Platten gehören zum Alltag bei uns Radfahrenden. Sie zu beheben ist etwas, das jeder oder jede beherrschen sollte. Ja, im Leben eines jeden Radfahrenden kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo einen das Pannenpech ereilt.
Es ist nicht immer die berüchtigte Glasscherbe, die durch den Mantel hindurch ein Loch in den Fahrradschlauch bohrt und so dafür sorgt, dass die Luft entweicht. Trotzdem gibt es einige bewährte Tricks, um solch einer ärgerlichen Fahrradpanne vorzubeugen.
Vorbeugende Maßnahmen
Deshalb lohnt es sich, schon vor dem Start der Tour für einige Minuten beide Räder kurz zu checken. Ist der Reifenmantel unbeschädigt und sitzt richtig auf der Felge? Denn sonst könnten Fremdkörper eindringen und Schäden verursachen. Gibt es verbogene Speichen, die eventuell den Schlauch durchdringen könnten? Ist das Ventil zugeschraubt und mit Schutzhülle versehen? Stimmt der Luftdruck überhaupt?
Die meisten Hersteller geben auf dem Reifenmantel die Größe in Zoll an. Dabei steht die größere Zahl für den Durchmesser und die kleinere für die Breite. Je nach Marke wirst Du auf dem Fahrradreifen auch Angaben zur Maximallast und dem empfohlenen Luftdruck finden, üblicherweise in Kilogramm beziehungsweise Bar. Es empfiehlt sich natürlich, diese Kennzahlen bei der eigenen Tour dann auch zu beachten.
Damit Du bei einer Fahrradpanne mit plattem Reifen nicht hilflos dastehst, hast Du natürlich ein Flickset eingepackt. An sich ist das Flicken eines Lochs gar nicht so schwierig und schnell zu bewerkstelligen.
Arten von Reifenpannen
- Schleichender Plattfuß: Diese Löcher benötigen viel Zeit, zum Plattwerden, sodass das Fahrrad tatsächlich noch gefahren werden kann. Dabei muss der Reifen allerdings häufiger aufgepumpt werden.
- Punktierungen oder Durchstiche: Werden durch das Überfahren von spitzen Gegenständen hervorgerufen, welche durch den Mantel und den Schlauch hindurch stechen. Sie können durch Glasscherben, Dornen, Nägel, Drahtstücke oder andere kleine spitze Gegenstände hervorgerufen werden.
- Quetschrisse (Snake Bites): Werden beim Auftreffen auf Steine, Bordsteine oder scharfen Kanten in Schlaglöchern erzeugt. Wenn der Reifen die scharfe Kante hart genug trifft, wird der Mantel mit dem Schlauch so stark komprimiert, dass der vollständig in die Felge gedrückt wird. Dabei wird der Schlauch zwischen Kante und Felge so eingequetscht, dass zwei kleine Löcher links und rechts am Schlauch entstehen.
- Platzer: Sind plötzliche Druckverluste die meist mit einem lauten Knall einhergehen.
Ventilarten
Jede dieser beiden Ventiltypen benötigt einen anderen Pumpenaufsatz. Günstig sind Adapter, die es erlauben, eine Schraderpumpe mit Prestaventilen zu benutzen.
- Schraderventile ("Autoventil") für 8,5 mm Felgenlöcher sind die gleichen, die auch bei Autoreifen zum Einsatz kommen. Schraderventile haben einen herausnehmbares Ventilkernstück, das mit einem speziellen Schraubenschlüssel, welcher auch in besseren Ventilkappen integriert ist, herausgedreht werden kann.
- Presta- oder Sclaverand-Ventile (auch "Französische" oder "Rennrad-Ventile" genannt) haben einen kleineren Durchmesser als Schraderventile. Prestaventile haben keinen Federmechanismus, sondern eine festsitzende Rändelschraube, die den Reifen dicht hält.
- Blitzventile oder Woods-Ventile Diese haben eine Breite, die ähnlich zu Autoventilen ist und passen deshalb durch ein 8,5 mm Felgenloch.
Wie findet man ein Loch im Fahrradreifen
Bevor Sie überhaupt an die Reparatur einer Fahrradpanne denken können, müssen Sie wissen, womit Sie es zu tun haben. Die Panne selbst ist leicht zu erkennen: Ihr Reifen ist entweder weich geworden oder ganz platt. Aber um etwas ausrichten zu können, müssen Sie herausfinden, wo sich das Loch befindet.
Beginnen Sie mit einer einfachen Sichtprüfung Ihres Reifens. Wenn die Reifenpanne durch etwas Größeres verursacht wurde, wie zum Beispiel einen Nagel oder eine Glasscherbe, ist das leicht zu erkennen. Fahren Sie allerdings nicht mit der Hand um das Rad herum, um nach einem scharfen Gegenstand zu suchen.
Sollten Sie keine offensichtliche Ursache für die Reifenpanne erkennen können, ist es an der Zeit, das Rad abzumontieren. Wenn Sie einen schlauchlosen Reifen haben, lassen Sie ihn auf dem Rad. Vergewissern Sie sich, dass der Reifen aufgepumpt ist (wenn das Loch so groß ist, dass Sie den Reifen nicht aufpumpen können, sollte es leicht zu erkennen sein) und bestreichen Sie die Reifenflanken mit der Seife. Anschließend suchen Sie nach Blasen in der Seife, die anzeigen, wo die Luft entweicht.
Wenn das nicht klappt, benötigen Sie einen großen, wasserdichten Behälter. Wenn Sie einen Schlauch prüfen, reicht ein kleinerer Behälter aus, da der Schlauch ein wenig zusammengedrückt werden kann. Wenn Sie einen schlauchlosen Reifen prüfen, muss der Behälter mindestens so groß sein, dass ein Abschnitt des Rades hineinpasst. Füllen Sie den Behälter mit Wasser - gerade so viel, dass ein Teil des Reifens oder des Schlauches unter die Oberfläche gelangt - und beginnen Sie dann, nach und nach jede Stelle des Schlauches unter Wasser zu prüfen. Auch hier müssen Sie auf Blasen achten, die von der durch das Loch entweichenden Luft verursacht werden.
Tauchen Sie auch das Ventil unter Wasser, für den Fall, dass hier die Ursache für den Luftverlust im Reifen liegt.
Reparatur des Reifens
Wenn Sie das Loch gefunden haben, beginnt die Reparatur. Wie Sie vorgehen, hängt von der Art des Reifens ab: Die Reparatur eines schlauchlosen Fahrradreifens erfordert andere Maßnahmen als die von Schlauchreifen.
Glücklicherweise müssen Sie in beiden Fällen den Reifen vom Rad abnehmen. Wenn Sie sich also beim Reifentyp nicht sicher sind, nehmen Sie einfach den Reifen ab. Sie werden schnell feststellen, ob sich ein Schlauch darin befindet oder nicht!
Schritt 1: Rad demontieren
Bevor Sie irgendwelche Reparaturen durchführen können, müssen Sie das Rad abnehmen. Dieser Vorgang sollte bei den meisten Fahrrädern im Großen und Ganzen gleich ablaufen, wenn Sie auch in einigen Fällen die Anweisungen des Fahrradherstellers zu Rate ziehen müssen.
In der Regel müssen die Bremsen gelöst werden, damit das Rad frei gleiten kann. Wenn sich die Reifenpanne im Vorderrad befindet, sollten Sie dieses entfernen können, indem Sie einfach die zentralen Muttern lösen, die das Rad im Rahmen halten. Einige Fahrräder verfügen sogar über Schnellspannhebel, so dass Sie nicht einmal Werkzeug benötigen.
Wenn Ihr Fahrrad über eine Gangschaltung verfügt, stellen Sie diese so ein, dass die Kette auf dem kleinsten Ritzel sowohl der Kettenblattgarnitur (Ritzel in der Mitte des Fahrrads) als auch der hinteren Kassette (die Ritzel am Hinterrad) liegt. Dadurch wird die Kette lockerer und lässt sich leichter abnehmen, sobald das Rad aus dem Rahmen gelöst ist. Lösen Sie dann die zentralen Muttern und schieben Sie das Rad aus der Halterung.
Schritt 2: Entfernen des Reifens
Bevor Sie den Reifen abnehmen können, müssen Sie die Luft ablassen - vorausgesetzt, er ist nicht bereits aufgrund einer Reifenpanne platt. Entfernen Sie dazu die Staubkappe vom Ventil und drücken Sie auf den kleinen Stift in der Mitte, um die restliche Luft entweichen zu lassen.
Nehmen Sie dann ein Paar Reifenheber und schieben Sie sie unter die Felge des Reifens. Wenn Ihr Reifen einen Schlauch hat (oder Sie sich nicht sicher sind), hebeln Sie nicht zu stark, um diesen nicht zu beschädigen.
Sobald Sie einen Teil der Reifenflanke über der Felge haben, arbeiten Sie sich weiter vor. Wenn eine Seite des Reifens vollständig auf der Felge liegt, sollten Sie einen Teil der anderen Seitenwand aufhebeln können. Dann brauchen Sie nur noch mit den Händen daran zu ziehen. Achten Sie darauf, Ihre Finger nicht einzuklemmen.
Reparatur von schlauchlosen Fahrradreifen
Die spezifischen Anweisungen für das von Ihnen gewählte Set zur Reparatur von Fahrradreifen sollten auf dem Set angegeben sein. Vergewissern Sie sich jedoch immer, dass die zu reparierende Stelle sauber und trocken ist, bevor Sie mit der Reparatur beginnen. Bei einem schlauchlosen Reifen wird die Reparatur oft an der nach außen gedrehten Innenseite durchgeführt. Achten Sie darauf, dass Sie die von Ihrem Reifenreparaturset empfohlene Wartezeit einhalten, bevor Sie den Reifen wieder montieren.
Reparatur von platten Schläuchen
Im Wesentlichen geht man hier ähnlich vor wie bei der Reparatur von schlauchlosen Reifen. Sie müssen etwas Luft in den Schlauch pumpen, um ihn zu formen und zu verhindern, dass er sich zusammenfaltet. Denken Sie auch daran, dass die Reparatur auf der Außenseite des Schlauchs erfolgt, mit dem Flicken nach innen.
Schritt 3: Reparatur mit einem MICHELIN Reparaturset
Bei unserem MICHELIN Reparaturset wird wie folgt vorgegangen:
- Sobald Sie den Schaden gefunden haben, reinigen Sie die Einstichstelle gründlich mit einem Schmirgelleinen.
- Stellen Sie sicher, dass die gereinigte Fläche größer ist als der Flicken, um eine gute Haftung zu gewährleisten.
- Ziehen Sie die Schutzfolie vom Flicken ab und achten Sie darauf, dass der Teil des Flickens, der mit dem Schlauch (oder dem Reifen bei schlauchlosen Reifen) in Kontakt kommt, nicht verunreinigt wird.
- Pumpen Sie den Schlauch leicht auf, bevor Sie den Flicken anbringen.
- Drücken Sie den Flicken kräftig auf der gesamten Oberfläche fest, insbesondere an den Rändern. Lassen Sie den Flicken zwei bis drei Minuten lang trocknen. Der Reifen ist nun repariert.
Schritt 4: Testen
Bevor Sie alles wieder zusammenbauen, sollten Sie den Reifen noch einmal dem Wassertest unterziehen, wie im obigen Abschnitt bei der Suche nach dem Loch beschrieben. Die Reparatur einer Reifenpanne mag für einen erfahrenen Radfahrer keine große Sache sein, aber um ein paar Minuten Zeit zu gewinnen, lohnt es sich, den reparierten Reifen in Wasser zu tauchen, bevor Sie Ihr Rad wieder montieren.
Schritt 5: Reifen wieder aufpumpen
Jetzt ist es an der Zeit, den Reifen aufzupumpen. Stellen Sie sicher, dass Sie den richtigen Druck für Ihre Reifen einhalten. Es ist auch keine schlechte Idee, das Rad vom Boden abzuheben und eine Runde zu drehen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.
Schritt 6: Alles wieder zusammenbauen!
Wenn Sie sich davon überzeugt haben, dass Ihre Reparatur erfolgreich abgeschlossen ist, können Sie Ihr Fahrrad wieder zusammenbauen. Dieser Vorgang läuft im Wesentlichen genau umgekehrt ab wie die Demontage.
Reifenmontagepaste oder Montage-Flüssigkeit
Um das lästige "Eiern" zu beheben, sollten Sie zur Reifenmontage eine sogenannte Reifenmontagepaste oder Montage-Flüssigkeit bzw. Montagefluid benutzen. Damit schmieren Sie die Reifenwulst ein und montieren dann den Fahrradreifen. Sie werden sehen, dass er nun sehr leicht auf die Felge rutscht.
Beim Aufpumpen wird er selbständig seine richtige Position auf der Felge finden. Oft hört man dabei auch ein mehrfaches "Ploppen". Der Fahrradreifen sollte nun gleichmäßig anliegen und das "Eiern" der Vergangenheit angehören. Die Montageflüssigkeit am Reifen wird sich in kurzer Zeit verflüchtigen und nicht mehr zu sehen sein.
Was tun bei häufigen Platten?
Ein Platten folgt auf den nächsten und man fragt, sich, was man wohl Schlimmes getan hat, um dies zu verdienen. Hier sind einige Ursachen und Tipps:
- Prüfen, ob die Ursache für den Platten noch im Reifen steckt (z.B. Glasscherbe).
- Fahrradschlauch nicht über seine Lebensdauer nutzen.
- Mantel auf Pannenschutz achten.
- Felge auf Beschädigungen prüfen.
- Felgenband prüfen (richtige Breite, keine Beschädigungen).
- Reifenluftdruck beachten.
- Passende Komponenten (Mantel, Schlauch, Felge) verwenden.
- Maximalbelastung des Rades beachten.
- Bodenbelag und Fahrverhalten anpassen.
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