Passau Ilz Radweg: Informationen für Radfahrer

Der »Donau-Ilz-Radweg« verläuft von Niederalteich (LK Deggendorf) nach Röhrnbach/Bruckmühle (LK Freyung-Grafenau) durch den südlichen Bayerischen Wald. Die Tour ist auch für alle E-Biker, Gravel- und Mountainbiker interessant, die vor fahrtechnischen Herausforderungen verschont bleiben wollen.

Der Routenverlauf quert die Urlaubsregionen »Sonnenwald« - »Dreiburgenland« - »Ilztal« - »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«, die nicht nur vielsagend klingen sondern es auch tatsächlich sind. Völlig atypisch ermöglicht die nivellierte Bahntrasse trotz des Mittelgebirgscharakters einen relativ steigungsarmen Streckenverlauf, der sich überaus angenehm rhythmisch fahren lässt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das in anspruchsvollem Gelände einzig Bahntrassen-Radwege vorbehalten bleibt.

Radwege auf stillgelegten Eisenbahnstrecken faszinieren in vielerlei Hinsicht. Auf ehemaliger Bahninfrastruktur entstanden in Deutschland zwischen den 1980er Jahren und Jahrtausendwende mitunter hochklassige Bahntrassenwege, die sowohl ländliche Räume als auch Ballungsgebiete erschließen. Das elementare Qualitätsmerkmal zeichnet sich durch einen steigungsarmen und verkehrsfreien Streckenverlauf aus, was ein breites Nutzer- und Leistungsspektrum anspricht. Die charakteristische Trassenführung mit Dämmen und Einschnitten, Brücken, Viadukten und Tunneln macht Bahntrassenwege sehr speziell - auch weil es sie von anderen Radwegen signifikant unterscheidet.

Dazu informieren Schautafeln am Wegesrand über regionale bzw. touristische Gegebenheiten sowie über die spannende Eisenbahngeschichte. Wer sich genügend Zeit nimmt, kann Land, Leute, Kultur - aber auch die kulinarischen Spezialitäten der niederbayerischen Küche - näher kennenlernen.

Streckenverlauf und Besonderheiten

Der Donau-Ilz-Radweg hat eine Länge von 50 km. Er führt von der Donau in Niederalteich auf einer ehemaligen Bahntrasse durch den Sonnenwald und das Dreiburgenland ins Ilztal bei Hutthurm/Kalteneck. Ab hier gehts auf ruhigen Nebenstraßen mit hügeligen Passagen zum Anschluss an den Adalbert-Stifter-Radweg in Bruckmühle, der eine Verbindung zum Dreiländereck Bayern-Österreich-Tschechien herstellt.

Von Niederalteich (310 m.ü.NN.) bis nach Kalteneck ist die Strecke als "leicht", d.h. familiengeeignet einzustufen, was für beide Fahrtrichtungen - insbesondere auf den verkehrsfreien Bahntrassenabschnitt - zuftrifft.

Die Gesamtstreckenlänge der EV 6 beträgt 4.448 km, wovon der Donau-Radweg (ab Tuttlingen) mit ca.

Der »Donau-Ilz-Radweg« tangiert die Urlaubsregionen Deggendorfer Land, Passauer Land sowie den Naturpark Ferienland Bayerischer Wald und quert dabei den südlichen - bzw. den vorderen oder unteren - Bayerischen Wald.

Die Route trumpft mit reizvollen Gegensätzen auf, dessen landschaftliches Wechselspiel von Flussauen, schroffer Felsen, sanftgewellter Hügellandschaft, aussichtsreichen Bergpanoramen und Naturbadeseen geprägt ist, was die Sinne dementsprechend ständig auf Trab hält.

Der Donau-Ilz-Radweg glänzt durch ein Wechselspiel verschiedener Landschaften - von den weitläufigen Flussauen der Donau geht es ganz entspannt hinein in den Bayerischen Wald als "grünes Dach Europas". Er führt von der Donau in Niederalteich nach Hengersberg und von dort auf einer ehemaligen Bahntrasse durch den Sonnenwald und das Dreiburgenland ins Ilztal bei Hutthurm/Kalteneck.

Abschnitte des Radwegs

  1. Niederalteich bis Eging a. See: Hier verläuft der Radweg auf abwechselnden Flachetappen und gelegentlichen leichteren Anstiegen sowie sanften Gefällspassagen. Kaum merkliche Steigungen (0.5%) führen einen durch sanft gewelltes Hügelland, fast immer mit Ausblick auf die Gebirgskette des Bayerischen Waldes - allen voran dem Brotjacklriegel (1 016 m) im ersten Streckenabschnitt bis Eging am See. Außerdem herrschen wischen Niederalteich und Schöllnach saftig grüne Wiesen, sowie reizvolle Bachläufe und eine typisch niederbayerische Hügellandschaft vor.
  2. Eging a. See bis Hutthurm/Kalteneck: Je weiter man nach Osten radelt, desto eindrucksvoller präsentiert sich die Naturlandschaft sowie das Bergpanorama des Bayerischen Waldes. Die Streckencharakteristik ändert sich ab Eging a. See merklich, genau wie das Landschaftsbild , die Bergketten nehmen an Höhe zu und der Radweg wird von Waldpassagen, Granitblöcken des Bayerischen Waldes und Taleinschnitten begleitet. Hier haben Sie das Gefühl durch unberührte Naturlandschaft zu fahren. Trotz des bergigen Streckenverlaufs hat der Radler maximal 3% Steigungsniveau, zwischen Eging a.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Entlang des Donau-Ilz-Radwegs gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken:

  • Niederalteich: Abtei Niederaltaich (bis zum 12.
  • Markt Hengersberg: Der Markt Hengersberg mit 7 500 Einwohnern ist der älteste Markt Altbayerns und zugleich die größte Ortschaft, die der Donau-Ilz-Radweg tangiert.
  • Gemeinde Außernzell: Nach einer sauerstoffreichen Waldpassage taucht das restaurierte Bahnhofsgebäude Außernzell auf, deren Raststation - das Bahnhofstüberl - mit kleinem Biergarten zur entspannten Einkehr lockt.
  • Eging am See: Nach 24 km erreicht man Eging am See (390 m.ü.NN.). Der Eginger See und dessen schön angelegter Kurpark befindet sich wenige hundert Meter vom Ortszentrum entfernt.
  • Fürstenstein: Bei KM 33 wird das ehemalige Bahnhofsgebäude von Fürstenstein (485 m.ü.NN.) passiert. Das Schloss Fürstenstein ist neben der Saldenburg und der Englburg eines der drei namengebenden Bauwerke des Dreiburgenlandes.
  • Tittling: Der Markt Tittling ist ein staatlich anerkannter Erholungsort, der von der Englburg, Saldenburg und dem Schloss Fürstenstein umgeben ist.
  • Ilztal: Das Ilztal mit seiner üppigen Fauna und Flora wurde 1997 zum Naturschutzgebiet ernannt.

Die Donau: Lebensader Mitteleuropas

Die Donau ist der längste Fluss Mitteleuropas und nach der Wolga der zweitgrößte Strom Europas. Sie entspringt in Donaueschingen im Schwarzwald und mündet nach 2860 km im weit verzweigten Donau-Delta ins Schwarze Meer (Bulgarien). Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten.

Die Flussanteile in den einzelnen Donauländern sind sehr unterschiedlich: während Rumänien mit 1075,00 Flusskilometer den längsten Anteil hat, sind es in der Republik Moldau gerade mal 570 Meter! Deutschland: 655 Stromkilometer (inklusive Breg 45,9 km - der größere Quellfluss im Vgl.

Bahnnostalgie und sanfte Hügel

Solch sanfte Streckenprofile haben Radfahrer einer technischen Unzulänglichkeit im 20. Jahrhundert zu verdanken. Die Lokomotiven waren seinerseits nämlich nicht in der Lage, das beträchtliche Gesamtgewicht eines Zuges über einen Steigungsprozentsatz von mehr als 3% zu bewältigen. Deshalb wurde kupiertes Gelände durch massive Baumaßnahmen wie Viadukte, Tunnel, Brücken und Geländeeinschnitte von Menschenhand künstlich eingeebnet. Jahrzehnte später sollte sich die nivellierte Trassierung vieler stillgelegter Bahnstrecken als wahrer Radlersegen entpuppen.

Das Groß der Strecke ist vom typischen Bahntrassencharakter geprägt, der sich durch Flachetappen, leichte Anstiege sowie sanfte Gefällpassagen auszeichnet. Im sanft gewellten Hügelland, verbunden mit der Aussicht zum emporragenden Mittelgebirgszugs des Bayerischen Waldes lässt der Radelspaß nicht lange auf sich warten. Dominierend ragt der Brotjacklriegel mit 1.011 Metern in die Höhe, der das Wahrzeichen der Urlaubsregion Sonnenwald ist. Dank seiner exponierten Lage sowie seinem Erkennungmermal - der 125 Meter hohe Stahlbetonturm - ist der Brotjackriegel von allen Himmelsrichtungen aus großer Ferne sichtbar.

Service und Infrastruktur

Nahtlose Anschlussverbindungen machen den Donau-Ilz-Radweg doppelt interessant, weil sich z.B. durch die Kombination mit dem »Adalbert-Stifter-Radweg« eine 93 km lange Tour mit insgesamt 70% Bahntrassenanteil zusammenspannen lässt. Ebenso ist der Start- bzw. Zielort Niederalteich hervorragend ans Fernradwegenetz angebunden: so kann man problemlos z.B.

Am 22. Juli 2006 trafen sich Kommunalpolitiker samt "Rad-Gefolge zur offiziellen Einweihungsfeier des »Donau-Ilz-Radweg«. Im Bild dritter von rechts: Christian Bernreiter (seit 1.

In Niederalteich, wo der »Donau-Ilz-Radweg« seinen Ausgang nimmt, teffen Themenradrouten, Fluss-Radwege sowie regionale Rundtouren aufeinander. Selbst die Donau stellt für Radfahrer keine Barriere dar. Die Saisonfähre "Altaha" schippert Passagiere samt Drahtesel binnen weniger Minuten ans gegenüberliegende Ufer (Thundorf) und stellt somit die Direktverbindung zum »Isar-Radweg« her.

Je nachdem in welcher Fahrtrichtung der »Donau-Ilz-Radweg« befahren wird, fungiert Niederalteich (beim Informationspavillon) - wo u.a. der populäre Donau-Radweg am Donauufer entlang läuft und sich die Fähranlegestelle befindet - als Start- oder Zielort. Dazu kreuzen noch drei Themen-Radwege, nämlich die Via Danubia (Bad-Gögging - Regensburg - Passau), Tour de Baroque (Neumarkt - Kelheim - Regensburg - Passau) und der Deutsche Limes Radweg die Radwegedrehscheibe. Nicht zu vergessen der Isar-Radweg, der am gegenüberliegenden Ufer in Thundorf fahrtrichtungsabhängig seinen Ausgang oder Ende nimmt. Das "An-" oder "Weiter-Radeln" ist also alles andere als ein Problem.

Dank der einzigartigen Lage an den drei Flüssen Donau, Inn und Ilz ist Passau ein Knotenpunkt nationaler und internationaler Fernradwege. Das wissen vor allem auch Radfahrer zu schätzen, zumal die DREI_FLÜSSE_STADT aufgrund ihrer Lage ohnehin Knotenpunkt für internationale und nationale Fernradwege ist. Dementsprechend lässt auch das Serviceangebot vor Ort keine Wünsche offen.

Weitere Radwege in Passau:

  • Deutscher DonauradwegPassau - Regensburg - Donaueschingen, ca.
  • Österreichischer Donauradweg Passau - Wien (A) - Bratislava (SK), ca.
  • Innradweg Maloja (CH) - Passau, ca.
  • Tauernradweg Krimml (A) - Salzburg (A) - Passau, ca.
  • Römerradweg Passau - Attersee (A) - Enns (A), ca.

Bewertung des Radwegs

Dr. Achim Bartoschek - Betreiber Deutschlands populärster Bahntrassenradwege-Plattform - gilt gemeinhin als ausgewiesener Fachexpertefür Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen. Seine subjektiven Bewertungsangaben werden aus Sicht des Tourenradlers vorgenommen, wobei Beurteilungen grundätzlich nur auf einer persönlichen Routenbefahrung fußen. Bemerkenswert, dass der Donau-Ilz-Radweg deutschlandweit nicht nur zur persönlichen Top-Favoriten-Liste zählt, sondern überdies ...

Weitere Informationen

Es lohnt sich vom Sattel zu steigen sich nach Lust und Laune "ON TOUR" über regionale Begebenheiten und Historie schlau zu machen. Ein touristischer Service, den vor allem Ortsfremde bzw. Radurlauber aus ferneren Gefilden zu schätzen wissen.

Wer dazu noch seinen inneren "Tempomat" auf entschleunigten Wohlfühlmodus dimmt, kann seine Sinne in Ruhe schweifen lassen und dabei reichlich Energie schöpfen. Die achtsame Wahrnehmung der Landschaft, die bewusste Auseinandersetzung mit der Kultur und „Heimatgeschichte“ der Bevölkerung sowie Wissbegierde an der Bahnhistorie auf dessen Spuren man wandelt bereichert eine Radtour ungemein.

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