In einer der ältesten Siedlungen des Rhein-Eifel-Gebietes fertigt der Unikatbauer Poison individuelle, maßgefertigte Fahrräder - und bietet eine einzigartige Palette möglicher Rahmenfarben. Seit den 90er-Jahren gilt die Marke Poison als Vorreiter bei Baukasten-Rädern. Sie setzt auf einfache, aber solide und bezahlbare Räder mit individuell wählbarer Ausstattung und Wunschfarbe.
Poison Arsen: Komfort-E-Bike mit außergewöhnlichem Antrieb
Das Poison Arsen ist ein komfortorientiertes Trekking E-Bike mit einem außergewöhnlichen Antriebskonzept. In Verkehrsblau sticht der hochwertig lackierte und verschweißte Alu-Trapezrahmen des Poison Arsen mit dem genialen Antriebs-Dreiklang aus Albers Neodrives Z20-Heckmotor, Gates-Riemenantrieb und Pinion P1.12-Tretlagerschaltung ins Auge. Weiter haben die Nickenicher ihrem zuladungsfreudigen (bis 160 kg Gesamtgewicht) Trekking-E-Bike Komfortelemente wie Luftfedergabel mit Blockierfunktion, neigungsverstellbaren Vorbau und Flossengriffe spendiert.
Die aufrechte Sitzhaltung begünstigt gute Rundumsicht, schnell genießen wir die agile Fahrdynamik und optimale Mischung aus Kraft, Effizienz und Geräuscharmut des Neodrives Z20. Am meisten Fahrfreude kommt in welligem Terrain auf, wenn man es um die Unterstützungsschwelle von 25 km/h sehr gut laufen lassen kann und das Arsen mit Laufruhe überzeugt. Bei Abfahrten setzt die Rekuperation ein und lädt den Akku wieder auf.
Neodrives Z20 Heckmotor
Der getriebelose Hecknabenmotor Alber Neodrives Z20 wird leider selten verbaut. Wer einmal damit gefahren ist, vergisst es nicht mehr: die außergewöhnliche Laufkultur des Neodrives, der völlig leise unterstützt. Mit seinen 40 Nm direkt am Hinterrad agiert der Hecktriebler äußerst kräftig und außerordentlich harmonisch. Vibrationen kennt der Antrieb nicht, auch die Wartung beschränkt sich auf die üblichen Intervalle, die ein E-Bike sowieso benötigt, eher seltener.
Eine weitere Besonderheit ist sicherlich die Rekuperationsfunktion des Antriebs. Durch Umschalten des Motors in einen Generator übers Display ist es vor allem Bergab möglich, verbrauchte Energie wieder zurückzuführen.
Pinion Tretlagergetriebe C.1.12
Clever kombiniert Poison den Neodrives mit einem Tretlagergetriebe von Pinion. Der Übersetzungsumfang des C1.12 am Testrad beträgt üppige 600 % vom kleinsten auf den größten Gang. Konkret bedeutet dies beim Arsen: Der kleinste, am kürzesten übersetzte Gang liegt bei einer Entfaltung von unter 1,5 m pro Kurbelumdrehung. Damit kurbel man überall hinauf.
Die perfekt einrastenden zwölf Gänge des Pinion-Tretlagergetriebes, mit Sprüngen von 17,7 Prozent, werden per Drehgriff gewechselt. Geschaltet wird das Getriebe mit einem Drehgriffschalter, der beim Drehen - also beim Schaltvorgang - exakt einrastet.
Gates Riemenantrieb
Im Bereich der Touren- oder Stadträder verdrängt der Gates-Riemen so ganz allmählich die Kette. Grund: Schmierung braucht der Riemen grundsätzlich keine, eine Wartung entfällt gänzlich. Darüber hinaus erzeugt der Gates keinerlei Geräusche und gilt als langlebig. Im Gegensatz zu einer Kette, die die Tretkraft direkt ans Hinterrad weitergibt, hat der Gates ein klein wenig Schlupf. Er federt die Tretimpulse fast unmerklich ab, was insgesamt zu einem sanften Tretgefühl führt, dessen Komfort man dann wieder vermisst, sobald man auf einem Rad mit Kettenantrieb sitzt.
Poison Arsen: Komponenten
- Hydr. Riemenantrieb
- Ergotec-Vorbau
- Racktime-Gepäckträger
Neben den modernen Antriebszutaten setzt Poison beim Arsen auf ein bewährtes Konzept: starrer Alurahmen mit einer Federgabel. Die Rahmengeometrie ermöglicht eine komfortabel aufrechte Sitzposition, sodass das Arsen auch beim Test problemlos mit dem Stuttgarter Großstadtverkehr zurechtkam: Gute Übersicht und der elastische Hecknabenmotor zeigten ein mehr als gelungenes Konzept.
Beim Ampelstart beschleunigt der Hecktriebler zurückhaltend kräftig und zieht bis 25 km/h gleichmäßig durch. Im Flachen kann man locker ohne Unterstützung treten, ohne gleich in Schnappatmung zu fallen. Der starre Rahmen ist recht straff, eine komfortable Dämpfung des Hecks ermöglicht der passende Druck der griffigen Conti-Reifen.
Poison Meskalin Titan Gravel: Sportliches Gravelbike für den Alltag
Beim Titan-Gravelbike Meskalin erübrigt sich die Frage nach der Farbwahl, doch zu den Baukasten-Optionen kommen wir später. Das Gravelbike ist eines der wenigen im Portfolio, das einen Rennlenker hat. Es präsentiert sich mit einer klassischen Formensprache, gekennzeichnet durch ein fast waagerechtes Oberrohr und weit oben angesetzte Sitzstreben, was sich von modernen Rahmengeometrien abhebt.
Poison setzt auch beim Aufbau auf traditionelle, bewährte Technik. Ein Tretlager mit BSA-Gewinde, ein geklemmter Ahead-Vorbau mit Alulenker und außen verlaufende Kabel vor dem Steuerrohr erinnern an das Rennrad-Design vergangener Jahre. Trotz der eher sportlichen Sitzposition richtet sich das Rad hauptsächlich an Pendler und Radreisende. Alltagstauglichkeit steht hier im Vordergrund, daher sind Gepäckträgerösen und Aufnahmen für Schutzbleche vorhanden. Allerdings sind Letztere nur in Kombination mit breiteren Straßenreifen verfügbar, und es gibt sogar eine stabile Aufnahme für einen Seitenständer.
Zwar fehlen die heute üblichen Optionen für moderne Bikepackingsysteme auf dem Oberrohr oder an der Gabel, aber mit einer maximalen Reifenbreite von 42 Millimetern entspricht das Rad ohnehin nicht den Anforderungen an schwieriges Gelände. Denn es fühlt sich auf der Straße und auf befestigten Wegen deutlich wohler. Für diese Ausrichtung ist das Fahrverhalten relativ wendig.
Dass sich das Rad im Gelände etwas "rumpelig" fährt, liegt wahrscheinlich an mehreren Faktoren, darunter die Alu-Stütze mit wenig Auszug und ein harter Alu-Lenker. Die recht schmalen Reifen sind mit Schlauch montiert; sie rollen auf der Straße und auf harten Böden gut, werden aber auch mit sehr wenig Druck nicht geschmeidiger. Wenn sie tubeless montiert wären, würden sie sich etwas besser an die Piste anpassen.
Komponenten des Poison Meskalin Titan Gravel
Die spezielle Gravel-Komponentengruppe von Campagnolo, die Ekar mit 13 Gängen, bietet ausreichend Bandbreite und eine angenehme Abstufung. Unser Testrad, das 9,5 Kilogramm wiegt, dürfte damit der leichtesten Aufbauvariante nahekommen. Alternativ gibt es verschiedene Optionen von Shimano GRX, und der Basispreis des Rades liegt bei 4150 Euro. Im Konfigurator sind vor allem die Laufrad-Optionen begrenzt, da hier nur drei klassische Alu-Felgen und die Speichen wählbar sind, mit denen die Räder aufgebaut werden.
Poison Cyanit: Cyclocrosser mit Stahlrahmen
Der auf individuelle Konfigurationen spezialisierte Hersteller Poison, aus Nickenich bei Koblenz, bringt mit dem Cyanit ein wunderschönes Gravelbike aus Stahl an den Start. Die Farbe des Rahmens, des Logos, sowie auf Wunsch ein eigener Namensschriftzug, lassen sich ganz nach eigenem Geschmack auswählen. Da Poison traditionell hochwertige Reiseräder anbietet, ist es kein Wunder, dass das Cyanit von einem Randonneur abstammt. samt relativ langen Radstand.
Im Shop selbst ist ein Serienrad zu finden, welches sich weiter konfigurieren lässt. Es ist mit einem SRAM Rival 1×11 Schaltwerk ausgestattet und kommt mit Scheibenbremsen. Neben Rahmengröße, Farbe und Dekore lässt sich jetzt noch Einfluss auf Reifen, Vorbau, Sattel und Sattelstütze nehmen. Aber auch Lenker, Bremssystem und Pedale kann konfiguriert werden. Wer eigene Teile einbringen möchte, findet hierzu auch eine Möglichkeit.
Unikate aus Nickenich - Poison Bikes
Hans Werner Theisen und sein Team verkaufen Unikate im Direktvertrieb. In Nickenich steht die Fertigungshalle. Dort wird auch ein Concept Store betrieben in dem man die Räder testen kann. Hier berät das Poison-Team umfassend und hilft dabei ein neues Rad auszuwählen. Die Räder lassen sich auch online konfigurieren und auf der Webseite des Unternehmens bestellen. Da hier ausschließlich im Direktvertrieb gearbeitet wird, ist das Preis-/Leistungsverhältnis gut - und die Räder sind „Made in Germany“.
Alle Räder werden vor Ort von den Mitarbeitern lackiert, aufgebaut und schließlich dem Kunden übergeben. Selbst die Laufräder kommen aus einer eigens dafür angeschafften Maschine. Und da der Kunde sein Rad individuell bestellen kann, sorgt eine eigene Abteilung dafür, dass Dekore und sogar Namensschriftzüge ordnungsgemäß auf den Rahmen kommen.
Service - auch nach dem Kauf
Auch nach dem Kauf wird man bei Poison nicht im Stich gelassen. Die Poison Bikes GmbH unterstützt hier allerdings bestmöglich und hilft bei der Auswahl der richtigen Rahmengröße und liefert zahlreiche Informationen zu den eigenen Rädern. Der Versand läuft einwandfrei und das Rad kommt gut montiert an, sodass direkt losgeradelt werden kann. Und da bei Handarbeit auch immer mal etwas kaputt gehen kann, ist der Service nach dem Kauf wichtig. Hier ist Poison nicht nur durch ein Servicenetzwerk gut aufgestellt.
Poison Tellur: Ein Gravelbike für Spaß auf und neben dem Asphalt
Mit dem Tellur hat Poison ein Gravelbike auf den Markt gebracht, das unaufgeregt und zuverlässig das macht, was es soll: Spaß ermöglichen, auf und neben dem Asphalt. Die Geometrie ist moderat, der geneigte Steuersatz tut sein übriges dazu. Die eher komfortbetonte Sitzhaltung führt dazu, dass es einfach extrem launig ist, am Unterlenker die Berge hinabzudüsen.
Gefallen haben uns auch die Laufräder. Die RR511 db von DT Swiss sind sehr stabil und auch durch größere Absätze nicht in die Knie zu zwingen. Da muss man auch vor Treppen und Wurzel-Trails nicht Halt machen. Und obwohl wir wegen der geringen Profiltiefe und des Namens der aufgezogenen Speedking CX von Continental mit 35 Millimetern Breite eher Geschwindigkeit statt Halt erwartet hatten, griffen die Pneus auch auf losem Untergrund erstaunlich gut.
Bestückt war unser Testrad mit einer Rival-Gruppe von Sram - vorne einfach, hinten elffach.
Tabelle: Übersicht der getesteten Poison Bikes
| Modell | Typ | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Arsen | E-Bike | Neodrives Z20, Pinion C.1.12, Gates Riemenantrieb |
| Meskalin Titan | Gravelbike | Titanrahmen, klassische Geometrie |
| Cyanit | Cyclocrosser/Gravelbike | Stahlrahmen, individuelle Konfiguration |
| Tellur | Gravelbike | Komfortable Geometrie, vielseitig einsetzbar |
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