Fahrradbekleidung muss heute multifunktional sein, um aus der Masse herauszustechen. POC verspricht mit dem Fondo Elements Jersey genau das: ein Trikot, was den Elementen trotzt und bei Wind und Wetter (und auch bei Sonnenschein?) der ideale Begleiter auf dem Bike ist.
Die Idee hinter dem Trikot
Die Idee hinter dieser Art von Fahrradtrikot war, ein Kleidungsstück zu schaffen, welches den Fahrer warm hält und Kälte draußen hält und trotzdem nicht das Gefühl vermittelt, man habe sich in den Daunen-Skianzug gezwängt. Man könnte hier an dieser Stelle mal wieder die eierlegende Wollmilchsau durchs Dorf treiben, aber dazu später mehr.
Ausstattung und Verarbeitung
Das POC Fondo Elements Jersey ist mit einer windabweisenden Membran ausgestattet. Das Trikot ist ein auf den ersten Blick recht schlicht designtes, klassisches Kurzarmtrikot - kein übermäßig dickes Softshell-Gewebe, sondern ein angenehm dünner Stoff mit innenliegender, windabweisender Membran. Aus dem gleichen Material sind auch die mitgelieferten Armlinge, die das Trikot in Windeseile zum ausgereiften Langarmtrikot verwandeln.
Die Verarbeitung ist tadellos - hier brilliert POC mit gewohnt hervorragender Qualität. Am Rücken und unter den Armen verwendet POC jedoch ein anderes Material. Hier ist strategisch clever ein Meshgewebe eingenäht, welches ideale Belüftung verspricht, bei intensiven Fahrten ein Überhitzen verhindert aber aufgrund der Platzierung keinen Windchill zulässt.
Die drei Rückentaschen bieten ausreichend Platz und verfügen auch über eine integrierte Reißverschlusstasche für Wertsachen. Die mitgelieferten Armlinge passen übrigens beide bequem in eine der drei Rückentaschen, sodass die übrigen zwei Taschen noch ausreichend Stauraum auch für lange Touren bieten.
Passform
Das Trikot stammt aus der Fondo-Serie von POC und richtet sich somit an Fahrer, die zwar einen sportlichen aber dennoch entspannten Schnitt bevorzugen. Die Schweden von POC bleiben hier den europäischen Standards für Größen treu, sodass man hier bei der Größenwahl blind zu seiner gewohnten Größe greifen kann (in meinem Fall als Typ „Bergziege“ Größe S), was bei italienischen Bekleidungsherstellern ja oftmals in einer Retouren-Odyssee enden kann.
Es ist weder besonders lang, kurz, eng oder weit geschnitten - kein Racecut, kein Flatterschnitt - für mich der ideale Schnitt für die breite Masse an Radrennfahrern. Einziges Manko an dieser Stelle sind die Armlinge, die für meinen Geschmack ein wenig enger sein könnten - vielleicht sitze ich aber einfach zuviel auf dem Fahrrad und zu wenig auf der Hantelbank. Nichtsdestotrotz sitzen sie gut und rutschen nicht durch die Silikongripper.
Die mitgelieferten Armlinge sind ebenso windabweisend und verwandeln das Trikot schnell in ein vollwertiges Langarmtrikot!
Vier Jahreszeiten - Ein Trikot für (fast) alle Fälle?
Als ich das Jersey im Januar zum Testen erhalten habe, lag draussen noch Schneematsch, das erste sonnige Trainingslager war bereits gebucht und ich hatte Zeit bis in den April mit meinem Test. Perfekte Bedingungen also, da damit wohl alle Jahreszeiten abgedeckt sind.
Mit langem Baselayer und dank seiner windabweisenden Membran hat es hier den Körper schön warm gehalten. Mit zunehmenden Temperaturen im Frühjahr rund um die 10 - 15 Grad und windigen, kalt-nassen Tagen im niederländischen Mergelland und den belgischen Ardennen hat das Trikot seine Paradedisziplin abgeliefert. Hierfür wurde es konzipiert und während meine Mitfahrer mit An- und Ausziehen der Windjacken beschäftigt waren, hatte ich die Gewissheit, mit meinem POC-Trikot ausreichend geschützt zu sein.
Die Kür hat das Trikot jedoch im sonnigen Trainingslager abgeliefert - hier hat es selbst in der Mittagssonne bei 25 Grad eine gute Figur gemacht und war nie unangenehm warm. Lange Touren im Sommer mit frühem Start bei kalten Temperaturen oder nasskalte Herbsttage - das POC Fondo Elements Jersey kann (fast) alles!
Der Rücken aus Mesh trägt immens zur guten Atmungsaktivität des Jersey bei.
Regenwetter
POC verzichtet hier auf die Verwendung einer wasserdichten Membran bzw. Behandlung des Gewebes - wirbt jedoch auch nicht damit, dass das Trikot für Regenfahrten konzipiert ist. Nichtsdestotrotz würde ich es aus eigener Erfahrung heraus als wasserabweisend bezeichnen. Es ersetzt jedoch keineswegs eine Regenjacke bei langen Fahrten im Regen.
Schauerwetter besteht das POC Fondo Elements Jersey jedoch mit Bravour und punktet auch hier.
Fazit: Ein wahrer Alleskönner?
Jein - für sehr kalte Wintertage würde ich es nicht empfehlen, auch wenn ich es selbst dann mit dicker Merinounterwäsche gefahren bin. Ansonsten ist das POC Fondo Elements Jersey jedoch ein wahrer Alleskönner: Durch die Variation der Baselayer unter dem Trikot und den praktischen Armlingen ist es vom Frühjahr bis spät in den kalten Herbst ein treuer Begleiter.
Während andere Trikots seiner Klasse dort ihre Grenzen aufgezeigt bekommen, lässt sich das Fondo Elements Jersey mit einem leichten Mesh-Unterhemd auch an warmen Tagen sehr angenehm tragen - dem Meshrücken sei Dank.
Weitere Testberichte und Vergleiche
Allwetter all the way Trikots dieser Art gibt es viele auf dem Markt und bereits vor vielen Jahren hat ein italienischer Bekleidungshersteller im Profi-Peloton eine Benchmark gesetzt in Sachen Schlechtwettertrikot, sodass synonym für alle Trikots dieser Art oftmals heute vom „Gabba“ gesprochen wird. Mein Kollege Björn hat vor einigen Wochen bereits einen Testbericht zu einem vergleichbaren Trikot von Endura geschrieben, welches auch in meinem Kleiderschrank liegt.
Worin unterscheidet sich aber nun das POC Fondo Elements Jersey? Eins vorweg: Die Unterscheide sind klein, aber die Einsatzbereiche verschieden. Auf schnellen Abfahrten oder kühlen Tagen macht sich die windabweisende Front bezahlt. Die Weste kann fortan zuhaus bleiben.
Allwettertrikots sind im November & April besonders gefragt. Das Angebot an flexiblen, wärmeren Rennrad-Trikots ohne Membran wächst stetig, die Auswahl für Frauen und Männer ist groß. Positiv: Die Schnitte sind durchweg rennradtauglich. Unterschiede und Kritik gibt’s jedoch bei Preis, Wetterschutz oder der Ausstattung.
Radprofis haben die Vorzüge der Allwetter-Rennrad-Trikots für ihre Ansprüche schnell erkannt und sich die Sachen sogar an ihren angestammten Bekleidungssponsoren vorbei beschafft. Weil die Trikots so flexibel sind, ist die Bewegungsfreiheit kaum eingeschränkt, der Wetterschutz reicht in den meisten Situationen aus, und sie müssen nicht wie klassische Regenjacken nach einem Guss sofort wieder ausgezogen werden, da das Material relativ schnell trocknet und man darunter nicht sofort schwitzt.
Aktuell gibt es ein gutes Dutzend Hersteller dieser Rennrad-Trikots für jedes Wetter, fast alle Modelle werden für Männer und Frauen angeboten, nur wenige in Unisex-Schnitt in sehr kleinen bis sehr großen Größen. Bei den Preisen pendelt sich der Durchschnitt bei etwa 150 Euro ein.
Da die chemische Ausrüstung lediglich drei bis vier Wäschen hält und der Abperleffekt nach und nach verschwindet, muss man die Ausrüstung mit geeigneten Imprägniermitteln regelmäßig auffrischen. PFC-frei, also umweltschonend, sind beispielsweise die Imprägniermittel von Fibertec, Nikwax oder Toco.
Die gute Nachricht: Alle Allwettertrikots für Rennradfahrer im Test überzeugen mit gutem bis sehr gutem Schnitt für die Rennradhaltung, insbesondere Alé, Maap und Q36,5, sowohl für Männer als auch für Frauen. Differenzen bemerkten unsere Tester und Testerinnen bei den Größen: Die Isadore-Trikots fallen in den Testgrößen relativ klein aus, die von POC eher größer.
Als Nachteil könnte man den Allzweck-Rennrad-Trikots ihren fehlenden Windschutz in Form einer Membran auslegen. Selbst wenn Hersteller dies durch besonders dicht gewebtes Material auszugleichen versuchen, wie beispielsweise Q36,5, pfeift kräftiger Fahrtwind früher oder später durchs Gewebe. Eine Alternative sind Rennrad-Trikots wie das Fiandre Light no rain von Sportful mit clever platzierter, winddichter Membran. Brustpartie und Armvorderseiten sind windgeschützt, der Rest besteht aus dünnem, dampfdurchlässigem Material. Mit 155 Gramm ist es leicht und wärmt nicht besonders, was man wiederum durch entsprechende Unterwäsche ausgleichen kann.
Allwetter-Rennrad-Trikots im Test - Übersicht
| Trikot | Preis | Wetterschutz | Tragekomfort | Handling | Ausstattung | Gesamtnote |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Alé K-Idro Jersey | 155 Euro | 2,5 | 1,7 | 1,7 | 1,0 | 1,8 |
| Bioracer Tempest Light Jacket | ab 110 Euro | 3,0 | 2,3 / 2,0 | 2,3 | 2,5 | 2,6 / 2,5 |
| Castelli Tutto Nano RoS Jersey | 150 Euro | 1,0 | 1,3 | 1,0 | 3,0 | 1,5 |
| Isadore Echelon LS Jersey | 190 Euro | 4,0 | 2,0 | 2,0 | 1,0 | 2,4 |
| Le Col Pro Aqua Zero | 195 Euro | 2,5 | 1,7 | 1,3 | 2,0 | 1,9 |
| Maap Evade Thermal LS Jersey | 200 Euro | 1,0 | 1,3 | 2,3 | 1,5 | 1,5 |
| Poc Radiant Jersey | 180 Euro | 1,0 | 2,0 | 1,7 | 4,0 | 2,0 |
| Q36,5 Jersey Long Sleeve WoolF | 194 Euro | 4,0 | 2,2 / 2,0 | 1,3 | 1,0 | 2,3 |
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