Arthrose, Meniskusschäden, Unfälle oder Operationen können die Beweglichkeit des Knies einschränken und das Radfahren erschweren oder unmöglich machen. Viele Betroffene leiden unter eingeschränkter Mobilität und einem Verlust an Lebensqualität. Ein E-Bike mit elektrischer Tretunterstützung kann hier eine wirkungsvolle Lösung bieten. Es ermöglicht Menschen mit Knieproblemen oder eingeschränkter Beinfunktion, wieder aktiv und unabhängig unterwegs zu sein.
Der Elektromotor unterstützt beim Treten, gleicht fehlende Muskelkraft aus und vervielfacht sie bei Bedarf. Diese Unterstützung ist besonders bei Steigungen oder höherem Körpergewicht entscheidend. Seit den Anfängen der E-Bike-Technologie werden individuelle Anpassungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen entwickelt, mit dem Ziel, Radfahren trotz Handicap sicher, komfortabel und mit Freude an der Bewegung zu ermöglichen.
Individuelle Anpassungen für unterschiedliche Körperproportionen
Das Anpassen eines E-Bikes an die jeweilige Person erfordert sehr viel Erfahrung und technisches Können, besonders bei Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Oft entscheiden wenige Zentimeter darüber, ob man tatsächlich ohne Beschwerden treten und längere Strecken zurücklegen kann. Für einen Außenstehenden ist es kaum vorstellbar, wie viele Feinjustierungen manchmal erforderlich sind!
Geringerer Tretradius bei eingeschränkter Kniebeugung
Wenn die geringere Tretkraft durch einen elektrischen Antrieb kompensiert wird, bleibt die Aufgabe, die Tretkurbel an den geringeren Tretradius anzupassen. Bei geringer Einschränkung der Kniebeugung genügt oft eine kürzere Tretkurbel. Diese kann entweder in der Länge angepasst werden, oder man verwendet eine Tretkurbelverkürzung, die flexibel durch Verschieben auf der Tretkurbel an den Beugewinkel angepasst werden kann.
Pendelkurbel bei stark eingeschränkter Kniebeugung
Ist das Knie so weit in der Beweglichkeit eingeschränkt, dass es mit einer Tretkurbelverkürzung nicht funktioniert, wird eine sogenannte Pendelkurbel bzw. Schwenkkurbel eingesetzt. Dieses Bauteil ist bereits eine größere technische Herausforderung, denn es müssen gewisse Maße eingehalten werden, auf welche die Hersteller der unterschiedlichen Pendelkurbeln meist nicht hinweisen. Des Weiteren nimmt eine stark verkürzte Tretkurbel Einfluss auf die Leistung eines Mittelmotors, da die eingeleitete Kraft beim Treten mit einem Drehmomentsensor gemessen wird.
Die Bedeutung der Hubhöhe
Die Hubhöhe des Fußes ist ein wichtiger Faktor bei der Anpassung des E-Bikes. Wenn eine Einschränkung der Kniebeugung vorliegt, wird der Beugewinkel vom Arzt mit X° angegeben. Allerdings ist dieser Wert allein nicht ausreichend, da es unterschiedliche Beinlängen gibt. Daher ist die Hubhöhe des linken und rechten Fußes entscheidend. Im Idealfall beträgt die Hubhöhe über 34 cm, was mit der Länge der Tretkurbeln zusammenhängt. Die Länge einer normalen Tretkurbel für Fahrräder / E-Bikes für Erwachsene beträgt 17 cm, was einen Tretkreisdurchmesser von 34 cm ergibt.
Wenn der Fuß lediglich 30 cm hochgehoben werden kann, wird die Tretkurbel relativ schnell und günstig verkürzt. Bei einer Hubhöhe von weniger als 30 cm wird eine Schwenk- bzw. Pendelkurbel verwendet. Dieses Bauteil reduziert die Hubhöhe bis etwa 15 cm. Unter 15 cm gibt es noch die Möglichkeit einer extrem verkürzten Spezial- Pendelkurbel. Bei einem versteiften Bein oder einer Vollprothese bieten sich Lösungen mit einer feststehenden Fußraste oder einer Spezialkurbel an.
E-Bike Komponenten und Anpassungen
City E-Bikes in 26" oder 28" mit tiefem Rahmeneinstieg eignen sich besonders gut zur Anpassung an Knieprobleme. Ein leistungsstarker Motor, der die reduzierte Kraft des betroffenen Beins ausgleicht, ist von Vorteil.
- Starker Motor mit 85 bis 90 Nm
- Frontmotor mit Anfahrhilfe
- Nabenschaltung mit Freilauf
- Tiefer Rahmendurchstieg
- Ggf. Sattellift
- Der Körpergröße entsprechende Rahmenhöhe oder Laufradgröße
Die Erfahrung aus über 20 Jahren hat gezeigt, dass jede E-Bike Anpassung an eine Person mit eingeschränkter Beweglichkeit ein individuelles Projekt ist! Selbst wenn alle technischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann ein Projekt scheitern, da Unsicherheit und Angst eine große Rolle spielen.
Weitere Anpassungsmöglichkeiten für maximalen Komfort und Sicherheit
Je nach persönlichen Bedürfnissen kann ein Therapie-E-Bike individuell angepasst werden:
- Pendelkurbel: Reduziert die Hubhöhe des Pedals auf etwa 14 cm, was das Auf- und Absteigen erleichtert.
- Höhenverstellbarer Sattellift: Ermöglicht die Anpassung der Sitzhöhe und macht das Ein- und Aussteigen sicherer und komfortabler.
- Ergonomisch verstellbarer Lenker: Ermöglicht eine aufrechte Sitzposition, entlastet Rücken und Schultern.
- Kurbelverkürzer oder Pendelkurbeln: Ideal bei eingeschränkter Kniebeugung oder Gelenkbeschwerden, um die Beweglichkeit zu erhöhen und die Belastung auf die Gelenke zu verringern.
- Sättel bei Prostatabeschwerden: Speziell entwickelte Sättel sorgen für zusätzlichen Komfort und reduzieren den Druck auf empfindliche Bereiche.
- Rückspiegel: Erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr.
Wie man Knieschmerzen beim Fahrrad fahren oder E-Bike fahren vermeidet
- Sattelhöhe richtig einstellen: Das Knie sollte bei der unteren Pedalstellung leicht gebeugt sein.
- Mit wenig Kraft auf die Pedale treten: Die ideale Kraft beim Treten beträgt etwa 100 Gramm, um die Gelenke zu schonen.
E-Bike fahren mit steifem Kniegelenk
Auch wenn das Knie durch einen Unfall oder Arthrose versteift ist, kann man mit Hilfe einer Fußraste das steife Bein abstellen und mit dem gesunden Bein treten. Eine Rückholfeder ersetzt die Tretbewegung, die nicht mehr ausgeführt werden kann.
Kurbelverkürzung: Produkte und Montage
Kurbelverkürzungen sind ideal, wenn das Knie nicht die volle Beweglichkeit hat. Sie passen auf alle gängigen Stahlkurbeln bis 16 mm Breite. Viele Fahrräder haben dickere Alukurbeln, für die zusätzlich ein Adapter benötigt wird.
Die Montage ist einfach:
- Pedal mit dem 15er-Schlüssel abschrauben (Achtung: Rechts- und Linksgewinde beachten!).
- Schraube durch das gewindelose Loch des Verkürzers stecken und in die Fahrradkurbel schrauben.
- Mit dem 17er-Schlüssel festziehen.
- Pedal je nach Bedarf (2 oder 4 cm Verkürzung) in eines der beiden Gewindelöcher schrauben und mit dem 15er-Schlüssel festziehen.
Wichtige Hinweise:
- Kompatibilität prüfen: Stellen Sie sicher, dass der gewählte Kurbelverkürzer mit Ihrem Fahrradmodell und der vorhandenen Kurbel kompatibel ist.
- Regelmäßige Wartung: Überprüfen Sie regelmäßig alle Befestigungen und Komponenten auf festen Sitz und Verschleiß.
- Angepasste Fahrweise: Passen Sie Ihre Fahrweise an die veränderte Kurbellänge an.
Der WX Vario: Eine stufenlos verstellbare Kurbelverkürzung
Der WX Vario ist ein universeller Fahrradkurbeladapter, der Menschen mit eingeschränkter Knie- und/oder Hüftbeweglichkeit das Training auf dem Fahrrad oder Ergometer ermöglicht. Die Länge der Invalidenkurbel ist stufenlos von 0 bis 170 mm einstellbar, um einen optimalen Kraftaufwand und Bewegungsablauf zu gewährleisten.
Vorteile des WX Vario:
- Stufenlos einstellbare Länge des Tretkurbel-Arms zur Optimierung des Tretradius.
- Effektives und schonendes Training bei eingeschränkter Knie- oder Hüftbeweglichkeit.
- Universeller Nachrüstsatz für alle gängigen Fahrräder/Ergometer.
Der WX Vario ist nach DIN EN ISO 4210-2-2023 auf Sicherheit geprüft und robust konstruiert. Im Lieferumfang sind die Verstellschiene, zwei Kurbelklemmen, der Nutenstein, die Pedalschraube und Distanzklötzchen/Spacer in verschiedenen Ausführungen enthalten.
Kann man durch E-Bike fahren eine Knie OP verhindern?
Viele Kunden konnten durch das richtige E-Bike eine Knie OP verhindern und wurden schmerzfrei. Der Kauf deines E-Bikes, welches bei Knieproblemen eingesetzt werden kann, erfordert jedoch sehr spezielle technische Kenntnisse.
Geeignete E-Bikes bei wenig eingeschränktem Beugewinkel bzw. Hubhöhe:
- Starker Mittelmotor BOSCH Performance CX
- Nabenschaltungen Enviolo / NuVinci oder Rohloff
- Kettenschaltungen sind nur bedingt geeignet, weil diese im Stand nicht geschaltet werden kann.
Geeignete E-Bikes bei stark eingeschränktem Beugewinkel bzw. Hubhöhe:
- Starker Frontmotor mit Anfahrhilfe damit Sie ohne Kraft anfahren können.
- Nabenschaltungen Shimano um im Stand einen kleichten Anfahrgang zu wählen.
- Tiefer Rahmendurchstieg, um das Auf- und Absteigen sicher zu machen
- ggf. Sattellift
- ggf. Schwenkkurbel
- ggf. Fußraste
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