Nichts bleibt, wie es ist: Das neue Orbea Orca 2024 macht so ziemlich alles anders! Der baskische Hersteller wählt den Weg von Allround-Aero-Bikes zurück zu einer klassischen Rollenverteilung.
Lob dem Leichtbau
Es ist noch nicht lange her, da wurden die klassischen Climbing-Bikes, wie das neue Orbea Orca 2024, totgesagt, vorbei war die Zeit von flinken und leichten Bikes. Die neue, vereinende Gattung der Allround-Race-Bikes sollte es richten. Maximale Aerodynamik bei minimalem Gewicht, so klingt die Devise. Doch gerade hier liegt die Krux begraben. Das hat sich auch Orbea gedacht und das neue Orca 2024 unter dem Motto „Praise the light“ neu erfunden.
Auch der Vorgänger des neuen Orbea Orca 2024 war ein Allrounder, vereinte Aero und Leichtbau und hing voll am Puls der Zeit. Doch die Zeiten haben sich geändert, leichte Bikes sind in bestimmten Situationen schneller. Gerade bei Geschwindigkeiten unter 15 km/h ist die Aerodynamik eines Bikes durch das zusätzliche Gewicht oft eher ein Klotz am Bein als ein Sprung nach vorn. Dass der Gedankengang durchaus Sinn ergibt, lässt sich immer mehr im Profisport beobachten. Nicht zu vergessen, wir sind keine Profis, wir fahren die Räder, die Spaß machen und uns auf dem Rad antreiben. Wir können nicht immer einfach Räder wechseln dafür aber das richtige Bike für unser Gelände wählen.
Design und Rahmen
Klar Leichtbau, das ist es, was Climbing-Bikes ausmacht, und das ist auch beim Orbea Orca 2024 nicht anders. Für einen möglichst leichten Rahmen setzt Orbea auf runde Formen und Rohrprofile. Dies bietet nicht nur eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht, sondern vermeidet auch scharfe Kanten am Bike. Das sieht man auch ganz klar am Bike: Sattelstütze, Sitzrohr, Sitzstreben und Unterrohr sind rund. Auch die Front ist rund gestaltet, aber vor allem am Orbea-typischen Übergang zwischen Steuerrohr, Unterrohr und Oberrohr zu erkennen.
Stiffness to Weight ist die nächste Einheit, mit der Orbea wirbt. Die Einheit gilt dabei als Maß für Agilität sowie Fahrgefühl, und letztlich eben Fahrspaß, und wird beim neuen Orbea auf jede Rahmengröße individuell angepasst. Und das ist nicht alles, das neue Bike gibt es in zwei Rahmenvarianten. OMX steht dabei für den teureren und leichteren Rahmen, bringt bei gleicher Steifigkeit weniger Gewicht mit sich und hat ein höheres Stiffness-to-Weight-Verhältnis. OMR bezeichnet die preiswerteren Rahmen mit etwas mehr Gewicht und einem geringeren Stiffness-to-Weight-Verhältnis. Dieser Unterschied ist es auch, der dem Bike einen anderen Charakter und ein anderes Fahrgefühl verleihen soll.
Doch trotz Leichtbau kommt Orbea nicht an Aero-Merkmalen vorbei: Integrierte Zugführung, ein schmales Oberrohr und leicht aero-optimierte Rohrprofile sollen das Bike zumindest für das Auge schnell machen.
OQUO Laufräder und Komponenten
Passend zum neuen Bike hat OQUO, die etwas schwer auszusprechende Komponenten-Marke von Orbea, die ersten Road- und Gravel-Laufräder im Programm. Ende 2022 wurde die Marke mit MTB-Laufrädern ins Leben gerufen und geht nun den Schritt zu Dropbar-Bikes. Dabei gibt es eine große Bandbreite an neuen Laufrädern: Performance Road bezeichnet die schnelle und straßenlastige Sparte, Road Control nennt OQUO die Gravel/Allroad-Laufräder mit 25 mm Innenbreite. Besonders stolz ist der Hersteller aus dem Baskenland dabei auf den „Mini Hook“: Ein Zwischending aus Hookless- und Hooked-Felgen soll das Beste aus beiden Welten vereinen. Die Fertigung mit „human touch“ erfolgt nicht weit vom Orbea-Firmensitz und kombiniert automatisierte Fertigungstechnik mit dem menschlichen Touch.
Testfahrt in den Pyrenäen
Wir hatten die Möglichkeit, das neue Orbea Orca 2024 ausgiebig in den Pyrenäen zu testen. Dabei standen uns die beiden Rahmen-Varianten OMX und OMR zur Verfügung, beide natürlich auf OQUO-Laufrädern und vollständig mit OC-Komponenten ausgestattet. OC-Vorbau mit OC-Carbon-Lenker, beides natürlich vollständig integriert. Das OMR Einsteiger-Orca M35i für 4.399 € schaltet zuverlässig mit Shimano 105 Di2, entschleunigter 50/34- und 11-34-Übersetzung und setzt ebenfalls auf ein OC-Cockpit, allerdings vollständig aus Aluminium. Natürlich kommen auch hier OQUO-Räder zum Einsatz. Die RP35 Team Carbon-Laufräder sind schwerer und mit einem anderen Felgenprofil versehen als die Version des OMX-Bikes.
Generell hat Orbea an alle gedacht und bietet einsteigerfreundliche Bikes ab 3.399 € bis zu High-End-Boliden für 10.999 €. Doch gerade im mittleren Preissegment verstecken sich ein paar echte Highlights, hier lohnt sich auf jeden Fall ein Blick ins Portfolio.
MYO - Individualisierung
MYO - weil Orbea noch nicht ausreichend Abkürzungen und ausgefallene PR-Wörter hat, setzen wir jetzt noch einen oben drauf. Doch MYO ist eigentlich ganz einfach und steht für My Orbea, also den Konfigurator zum Individualisieren der Bikes. Was erstmal nach viel Arbeit und vor allem Aufpreis klingt, ist bei den meisten Orbea-Bikes kostenfrei zu haben.
Geometrie und Fahreigenschaften
Im Vergleich zum Vorgänger hat sich in der Geometrie nicht viel getan, und das ist auch nicht schlimm. Im Gegenteil, die Geometrie am Orbea Orca ist bewährt und bewiesen gut, daher wäre es schade, viel zu ändern. Orbea bleibt dem Orca-Konzept mit kürzeren Kettenstreben für einen besseren Antritt und Beschleunigung sowie einem kürzeren Radstand für ein agileres und aktiveres Bike treu.
Das leichtere und teurere OMX Orca ist deutlich schärfer und agiler, lässt sich flink steuern und benötigt nur minimalen Input des Fahrers. Es klettert willig und überzeugt auch bergab. Besonders schnelle aufeinanderfolgende Kurven und schnelles Beschleunigen aus diesen heraus haben es dem Bike angetan. Dadurch ist es vor allem für aktive, geübte und vor allem trainierte Roadies die bessere Option.
Das günstigere OMR ist dank gleicher Geometrie immer noch ein waschechtes Bike zum Klettern, durch das andere Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis aber deutlich verzeihender und zurückhaltender. Es vermittelt viel Sicherheit und ist nicht ganz so scharf wie der Zwilling OMX, eignet sich daher auch für Anfänger ohne viel Erfahrung. Und darauf ist es auch ausgelegt, das zeigt nicht zuletzt die Reifenwahl und das entschleunigte Übersetzungsverhältnis.
Am Ende ist aber auch klar, beide Bikes sind keine Aero-Bikes, und auch weit davon entfernt. Beide Bikes rollen richtig gut, werden aber zumindest im flachen bis welligen Terrain nicht mit Aero-Bikes mithalten können. Dafür spielen beide Bikes in Sachen Fahrspaß ganz vorne mit.
Welches Bike das Richtige ist, ist ganz individuell zu entscheiden, der deutliche Aufpreis zum OMX kann sich lohnen, muss er aber nicht. Wir empfehlen den Top-Rahmen für aktive und erfahrene Fahrertypen. Mit dem preiswerteren OMR-Rahmen kommen zurückhaltende und entschleunigte Fahrer ganz auf ihre Kosten.
Orbea Orca vs. Aero-Rennräder um 5000 Euro
Neun Hersteller, von Benotti bis Storck, erfüllten die Anforderungen für den Vergleich von aktuellen Modellen zwischen 4300 und 5600 Euro. Marken wie Cannondale oder Radon hatten im Testzeitraum kein fahrbares Modell verfügbar, Orbea scheute den Vergleich mit der Konkurrenz. Mehr nennenswerte Alternativen um 5000 Euro, so die bittere Wahrheit, gibt es aktuell nicht.
Aerodynamik im Vergleich
Allein bei der Aerodynamik, die in der Bewertung ein Viertel der TOUR-Note ausmacht, klafft zwischen dem schnellsten und langsamsten Modell eine Riesenlücke. Wo Aero draufsteht, ist nicht immer Aero drin. In Zahlen: Das Storck als Spitzenreiter in dieser Disziplin benötigt eine um 27 Watt geringere Tretleistung als das Focus, um den Luftwiderstand bei 45 km/h zu überwinden. Klarer kann ein Wettbewerbsnachteil kaum sein.
Um das Potenzial des Rahmensets zu erkennen, mussten alle Kandidaten standardmäßig mit unserem schnellen Referenz-Laufradsatz auf die Messbühne im GST-Windkanal (siehe Grafik unten).
Gewicht im Vergleich
Größere Rohrquerschnitte und flächige Bauteile treiben bei den Aero-optimierten Spezialisten per se das Gewicht nach oben. Aktuell bekommen nur wenige, extrem teure Modelle den Spagat zwischen Speed und Leichtbau hin. Die Testkandidaten sind davon relativ weit entfernt, mit durchschnittlich knapp über acht Kilogramm bewegen sie sich mehrere Hundert Gramm über dem Niveau der leichtesten Aero-Konkurrenz.
Federkomfort
Beim Federkomfort zeigt sich ebenfalls Licht und Schatten - obwohl in allen Modellen eine Sattelstütze aus Kohlefaser steckt. Am besten reagieren Canyon, Cube, Corratec und Focus auf Unebenheiten.
Tabelle: Vergleich einiger Aero-Rennräder um 5000 Euro
| Merkmal | Storck Aerfast.4 Comp | Benotti Fuoco Aero SL Force AXS | Cube Litening Aero |
|---|---|---|---|
| Schnellstes Rad (Aerodynamik) | Ja | Nein | Teilweise |
| Leichtestes Rad | Nein | Ja | Nein |
| Gesamtpaket | Gut | Akzeptabel | Sehr gut |
Das Orbea Orca M30
Das Orbea Orca M30 wird Ihre Radsportleidenschaft mit unübertroffener Leistung und Stil (neu) entfachen. Der OMR Carbonrahmen ist sorgfältig auf optimale Kraftübertragung und Reaktionsfähigkeit ausgelegt. und effizientes Fahrgefühl, sodass jeder Pedaltritt wirklich zählt. vornehmen zu lassen, um auf der Straße Ihr persönliches Zeichen setzen zu können.
Das Orbea Orca M20 ITeam
Das Orbea Orca M20 ITeam wartet ebenfalls mit Carbon OMR Monocoque construction Rahmen auf und beeindruckt mit seiner Leichtigkeit. mit der elektronischen Shimano Ultegra Di2-Gruppe ausgestattet, die ein nahtloses und sofortiges Schalten per Knopfdruck ermöglicht. Schaltsystem verbessert das gesamte Fahrerlebnis und sorgt für mühelose Kontrolle und Präzision.
Das Orbea Terra M21e Team Custom M
Das Orbea Terra M21e Team Custom M ist kein Spezialist, sondern viel eher von allem ein bisschen. Ein Gravel-Generalist, bei dem Vielseitigkeit die erste Geige spielt. Auf den ersten Blick ist es außerdem ein recht unauffälliges Gravel-Bike im Adventure-Test, das aber bei genauer Betrachtung einiges zu bieten hat.
Im Prinzip hat das Orbea Terra M21e Team Custom M ein schickes und elegantes Design zu bieten, durch die unscheinbare Lackierung geht es jedoch leider etwas im Adventure-Test-Line-up unter. Im Online-Konfigurator lässt sich die Farbgestaltung aber zum Glück einfach und an persönliche Vorlieben anpassen. Nichtsdestotrotz macht das Orbea-Logo in strahlender Chrome-Optik einiges her. Der klassische Diamant-Rahmen mit kantigen Rohren und eckiger Gabel wirkt modern und zeitlos zugleich. So ist das Orbea Terra M21e Team Custom M optisch zwar kein Rockstar, der sich in den Mittelpunkt spielt, sondern eher ein unaufdringlicher Geselle.
Was die Optik beim Orbea Terra M21e Team Custom M vermuten lässt, spiegelt sich auch im Fahreindruck wider. Es ist ein sehr ausgeglichenes Bike, das zwischen den Extremen liegt: genau im Sweetspot zwischen agil und laufruhig. Das Resultat ist ein intuitives Fahrgefühl. Der hohe Spacerturm führt zu einer ziemlich aufrechten Sitzposition. Das passt nur bedingt zum schnellen Setup, kann aber durch das Herausnehmen von Spacern natürlich noch angepasst werden. So lädt das Orbea eher zum Cruisen statt Ballern ein, andererseits vermittelt das wiederum ein hohes Sicherheitsgefühl.
In Sachen Compliance liegt das Orbea Terra M21e Team Custom M eher auf der komfortablen Seite. Rahmen und Sattelstütze nehmen spürbar Vibrationen raus. Auch hier funktioniert das am besten auf schnellen Gravel-Wegen, die dadurch noch mehr Spaß machen. Ein gelegentlicher Abstecher auf leichte Trails ist ebenfalls machbar.
Das Orbea Terra M21e Team Custom M ist ein sehr vielseitiges Gravel-Bike, das schnell und entspannt gefahren werden kann. Allerdings sollte die Strecke vorher schon ganz gut geplant werden, damit nicht zu viele Trail-Passagen und wilde Trampelpfade dabei sind. Tatsächlich ist das Orbea Terra M21e Team Custom M ein Generalist par excellence, das viele Einsatzbereiche abdeckt. Damit ist es ein Allrounder im besten Sinne. Am wohlsten fühlt sich das Terra M21e Team Custom auf staubigen und nicht allzu schroffen unbefestigten Wegen.
Das Orbea Orca Aero
Die Entscheidung der UCI, ein Mindestgewicht für alle Fahrräder festzulegen, hat den Markt für aerodynamische Rennräder revolutioniert und den Herstellern die Möglichkeit gegeben, in anderen Bereichen marginale Verbesserungen zu erzielen. Das Orca Aero wird in allen Bausätzen aus OMX Carbon gefertigt, das leichter ist als OMR. Außerdem erhältst du einen passenden Lenker, Vorbau und eine Sattelstütze für den ultimativen Look - obwohl der Rahmen selbst nicht mit einem Lenker ausgestattet ist.
Wie erwartet hat der Rahmen ausschließlich Scheibenbremsen, eine Carbon-Monocoque-Konstruktion, sieben verfügbare Größen und eine interne Kabelführung. In der höchsten Ausbaustufe kannst du zwischen Shimano Dura-Ace und SRAM Red AXS wählen und die Laufräder sind entweder mit einem Shimano C50 oder Vision 55 ausgestattet. Beim nächsten Modell hast du die Wahl zwischen SRAM Force AXS und Ultegra 12-Gang - beide gepaart mit Vision 40-Laufrädern aus Carbon. Unabhängig von der Bauart kommt es mit allen notwendigen Komponenten wie Rahmen, Sattelstütze, Lenker und mehr. Sogar der Sattel bleibt unverändert, wenn du dich entweder für die teuerste oder die billigste Option entscheidest! Die einzigen Unterschiede gibt es bei der Wahl der Gruppe und der Laufräder.
Das Steuerrohr hat ein auffälliges Design mit einer tiefen Hinterkante und scharfen Details, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Design sieht eine Aeroflasche vor, aber es ist unwahrscheinlich, dass du diese sehr oft benutzen wirst. Wenn zwei Flaschen gewünscht sind, müssen konventionelle Flaschen verwendet werden, und die brauchen mehr Platz, als am Unterrohr zur Verfügung steht.
Der Lenker verdient ein eigenes Rampenlicht, denn er ist mit einem Kanal ausgestattet, durch den die Kabel verlaufen. Außerdem werden an der Schnittstelle zwischen Lenker und Vorbau Gummimanschetten verwendet, um alle Kabel in Plastikhüllen zu verbergen, die unter dem Vorbau verlaufen. Mit seiner schlanken Form ist der Lenker ein absolutes Vergnügen beim Fahren.
Der Orbea Orca Aero ist ein Geschwindigkeitsdämon auf flachem Terrain, der die Fahrer hinter dir sicher auf Abstand hält. Sein komfortables Design sorgt dafür, dass dein aerodynamisches Profil intakt bleibt, während es dich mit unglaublicher Geschwindigkeit und Agilität vorwärts treibt. An böigen Tagen sorgen der kürzere Radstand und die tiefen Rohre für ein Gefühl der Instabilität, das es mir schwer macht, auf Kurs zu bleiben. Das gilt besonders im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern.
Das Orbea Orca Aero ist eines der aerodynamisch am meisten optimierten Bikes auf dem Markt - eine Klasse, die es mit nur wenigen anderen teilt. Das Cannondale Systemsix, die BMC Timemachine, das Cayon Aeroroad und das Cervelo S5 sind einige der Konkurrenten von Orbea. Wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht, glänzt das Orbea im Vergleich zu seinen Konkurrenten wie Cannondale, BMC und Cervelo.
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