An Ihren Urlaub im Odenwald werden Sie sich noch lange erinnern. In unserem Reiseführer finden Sie einige Informationen über Motorradtouren. Hier ist aber auch noch Platz für Ihre Inhalte!
Die HOT-Biker Genusstour
Die H.O.T. Biker Genusstour beschreibt eine erlebnisreiche und entspannte Motorradtour durch die Feriengebiete Hohenlohe, Odenwald und Taubertal - gelegen zwischen Frankfurt/M. und Stuttgart (Nord-Süd-Achse) sowie zwischen Heidelberg und Rothenburg ob der Tauber (Ost-West-Achse). Die H.O.T. Biker Genusstour beschreibt eine erlebnisreiche und entspannte Motorradtour durch die Feriengebiete Hohenlohe, Odenwald und Taubertal - gelegen zwischen Frankfurt/M. und Stuttgart (Nord-Süd-Achse) sowie zwischen Heidelberg und Rothenburg ob der Tauber (Ost-West-Achse).
Frühling im Odenwald
Während im übrigen Deutschland der Winter die Landschaft immer noch fest im Griff hat, kündigt sich an den Hängen des Odenwaldes oft schon der Frühling mit seinen milden Temperaturen an. Ob an den Ufern von Rhein, Main, Neckar und Jagst oder inmitten der Hügel des Odenwaldes - näher ist man nach einem kalten Winter dem Frühling nirgends.
Historische Spuren
Das wussten wohl schon die Adligen im frühen Mittelalter. Die Burgunder gründeten deshalb um das Jahr 400 am Rand des Odenwaldes ihr Reich, mit der Stadt Worms als Mittelpunkt. Sie hinterließen einen so tiefen Eindruck, dass man ihre Spuren noch heute auf Routen wie der Nibelungen- oder der Siegfriedstraße folgen kann. Oder man begibt sich auf eine Reihe von spannenden Wanderpfaden wie den Limes-Wanderweg, den Alemannenweg, den Nibelungensteig oder den Hugenotten- und Waldenserpfad.
Hohenlohe und das Taubertal
Zwei Flüsse, eine Hochebene - das ist die Hohenlohe. Kocher und Jagst halten diese Region geografisch zusammen und prägen sie durch ihre lauschigen Täler ebenso wie die dazwischen aufragende Hochebene mit ihren sanften Hügeln. Nicht nur ihren Namen hat die Hohenlohe von einem Adelsgeschlecht, auch optisch gestalten die Bauwerke der Hohenloher Fürsten das Land: Schloss Neuenstein und Schloss Langenburg sind die bekanntesten Vertreter der adligen Renaissance-Residenzen und gelten als Wahrzeichen der Region.
Wahrlich keinen Grund, es zu benutzen, hat der Besucher im benachbarten „Lieblichen Taubertal“, wie die Einheimischen ihr Tal völlig zu Recht nennen. Eingebettet in Wald und Wiesen, gesäumt von Weinbergen und eingerahmt von weich geschwungenen Hängen, lädt das Taubertal den Naturfreund zum Wandern und Radeln ein. Oder zum Motorradfahren. Bieten doch die Ufer von Kocher, Jagst und Tauber ein rundum entspanntes Natur- und Fahrerlebnis.
Die Altmühl
Die Altmühl ist Bayerns langsamster Fluss. Und das ist gut so. Denn auf ihrem windungsreichen Weg zur Donau mäandert sie gelassen über Treuchtlingen und Eichstätt nach Dietfurt und zaubert dabei eine ganz besondere Landschaft aus dem Hut. Eine Landschaft mit Wasser und Wiesen, bizarren Dolomitfelsen und duftenden Wacholderheiden, Burgen, Schlössern und romantischen Städten. Genießen lässt sie sich beim Wandern oder Fahrradfahren ebenso wie vom Deck eines der Ausflugsschiffe, die zwischen Berching und Kelheim verkehren. Die Altmühl ist es auch, die für das nördlich von ihr gelegene Fränkische Seenland verantwortlich ist.
Durch die Überleitung des Wassers von Altmühl und Donau in den wasserarmen Norden Bayerns entstand dieses zauberhafte Seengebiet mit seinen vielen großen und kleinen Gewässern. Sieben von ihnen sind zugänglich, darunter so bekannte wie der Brombach-, Altmühl- oder Rothsee.
MOTORRADSTRASSEN-Hotelpartner
MOTORRADSTRASSEN-Hotelpartner sind engagierte Gastgeber, die meist schon seit vielen Jahren bikende Gäste in ihrem Haus willkommen heißen. Sie wissen, was der Motorradfahrer von seiner Unterkunft erwartet und einige Gastgeber fahren selbst leidenschaftlich gerne selbst.
Vom Taunus bis zur Romantischen Straßen zeigt uns diese Karte 20 attraktive Routen in der Mitte Deutschlands. Dabei erstreckt sich der Motorradspaß über die Tourenregionen Taunus, Vogelsberg, Rhön, Thüringer Wald, Odenwald, Spessart, Hohenlohe und Taubertal.
Motorrad-Bundesland Bayern
Ja, es war eine Mammutaufgabe diesen Guide aufzubauen. Er stellt das wunderbare Motorrad-Bundesland auf zwei, genauer gesagt sogar mit 3 unterschiedlichen Ansätzen vor. Da sind zunächst die Nord- und Südroute einer Bayernrundfahrt, die man unserem Magazin entsprechend, gerne auch als MOTORRADSTRASSE BAYERN bezeichnen kann. Es folgt die Aufteilung in 3 große Bayerngebiete, die zum mehrtägigen Aufenthalt in den schönsten Motorradregionen Bayerns motiviert.
Deutsche Fachwerkstraße
Mit dieser Regionalstrecke der Deutschen Fachwerkstraße gehen wir in eine weitere Runde unserer Tourenvorschläge rund um Orte und Städte, die den äußerst beliebten Baustil attraktiv präsentieren und zum Zwischenstopp oder auch zum längeren Aufenthalt einladen. Wir haben die Fachwerk-Route in vier spannende Motorradtouren eingeteilt bei denen u.a. Fachwerkfaszination, Geselligkeit und überzeugende Motorradwege werden uns auf der Fachwerkstraße-Regionalroute „Franken - Genuss mit Wein und Bier“ serviert.
Die Fachwerkhäuser, deren Bau zur Zeit der Renaissance aufblühte sind in ihrer Architektur in Deutschland einzigartig. Entlang der Deutschen Fachwerkstraße waren wir unterwegs auf der Regionalroute „Vom Rhein zum Main und Odenwald“. Die Bedeutung und das Aufblühen der Städte im Mittelalter ist im südhessischen Fachwerk deutlich erkennbar.
Kurvenspaß im Odenwald
Für uns Kurvensüchtige halten die wunderbaren Hügellandschaften des Odenwalds, bis weit über 600 Höhenmeter, unzählige Straßenwindungen, ehemalige Rennstrecken und so manch attraktiven Pausen- und Besichtigungsstopp bereit. Unser Landgasthof liegt im Odenwald-Kreis, in mitten von einem Paradies für Motorradfahrer, einer Region mit wunderschönen Motorradtouren, Kurven und Sehenswürdigkeiten zum abfahren am laufenden Band.
Wir haben den Main, Rhein, und Neckar als Flüsse, in unserer näheren Umgebung. Diese laden zum entdecken und reisen ein. Etliche kleine Berge mit tollem Kurvengeschlängel zum genießen. Da ist bestimmt auch für sie die eine oder andere Kurve dabei. Wir veröffentlichen auch gerne Ihre Motorradtouren wenn diese über Raubach Odw. Ca.
Geschichte und Sagen des Odenwaldes
Die Geschichte des Odenwaldes ist uralt. Kein Wunder, dass sich jede Menge Sagen und Geschichten um diese Region ranken. Auf diese werden wir bei unseren Motorrad Odenwald Touren auf Schritt und Tritt treffen. Im 1. Jahrhundert nach Christus weiteten die Römer ihren Herrschaftsbereich nach Osten bis an den Main aus und errichteten als Schutzwall gegen die Germanen den Limes. Zunächst führte dieser vom Kastell Nemaninga, dem heutigen Obernburg am Main, durch die zentralen Waldgebiete nach Süden bis Bad Wimpfen am Main.
Nachdem die Germanen immer aufmüpfiger wurden, zogen sich die Römer ein Stück nach Westen zurück und bauten zwischen Miltenberg, Walldürn und Osterburgen einen neuen Limes, der leichter zu verteidigen war. 2.000 Jahre später trieben die Alemannen die Römer wieder nach Westen über den Rhein zurück. Richtig spannend wurde es um das Jahr 400, als die Burgunder die Region um den Odenwald eroberten und mit Worms als Mittelpunkt ihr Königreich gründeten. In dieser Zeit spielten sich jene Ereignisse ab, die die Sagen um den Helden Siegfried und den Schatz der Nibelungen erzählen.
Da an Sagen auch immer etwas Wahren haftet, suchen noch heute jede Menge Glücksritter nach dem fantastischen Nibelungenschatz, der anscheinend noch auf seine Entdeckung wartet. Wer auf seinen Motorradtouren durch den Odenwald Lust hat, sich an der Schatzsuche zu beteiligen, hat gleich zwei Touristikrouten zur Auswahl: Die Siegfried- und die Nibelungenstraße führen auf zwei verschiedenen Routen von Worms nach Würzburg. Unterwegs streifen sie diejenigen Schauplätze, an denen sich laut Sage die berüchtigten Szenen um den guten Siegfried und den bösen Hagen abgespielt haben sollen.
Motorradtreffs im Odenwald
Dass eine so attraktive Biker-Region wie der Odenwald eine Menge Motorradtreffs hervorgebracht hat, wundert nicht. Und so gehören die entsprechenden Stopps zu jeder Motorrad Odenwald Tour. Zum Beispiel in Hesseneck-Kailbach in der Motorradkneipe Zur Waldeslust. Oder in Erbach-Ebersberg, wo an der B 45 zwischen Hetzbach und Erbach die berühmte Grillhütte zur Einkehr ruft. In Neckarsteinach-Neuhausen führt die Legende „Eddy Edelstahl“ sein Motorradcafé Point, in Strümpfelbrunn liegt mit dem Biker Camp Kurbrunnen der höchst gelegene Motorradtreff im Odenwald. In Beerfelden trifft man sich an der Staumauer der Marbach-Talsperre.
Museen und Sehenswürdigkeiten
Ein besonderes Zuckerl auf jeder Motorrad Odenwald Tour stellt die ehemalige Bergrennstrecke Zotzenbach dar. Ruhiger, aber nicht weniger interessant, geht es in den beiden Museen zu, die sich auf einer Motorrad Odenwald Tour zur Stippvisite anbieten. Da wäre das Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg. In den historischen Hallen der ehemaligen Benz-Fabrik stehen zirka 70 Fahrzeuge. Darunter befinden sich verschiedene Zwei- und Dreiräder. Komplett um Motorräder dreht sich das Motorradmuseum Michelstadt. Dort hat der Privatmann Hans-Jürgen Künzel seine Schätzchen stimmungsvoll zwischen Möbeln aus der Zeit des Nierentischs platziert.
Ein Besuch des Winzerortes Groß-Umstadt ist nicht nur wegen seiner hübschen Fachwerkhäuser zu empfehlen. In der „Odenwälder Weininsel“, wie der Ort genannt wird, lässt sich auch gepflegt ein Gläschen heben. Wein gibt es ebenfalls in Walldürn. Allerdings vom Pfarrer in Form von Messwein. Walldürns Kirche „Zum heiligen Blut“ ist seit dem 17. Jahrhundert ein Ziel für Pilger. Also ruhig mal während der Motorradtour im Odenwald anhalten und reinschauen. Außerdem besitzt Walldürn das älteste Rathaus Deutschlands (1448). Noch älter ist das Templerhaus von Amorbach. Das 1291 erbaute Fachwerkhaus gehört zu den ältesten noch erhaltenen Wohngebäuden Deutschlands.
Auch der Rest Amorbachs kann sich sehen lassen - die gesamte barocke Altstadt steht unter Denkmalschutz. Zum Pausenstopp bei einer Motorrad Odenwald Tour lädt der historische Kern von Michelstadt ein. Von seinem malerischen Marktplatz aus hat man einen herrlichen Blick auf die Fachwerkhäuser Michelstadts. Am Ufer des Neckars stehen die Fachwerkhäuser des Städtchens Hirschhorn. Von einer mächtigen Mauer umgeben, schauen sie von oben hinab auf den Fluss. Über ihnen wacht wie einst die Burg Hirschhorn.
Gasthof-Hotel Lärmfeuer in Reichelsheim/Rohrbach
Sachkundige Tourenberatung, hervorragende Stimmung unter den Zweiradgästen und eine einladende Gastronomie findet man beim MOTORRADSTRASSEN-Partner Gasthof-Hotel Lärmfeuer in Reichelsheim/Rohrbach. Umrahmt von Rhein, Main, Tauber und Neckar hat der sagenreiche Odenwald für den Motorradurlauber einiges zu bieten. Obwohl man auch am Wochenende hier so manch schönen Tourenkilometer zwischen der Bergstraße und dem Taubertal genießen kann ist der Odenwald unter der Woche ein echtes Paradies.
Highlights und Routen
Mit dem Felsenmeer steht eines der bekanntesten Odenwald-Highlights auf dem Besichtigungsprogramm. Das beeindruckende Naturschauspiel sollte man sich nicht entgehen lassen. Dies gilt auch für den Bummel durch die Fachwerkidylle von Heppenheim an der Bergstraße und den Besuch Erbachs, das nicht nur mit seinem Schloss zu punkten weiß. Benzingespräche können am Bikertreff Marbachstausee geführt werden.
Routenvorschläge:
- 222 km - ca. Eine Motorradrundtour von Aschaffenburg über Wertheim - Miltenberg - Lützelbach - Großostheim nach Aschaffenburg zurück.
- 241 km - ca. Kurvenspaß vom Gasthof-Hotel Lärmfeuer bis zum Neckar ist angesagt, wenn diese heiße Runde unter die Motorradreifen genommen wird. Vor allem was sich von Beerfelden nach Neckargemünd und dann zurück nach Wald-Michelbach abspielt ist aller Ehren wert.
- 244 km - ca. „Auf in den Spessart!“ lautet das Motto dieser Runde, die zunächst zur Odenwaldmetropole Michelstadt und dann nach Bayern führt. Natürlich nicht, ohne vorher ein Erinnerungsfoto am historischen Rathaus zu schießen. Aber auch sonst gibt es an diesem Tag noch einiges zum Festhalten für die Kamera. Wie wäre es zum Beispiel mit den historischen Kulissen von Miltenberg oder Freudenberg? Oder einem Stopp am berühmten Wasserschloss von Mespelbrunn?
Das Gasthof-Hotel Lärmfeuer
Unser Partnerhaus ist seit vielen Jahren ein Anlaufpunkt für Motorradfahrer aus nah und fern. Die Inhaber, Isabella und Stefan Beck, sind selbst begeisterte Motorradfahrer und wissen was Zweiradurlauber erwarten. Der Bikerservice reicht von guten Unterstellmöglichkeiten bis zur Schrauberecke und einen Dampfstrahler. Das Haus verfügt über 38 Betten, die in 17 Doppel- und 4 Einzelzimmer aufgeteilt sind. Aufbettungen sind möglich. Aber auch zum Pausenstopp finden sich immer gerne Motorradfahrer im „Lärmfeuer“ ein. Neben Kaffee und Kuchen.
ACHTUNG! Montag ist "Wirtesonntag"- also Ruhetag. Der Montag heißt im Hotel Lärmfeuer Motorradtag. Da bleibt die Gastronomie dort, für die Öffentlichkeit nämlich geschlossen. Man kümmert sich aber um die „Hausgäste“, von denen wenigstens zwischen März und Oktober immer mehr auf zwei Rädern anreisen. Dabei geht es allerdings nicht nur Speis’ (lecker!) und Trank, sondern auch um das Motorradfahren. Alle dürfen also mitfahren, wenn Isabella und Stefan am Montag ihre Lieblingstour fahren, die auf den Namen Alle-Kurven Odenwald hört. Allerdings sind wir ganz früh im Jahr unterwegs und so kommt unsere Truppe recht klein daher. Hinzu kommt, dass Stefan in der Küche zu tun hat.
Isabella wirft ihre Rennkuh an und meine neue Victory brabbelt auch gleich vor sich hin. Rennkuh und Victory - was für eine Mischung. Außerdem nimmt Anna-Lena auf dem hinteren Sofasessel Platz. Allerdings zeigen die ersten Kurven, die am Lärmfeuer nun wirklich nicht lange auf sich warten lassen, dass es dann doch ganz gut geht. Der Kurvenspaß geht gleich am Lärmfeuer los! Zunächst zirkeln wir auf einem kurvigen Waldsträßchen hinüber nach Ober-Mossau. Dabei lasse ich es mit meinem amerikanischen Edelstahl erst einmal ein wenig ruhiger angehen. Allerdings ist die Eingewöhnungszeit recht kurz, denn die Victory verfügt über ein sehr akkurates Serienfahrwerk. Ich bin positiv überrascht, zumal ich das von anderen Motorrädern in dieser Kategorie so nicht immer kenne.
Für Glücksgefühle anderer Art sorgt obendrein auch noch Isabella, denn ihre Streckenauswahl verdient schon gleich nach dem Start die Note Eins! Ordentlich durchgeschaukelt nähern wir uns also bald Michelstadt. Auch dort kennt Isabella einen besonderen Weg und der führt mitten durch die Anlage des Wasserschlosses Fürstenau. Das wurde im 14. Jahrhundert zum Schutz des benachbarten Klosters Steinbach gebaut. Die älteste urkundliche Erwähnung der Burg stammt von 1310. Im 16. Jahrhundert wurde sie schlossartig erweitert. Die heutige Schlossanlage enthält Bauten aus allen Jahrhunderten und verschiedener Baustile. Eine Besichtigung des Schlosshofes ist grundsätzlich möglich.
Einen kurzen Stopp legen wir dann auch in Michelstadt ein, allerdings nur um zu tanken. Es sei aber angemerkt, dass wahre Motorradtouristen sich auch diese wundervolle Fachwerkstadt ruhig mal ein wenig näher anschauen sollten. Isabella schlägt wegen des Fahrspaßes vor, das wir lieber gleich der B 47 nach Amorbach folgen sollten. Da macht sich natürlich Skepsis breit. Allerdings stellt sich diese Bundesstraße als wunderbare Kurvenpiste heraus. Selbst Verkehrssicherungsmaßnahmen, wie Rüttelstreifen und der nicht überfahrbare Mittelstrich können unseren Schräglagenspaß nicht mindern. Immerhin sind wir ja im Reisetempo unterwegs.
So kommen wir bald nach Amorbach, ein wirklich hübsches Städtchen, das auf eine lange Geschichte zurückschaut. Dort stoppen wir kurz zwecks angemessener Besichtigung. Außerdem möchte ich mich noch mit ein paar Knöpfen - die ich von sonst gewöhnten Reise-Enduros her so nicht kenne - an der Victory vertiefen. Übrigens: Amorbach entstand einst aus dem gleichnamigen Benediktinerkloster, welches sich im Laufe der Zeit zu einem Ort entwickelte, der 1253 die Stadtrechte erhielt. Später wechselte die im Grenzgebiet von Hessen, Bayern und Baden gelegene Stadt immer mal wieder den Landesherrn. Erst 1816 wurde sie bayerisch, was sie heute noch ist.
Anschließend führt unsere Strecke über Kirchzell, Keilbach und das Hesseneck ins Sensbachtal. Hier sind einige Strecken für Motorradfaher gesperrt. An dieser Stelle möchte ich mir eine Diskussion betreffend dieses diskriminierenden Unsinns sparen. Hinzuzufügen bleibt höchstens Isabellas Kommentar: „Wenn man sich im Odenwald auskennt oder die passende Tour aus unseren 23 Tourenvorschlägen wählt, bleibt mehr als genug zu fahren - auch am Wochenende!“
Unterwegs Richtung Eberbach Anschließend näher wir uns Beerfelden, wo wir später nochmals vorbeikommen und einen schrecklichen Ort besuchen wollen. Vorher steht aber erst einmal das landschaftlich reizvolle Neckartal auf dem Programm. Die schönen Städte Eberbach und auch Hirschhorn finden sich dort. Direkt am Neckar legen wir dann einen Stopp ein, bevor die Alle-Kurven-Tour wieder Schräglagen satt und Kurvenspaß vom Feinsten bietet. So kommen wir erneut nach Beerfelden.
In Richtung Airlenbach - etwa 500 m westlich von Beerfelden - findet sich der größte und besterhaltene Galgen Deutschlands. Drei Rotsandsteinsäulen von etwa fünf Meter Höhe stellte man in der Form eines Dreieck auf, weshalb die Richtstätte auch als „dreischläfriger Galgen“ bekannt ist. Er wurde 1597 anstelle eines Holzgalgens errichtet und unterstand bis 1806 dem Gericht der Grafen von Erbach. Wie viel Menschen hier hingerichtet wurden, ist nicht klar. Es scheint aber so zu sein, dass relativ wenige Delinquenten hier aufgehängt wurden. Immerhin galt die Rechtsprechung des Grafenhauses Erbach als relativ liberalen. In alten Kirchenbüchern ist allerdings eine Hinrichtung im Jahre 1746 festgehalten.
Ein Mann aus dem Sensbachtal landete wegen Diebstahl und Ehebruch am Strick. Auch soll eine Zigeunerin 1804 wegen des Diebstahls eines Huhnes und zweier Laib Brot exekutiert worden sein. Da erhält der Begriff „liberale Rechtsprechung“ natürlich eine völlig neue Bedeutung. Sei es drum, wir kurven weiter und steuern Affolterbach an. Das liegt auf 357 Meter über dem aktuellen Spiegel der Weltmeere und gehört heute zu Wald-Michelbach. Das Bestehen des Ortes lässt sich urkundlich als Michilnbach zurückverfolgen bis in das Jahr 1238. Ursprünglich war die Rede von einer dem Laurentius geweihten Kapelle die Rede. Seit 1264 gehörte der Ort zur Kurpfalz, die bis 1803 bestand. Danach kam das beschauliche Städtchen zu Hessen.
Vor Ort interessant dürfte das Stoewer-Museum im ehemaligen Gebäude der alten Sparkasse sein, wo unter anderem Autos der Stoewer-Werke in Stettin gezeigt werden. Wer mehr auf Kurven anstatt Sehenswürdigkeiten steht, dem wird die folgende Strecke über die Kreidacher Höhe wieder richtig gut gefallen. Isabella düst vorweg, Anna-Lena und ich hinterher. Inzwischen habe ich mich an die Victory so richtig gewöhnt und erinnere mich an die Aussage eines Motorradfreundes, der im Westen unserer Republik wohnt: „Motorräder unter 300 Kilogramm machen doch gar keinen Spaß!“ Unterschreiben würde ich das so nicht, aber immerhin machen auch schwere Böcke ordentlich Spaß!
Wir kurven zügig durch die malerische Landschaft. Weiter geht’s - von der Kreidacher Höhe düsen wir dann in Richtung Rimbach. Da folgt dann ein kurzes Teilstück, welches eigentlich nicht so ganz zur tollen Runde passt. „Es gibt leider keine Alternative hier“, ruft Isabella zu mir herüber. Na gut, immerhin können wir an den nun folgenden Amplen ein wenig Smalltalk halten - ich drehe die Musicbox meiner Victory etwas leiser. In Fürth meint Isabella dann: „Gleich ist das hier vorbei und dann gibt es noch ein paar tolle Kurven!“ Sie meint den Turn über Winterkasten, wo man viel Verkehr und Stopps erneut gegen freie Fahrt tauscht.
Überhaupt muss man sagen, dass den Odenwald insgesamt gesehen eher kleine Straßen und wenig Verkehr prägen - jedenfalls so lange man sich nicht der Rheinebene zu sehr nähert. Es ist dann auch keine Binsenweisheit, dass jede Tour sich auch wieder ihrem Ende nähert. Wir setzen also zum Schlussspurt an. Wollen doch mal sehen, ob Stefan eine schöne Schwarzwälder-Kirschtorte - mit viel Kirschlikör … eh … Kirschwasser - hinbekommen hat. Allerdings wartet vorher noch eine wundervolle Strecke mit ganz vielen Kurven. Zum Schluss wird sie auch noch recht schmal. Zwischendurch passiert man noch den Ort Unter-Ostern. Und hier wird - zumindest im Frühling - der Name zum Programm. Überall blühen Osterglocken um die Wette und eine Rabatte in Harzform gibt es auch - einfach wunderschön!
Fazit
Der Odenwald bietet gleich südlich vom Rhein-Main-Gebiet gelegen erstklassige Tourenmöglichkeiten. Im idyllisch gelegenen Odenwald verstecken sich obendrein viele Sehenswürdigkeiten. Da wäre zunächst das hübsche Michelstadt mit seinem bunten Fachwerkensemble. Auch Amorbach lohnt eine Pause. Hinzu kommen Städte wie Eberbach oder Hirschhorn mit einer anfahrbaren Burg hoch über dem Neckar. In Wald-Michelbach könnte man zu - dem das Stöwer-Museum besuchen.
Anreise und beste Reisezeit:
So lang ist diese Motorradtour: ca. Der Ausgangspunkt dieser Tour lässt sich gut erreichen. Am Westrand des Odenwaldes führt die A5 Frankfurt - Basel (Ausfahrt Heppenheim nutzen) entlang. Im Norden findet sich die A3 Frankfurt - Würzburg. Über die Abfahrt Hanau und die B45 kommt man flott ins Zielgebiet. Im Osten führt zudem die A81 nah am Zielgebiet entlang und im Süden kommt die A6 hinzu.
Sofern der Winter keine extravaganten Kapriolen liefert, kann man zwischen März und Oktober im schönen Odenwald hervorragend Motorrad fahren. Es ist gut zu wissen, wo sich die bedeutenden kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten befinden.
Der Odenwald mit seinen weiten Ausläufern wird immer mehr eine beliebte Motorrad Region.
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