Hydraulische Scheibenbremsen sind ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Fahrräder, insbesondere bei Mountainbikes, Rennrädern und E-Bikes. Sie bieten überragende Bremskraft und Zuverlässigkeit - vorausgesetzt, sie werden richtig gewartet. Hydraulische Scheibenbremsen überzeugen durch ihre Effizienz und Leistung.
Grundlagen der Fahrradbremsen
Generell gibt’s zwei gängige Arten von Bremsen an Fahrrädern: Felgenbremsen und Scheibenbremsen.
Felgenbremsen: Die Einfachen
Die Felgenbremse bremst mittels eines Bowdenzuges oben an der Felge. Hier sind zwei Bremsbacken links und rechts am Laufrad positioniert. Zieht man am Bremshebel, ziehen sich beide mittels eines Kabelzuges (Bowdenzug) zusammen und drücken ihre Beläge an die Felge - das Rad kommt zum Stehen. Aufgrund der einfachen Wartung sind sie ideal für City- und Klappräder.
Scheibenbremsen: Die Kräftigen
Mittlerweile Standard bei modernen Mountainbikes, Trekkingrädern, Rennrädern und Gravelbikes sind Scheibenbremsen. Die Scheibenbremse bremst über eine Scheibe mittig am Rad. Sie haben mehr Bremskraft, sind sicherer als Felgenbremsen und funktionieren auch bei Nässe zuverlässig.
Auch lösen Bremsbeläge die Bremsung aus. Sie drücken aber nicht auf das Laufrad selbst, sondern auf eine Scheibe in der Mitte des Rades. Weiterer Unterschied zur Scheibenbremse: Hier wird die Bremskraft nicht durch einen Kabelzug, sondern durch ein Hydrauliksystem mittels Bremsflüssigkeit und Kolben übertragen. Genau wie beim Auto.
Werkzeuge für die Bremsenwartung
Für die Wartung von Scheibenbremsen benötigst du folgendes Werkzeug:
- Satz Innensechskantschlüssel (Inbus)
- Torx Schlüssel (je nach Bremsentyp)
- Drehmomentschlüssel (empfehlenswert!)
- Schleifpapier ca. Korn 100 bis 150
- Bremsenreiniger Spray
- Zur Bremse passende Ersatzbeläge
Regelmäßige Reinigung der Scheibenbremsen
Wenn du lange Freude an deinem Fahrrad, Mountainbike oder E-Bike haben möchtest, solltest du es regelmäßig pflegen. Auch wenn du selten oder gar nicht bei schlechtem Wetter unterwegs warst. Das ist in der Regel schnell erledigt: Einsprühen mit Fahrradreiniger zum Anlösen der Verschmutzungen, einwirken lassen und anschließend abspülen mit klarem Wasser. Nach Regenfahrten sollte eine intensivere Behandlung mit Schwamm und Bürste selbstverständlich sein.
Im Zuge eines solchen Waschgangs kannst du die Scheibenbremsen im Prinzip ohne besondere Behandlung einbeziehen. Die Bauteile vertragen Wasser und Fahrradreiniger problemlos. Bei stärkerer Verschmutzung solltest du mit Bremsenreiniger (Spray) arbeiten, der speziell den typischen, aggressiven Bremsstaub lösen kann. Wir empfehlen, den Reiniger dosiert einzusetzen, oder ihn mit einem benetzten Tuch aufzutragen. Zum Beispiel zum Säubern der Scheiben. Das kann im Übrigen auch zur Bekämpfung von Quietschgeräuschen hilfreich sein.
Achtung!! Niemals Öl oder ölhaltige Substanzen auf die Beläge bringen!!
Bremsbeläge: Verschleiß prüfen und ggf. austauschen
Je nach Fahr-Intensität solltest du etwa alle zwei bis drei Wochen einen Blick auf die Beläge werfen. Nach Schlechtwetter-Einsätzen jedoch gezielt und öfter! Das kannst du bei relativ neuen Belägen mit Hilfe einer Taschenlampe von oben durch den Schlitz im Sattel erledigen.
Wenn die Beläge dünner werden, empfehlen wir, sie zur Sichtprüfung auszubauen. Dazu zunächst das Laufrad ausbauen. Als erstes sollten die Beläge in ihre maximale Ausgangsposition zurück gedrückt werden. Dazu mit einem flachen und stumpfen Hebel zwischen die Beläge fahren und diese mit sanfter Gewalt auseinander drücken. Es eignet sich zum Beispiel ein dünner Reifenheber (Ein scharfkantiger Schraubendreher kann die Beläge beschädigen!). Das Zurückdrücken der Kolben ist auch nötig, damit bei Bedarf neue Beläge im Sattel genügend Platz finden.
Zur Entnahme musst du noch den Sicherungsbolzen oben auf dem Sattel entfernen (i. d. R. Innensechskant-Schraube). Der Bolzen ist mit einem kleinen Sprengring gegen selbstständiges Lösen gesichert, der sich mit Hilfe einer Spitzzange oder von Hand abziehen lässt.
Erst nachdem neue Bremsbeläge nach folgendem Prozedere eingebremst wurden, können sie ihre volle Bremsleistung entfalten: Das Fahrrad etwa 20 bis 30 Mal hintereinander auf rund 30 km/h beschleunigen und anschließend kraftvoll bis zum Stillstand abbremsen.
Scheibenbremsen: Geräusche ermitteln und beseitigen
Nichts ist schlimmer, als eine quietschende Scheibenbremse. In einzelnen Fällen kann dieses Bremsgeräusch unerträgliche Lautstärken erreichen. Aber auch weniger laute Geräusche wie kratzen, schleifen oder rubbeln können nerven. Umso mehr, wenn der Krach mit einer verringerten Bremsleistung einher geht. Grund genug, die Probleme aufzuspüren und zu beseitigen.
Warum quietschen Bremsen?
Nachdem wir die Grundfunktion verstanden haben, fällt es leicht, Gründe fürs nervige Quietschen zu identifizieren:
- Schmutz auf der Bremsscheibe oder den Bremsbelägen
- Nässe
- Bei Felgenbremse: Die Bremsbeläge sind falsch montiert und stehen in einem falschen Winkel zur Felge. Die richtige Position für die Bremsbacken ist mittig über der Bremsfläche der Felge.
- Bei Scheibenbremse: Nicht alle Schrauben sind ausreichend festgezogen
Quietschen bei Nässe
Leider ist es ein recht häufiges Phänomen, dass Scheibenbremsen während einer Regenfahrt plötzlich zu quietschen anfangen. Die Geräusche verschwinden, sobald alles wieder trocken ist. Warum das passiert, ist nicht wirklich zu klären. Aber unserer Erfahrung nach kannst du kaum etwas dagegen tun. Manchmal verschwindet das „Nassquietschen“ auch auf längeren Abfahrten wieder, wenn die Bremsscheiben heiß werden.
Welche Beläge sind montiert?
Es gibt hauptsächlich zwei verschiedene Arten von Material, das für Bremsbeläge zum Einsatz kommt:
- Organische Beläge aus verpressten Fasern organischer Stoffe.
- Beläge aus Sintermetall, also verschiedenen Metallgranulaten.
Unser Tipp: Wer sich häufig über Bremsgeräusche ärgert, sollte unbedingt organische Beläge verwenden. Diese verschleißen zwar etwas schneller als Sinterbeläge, neigen aber weniger zu Geräuschentwicklungen. Außerdem lassen sich Bremsen mit organischen Belägen besser dosieren.
Sind die Beläge verschlissen?
Auch abgefahrene Beläge können Geräusche verursachen. Dabei handelt es sich meist um ein metallisches Schleifen, verursacht durch die Spreizklammer zwischen den Belägen, die bei zunehmend dünner Bremsfläche an der Scheibe kratzt. Oder die Beläge sind bereits komplett abgenutzt, so dass das Trägermetall auf der Scheibe schleift. So oder so müssen derart abgenutzte Bremsbeläge unverzüglich ausgetauscht werden!
Ist die Oberfläche der Beläge verglast?
Besonders auf langen Abfahrten werden die Bremsen sehr heiß. Durch die hohen Temperaturen kann sich mit der Zeit eine harte, glänzende Schicht auf den Bremsbelägen bilden. Man spricht dann von verglasten Belägen. Das äußert sich mit nachlassender Bremswirkung und erhöhter Geräuschentwicklung. Bei rechtzeitiger Behandlung kannst du die Beläge retten und weiter verwenden. Dazu die Beläge ausbauen und so oft über einen ausgelegten Bogen Schleifpapier ziehen, bis die Bremsfläche wieder matt aussieht. Achte darauf, dass du den Belag nicht schräg anschleifst. Die Oberfläche muss parallel zur Trägerplatte stehen.
Alle Schraubverbindungen fest?
Eine Ursache für Geräusche ist, dass ein oder mehrere Teile in Schwingung geraten und hochfrequent vibrieren. Das kann ein Bauteil selbst sein oder eine (lose) Verbindung zwischen zwei Bauteilen. Im ersten Fall kann man nicht wirklich etwas tun. Du kannst jedoch prüfen, ob alle Schraubverbindungen an den Bauteilen der Bremsanlage fest geschlossen sind: Das sind zum einen die Befestigungsschrauben der Sättel an Rahmen und Federgabel. Zum anderen die Befestigungsschrauben der Bremsscheiben an den Naben. Bitte hier mit Gefühl vorgehen und einen Drehmomentschlüssel verwenden!
Sitzt der Bremssattel mittig über der Scheibe?
Die Bremsscheibe muss bei geöffneter Bremse mittig zwischen den Bremsbelägen rotieren, ohne diese zu berühren. Bei einer gut eingestellten Bremse ist der Spalt links und rechts minimal. Schleift die Bremse einseitig, kann dies Geräusche verursachen. Heute sitzen nahezu alle Laufräder mit Hilfe von Steckachsen in Rahmen und Gabel. Das heißt, die Position der Scheibe ist bei jeder Laufrad-Montage präzise definiert und somit identisch. In der Regel muss man also den Sattel nur einmal korrekt ausrichten.
Zwei Methoden führen zum Erfolg. Die einfachere geht so: Den Bremssattel an den beiden Inbusschrauben lockern, so dass er sich leicht von Hand seitlich bewegen lässt. Nun die Bremse am Hebel fest anziehen. Dadurch klammert sich der Sattel an die Scheibe und richtet sich automatisch aus. Nun bei weiterhin gezogener Bremse die beiden Schrauben wieder fest anziehen (Drehmomentschlüssel!). Nach Loslassen des Hebels sollte die Scheibe mittig zwischen den Belägen stehen und frei rotieren.
Sollte diese Methode nicht funktionieren, kannst du es händisch probieren: Den Bremssattel ebenfalls lösen, aber nur soweit, dass er sich mit etwas Kraftaufwand verschieben lässt. Damit verhinderst du zu große Bewegungen. Nun ist Augenmaß gefragt, denn man muss den Sattel in kleinsten Schritten verschieben. Dazu stets von oben durch den Schlitz die Position kontrollieren. Erst wenn sich die Scheibe frei dreht, kannst du den Sattel wieder richtig festschrauben.
Fahren alle Kolben gleichmäßig und leichtgängig aus?
Nach längerer Nutzung und vielen Schlechtwetterfahrten kann es sein, dass die Kolben verschmutzt sind und nicht mehr gleichmäßig ausfahren. Oder dass sich einer der Beläge nach dem Bremsvorgang nicht mehr von der Scheibe zurückzieht. Auch das kann dann Schleifgeräusche verursachen. In diesem Fall müssen die Kolben wieder gängig gemacht werden. Dazu das Rad ausbauen, die Beläge (und Kolben) zurück drücken und anschließend entnehmen (siehe Schritt eins: Beläge checken).
Als erstes den Innenbereich des Sattels und die Druckfläche der Kolben mit Bremsenreiniger säubern. Nun ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt, denn mit einem sachten Zug am Bremshebel müssen die Kolben ein kleines bisschen ausgefahren werden. Bitte hier extrem vorsichtig sein und die Kolben höchstens einen Millimeter weit ausfahren! Jetzt kannst du die Gleitflächen mit etwas Bremsenreiniger benetzen. Zur Schmierung kannst anschließend einen Tropfen Hydrauliköl mit einer Spritze aufbringen. Achtung! Es darf kein Öl auf die Bremsbeläge gelangen! Zum Zurückdrücken der Kolben die Beläge wieder einsetzen! Niemals auf die Kolben direkt drücken.
Laufräder ausbauen und Bremsscheiben prüfen
Um an der Bremsanlage arbeiten zu können, müssen natürlich die Laufräder vom Rad abmontiert werden. Vorher aber kannst Du noch prüfen, ob die Bremsscheiben gerade oder eventuell verzogen sind. Eine verzogene Scheibe erkennst Du daran, dass sie bei Rotation im Bremssattel seitlich “taumelt“. Ein leichter Verzug ist zu verschmerzen und kann mit einem Richtwerkzeug begradigt werden. Dieser Verzug kann im Fahrbetrieb teils auffallen - Du spürst während des Bremsens ein leichtes, frequentes Pulsieren. Wenn Dich das nicht sonderlich stört, kann die Scheibe ruhig so weitergefahren werden.
Ist die Scheibe stark verzogen, so dass der Bremssattel nicht mehr schleiffrei einstellbar ist, kann es sein, dass sie nicht mehr zu begradigen ist und ausgetauscht werden muss. Nun wird noch die Reibfläche der Scheiben geprüft. Diese unterliegt natürlich, genau wie die Beläge, einem gewissen Verschleiß, auch wenn dieser aufgrund der Härte des Stahls deutlich langsamer fortschreitet als bei den Bremsbelägen.
Nimmst Du Dir die Scheibe vor, kannst Du mit dem Fingernagel am Übergang zwischen Reibfläche und Trägerarmen oft eine „Stufe“ spüren. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Reibfläche bereits dünner geworden ist. Mit dem Messschieber kannst Du die genaue Dicke messen. Ist sie nahe der Verschleißgrenze oder gar darunter, muss sie getauscht werden. Diese Verschleißgrenze ist auf der Scheibe aufgedruckt.
Wenn die Scheibe rot- bis bläuliche Verfärbungen aufweist, ist dies ein Indiz dafür, dass sie mindestens einmal auf einer Abfahrt sehr heiß geworden ist. Das darf aber durchaus sein und ist kein Grund zum Austausch - es sei denn, die Scheibe sieht komplett „verglüht“ aus.
Schau Dir auch die Reibfläche genauer an: Siehst Du dort eingebrannte Fragmente der Beläge, hat sich Material dieser gelöst und mit der Scheibe unter Hitzeeinwirkung „verbunden“. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge an ihre Belastungsgrenze gekommen sind. Falls Du organische Beläge nutzt, wäre der Umstieg auf Sintermetall-Beläge ratsam, da diese mehr Hitze vertragen.
Um nichts auszulassen, empfiehlt es sich, noch die Verschraubung der Scheiben an den Naben zu prüfen, idealerweise mit dem Drehmomentschlüssel. Die Drehmomentwerte sind jeweils auf der Scheibe bzw. auf dem Center Lock-Verschlussring aufgedruckt. Findest Du keine Angabe auf der 6-Loch-Scheibe, sind 6-7Nm ein guter Anhaltspunkt. Bei Center Lock ist ein Wert von 40Nm vorgesehen. Sind die Bremsscheiben verölt oder stark verdreckt, müssen sie gereinigt werden. Hierzu nimmst Du einen herkömmlichen Bremsenreiniger , der auf einen Öl- und fettfreien Lappen gesprüht wird. Damit werden beide Seiten der Bremsfläche gründlich abgewischt. Anschließend empfehlen wir, noch einmal mit einem in Wasser getränkten Lappen nachzuwischen, denn Bremsenreiniger hinterlässt Rückstände auf der Scheibe, die den Reibwert verringern und somit temporär die Bremsleistung verschlechtern.
Das Problem: Öl auf der Scheibenbremse
Gerade, wenn es schnell gehen muss, passieren oft die dümmsten Fehler. Noch kurz vor der Tour etwas Öl auf die Kette und los. Doch ehe man sich versieht, geht der gut gemeinte Sprühstoß nicht auf den Antriebsstrang, sondern nebelt die komplette Bremsscheibe auf der gegenüberliegenden Seite ein. Wer den Fauxpas frühzeitig bemerkt, kann noch das Schlimmste verhindern und die Scheibe sorgfältig mit Isopropyl-Alkohol reinigen, bevor der Ölschmodder die Bremsbeläge durchtränkt. Auch mit fettigen Fingern auf die Bremsscheibe zu fassen, erzielt den gleichen unerwünschten Effekt.
Kommen die Beläge erst mal mit Öl oder Fett in Kontakt und saugen sich voll, geht die Bremswirkung gegen Null. Gerade, wenn es drauf ankommt, kann der erste Moment ohne Bremse extrem kritisch werden.Sind die Beläge erst mal richtig verunreinigt, ist ein Austausch der Bremsbeläge und die Reinigung der Bremsscheibe unumgänglich.
TIPP: Um die Gefahr von verölten Belägen oder Bremsscheiben zu minimieren, empfiehlt Florian ein Kettenöl aus der Dosierflasche. „Bei einem Spray gehen schnell 75 Prozent daneben. Wer dennoch ein Spray verwenden will, sollte nur auf die Kette unterhalb der Kettenstreben in Fahrtrichtung sprühen", rät Florian.
Was hilft wirklich bei verölten Bremsbelägen?
Einige vermeintliche Lösungen und ihre Effektivität:
- Heiss Bremsen: Keine Verbesserung der Bremsleistung. Fazit: lebensgefährlich.
- Abschleifen: Minimale Verbesserung der Bremsleistung.
- Ausbrennen: Unbefriedigende Verzögerung, ähnlich wie zuvor. Erkenntnis meines Experiments: verölte Belägen auf jeden Fall auswechseln!
Fazit: Sind eure Bremsbelege verölt, verliert ihr Bremskraft. Ein Austausch der Belege ist unumgänglich.
Hydraulische Bremsen entlüften
Das Entlüften der Bremsen ist wichtig, um Luftblasen im System zu entfernen, die die Bremsleistung beeinträchtigen.
Hierfür ist ein Entlüftungskit erforderlich (Hersteller-spezifisch, z. B. Shimano).
Fahrrad vorbereiten: Stellen Sie das Rad auf einen Montageständer.
Wartung hydraulischer Bremszylinder (Beispiel Magura HS11)
Hier ein Beispiel einer typischen Magura-Hebels aus der HS11-Serie. Trotz neuer Beläge war die Bremswirkung zu gering.
- Vor Beginn der Arbeiten drehen Sie zunächst die Nachstellschraube für den Belagverschleiß ganz zurück.
- Bereiten Sie die Füllspritze vor, indem Sie den mitgelieferten Schlauch und den Adapter mit der Tülle verbinden.
- Nach Zurückschieben der Schutztülle am rechten Bremszylinder (am Hebel erkennbar) wird die Füllschraube sichtbar.
- Mit einem passenden Schlüssel (hier Torx T25) die Schraube vorsichtig lösen und dann komplett herausdrehen.
- Schraube abnehmen, reinigen und am besten auf einem sauberen Tuch ablegen. Nun die Füllspritze mit dem Hydrauliköl ...
- ... aufziehen und den Adapter in das Gewinde der Füllschraube eindrehen. Ein O-Ring sorgt für einen gasdichten Abschluss.
Bremsgriff am Fahrrad vorbereiten
- Lösen Sie die Befestigung des Bremsgriffs am Lenker (hier mit Torx T25). Dann den Griff mit der Hebelseite nach oben ...
- ... drehen, damit später die Entlüftungsöffnung nach oben zeigt. Bei einigen Griffen liegt diese Öffnung seitlich - dann die ...
- ... Lage des Griffs entsprechend ausrichten. Blenden am Bremsgriff entfernen, damit die Entlüftungsschraube zugänglich wird.
- Die Lage der Öffnung an der höchsten Stelle sichert eine blasenfreie Befüllung des Systems. Alternativ Griff demontieren - ...
- ... siehe Kasten rechts. Verschluss-Stopfen oder -schraube demontieren.
- Leere Spritze mit dem Stempel über das Entlüftungsloch hinaus aufziehen und in das Entlüftungsloch stecken.
Hydrauliköl einfüllen
- Je nach Aufbau des Griffs die Befestigungsschraube am Bremsschlauch etwa 1 1/2 Umdrehungen lösen - bei Systemen mit ...
- ... seitlicher Entlüftungsöffnung ist dies nicht nötig. Nun das Öl blasenfrei in die Bremsleitung hineindrücken. Der Stempel der Spritze sollte bei der Befülllung nach oben zeigen.
- Betätigen Sie während des Füllvorgangs mehrfach den Bremshebel, bis das Öl ohne begleitende Luftbläschen austritt.
- Befestigungsschraube wieder schließen - soweit diese geöffnet werden musste.
- Fülladapter abschrauben - das Öl steht nun bis zur Einfüllöffnung. Die Verschluss- Schraube eindrehen und mäßig anziehen.
- Die mit dem Altöl gefüllte Spritze abnehmen, dabei das kleine Loch mit dem Finger verschließen, damit kein Öl austritt.
- Stempel bis über die Bohrung vorschieben - damit wird ein weiteres Austreten von Öl verhindert. Altes Öl sammeln und entsorgen.
- Bremsgriff von eventuell ausgelaufenem Öl befreien und Verschluss wieder montieren. Blenden wieder einklipsen oder ...
- ... aufschieben und den Bremsgriff wieder in der richtigen Lage befestigen.
Das richtige Öl für die hydraulische Bremse am Fahrrad
Damit das Hydrauliköl ungehindert durch das Leitungssystem geleitet werden kann, muss in der am Griff befestigten Spritze die entweichende Luft entweichen können. Dazu ziehen Sie den Kolben möglichst weit auf und bohren - soweit nicht schon vorhanden - ein kleines Loch etwas oberhalb der maximalen Skalenangabe in den Zylinder. Wird der Kolben später bei gefüllter Spritze vor das Loch geschoben, wird ein unkontrolliertes Entweichen der Flüssigkeit sicher verhindert. Kunststoff-Spritzenfür die Applikation des Öls und passende Anschluss-Stücke , damit das Öl blasenfrei in das System eingefüllt werden kann.
Benutzen Sie keine Bremsflüssigkeit! Das Hydrauliköl in Fahrradbremsen muss übrigens nicht regelmäßig gewechselt werden, da es sehr alterungsbeständig ist. Bei Undichtigkeit oder nachlassender Bremswirkung ist ein Wechsel oder eine Ergänzung der Flüssigkeit jedoch nötig.
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