Der Oder-Havel-Radweg verbindet auf über 60 Kilometern die Oder mit der Havel. Dabei durchquert der Radweg eine wunderschöne wasser- und waldreiche Landschaft.
Streckenverlauf und Etappen
Üblicherweise ist der Ort Liebenwalde der Ausgangspunkt des Oder-Havel-Radweges. Für eine einfachere Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln beginnt diese Radtour am Bahnhof Sachsenhausen in Oranienburg. Vom Bahnhof rechts auf die Straße Zum Bahnhof abbiegen und am Kreisverkehr die dritte Ausfahrt nehmen. Der Straße für etwa zwei Kilometer folgen und dann rechts schwenken auf die Malzer Chaussee. An der Kreuzung zur Grabowseestraße rechts einbiegen und über die Brücke radeln. Rechter Hand befindet sich die Heilstätte Grabowsee. Ein Stück hinter dem See führt links ein asphaltierter Fahrradweg hinein. Diesem folgt man vorbei an Bernöwe bis zur Berliner Chaussee. Hier nach links wenden über den Oder-Havel-Kanal. Weiter geradeaus und am Finowkanal führt der Radweg nach rechts.
Ab hier kann man immer der Beschilderung des Oder-Havel-Radweges folgen (blaues Boot auf weißem Grund). Zwischen Finow- und Oder-Havel-Kanal geht es zunächst bis nach Zerpenschleuse. Hier ist eine Pause im Kaffeehaus empfehlenswert. Hinter Zerpenschleuse überquert man wieder den Oder-Havel-Kanal und radelt danach gleich links. Hier kreuzen sich Finow- und Oder-Havel-Kanal. Weiter geht es am Finowkanal entlang. Am Restaurant Schleusengraf an der Schleuse Grafenbrück verläuft der Radweg nach rechts und vorbei an der A 11 bis nach Finowfurt. Man erreicht Finowfurt und überquert hier erneut den Finowkanal. Dahinter biegt man sofort rechts ab. Es geht hier direkt am Kanal entlang. Der Weg wird auch als Treidelweg bezeichnet. Das ist zurückzuführen auf die Tradition des Treidelns. Früher wurden die Kähne mittels Muskel- oder Pferdekraft am Finowkanal entlang »getreidelt«.
Man radelt hier wunderbar am Wasser entlang. Hinter der Teufelsbrücke in Finowfurt macht der Radweg einen kleinen Knick, erst rechts, dann wieder links abbiegen. Immer weiter geradeaus. Kurz vor Eberswalde befindet sich die alte Papierfabrik, die bis heute von der Industriegeschichte der Stadt zeugt. Hinter dem schönen Biergarten Schleusenkrug im Familiengarten Eberswalde wechselt man auf die andere Uferseite. Es geht hier weiter entlang des Kanals. An der Britzer Straße erneut auf die andere Uferseite wechseln. Einmal quer durch Eberswalde und immer weiter der Beschilderung folgen. Hinter der Schleuse Ragöse geht es auf einem gut ausgebauten Radweg durch den Wald. Man gelangt nach Niederfinow und zum berühmten Schiffshebewerk. Hier lohnt es sich, eine Pause zu machen und für schwindelfreie Radler sei auch ein Besuch des Hebewerkes empfohlen. Die Tour führt vor dem Hebewerk rechts in die Straße Lieper Schleuse. An der gleichnamigen Schleuse wechselt man erneut auf die andere Uferseite. Man folgt dem Weg immer geradeaus bis nach Bralitz. Ab hier verlässt man den offiziellen Radweg in Richtung Bad Freienwalde. Die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist von dort besser. Alle diejenigen, die übernachten wollen, können hier weiter dem Oder-Havel-Radweg folgen. Sonst geht es in Bralitz auf die Neue Friedhofstraße mitten durch den Wald. In Schiffsmühle überquert man die Alte Oder.
Von Hohensaaten an der Oder geht es zunächst auf einer Straße mit sehr schlechtem Asphalt entlang der Havel-Oder-Wasserstraße nach Oderberg. In Oderberg folgt ein kurzes Stück Bundesstraße B158, was bei viel Verkehr sicherlich weniger schön ist. Glücklicherweise schwenkt die Strecke recht bald nach rechts in die Straße nach Bralitz ein. Es geht weiter Richtung Nordwesten durch den Oderbruch, teilweise auf breiten Deichwegen, bis in die Nähe von Liepe. Die Strecker verläuft ab hier auf der Südseite des Oder-Havel-Kanals. Unangenehm wird es an der Schleuse vom Finowkanal, wo man überraschend auf eine uralte schmale und steile kleine Fußgängerbrücke mit Treppen stößt. Für Fahrräder sind hier Führungsschienen auf die Treppen montiert. Hat man die Brücke geschafft, erreicht man nach kurzer Fahrt das berühmte Schiffshebewerk in Niederfinow. Auf dem Radweg neben und später auf der L29 geht es weiter Richtung Ortschaft Niederfinow. In Eberswalde lohnt sich ein Besuch im Zoologischen Garten. Von Eberswalde geht es weiter entlang der Uferpromenade am Finowkanal nach Osten. (Achtung: Nach kurzer Zeit auf gutem Belag tauchten plötzlich auf einem Bereich von ca. 300 m recht hohe Querrisse im Asphalt auf!). Der Weg wechselt zwischendurch von Asphaltradweg zu Waldweg oder befestigtem Sand/Kies-Weg. Man durchquert eher unbemerkt Finow und gelangt nach Finowfurt. In Finowfurt geht es gerade durch die Stadt und auf der Biesenthaler Straße weiter Richtung Südosten. Kurz nach dem Ort trifft man links auf einen wegweiser zum "Luftfahrtmuseum Finowfurt". Wer mag, kann hier auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz mehr als 25 Originalflugzeuge, Triebwerke, Kraftfahrzeuge u.v.m. Nach dem Museum unterquert der Radweg die A11. Hier kreuzt der Berlin-Usedom-Radweg, auf dem anschließend weitergefahren wurde.
Der Oder-Havel-Radweg wurde von Hohensaaten bis etwas nach Niederfinow bei der A11 gefahren. Eigentlich verläuft ein großer Teil der Route weit abseits vom Oder-Havel-Kanal durch herrliche Natur am Finowkanal entlang dem Treidelweg.
Etappenübersicht
| Tag | Strecke |
|---|---|
| Tag 1 | ca. 29,5 km |
| Tag 2 | ca. 31,5 km |
Beschilderung und Wegebeschaffenheit
Die Beschilderung ist durchgängig (beinahe lückenlos) und eindeutig. Die Beschilderung wurde in den letzten Jahren noch weiter überarbeitet und verbessert. Es werden nun auch markante Kreuzungspunkte von Radwegen ausgewiesen und insgesamt die Dichte der Wegweiser erhöht. Der Radweg ist bis auf wenige Kilometer sehr gut ausgebaut. Viele Abschnitte verlaufen auf asphaltierten Wegen. Die Strecke ist sehr gut ausgebaut mit der Einschränkung, dass die Passage zwischen Niederfinow und Hohensaaten zwar sehr schön auf alten Deichen verläuft, aber dort auf weiten Strecken wegen stark verwitterten Asphalts ziemlich poltert, wenn man mit Gepäck unterwegs ist. Asphalt, Beton, tlw. Treidelweg am Finowkanal.
Sehenswürdigkeiten und Rastplätze
Entlang des Oder-Havel-Radweges gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Rastplätze, die zu einer Pause einladen. Hier sind einige Empfehlungen:
- Schiffshebewerk Niederfinow: Das Schiffshebewerk wurde 1934 eröffnet und ist damit das älteste, noch arbeitende Hebewerk Deutschlands. Dieser gigantische Schiffsaufzug ist 60 Meter hoch, 94 Meter lang, 27 Meter breit. Mit Fahrgastschiffen kann man sowohl eine Fahrt im Hebewerk mitmachen als auch als Besucher die Aussichtsplattform in luftiger Höhe ersteigen und von dort zusehen. Immerhin, bewegt werden über 4000 Tonnen! Wer Zeit hat, kann auch von Oderberg mit einem Schiff durch das Hebewerk fahren. Öffnungszeiten: März-Okt.
- Schleusengraf: Im ältesten Amtsgebäude Deutschlands kann man wunderbar eine Pause vom Radfahren einlegen. In dem schönen Biergarten werden leckere Speisen und Getränke serviert.
- Finowkanal: Der Finowkanal ist die älteste befahrbare, künstliche Wasserstraße in Deutschland. Er wurde bis 1620 erbaut und galt lange Zeit als wichtige Verkehrsverbindung in der Mark Brandenburg.
- Luftfahrtmuseum Finowfurt: Wer mag, kann hier auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz mehr als 25 Originalflugzeuge, Triebwerke, Kraftfahrzeuge u.v.m. besichtigen.
Rastplätze: viele Möglichkeiten an der Strecke. Zusätzliche Punkte siehe Track.
Verpflegung
Proviant ist ratsam. Entlang der Strecke gibt es einige Möglichkeiten zur Verpflegung, aber es ist immer gut, etwas Eigenes dabei zu haben.
Weitere Informationen
Es gibt eine Radwanderkarte von Bikeline zu den generell schönsten Radtouren in Brandenburg mit Infos zu allen Abschnitten inkl. Ebenso wurde die historische Wasserstraße (der Vorläufer vom Oder-Havel-Kanal) mit dem Langen Trödel und den alten Schleusen reaktiviert und wieder in Betrieb genommen. Es gibt eine derzeit vergriffene gute Übersichtskarte zum Wasser- und Radwege-Netz in der Region inkl.
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