Pegasus E-Bikes: Solide Mittelklasse mit Riemenantrieb im Test

E-Bikes von Pegasus zählen zur soliden Mittelklasse und bedienen hauptsächlich die City-, Trekking- und Kompaktradsparte. Sportpedelecs sind im Sortiment nicht zu finden. Los geht es nach UVP schon bei 1.700 Euro, womit die Preisschwelle deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegt. Vertrieben werden die Räder über stationäre Händler sowie spezialisierte Versender.

Herstellerprofil: Fokus auf Alltags- und Tourenpedelecs

Pegasus setzt bei seinen E-Bikes durchweg auf Mittelbau-Antriebssysteme - gut für die Fahrdynamik. Pegasus bedient mit seinen E-Bikes ausschließlich die City-, Trekking- und Kompaktradsparte. Sportpedelecs gibt das Sortiment nicht her.

Testcheck: Wie schneiden E-Bikes von Pegasus ab?

Auf Basis aller bei Testberichte.de gelisteten Tests mit Endnote erzielt Pegasus die Gesamtnote 1,7. In den Vergleichstests der Stiftung Warentest finden sich aber auch Positivbeispiele: Für die Damenausführung des Evo 10 Lite gab es das Gesamturteil „gut“.

Antriebssysteme: Bosch als Platzhirsch

Pegasus setzt konsequent auf Mittelbau-Antriebssysteme, meist von Bosch. Die Motoren sind stets gut auf den Einsatzzweck abgestimmt: Citypedelecs erhalten die etwas schwächeren Active-Antriebe, die in der Stadt völlig ausreichen. Trekkingräder sind in der Regel mit den stärkeren Performance-Antrieben unterwegs. Hier und da findet sich auch der Steps-Antrieb von Shimano, der sich inzwischen ebenfalls etabliert hat.

Die Akkus sind bei vielen Modellen vollständig im Rahmen integriert. Bei den günstigen Pegasus-Modellen sind die von Testern so verpönten Gepäckträger-Akkus aber auch heute noch im Rennen.

Pegasus Macaron E-Bike im Detail

Das Macaron E-Bike vervollständigt die Pegasus Flotte mit einem Mittelmotor von Bosch. Das E-Bike ist für die Stadt entwickelt worden, denn es vereint eine aufrechte Sitzposition mit dem Komfort eines tiefen Einstieges oder eines Diamant- oder Trapezrahmens.

Das neue Pegasus Macaron E verfügt über einen Riemenantrieb und einer 8-Gang Nabenschaltung. Der Active Line Mittelmotor von Bosch mit 250 Watt lässt das E-Bike gemütlich anrollen. Der Motor ist nach oben geneigt, was für einen kürzeren Radstand sorgt. Der Akku ist wahlweise ein 400oder 500 WH Li-Ion Akku. Er sitzt am Unterrohr und sorgt für eine Reichweite bis 112 km im Eco Modus.

Statt einer Federgabel wurde eine Starrgabel verbaut. Bodenunebenheiten werden durch die breiten Schwalbe Reifen ausgeglichen. Für mehr Fahrstabilität sorgt der am Rahmen verschweißte Gepäckträger. Auch schwere Zuladungen beeinflussen die Fahrstabilität nicht. Die Bremshebel lassen sich gut erreichen. Die Gänge werden über einen Drehgriff geschaltet. Der Vorbau ist verstellbar und lässt sich der Ergonomie anpassen.

Das Pegasus Macaron E glänzt mit einem guten Handling und einer soliden Ausstattung. Beim Anfahren reagiert der Bosch Motor gutmütig. Das E-Bike ist mit Gepäckträger, Ständer und Reflektoren ausgestattet. Für zusätzlichen Komfort haben viele Modelle Ballonreifen, um Unebenheiten auszugleichen. Die Sitzposition beim City E-Bike ist aufrecht und ermöglicht eine gute Übersicht.

Das Pegasus Macaron E ist geeignet für kurze und mittellange Strecken, die eben und gut ausgebaut sind. Stadtverkehr - sei es der Weg zum Bäcker oder die Fahrt zur Arbeit ist problemlos möglich. Für Radreisen oder Ausfahrten auf unebenem Terrain sind Trekking- oder SUV-Bikes besser geeignet.

Pegasus Estremo Evo 9 Lite mit Pinion MGU Antrieb

Für knapp 5.000 Euro ist das Pegasus Estremo Evo 9 Lite das derzeit günstigste E-Bike mit dem innovativen Pinion MGU Antrieb. Die Kombination aus kräftigem Mittelmotor und wartungsfreier Getriebeschaltung in einer Einheit am Tretlager trifft den Nerv zahlreicher E-Biker. Auf die erste Euphorie folgte jedoch bei der Vorstellung der vielen E-Bikes mit Pinion MGU vielerorts Ernüchterung: Das innovative Antriebssystem sorgt nämlich für einen doch recht saftigen Aufpreis im Vergleich zu einem herkömmlichen Mittelmotor samt gängiger Naben- oder Kettenschaltung.

Wie von Pegasus gewohnt richtet sich das Estremo Evo 9 Lite vornehmlich an den Alltags-, Touren- und Trekkingeinsatz. Dafür sprechen die komfortable Sitzposition, die sich per verstellbarem Vorbau auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt, ebenso wie die drei Rahmenformen (Herren- und Trapezrahmen sowie Tiefeinsteiger).

Als eines von nur wenigen Pinion E-Bikes kommt das günstige Estremo Evo mit der 9-Gang Variante der integrierten Schaltung. Gegenüber des 12-Gang Modells fällt hier die Bandbreite geringfügig kleiner aus (568% vs. 600%), dafür ist sie rund 100 g leichter und wohl auch etwas günstiger.

Der Motor ist dagegen ebenso kräftig und wird von Pinion selbst mit einem vergleichbaren Drehmoment von 85 Nm angegeben. Unsere Prüfstandsmessungen zeigen jedoch, dass der Pinion Motor hier sogar ein wenig die Nase vorn hat - an Leistung mangelt es dem Pegasus Estremo Evo 9 Lite entsprechend nicht. Versorgt wird der Motor von einem im Unterrohr integrierten 700 Wh Akku.

Übrigens: Selbst bei „leerem“ Akku sind Schaltvorgänge natürlich weiterhin problemlos möglich. Der vielleicht größte Pluspunkt der Pinion MGU gegenüber klassischen Antriebssystem bzw. Schaltungen ist ihre Wartungsarmut. Der süddeutsche Hersteller verspricht einen quasi verschleißfreien Betrieb über die gesamte Lebensdauer des Bikes.

Leider ist beim Pegasus Estremo Evo 9 Lite auf einen Carbonriemen verzichtet worden. Der Traditionshersteller setzt stattdessen auf eine klassische, jedoch sehr breite Kette.

Nachdem das Rad zunächst für einen Preis von 5.499 Euro angekündigt wurde, startet es wohl in diesen Tagen direkt mit einem Rabatt von 500 Euro, so ist es jedenfalls auf der offiziellen Webseite angegeben. Hierfür bekommt man ein solides, alltagstaugliches Ausstattungspaket, bei dem jedoch hier und dort durchaus spürbar der Rotstift angesetzt wurde. Neben dem angesprochenen Verzicht auf einen Riemenantrieb ist dies vor allem bei den Bremsen zu spüren.

Wenig Anlass zur Kritik bieten dagegen die Luftfedergabel von SR Suntour, die hochwertigen Anbauteile wie Schutzbleche, Gepäckträger und Vorbau samt Lenker. Wem das Estremo zusagt, sich jedoch an der Antriebskette und dem Bremsen stört, der sollte einen Blick auf das 500 Euro teurere Estremo Evo 12 Lite werfen.

In der Praxis gibt sich das Pegasus Estremo Evo 9 Lite genau so unauffällig und seriös, wie man es sich von einem derartigen Rad erhofft. Die Sitzposition ist aufrecht, dank komfortablem, breitem Sattel und den ergonomischen Griffen von Ergon bleibt es auch während längerer Fahrten komfortabel. Der Antrieb weiß einmal mehr zu gefallen. In puncto Power bietet der Motor mehr, als man es für ein derartiges Bike je wirklich brauchen würde, selbst bei schwerem Gang zieht die Pinion MGU Bike samt Fahrer noch kraftvoll den Berg nach oben.

Zum positiven Gesamteindruck des Antriebs trägt auch das gelungene Farbdisplay bei. Es ist selbst bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut ablesbar und bietet alle notwendigen Informationen. In Verbindung mit der kostenlosen FIT E-Bike Control App lassen sich hier auch Navigationshinweise anzeigen. Die Steuerung erfolgt über das Bedienteil auf der Linken Seite des Lenkers, an dem sich auch der eingelegte Gang wechseln lässt. Ein echter Schalthebel wird damit also überflüssig; so kann die rechte Hand immer fest am Lenker verbleiben.

Ohnehin ist das Schaltverhalten herrlich intuitiv: Dadurch, dass man sowohl unter Last als auch im Stand problemlos den Gang wechseln kann, muss man sich hier keinerlei Gedanken mehr machen. Wer möchte, kann sogar die Start.select Funktion aktivieren, die beim Anhalten dann immer selbständig in einen zuvor festgelegten Gang wechselt.

Wirklichen Anlass für Kritik bieten lediglich die verbauten Shimano MT200 Bremsen. Zwar bringen diese Bike samt Fahrer immer zuverlässig zum Stehen, aber gerade bei höherem Tempo und/oder längeren Abfahrten muss man hier schon beherzt am Bremshebel ziehen.

City-E-Bikes: Empfehlungen und Eigenschaften

City-E-Bikes ähneln in vielen Punkten Trekking- oder Touren-E-Bikes, sind aber speziell für den Alltag in der Stadt konzipiert. Sie richten sich an Pendler:innen und Freizeitradler:innen, die vor allem im urbanen Raum unterwegs sind und dort auf Komfort, Praktikabilität und Fahrfreude setzen.

Die Auswahl an Modellen ist mittlerweile riesig - vom günstigen Einsteigerrad bis zum technisch ausgefeilten Premium-Bike. Neben Komfort und Design spielen vor allem die technischen Spezifikationen eine zentrale Rolle: Welche Motorleistung steckt im Antrieb? Wie groß ist die Akkukapazität und damit die Reichweite? Gibt es eine wartungsarme Nabenschaltung oder moderne Riemenantriebe? Und nicht zuletzt: Wie viel müssen Sie für ein gutes City-E-Bike investieren?

Ein stabiler Gepäckträger mit ausreichender Traglast für Taschen, Einkäufe oder Laptoprucksäcke, Schutzbleche, die auch bei Regen einen trockenen Rücken sichern, eine starke Beleuchtung, die gut sichtbar macht und frühzeitig warnt und nicht zuletzt ein integriertes Schloss, das für kurze Stopps unterwegs zusätzliche Sicherheit bietet, sind typische und praktische Merkmale eines City-E-Bikes.

Die Reichweite ist bei City-E-Bikes zwar weniger entscheidend als bei Tourenrädern, dennoch sollte der Motor kraftvoll genug sein, um Anstiege oder Stop-and-Go-Situationen ohne Mühe zu meistern. Wer regelmäßig weitere Strecken fährt, profitiert von größeren Akkus (z. B. 625-750 Wh).

Wer sein Rad täglich nutzt, wird sich über eine wartungsarme Ausstattung freuen. Ein Riemenantrieb in Kombination mit einer Nabenschaltung ist hier eine empfehlenswerte Wahl: Kein öliger Kettenverschleiß, keine aufwändige Wartung - ideal für den Alltag.

Weitere E-Bike Modelle mit Riemenantrieb

Neben dem Pegasus Macaron E und dem Estremo Evo 9 Lite gibt es weitere E-Bike Modelle mit Riemenantrieb auf dem Markt.

  • Pegasus Premio Evo 5F Belt: Ein komfortables und wartungsarmes E-City- und Trekkingrad, das sich ideal für Pendler und Tourenfahrer eignet. Es ist mit dem starken Bosch Performance Line CX Motor ausgestattet, der mit 85 Newtonmeter Drehmoment und den für E-Bikes üblichen bis zu 25 km/h Unterstützung für ein dynamisches Fahrerlebnis sorgt. Der geräuscharme Gates-CDX-Riemenantrieb ersetzt die klassische Kette und reduziert den Wartungsaufwand erheblich. Die speziell für E-Bikes entwickelte Nexus Inter-5E 5-Gang-Nabenschaltung von Shimano sollte zuverlässige Gangwechsel ermöglichen. Die luftgefederte Gabel mit 100-Millimeter-Federweg will für hohen Fahrkomfort sorgen. Das Pegasus Premio Evo 5F Belt kostet - je nach Akku-Leistung - zwischen rund 4.200 Euro und 4.600 Euro.
  • Flyer Upstreet5 7.23: Ein besonders tüchtiges E-Bike, das speziell für den städtischen Raum und längere Alltags- oder Freizeittouren entwickelt wurde. Es kombiniert moderne Technik mit einem komfortablen und wartungsarmen Gesamtkonzept. Herzstück des Antriebs ist der Mittelmotor Panasonic GX Ultimate, der mit satten 90 Newtonmetern Drehmoment auch bei Steigungen souveräne Unterstützung bietet. Besonders angenehm für Vielfahrer dürfte der wartungsarme Riemenantrieb Gates Carbon Drive sein, der sauberer und leiser als eine klassische Kette ist.
  • Kalkhoff Image 5.B Advance+ ABS: Ein hochwertiges E-Bike für bequeme Fahrten durch die Stadt. Wie bei vielen guten City-E-Bikes kommt auch hier ein wartungsfreier Riemenantrieb zum Einsatz, konkret der Gates Carbon Drive CDX.
  • Bulls Sturmvogel EVO 5F Belt: Ein optisch besonders schickes Urban-E-Bike fürs lässige, aber sportliche Cruisen. In Kombination mit der Shimano Fünf-Gang-Nabenschaltung und dem wartungsarmen Gates Carbon Drive Riemenantrieb ermöglicht das Bike eine intuitive und nahezu geräuschlose Fahrt.

Das neue Testschema im Jahr 2025

Die Technik der E-Bikes ist stetig im Wandel. Daher war es dringend an der Zeit, die wichtigste Bewertungsgrundlage zu überarbeiten. Die Kategorien, die Bewertungsvorgaben und somit die Endergebnisse passten nicht mehr genau. Bisher wurden Punkte nach der Akkugröße vergeben. Je mehr Wattstunden, desto höher die Punktzahl. Das wird aber beispielsweise der Trekking-Light-Klasse nicht mehr gerecht. Denn hier wird bewusst auf großdimensionierte Akkus verzichtet - dafür sind die Bikes leichter und verbrauchen weniger Akku. Eine klare Differenzierung war vonnöten.

Mit dem neuen Testschema hält auch eine neue Unterkategorie Einzug in den GERT: Trekking-Light. Etwas reduzierte Motorkraft, kleinere Akkus, dafür Fahrleistungen, die sehr nah dran sind am klassischen Trekkingrad ohne Motor. Dieses Konzept lockt zahlreiche Pendler, Tourenfahrer und sogar Radreisende an. Und - das beobachten wir immer wieder - auch Zweitkäufer überzeugt es.

Und doch bleibt das klassische Trekkingrad mit großem Akku, kraftvollem Motor und vielseitiger Alltagsausstattung das beliebteste Pedelec in Deutschland. Weiterhin ihren Platz hat zudem natürlich die Klasse der Trekkingräder, die von allem ein bisschen mehr bieten wollen - der Einfachheit halber nennen wir sie SUV. Geländegängig, kraftvoll, aber oft eben auch schwer. So präsentieren sich die offroadtauglichen Tourenräder. Wer sein Rad selten trägt, etwa in den Keller oder die Wohnung, muss nicht auf jedes Gramm achten. Mit dem höheren Gewicht bekommen die Fahrer dafür eine meist sehr satte Straßenlage, eine hohe Zuladung und viel Federungskomfort.

Mit den Testrädern in fünf Unterkategorien folgen die Stadträder. Diese Klasse ist noch einmal deutlich vielseitiger als die Trekking-Kategorie. Die Klasse City-Standard (als vergleichbare Gruppe zu Trekking-Standard, früher schlicht Stadträder genannt), sind klassische „Brot-und-Butter-Räder“, im positivsten Sinne. Sie sind praktische Helfer, vielseitig, komfortabel und vergleichsweise preiswert. Urbanbikes sind oft etwas leichter und wendiger als die Standard-Modelle. Kompakträder punkten vor allem durch ihr unnachahmliches Handling, sind aber auch extrem vielseitig. Unsere Falträder im Test sind extrem unterschiedlich. Fatbikes sind ebenso dabei wie wahre Pendler-Wunderräder.

Im Sport-Segment tummeln sich vor allem Mountain- und Gravelbikes.

Wie sehr das Thema Radgewicht an Bedeutung gewinnt, zeigt sich daran, dass erstmals seit Beginn des GERT das Durchschnittsgewicht aller Testräder (ohne Cargo-Bikes) gesunken ist - und zwar deutlich. 25,6 Kilogramm ist der Mittelwert. Im vergangenen Jahr lag der noch bei 27,1 kg.

Nicht gesunken ist der mittlere Preis. Er liegt bei 4950 Euro und somit etwas über dem Vorjahresschnitt.

Fazit

Pegasus E-Bikes bieten eine solide Auswahl für den urbanen Raum und für Touren. Insbesondere Modelle mit Riemenantrieb erfreuen sich großer Beliebtheit aufgrund ihrer Wartungsarmut und Laufruhe. Die Wahl des richtigen Modells hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem bevorzugten Einsatzgebiet ab.

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