Viele Radfahrer nutzen ihr Fahrrad auch im Winter, trotz Kälte, Schnee und Eis. Der Winter stellt jedoch durch seine Witterungsbedingungen und das Streugut erhöhte Anforderungen an das Material. Um das Fahrrad im Winter möglichst ohne Pannen und Unfälle nutzen zu können, ist eine entsprechende Vorbereitung wichtig. Ein wichtiger Aspekt dabei sind die Reifen.
Warum sind poröse Fahrradreifen gefährlich?
Fahrradreifen werden im Winter besonders beansprucht, da das Fahren bei Glätte und Schnee eine stabile Bereifung benötigt. Abgefahrene oder poröse Reifen können bei Schnee und Glätte gefährlich werden. Reifen mit wenig bis gar keinem Profil mehr sollten ausgetauscht werden.
Ursachen für poröse Reifen
Ein Fahrradreifen gilt als porös, wenn er viele kleine, oberflächliche Risse an der Flanke aufweist. Diese kleinen Risse können mehrere Ursachen haben:
- UV-Strahlung: UV-Strahlen sind kein Freund der Reifen. Diese können auf Dauer die kleinen Risse erzeugen, wenn das Bike längere Zeit den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Zweirad bei Nichtbenutzung sicher und geschützt unterzustellen.
- Seitenläuferdynamo: Auch ein Seitenläuferdynamo kann auf lange Sicht die Entstehung solcher Risse fördern, vor allem wenn der Anpressdruck zu hoch ist. Durch eine dauerhafte Reibung wird so das Reifenmaterial beansprucht und langsam aber stetig abgenutzt.
- Falscher Luftdruck: Die häufigste Ursache für poröse Reifen liegt aber im falschen Luftdruck. Hierbei macht es keinen großen Unterschied, ob das Fahrrad benutzt wird oder für längere Zeit ungenutzt verwahrt wird. Ist der Reifendruck zu niedrig, lastet zu viel Gewicht auf dem Reifen, das Gewicht des Bikes selbst oder eben auch noch zusätzlich das des Fahrers. Diese Belastung lässt den Reifen porös werden.
Der falsche Luftdruck ist eine der häufigsten Ursachen für poröse Fahrradreifen. Wenn der Luftdruck zu niedrig ist, lastet zu viel Gewicht auf dem Reifen und kann zu kleinen Rissen führen. Dies gilt nicht nur, wenn das Fahrrad benutzt wird, sondern auch, wenn es längere Zeit ungenutzt stehen bleibt. Um sicherzustellen, dass immer genügend Luft im Reifen vorhanden ist, sollten Sie den Luftdruck regelmäßig, mindestens alle vier Wochen, überprüfen. Dies kann mit einem digitalen Luftdruckprüfer oder einer Standpumpe einfach und genau erfolgen.
Wann sollten poröse Reifen ausgetauscht werden?
Wenn die Risse erstmal da sind, ist eine Reparatur nicht möglich. Das bedeutet aber nicht, dass der Reifen sofort getauscht werden muss. Wann dies der Fall ist, ist nicht pauschal zu beantworten und benötigt ein wenig „Materialfeinfühligkeit“.
Bei wirklich kleinen, ganz oberflächlichen Rissen besteht in der Regel kein akuter Grund, den Reifen sofort zu wechseln. Der Zeitpunkt des Reifenwechselns hängt auch stark vom eigenen Fahrstil und dem bevorzugten Untergrund ab und benötigt deshalb ein wenig Fingerspitzengefühl. In der Regel werden die Risse aber mit der Zeit irgendwann größer.
Wenn sich tiefe oder große Risse bilden, sollte der Reifen aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden. Bei kleineren, oberflächlichen Rissen gibt es keine feste Regel, wann der Reifen ausgetauscht werden muss. Es kommt darauf an, wie intensiv das Fahrrad genutzt wird und in welcher Art von Gelände es fährt. Allerdings sollte beachtet werden, dass kleine Risse sich im Laufe der Zeit vergrößern können.
Weitere Aspekte der Reifenabnutzung
Neben der Porosität gibt es noch weitere Faktoren, die die Lebensdauer und Sicherheit von Fahrradreifen beeinflussen:
- Profiltiefe: Neben dem richtigen Luftdruck ist der Zustand des Fahrradreifens wichtig. Auch die Profiltiefe sollten Sie im Auge behalten.
- Sichtbare Karkasse: Der Reifen ist abgefahren und muss ersetzt werden, wenn auf der Lauffläche die Pannenschutzeinlage oder Karkassenfäden sichtbar werden.
- Beschädigte Seitenwände: Häufig gehen die Seitenwände der Fahrradreifen kaputt, bevor die Lauffläche abgefahren ist.
- Schnitte und Löcher: Glas, Scherben, spitze Steine und mehr lauert auf dem Fahrradweg. Wenn schon nicht der Reifen kaputt geht, dann aber der Schlauch. Weil der Reifen kleinere Schnitte und Stiche ab kann, aufgrund seines Aufbaus aus Kautschuk und Karkasse.
Beurteilung von Schnitten im Reifen
Solange nur die äußere Schicht des Reifens eine leichte Beschädigung aufweist, ist der Schaden für den Reifen minimal. Erst wenn die Karkasse des Reifens betroffen wird, entsteht struktureller Schaden. Ab da wird es schon gefährlicher.
Sobald man auch so viel der äußeren Schicht abgefahren hat, dass Teile des Gewebes der Karkasse sichtbar wird, ist es spätestens an der Zeit, den Reifen zu wechseln. Meist haben Reifen schon vorher eine sichtbare Sicherheitsschicht, welche auf den Verschleiß hinweist.
Kleinere Schnitte sind nicht gefährlich, solange die Karkasse nicht beschädigt wird. In folgendem Beispiel hingegen ist der Schnitt deutlich tiefer. Außerdem ist auch die Karkasse schon deutlich zu sehen. Zudem ist das Gewebe der Karkasse bereits beschädigt, da zu sehen ist, dass Teile des Gewebes gerissen sind. Diesen Reifen würde ich so nicht mehr weiter fahren, da das Risiko eines kollabierenden Reifen zu hoch ist.
Winterreifen für Fahrräder
Spezielle Winterreifen für das Fahrrad gibt es heutzutage im Fachhandel. Das sind meistens Reifen mit kleinen Spikes und tieferem Profil, was das Fahren bei Schnee und Eis erleichtert und das Bremsen etwas sicherer macht.
Winterreifen sind auch für Rennradfahrer interessant. Denn Rennräder sind üblicherweise mit glatten, fast profillosen Reifen unterwegs, die kaum Halt bei Schnee und Glätte bieten. Wie bei den Winterreifen für herkömmliche Fahrräder besitzen diese Winterreifen größtenteils kleine Spikes und ein tieferes Profil. Die Reifen haben daher eine größere Lauffläche und bieten somit besseren Halt. Das Rennrad muss im Winter nicht unbedingt in den Keller.
Weitere Tipps für die Fahrradwartung im Winter
Für alle Räder nach dem Winter ist wichtig: Funktioniert die Beleuchtung richtig? Ist die Kettenschaltung sauber? Wenn nicht, sollten Radler Ritzel, Kette und Umwerfer grob reinigen und die Kette danach mit Kettenfett oder -öl schmieren.
Über den Winter angesetzter Rost auf Scheibenbremsen kann bei den ersten Bremsungen für eine besonders starke Wirkung sorgen. Darauf sollten sich die Radler einstellen und die ersten Fahrten besonders umsichtig angehen.
Grundsätzlich rät der ADAC zu einer jährlichen Inspektion des Fahrrades, auch um versteckte Mängel aufzudecken und Folgeschäden zu verhindern.
Laufleistung von Fahrradreifen
Es ist sehr schwierig, eine Aussage über die Laufleistung von Fahrradreifen zu machen, denn sie wird sehr stark von Reifendruck, Belastung, Fahrbahnuntergrund, Umgebungstemperaturen und dem Fahrstil beeinflusst. Bei hohen Temperaturen, großer Belastung und rauem Asphalt verschleißen Reifen z. B. schneller.
Als grobe Orientierung kann man von Schwalbe Standardreifen eine Laufleistung von 2.000 bis 5.000 km erwarten. Die Reifen der Marathon-Familie halten in der Regel zwischen 6.000 und 12.000 km. Bei Marathon Supreme ist diese etwas geringer (ca. 5.000 bis 9.000 km).
Leider erreichen viele Reifen nicht die mögliche Kilometerleistung, weil sie dauerhaft mit zu wenig Luftdruck betrieben werden. Ohne ausreichenden Luftdruck kann der Reifen die Last nicht richtig tragen. Der Reifen muss sich beim Abrollen übermäßig verformen, was er nur eine begrenzte Zeit mitmacht.
Abbildung 1 zeigt die typischen Ermüdungsrisse, die durch zu wenig Luftdruck entstehen: wenige große Risse im oberen Bereich der Seitenwand. Das zweite Bild zeigt dagegen normale Alterungsrisse (aufgrund von Überalterung). Diese Risse sind eher klein und über die komplette Seitenwand verteilt.
Auch die Bilder 3 und 4 zeigen eindeutige Anzeichen für dauerhaft unzureichenden Luftdruck: typische Abriebspuren, der Reifen ist nicht in der Mitte am stärksten abgefahren, sondern links und rechts daneben.
| Reifentyp | Laufleistung (ca.) |
|---|---|
| Schwalbe Standardreifen | 2.000 - 5.000 km |
| Schwalbe Marathon-Familie | 6.000 - 12.000 km |
| Schwalbe Marathon Supreme | 5.000 - 9.000 km |
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