Die italienische Marke Olympia feierte kürzlich ihr 130-jähriges Bestehen. Interessant ist, dass die Italiener nach der Gründung im Jahr 1893 nicht nur Fahrräder, sondern auch Motorräder herstellten. Somit wurde Olympia der Weg zum E-Mountainbike gewissermaßen in die Wiege gelegt.Trotz der langen Historie kann das E-Enduro Hammer getrost als Exot bezeichnet werden. Bikes von Olympia begegnen einem per se nicht gerade täglich auf dem Trail. Obendrein ist auch der E-Antrieb, der im schicken Carbon-Chassis des Hammer steckt, eine echte Besonderheit. Der Edge-Motor von Oli stammt ebenfalls aus Italien und ist uns bisher noch nie im EMTB-Testlabor untergekommen. Grund genug für unsere Leser, die Italo-Kombi aus Hammer und Edge in unseren “Most wanted”-Test zu voten.Unter dem Motto “Readers Most wanted - die beliebtesten E-MTBs des Jahres” haben wir acht außergewöhnliche E-Mountainbikes zwischen 2999 und 10999 Euro getestet. Und ja, richtig gezählt: Ein Kandidat fehlte beim Foto-Shooting am Gardasee.Ihr habt gewählt, welche Bikes wir testen sollen: Readers most wanted - die beliebtestem E-MTBs des Jahres! Unter diesem Motto haben wir aus den Vorschlägen unserer Leser die spannendsten E-Mountainbikes herausgesucht. Exotische Spezialisten, absolute Kassenschlager oder günstiges Discounter-Bike? Alle mussten sich dem objektiven EMTB Test in Labor und Praxis stellen. Eure Lieblinge von Alutech, Bulls, Cube, Haibike, Husqvarna, Olympia, Rockrider und Scott.Das Olympia Hammer ist mit 170 Millimetern Federweg und 900er-Akku eine ausdauerndes Enduro für lange Trail-Ausfahrten im schweren Gelände.
Die Fakten zum Olympia Hammer CC04
- Motor: Oli Edge, 90 Nm max. Drehmoment
- Akku: 900 Wh (entnehmbar)
- Rahmenmaterial: Carbon
- Federweg: 170 mm
- Laufradgröße: 29 / 27,5 Zoll
- Rahmengrößen: S/M, M/L, L/XL
- Preis: 6999 Euro
- Gewicht: 25,3 kg (Testbike in Größe L/XL, EMTB-Messung)
- Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg (Herstellerangabe)
Der E-Bike-Antrieb
Der italienische Oli Edge ist mit 90 Newtonmetern nominell ein echtes Kraftpaket. Sein Gewicht liegt mit 3,2 Kilo aber auch deutlich über der Konkurrenz von Bosch, Shimano, Brose und Yamaha. Die Batterie mit satten 900 Wh (4,8 kg) ist mit Schloss gesichert und lässt sich bequem nach vorne aus dem Unterrohr klappen.Auf unseren ersten Testfahrten mit dem Oli Edge waren wir vom etwas trägen Ansprechverhalten des Motors wenig angetan. Die Power war zwar spübar, doch in technischen Anstiegen selten auf den Punkt abrufbar. Erst, als wir die ausführlichen und etwas versteckten Optionen zur Feineinstellung genutzt haben, konnten wir dem Oli Edge ein direkteres Ansprechverhalten entlocken. Wirklich wohl fühlt sich der Antrieb aber auch dann eher bei sehr hohen Trittfrequenzen. Das ist ungewöhnlich für einen Antrieb mit so viel Drehmoment. Mit der extrem gelungenen Abstimmung eines Bosch Performance CX kann der Italiener aber nicht ganz mithalten. Außerdem reduzierte der Antrieb bei harter Dauerbelastung nach einer Hitzewarnung zeitweise seine Leistung - früher und deutlicher als wir das von der Konkurrenz à la Bosch, Brose und Shimano kennen.Tief im Menü kann man den Oli Edge in umfangreichen Parametern einstellen. Hier zum Beispiel der Over-Run, zu deutsch Nachlauf. Auf Stufe 3 schiebt der Oli so kräftig nach, auch wenn die Kurbeln sich schon nicht mehr dreht. Ein spannendes Feature für anspruchsvolle Uphills, das wir schon von Boschs E-MTB Modus kennen.Die Geometrie Olympia Enduro E-Bikes
Länge läuft: Ein erwachsener Reach und ein flacher Lenkwinkel ergeben einen sehr langen Radstand, der für massig Laufruhe spricht. Ebenso modern sind der steile Sitzwinkel und die gemäßigte Hinterbaulänge. Wir bekamen ein Testbike in L/XL, das ist die größte von drei Größen. Im Vergleich zum Durchschnitt anderer Marken entspricht das tatsächlich einer Zwischengröße aus L und XL.EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L/XL)
- Sitzrohrlänge: 445 mm
- Radstand: 1295 mm
- Reach: 488 mm
- Stack: 653 mm
- Lenkwinkel: 63,5 Grad
- Sitzwinkel: 77 Grad
- Kettenstrebenlänge: 446 mm
Die Ausstattung des Olympia Hammer CC04
Olympia investiert beim Hammer CC04 voll in ein gutes Fahrwerk. Rockshox Ultimate-Komponenten mit ZEB-Gabel machen sich auf ruppigen Abfahrten bezahlt, somit ist das ein sinnvoller Invest. Auch die Formula-Bremsen funktionieren im Gelände sehr gut, die 2-Millimeter-Scheiben sorgen für Standfestigkeit. Ebenfalls aus Italien stammen die Vittoria-Reifen. Der Grip der Pneus ist gut, doch für die Fahrstärke des Bikes wäre mehr Pannenschutz wünschenswert. Wenig wertig sind die günstigen SX/NX-Schaltkomponenten von Sram und die schweren Mavic-Laufräder.- Gabel / Dämpfer: Rockshox ZEB Ultimate / Super Deluxe Ultimate
- Schaltung: Sram SX/GX, 12fach, 11-50 Zähne
- Bremsen: Formula Cura 4, 200/180 mm (Serienbike soll 220/200er-Scheiben haben)
- Laufräder: Mavic E-Deemax
- Reifen: Vittoria Mazza Trail 29 x 2,6'' / Martello Trail 27,5 x 2,8''
- Besonderheiten: Verschiedene Motor-Presets direkt am Display wählbar
Praxistest: So fährt sich das Olympia Hammer CC04
Starten wir mit den Kernkompetenzen des Hammer: anspruchsvolle Abfahrtstrails. Das Bike liegt richtig satt, der Hinterbau folgt großen und kleinen Unebenheiten sehr souverän. Das beschert dem Heck viel Traktion, trotzdem fehlt es kaum an Rückmeldung. So wünschen wir uns das! Gepaart mit der langen Geometrie gibt das dem Bike enorm viel Sicherheit, auch in schwerem Gelände. Starke Gabel, starke Bremsen, griffige Reifen, da kann man garstige Enduro-Trails so richtig runterbrennen. Zumindest solange, bis der zu schmächtigen Reifenkarkasse die Luft ausgeht. Wer das Bike artgerecht nutzt, sollte ein Reifen-Update wenigstens am Heck fest einplanen. Die Traktion der Mazza-Martello-Kombi von Vittoria konnte uns im Test zwar überzeugen, doch der Pannenschutz ist für ein dermaßen abfahrtsstarkes E-Enduro mit über 25 Kilo zu schwach.Draufhalten und Abziehen? Das Olympia Hammer ist für wilde Enduro-Einsätze gewappnet. Überraschend: Das Hammer bewahrt, bei all seinen Nehmerqualitäten, ein angenehm lebendiges Handling. Präzise lässt es sich um Kurven zirkeln und fluffig in die Luft ziehen, das macht richtig Laune. Nur bei zu flachen Trails fehlt es dem schweren Bike und den etwas übergewichtigen Laufrädern manchmal an Schwung. In der Ebene fällt die moderne Sitzposition auf, der Fahrer sitzt zentral über dem Tretlager. Bergauf behält man so gut die Kontrolle, der Hinterbau generiert auch hier massig Traktion. An steilen Stichen muss man wegen des kurzen Hecks aber aktiv werden, um das Vorderrad am Boden zu halten.In schwierigen Anstiegen will das Olympia Hammer aktiv dirigiert werden, doch grundsätzlich schlägt sich das traktionsstarke Bike auch im Anstieg sehr solide. Um dem Motor ein harmonisches Fahrgefühl zu entlocken, braucht es etwas Erfahrung bei den Feineinstellungen. Dann kann er mit guter Kraft und starkem Ansprechverhalten punkten. Wirklich spritzig wirkt er aber erst bei sehr hohen Trittfrequenzen. Im Standard-Setup hatten wir in technischen Anstiegen Probleme, da der Antrieb seine Kraft nicht auf den Punkt anliefern konnte. Dass man selbst grundlegende Parameter wie den Motor-Nachlauf einstellen kann, verdient aber ein dickes Lob und könnte mancher fiesen Stufe bergauf etwas den Schrecken nehmen.EMTB-Bewertung des Olympia Hammer CC04
Stärken
- Starke Abfahrtseigenschaften, ausgewogenes Handling
- Traktionsstarke Heckfederung
- Gute Reichweite
- Leise in der Abfahrt
Schwächen
- Motor braucht Erfahrung und Geduld für die Feineinstellung
- Kein Leichtgewicht
- Reifen für Einsatzzweck zu pannenanfällig
Das EMTB-Fazit zum Olympia Hammer CC04
Der Underdog aus Italien konnte uns mit starken Abfahrtseigenschaften und traktionsstarkem Fahrwerk überzeugen. Ein gelungenes E-Enduro, trotz schwerem Riesen-Akku! Der Oli-Motor ist kräftig und bietet viele Einstelloptionen.Mathieu van der Poel testet Olympia Mountainbike für Olympia 2024
Während in seiner niederländischen Heimat am Sonntag das Straßenrennen bei den Europameisterschaften ausgetragen wird, weilt Weltmeister Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) in Frankreich, vor den Toren von Paris. Dort nämlich bestreitet er am Sonntag das Testevent für das Olympische Mountainbikerennen, das in Elancourt am 29. Juli 2024 stattfinden wird. Dieses Testevent wird für van der Poel auch für die gesamte Saisonplanung im nächsten Jahr sehr wichtig."Erst nach diesem Wochenende werden wir wissen, wie dieser Kurs aussieht und welche Pläne wir machen können", erklärte der niederländische MTB-Nationaltrainer Gerben De Knegt im Gespräch mit wielerflits.nl. "Es gibt in Elancourt einen 250 Meter hohen Hügel, der ihnen viele Möglichkeiten bietet. Es kann sich um einen Kletterkurs mit zwei langen Anstiegen oder auch einen Intervallkurs mit mehreren kurzen Anstiegen handeln", so De Knegt."Möglicherweise denkt Mathieu nach Sonntag ganz anders über seine Mountainbike-Ambitionen in Paris. Eigentlich will van der Poel bei den Olympischen Spielen im kommenden Sommer sowohl auf dem Mountainbike als auch im Straßenrennen um Gold fahren - und der Straßenkurs dürfte dem Weltmeister in jedem Fall liegen. "Eine ideale Vorbereitung wäre für mich ohne die Tour de France, oder wenn er sie nur bis zum ersten Ruhetag fährt", so der Coach."Denn Moutainbiken erfordert eine spezifische Vorbereitung. Tom Pidcock wird sich ganz auf das Mountainbiken konzentrieren und das ist ein harter Gegner für ihn. Die Tour de France endet im kommenden Jahr nur acht Tage vor dem MTB-Olympiarennen. Die Umstellungszeit wäre, wenn van der Poel die Frankreich-Rundfahrt komplett fährt, sehr knapp. "Es steht und fällt mit dem, was Mathieu selbst will. Das Olympische Straßenrennen ist für den 3. August geplant und der Parcours dort kommt van der Poel mit einer harten Runde über den Montmartre sehr entgegen.Der niederländische Straßen-Nationaltrainer Kos Moerenhout gab gegenüber wielerflits.nl aber zu bedenken: "Mir wurde von Experten gesagt, dass die Kombination aus Mountainbike und Straße schwieriger sei, als umgekehrt. Eine Rolle könnte bei der Entscheidung auch spielen, wie unberechenbar das Olympische Straßenrennen 2024 werden wird. Erstmals stehen dort nämlich nur 90 Athleten am Start und die Teams bestehen aus maximal vier Fahrern - für die besten Teams der Welt.Olympische Spiele 2024: Radsportdisziplinen
Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris werden sich die besten Radfahrer*innen der Welt in verschiedenen Disziplinen messen. Vom Rennradfahren über Mountainbike bis zu BMX bietet dieses Event einen spannenden Überblick über die Radsportwelt.Bei den Olympischen Spielen gehen die Athletinnen und Athleten in den Kategorien Rennrad, Mountainbike, BMX und Bahn auf Medaillenjagd.Rennrad
- Einzelzeitfahren Damen: Grace Brown (AUS)
- Einzelzeitfahren Herren: Remco Evenpoel (BEL)
- Straßenrennen Herren: Remco Evenepoel (BEL)
- Straßenrennen Damen: Kristen Faulkner (USA)
Mountainbike
- Damen Cross-Country: Pauline Ferrand Prevot (FRA)
- Herren Cross-Country: Thomas Pidcock (GBR)
BMX
- BMX-Freestyle Damen: Yawen Deng (CHN)
- BMX-Freestyle Herren: Torres Gil (ARG)
- BMX-Race Herren: Joris Daudet (FRA)
- BMX-Race Damen: Saya Sakakibara (AUS)
Bahn
- Team-Sprint Damen: Großbritannien (GB)
- Team-Sprint Herren: Niederlande
- Team-Verfolgung Herren: Australien
- Team-Verfolgung Damen: Vereinigte Staaten von Amerika
- Keirin Damen: Neuseeland (Ellesse Andrews)
- Omnium Herren: Frankreich (Benjamin Thomas)
- Sprint Herren: Niederlande (Harrie Lavreysen)
- Madison Damen: Italien
- Madison Herren: Portugal
- Sprint Damen: Neuseeland (Ellesse Andrews)
- Keirin Herren: Niederlande (Harrie Lavreysen)
- Omnium Damen: Ein Mehrkampf-Wettbewerb, der verschiedene Rennformate wie Zeitfahren, Scratch-Rennen und Ausscheidungsrennen umfasst.
Favoriten für das Olympische Straßenrennen 2024
Top-Favoriten
- Mathieu van der Poel (Niederlande): Amtierender Straßen-Weltmeister
Weitere Anwärter
- Tom Pidcock (Großbritannien): Plant Doppelstart auf Mountainbike und Straße
- Remco Evenepoel (Belgien): Zeitfahr-Olympiasieger
- Wout van Aert (Belgien): Vielseitiger Fahrer mit starkem Sprint
Außenseiter
- Julian Alaphilippe (Frankreich): Ehemaliger Straßen-Weltmeister
- Jhonatan Narvaez (Ecuador): Explosiver und kletterstarker Fahrer
- Mads Pedersen (Dänemark): Weltmeister von 2019, schnell im Sprint
Deutsche Teilnehmer
- Nils Politt: Spezialist für flachere Eintagesklassiker
- Maximilian Schachmann: Vielseitiger Fahrer, zuletzt in guter Form
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