Egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder bei einem Ausflug ins Grüne: Eine Panne mit dem Fahrrad kommt immer zum falschen Zeitpunkt. Es gibt viele gute Gründe, um Fahrrad zu fahren. Mit einer höheren Anzahl an Fahrradfahrer:innen steigt aber auch die Anzahl der Fahrradpannen. Das zeigt die Statistik des ADAC. Demnach ist der platte Reifen mit 69 Prozent die mit Abstand häufigste Ursache für eine Fahrradpanne. Schaltung, Elektrik und Schloss machen zusammen nur neun Prozent aus. Daher ist es wichtig, die häufigsten Ursachen für Fahrradpannen zu kennen und zu wissen, wie man sie beheben oder vermeiden kann.
Platter Reifen
Es ist der Pannengrund Nummer eins auf dem Fahrrad: ein platter Reifen. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich und vielfältig. Neben spitzen Gegenständen wie Glasscherben oder Nägeln auf der Fahrbahn können auch alte Fahrradschläuche oder ein falscher Luftdruck im Reifen eine Ursache sein. Durchstiche entstehen durch das Überfahren von spitzen Gegenständen wie bspw. Scherben, Nägel oder Dornen. Durch das dadurch hervorgerufene Loch im Mantel/Schlauch entweicht die Luft meist schlagartig.
Vorbeugende Maßnahmen gegen platte Reifen
Fahrradfahrende, die einem platten Reifen vorbeugen möchten, sollten ältere Fahrradschläuche gegen neue tauschen und regelmäßig die Luft in beiden Rädern kontrollieren. Unterwegs gilt es besonders auf Glasscherben zu achten. Manche Hersteller von Fahrradschläuchen bieten auch sogenannte „unplattbare“ Reifen an. Zwischen Mantel und Schlauch befindet sich bei diesen eine Kautschukschicht, die spitze Gegenstände vom empfindlichen Schlauch fernhält. Diese speziellen Fahrradreifen sind teurer als die herkömmlichen Modelle, haben in der Regel aber auch eine längere Lebensdauer.
- Reifendruck kontrollieren: Ein Reifen verliert (auch, wenn das Fahrrad nur im Keller steht) mit der Zeit automatisch Luft, was die Wahrscheinlichkeit für einen Platten erhöht. Prüfe den Reifendruck daher regelmäßig. Dabei darf nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Luft im Reifen sein. An der Seite des Fahrradreifens ist der minimale und maximale Reifendruck immer angegeben. Diesen kannst du mittels eines Reifendruckmessers (Manometer) selbst messen.
- Regelmäßig warten: Pflege die Reifen und prüfe sie regelmäßig. Kontrolliere, ob sie bereits Risse und poröse Stellen haben, ob sie korrekt sitzen und suche sie nach spitzen Gegenständen ab.
- Passe dein Fahrverhalten der Situation an: Fahre immer der Wegstrecke entsprechend und weiche Schlaglöchern aus.
- Zusätzlich kannst du dir einen sogenannten „Unplattbar“-Reifen kaufen, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Plattens produktseitig minimiert ist. Wenn du sehr sportlich unterwegs bist, lassen sich Mountainbike, Rennrad oder Gravel-Bike auch auf Tubeless-Reifen umrüsten. Bei diesen befindet sich im Mantel kein Schlauch, sondern sogenannte Tubeless-Milch.
Falscher Luftdruck
Jeder Fahrradfahrende kennt das Gefühl: Das Treten fällt zunehmend schwer und es fühlt sich an, als würde man sich kaum vom Fleck bewegen. Das liegt oftmals an zu wenig Luft im Reifen. Aber auch zu hoher Luftdruck kann für ein schlechteres Fahrverhalten, Verschleiß und Pannen sorgen. Durch zu niedrigen Luftdruck wird das Treten anstrengender und der Reifen wird anfällig, einen Platten zu bekommen, da der Schlauch durch die größere Auflagefläche stark strapaziert wird. Bei zu viel Luft im Reifen kann es passieren, dass der Mantel an den Bremsklötzen schleift. Außerdem wird die Radtour mit zu prallen Reifen spürbar unkomfortabel, da die Reifen keine Unebenheiten mehr abfedern können und die Fahrenden jede Bodenwelle in den Händen und im Gesäß zu spüren bekommen.
Da ein falscher Luftdruck den Verschleiß und die Pannenanfälligkeit erhöht, sollte dieser regelmäßig kontrolliert werden. Wie viel Luft in einen Fahrradreifen gehört, variiert stark zwischen den verschiedenen Fahrradtypen. Während City-Bikes für gewöhnlich mit weniger Luft gut zurechtkommen, sind Rennradfahrende oft mit steinharten Reifen unterwegs. Wer herausfinden möchte, wie viel Luft in den Fahrradreifen gehört, liest das am besten an der Seitenwand des Mantels ab. Dort ist der optimale Luftdruck in der entsprechenden Maßeinheit Bar angegeben.
Quetschrisse (Snake Bites)
Quetschrisse (auch "Snake Bites" genannt) kommen zustande, wenn man gegen scharfe Kanten fährt. Der Fahrradschlauch wird dabei so stark zusammengedrückt, dass er zwischen Reifen und Felge gerät.
Platzer
Platzer bezeichnen den plötzlichen Druckverlust der meist mit einem lauten Knall einhergeht. Meist ist ein zu hoher Luftdruck im Schlauch/Mantel das Problem.
Probleme mit der Kette
Ein Albtraum für alle Fahrradfahrenden: Die Kette springt während der Fahrt vom Zahnrad und muss mühsam wieder eingehängt werden. Damit die Fahrradkette möglichst lange hält, sollte sie regelmäßig von Schmutz befreit werden und bei Bedarf mit Kettenöl eingefettet werden. Wenn die Kette erste Anzeichen von Verschleiß aufweist oder nicht mehr richtig auf den Zähnen der Ritzel sitzt, sollte sie getauscht werden. Bis es so weit ist, dauert es aber bei den allermeisten Ketten einige Jahre.
- Regelmäßig reinigen: Die Kette ist bei jeder Fahrt Staub, Dreck und Spritzwasser ausgesetzt, was ihr auf Dauer zusetzen kann. Je dreckiger die Kette, desto weniger gut funktioniert sie. Reinige sie daher regelmäßig, um Fahrradpannen zu vermeiden.
- Fahrradkette ölen: Die beste Reinigung hilft nichts ohne das richtige Öl. Nutze zum Ölen ein spezielles Kettenöl und trage oder sprühe es sorgsam auf. Es gibt viele Kettenöle mit verschiedenen Applikatoren zum Auftragen. Am besten entscheidest du dich für eines, mit dem du gut zurechtkommst und bei dem am wenigsten danebengeht.
Hinweis: Spätestens wenn deine Fahrt sich schwerfällig anfühlt oder sehr laut ist, musst du die Kette warten, um eine mögliche Fahrradpanne zu vermeiden.
Mängel an den Bremsen
Die Bremsen sind bei einem Fahrrad das A und O für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Umso wichtiger ist es, dass der Bremsapparat einwandfrei funktioniert. Vor allem abgefahrene Bremsblöcke und falsch eingestellte Bremsen verlängern den Bremsweg. Um festzustellen, ob die Bremsblöcke abgefahren sind, schaut man von oben auf den Vorderreifen und zieht die Bremse an. Wenn einer oder beide Bremsblöcke das Rad nur ganz knapp oder gar nicht mehr berühren, sollten sie dringend ausgetauscht werden. Um das Einstellen von Bremsen sollte sich eine professionelle Werkstatt kümmern, da dabei einiges an Fingerspitzengefühl gefragt ist.
- Bremskabel nachziehen: Hast du das Gefühl, dass die Bremse nicht richtig bremst? Dann kontrolliere die Bremszüge. Du kannst sie vorne beim Lenker an zwei Rädchen selbst „nachziehen“.
- Bremsbeläge erneuern: Wechsle die Bremsbeläge, sobald sie abgefahren sind. Bei vielen Fahrrädern kannst du das mit etwas Geschick und einfachem Werkzeug selbst machen.
Tipp: Wenn du an der Bremse etwas verändert hast, verändert sich auch das Bremsverhalten. Gewöhne dich daher kurz an das neue Bremsgefühl, bevor du wieder richtig in die Pedale trittst.
Was gehört für Fahrrad-Erste-Hilfe ins Gepäck?
Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte auf Pannen eingestellt sein. Deshalb gehören ins Gepäck:
- Flickzeug
- Ersatzschlauch
- handliche Luftpumpe
- kleines Fahrradwerkzeug (Multitool)
Zusammenfassung
Vor Fahrradpannen ist niemand gewappnet: Auf einmal ist der Reifen platt, die Kette reißt oder die Bremse gibt nach. Wer Fahrrad fährt, hat öfter auch mal eine Fahrradpanne. Egal ob als ehrgeiziger Fahrradfan oder zum Freizeitspaß: Bist du oft mit dem Rad unterwegs, bist du diesem Risiko stets ausgesetzt. Es lohnt sich also, nicht nur einen Blick auf die häufigsten Pannen zu werfen, sondern auch darauf, wie es gar nicht erst dazu kommt. Vor allem vor langen Touren ist es wichtig, dass dein Rad gut in Schuss ist.
Häufigste Ursachen für Fahrradpannen
| Ursache | Prozentualer Anteil |
|---|---|
| Platter Reifen | 69% |
| Schaltung, Elektrik, Schloss | 9% |
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