfläche eine lose Verbindung ein, welche jederzeit und in alle Richtungen frei lösbar ist. Das sorgt auch für eine hohe subjektive Sicherheit. Je nach Ausführung muss der Schuh aber entlastet oder teils ganz vom Pedal genommen werden, um die Position zu ändern.
Für Klickpedale spricht die deutlich effizientere Kraftübertragung, weil der eingeklickte Schuh nicht nur drücken, sondern auch ziehen kann. Zudem ist der Fuß immer mittig über dem Pedal positioniert, kann während der Tretbewegung ergonomisch zu beiden Seiten ausweichen und rutscht bei ruppigem Untergrund nicht vom Pedal. Zum Ausklicken wird der Fuß um das Pedal gedreht. Die Angst, beim Sturz nicht aus dem Pedal zu kommen ist unbegründet. Allerdings muss das Pedalcleat penibel eingestellt sein, um Problemen am Fuß und Knie vorzubeugen. Wer sich am Ende nicht entscheiden kann, greift zum breitbandig nutzbaren Kombipedal und bekommt das Beste aus beiden Welten.
Passform und Komfort: Worauf man achten sollte
Den idealen Schuh für alle gibt es nicht, denn jeder Fuß ist anders. Am Ende hilft nur Ausprobieren, damit die Größe passt und später keine Probleme wie Druckstellen entstehen. Einige Hersteller bieten halbe oder zweidrittel Größen. Das größte Angebot bieten Fizik, RC oder Specialized mit über 20 Größen. Wer kleine Füße hat, wird bei Bontrager, FiveTen, Fizik, Ion, O’Neal, Specialized, Vaude (ab 36) sowie Ride Concepts (ab 35) fündig. Wer auf großem Fuß lebt, sollte indessen Pearl Izumi, Ride Concepts (bis 49) sowie Shimano (50) probieren. Wie die jeweiligen Modelle ausfallen, haben wir in den Technikästen angegeben. Spezielle Damenmodelle gibt es bei FiveTen, Jack Wolfskin, Ride Concepts und Unparallel, wobei hier nur die Größe und das Farbschema anders sind. Die Hersteller legen sich ordentlich ins Zeug, damit die Fahrradschuhe auch nach langen Tourentagen noch angenehm sitzen. Für ein gutes Fußklima bei warmen Temperaturen ist luftiges Obermaterial vorteilhaft (Leatt, Pearl Izumi). Wasserdichte Membranen sucht man deshalb vergeblich. Meist bestehen die Materialien aus Kunststoff. Aber auch traditionelle Materialien wie Baumwolle, Hanf und Leder haben nicht ausgedient, wie Ion, Jack Wolfskin, Doghammer und Vaude zeigen.
Eine geräumige Zehenbox bieten vor allem Doghammer, Fizik, Ion, Jack Wolfskin, O’Neal und Pearl Izumi, wohingegen es bei Giant, Leatt und Unparallel recht beengt zugeht. Wer einen Fuß mit höherem Spann besitzt, sollte bei den Modellen von Leatt und Giant aufpassen, da diese sehr kompakt ausfallen. Bei der Anprobe sollte auf potenzielle Druckstellen in der Zehenbox, am Zungenende, Spann und im Bereich des Groß- und Kleinzehengrundgelenks geachtet werden. Oft unterschätzt: Ein gutes Fußbett! Hier glänzen Shimano und Specialized durch vorgeformte Innensohlen, die das Längs- und Quergewölbe unterstützen. Hochwertige Einlegesohlen von Ortholite finden sich indes bei Endura, FiveTen, Ion, Unparallel und Vaude. Treten beim Radfahren aber längerfristig Problem mit den Füßen auf, sollte der Fußtyp bestimmt und eine ergonomische Einlegesohle eingepasst werden.
Steifigkeit und Verschlusssysteme
Damit die Kraft beim Radfahren perfekt auf das Pedal übertragen wird, muss der Schuh eine gewisse Steifigkeit aufweisen. Allerdings ist eine gewisse Nachgiebigkeit gar nicht verkehrt, weil dies gerade auf Langstrecken in unseren Augen das Wohlbefinden fördert. Bei Klickschuhen fällt die Sohle zudem steifer aus, weil die Kraft über eine kleine Metallplatte, das sogenannte Pedal-Cleat, übertragen wird. Während CrankBrothers, Leatt und Specialized hier glänzen, fallen Afton, Doghammer und Bontrager recht weich aus. Bei Flatpedalen wird die Kraft über die große Fläche des Pedals übertragen, wodurch die Sohlen generell flexibler ausfallen.
Zur Fixierung finden sich im Test verschiedene Verschlusssysteme: Am weitesten verbreitet ist die klassische Schnürung. Die Bedienung ist umständlicher, aber bei Gewicht, Ersatzteilversorgung und der individuellen Feinjustage kann ihr kein anderes System das Wasser reichen. Eine Abwandlung ist das Schnellverschlusssystem bei Shimano, welches die Vorteile der Schnürung mit einer einfachen Handhabung verbindet. Klettverschlüsse sind auch während der Fahrt einfach handzuhaben und werden im Test meist zur Unterstützung der Schnürung verwendet. Sie finden sich bei Afton, Etnies, Giant, Ion, Northwave, O’Neal und Unparallel. Eine Ratsche findet sich nur bei Giant. Sie ist schnell, einfach und auch während der Fahrt bedienbar. Die modernste Art stellen Drehverschlüsse dar. Zum Festziehen dreht man das Einstellrad bei Leatt, Northwave, Pearl Izumi und Specialized, bis der Fuß gut fixiert ist. Aber gerade beim Lösen unterschieden sich die Modelle gehörig.
Fersenhalt, Sohle und Grip
Ein oft übersehenes Detail ist der Fersenhalt im Schuh. Wie der Halt ausfällt, kommt dann auf die individuelle Fußform, das Schuhdesign und die verwendeten Materialien an. Den besten Halt fanden wir bei Crank Brothers, Etnies, FiveTen, Fizik, Leatt, O’Neal, Pearl Izumi, Specialized und Unparallel. Beim Gehen achten wir auf den Abrollkomfort, der vor allem bei Bontrager, Doghammer, Fizik, Jack Wolfskin, Sidi, Specialized und Unparallel begeisterte. Etnies oder Giant sind hier die spürbaren Schlusslichter. Eine gute Dämpfung ist vor allem bei Bontrager, Endura, Fizik, Leatt, Ride Concepts und Unparallel fühlbar. Je nach Einsatzbereich spielt auch die Trittsicherheit eine Rolle. Sie wird durch das Design und den Gummi vorgegeben. Beim Sohlendesign fallen vor allem Jack Wolfskin mit der geringsten sowie Crank Brothers, Fizik, Giant, Leatt, Northwave und Shimano mit der am stärksten profilierten Struktur auf. Beim Gummi sind einige bekannte Namen zu finden: FiveTen ist vor allem Mountainbikern ein Begriff. Vibram ist wohl als Klassenprimus zu bezeichnen und kommt bei Doghammer, Fizik und Sidi zum Einsatz.
Empfehlungen für verschiedene Fahrstile
Beim Schuhkauf sollten Sie vorrangig auf die Passform und das Zusammenspiel mit dem jeweiligen Pedalsystem achten. Bei den Flatpedalschuhen holen sich Fizik (Tour), O’Neal (Sport) und Ride Concepts (Allround) je eine Empfehlung. Der Testsieg geht verdient an FiveTen. Im Klickpedalbereich erarbeiten sich Crank Brothers (Allround), Doghammer (Tour) und Northwave (Sport) eine Empfehlung.
Weitere getestete MTB-Schuhe für Herren
O'Neal Pinned Dirt MTB 2020
Die O'Neal Mountainbike-Schuhe beeindrucken durch eine ideale Mischung aus Schutz und Bequemlichkeit, hervorgehoben durch eine robuste Zehenkappe und eine anpassungsfähige Sohle. Die speziell entwickelte Honey Rubber-Sohle bietet exzellenten Halt und erleichtert die Neupositionierung des Fußes, was im Mountainbiking essentiell ist. Gefertigt aus qualitativ hochstehendem Polyurethan und Gummi, zeichnen sich die Schuhe durch ihre Langlebigkeit aus. Zusätzlich sind sie vegan, was sie zu einer umweltbewussten Option macht.
Vaude AM 20482
Die Vaude-AM 20482 überzeugen insbesondere aufgrund ihrer griffigen, flachen Trittsohle. Im Vergleich zu anderen Mtb-Herren-Schuhe haben sie ein stylisches Design und sind besonders atmungsaktiv.
Vaude TVL Pavei
Die Schuhe überzeugen durch ihre hohe Robustheit und Tragekomfort. Das atmungsaktive synthetische Obermaterial sorgt für eine angenehme Belüftung des Fußes. Ein Klettverschluss und Schnürsystem sorgen für einen optimalen Sitz. Reflektierende Elemente und eine Verstärkung an Ferse und Zeh verbessern die Sicherheit und Stabilität.
SHIMANO Zapatillas Leichtathletik-Schuhe
Die SHIMANO Zapatillas Leichtathletik-Schuhe beeindrucken mit ihrem hochwertigen Leder und der eleganten Schnalle. Diese universellen Leichtathletikschuhe bieten eine herausragende Performance. Allerdings muss man für diese Qualität auch etwas tiefer in die Tasche greifen, denn die Schuhe sind relativ teuer.
Northwave Corsair MTB/Trekking Fahrrad Schuhe
Die Northwave Corsair MTB/Trekking Fahrrad Schuhe sind aus Polyester und Synthetik hergestellt. Diese Materialien lassen sich gut reinigen und trocknen schnell. Die Gummisohle des Schuhs ist steif und hat ein ausgeprägtes Profil, sodass ein leichtes Abrutschen des Fußes verhindert wird.
O'Neal Pinned Flat Pedal Mountainbike-Schuhe
Ein bemerkenswertes Merkmal der O´Neal-Pinned-Flat-Pedal-Mountainbike-Schuhe ist das austauschbare Fußbett, das individuelle Anpassungen ermöglicht. Zudem bieten diese Schuhe mit einer robusten Zehenkappe zusätzlichen Schutz, ein Aspekt, der besonders auf anspruchsvollen Trails von Vorteil sein kann. Ergänzt wird dies durch den Einsatz atmungsaktiver Materialien, womit ein angenehmes Fußklima selbst unter intensiven Bedingungen gewährleistet wird.
ARTVEP MTB Radschuhe
Die auffälligen Artvep MTB-Schuhe für Herren begeistern durch ihr rotes Design. Sie überzeugen jedoch nicht nur optisch, sondern auch durch ihre optimierte Passform und den hohen Tragekomfort. Zudem sind sie äußerst wasserbeständig.
VAUDE Unisex Yara Tr
Die VAUDE Unisex Yara Tr stehen fest und bieten einen guten Komfort. Sie überzeugen durch ihre Leichtigkeit im Vergleich zu anderen Produkten. Mit ihrer soliden Standfestigkeit sind sie eine gute Wahl für anspruchsvolle Mountainbike-Fahrer.
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