Die Welt der Laufräder ist vielfältig, und besonders im Bereich der Carbon Laufräder gibt es zahlreiche Optionen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Modelle und Testberichte, um einen umfassenden Überblick zu bieten.
Bergamont Prime RS MGN: Ein detaillierter Test
Das Bergamont Prime RS MGN, ein Spitzenprodukt aus Hamburg, wurde intensiv getestet. Der erste Eindruck ist vielversprechend, da der Rahmen eine klare Linie symbolisiert und die Seilzüge fast komplett im Rahmen verschwinden. Der Easton Aero Lenker ermöglicht das Fahren mit dünnem Lenkerband, und Bergamont hat mit dem FIZIK Road Lenkerband eine gute Wahl getroffen, das sich weich anfühlt und guten Halt bietet.
Am Rahmen können zwei Trinkflaschenhalter montiert werden, und die RS 50 Elite Carbon-Laufräder mit Sapim X-Ray Messerspeichen passen perfekt zum Rahmen. Der verbaute Fizik Arione R3 Carbon Sattel besticht durch seine sportliche Erscheinung und farblich dezent rote Elemente.
Die Kettenstrebe ist ziemlich tief gezogen, und das komplette Rennrad ist an seinen sensiblen Stellen mit einer Lackschutzfolie ausgestattet. Das Bergamont Prime RS MGN kommt mit einer vollständigen Dura Ace 9000 Gruppe, die für ihre Präzision geschätzt wird. Eine leichte Bewegung mit dem rechten Mittelfinger zur Lenkerinnenseite genügt, und schon sitzt der Gang.
Auf der Straße macht das Prime RS MGN eine richtig gute Figur. Das Zusammenspiel aller Komponenten überzeugt bereits beim ersten Antritt. Die Hamburger geben dem Prime RS MGN so viel Flexibilität mit, dass es durchaus komfortabel oder sportlich gefahren werden kann. Die längste Tour mit dem Bergamont betrug 129 km. Alles zusammen für einen Preis von ca. 5000 Euro. Wer die Chance hat, sich ein Bergamont Prime RS zu kaufen, sollte dies wirklich in Betracht ziehen. Laufräder, Schaltgruppe, Bremsen, Rahmen und Lenker sind noch immer in einem sehr guten Zustand.
KTM SCARP MT PRIME: Ein modernes Mountainbike
Das Modell "SCARP MT PRIME" der Marke KTM aus dem Jahr 2023 ist ein hochmodernes Mountainbike, das für anspruchsvolle Fahrer entwickelt wurde. Der Rahmen des SCARP MT PRIME besteht aus Premium Carbon und ist für 29-Zoll-Laufräder ausgelegt. Er bietet 115 mm Federweg und ist mit dem UDH-System (Universal Derailleur Hanger) ausgestattet.
Die Bremsanlage des Bikes besteht aus Shimano Deore XT M8100 Bremsen mit 2-Kolben-Bremssätteln, die für eine zuverlässige und kraftvolle Bremsleistung sorgen. Die Schaltung ist eine SRAM XX1 Eagle AXS 12-Gang-Schaltung, die durch den SRAM GX Eagle AXS Controller gesteuert wird. Die Federung des SCARP MT PRIME wird durch eine FOX 34 Float SC 29" Factory-Gabel mit 120 mm Federweg und remote Steuerung sowie einen FOX Float DPS Factory-Dämpfer mit den Maßen 190x45 mm gewährleistet.
Das Innenlager ist ein SRAM DUB pressfit MTB 92, kombiniert mit einem SRAM GX Eagle Carbon DUB Kurbelsatz mit einem 32-Zähne-Kettenblatt. Der Lenker ist ein KTM Prime Carbon flat Modell mit einer Breite von 740 mm, ergänzt durch KTM Team Silikongriffe und einen KTM Prime MTB Vorbau mit einem Winkel von 6°. Die Laufräder bestehen aus KTM Prime Carbon Trail-Felgen, die von DT Swiss hergestellt werden, und sind mit Maxxis Rekon EXO/TR Reifen der Größe 62-622 ausgestattet.
Der Sattel ist ein Selle San Marco Aspide Short Open Fit Narrow, der auf einer KTM Prime Carbon Sattelstütze mit einem Durchmesser von 30.9 mm und einer Länge von 400 mm montiert ist. Zusammengefasst bietet das KTM SCARP MT PRIME von 2023 eine hervorragende Ausstattung, die sowohl für den ambitionierten Freizeitsportler als auch für den professionellen Einsatz geeignet ist.
Felgenbremsen vs. Scheibenbremsen: Eine anhaltende Diskussion
Unter Rennradfahrern ist es die Stammtischfrage schlechthin: Felgen- oder Scheibenbremse? Während einige "Innovation und Fortschritt" jubeln, wettern andere gegen "Teufelszeug und Kulturbruch". Die Frage lautet allerdings: Wie lange noch? Denn die Tage der guten alten Felgenbremse scheinen gezählt. Im aktuellen Angebot der Radhersteller und, wichtiger noch, bei der Produktentwicklung übernimmt die Scheibenbremse immer häufiger die tragende Rolle.
Noch bieten viele Hersteller ihre Produkte zwar für Scheiben- und Felgenbremsen an, bei kompletten Neuentwicklungen heißt es indes immer häufiger: disc only. "Im Nachrüstmarkt sind Felgenbrems-Laufräder immer noch ein großes Thema", betont jedoch Christian Brumen, Category Manager Dropbar bei Rose. Wer dem eigenen Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen will, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten. 20 Modelle hat ROADBIKE für diesen Artikel in Labor und Praxis getestet - in drei Preiskategorien: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro.
Testergebnisse im Überblick
ROADBIKE hat 20 Laufräder in drei Preiskategorien getestet. Die Erkenntnisse: Die vier getesteten High-End-Laufradsätze um 2000 Euro kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker. Das heißt: Freunde von Felgenbrems-Laufrädern finden aktuell noch viele überzeugende Produkte - selbst wenn es die letzten ihrer Art sein sollten.
Hier eine Zusammenfassung der besten Laufräder in den jeweiligen Preiskategorien:
- Laufräder um 2000 Euro:
- Cadex 42 Tubeless (Testsieger)
- Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp)
- Campagnolo Bora WTO 33
- DT Swiss PRC 1400 Spline 35
- Laufräder um 1000 Euro:
- Easton EA90 SL (Testsieger)
- Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)
- DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21
Detaillierte Testergebnisse: Laufräder um 2000 Euro
Cadex 42 Tubeless (Testsieger)
Cadex 42 Tubeless begeistern mit hohen Steifigkeitswerten und extremem Leichtgewicht. In der Praxis gefallen die gute Beschleunigung und die tolle Bremspower, allerdings bringt Seitenwind schnell Unruhe ins Fahrwerk. Die hakenlose Felge schränkt die Reifenauswahl stark ein, der sehr laute Freilauf ist Geschmackssache.
Fazit: Cadex’ teures Erstlingswerk legt beeindruckende Laborwerte hin. In der Praxis trüben kleine Details die Freude.
Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp)
Ähnlich wie sein Disc-Pedant überzeugt es auf der Straße mit spritzigem Antritt dank Fliegengewicht, großer Lenkpräzision und hoher Fahrstabilität. Vor allem aber hält das RC Fifty Carbon hohes Tempo beeindruckend leicht. Auch die Bremspower der SwissStopp-Beläge stimmt. Bei den Steifigkeitsmessungen sind die Konkurrenten etwas besser, Roses Werte sind aber über alle Zweifel erhaben.
Fazit: Spritzig, agil, schnell: Zum vergleichsweise attraktiven Preis schnürt Rose ein tolles Paket.
Campagnolo Bora WTO 33
Mit knapp über 1400 Gramm Set-Gewicht gefällt der Satz aber auch als Gipfelstürmer, der im Labor bei Steifigkeits- und Trägheitsmessungen fleißig Punkte sammelt. Auf der Straße gefallen die quirlige Beschleunigung und die sehr präzise Lenkung, auch die Bremspower beeindruckt. Geschmackssache ist dabei aber das sehr laute Pfeifgeräusch beim Bremsen, die aufgeraute Flanke sorgt zudem für ordentlichen Belagverschleiß.
Fazit: Die flinken Bora WTO 33 sind nicht nur für Campa-Fans eine Empfehlung, bremsen allerdings recht laut.
DT Swiss PRC 1400 Spline 35
Auf der Straße gefällt es mit einem sehr ausgewogenen Fahreindruck: Die Beschleunigung ist sehr gut, die Lenkung extrem präzise, hohes Tempo hält das Set ausgesprochen willig, die Bremspower ist hoch. Akustisch fallen der sehr laute Freilauf, leises "Bollern" der Felgen und dezentes Sirren beim Bremsen auf. Im Labor hingegen kosten das in diesem Vergleich hohe Set-Gewicht und die Trägheitswerte wertvolle Punkte.
Fazit: Macht Spaß: Das PRC 1400 von DT Swiss ist vielseitig und schnell. Im Labor sammeln andere mehr Punkte.
Detaillierte Testergebnisse: Laufräder um 1000 Euro
Easton EA90 SL (Testsieger)
Eastons EA90 SL überzeugt in Labor und Praxis - Testsieg! Trotz massiver Naben und breiter Felge bleibt der Satz locker unter der für Alu-Laufräder magischen Gewichtsgrenze von 1500 Gramm und sammelt fleißig Punkte bei den Steifigkeitsmessungen. Im Sattel begeistern die EA90 SL mit sattem Vortrieb und spritziger Beschleunigung, das Lenkverhalten ist wendig-agil und zugleich absolut präzise. Dank breit bauender Reifen stimmt auch der Komfort.
Fazit: Leicht, steif, komfortabel - Eastons EA 90 SL überzeugt auf ganzer Linie. Auch als Tipp für schwere Piloten.
Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)
Die Beschleunigung und Agilität zaubert dem Fahrer ein breites Grinsen ins Gesicht. Die Torsionsmessung hingegen ist traditionell Mavics Achillesferse. Den Preis-Leistungs-Tipp sicherten sich die Franzosen durch den großen Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung: Reifen und Ventile sind schon montiert, nur Dichtmilch einfüllen und ab dafür.
Fazit: Findet Mavic nach unternehmerischen Querelen zurück in die Spur? Produktseitig spricht nichts dagegen.
DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21
Die flache Version (es gibt noch eine mit 32-mm-Felge) ist betörend leicht, beschleunigt wieselflink, bietet ordentlichen Komfort und überzeugte auch auf den Prüfständen. Die Bremswirkung ist hoch, setzt bei Nässe aber verzögert ein - der einzige Kritikpunkt.
Fazit: Der DT-Satz überzeugt in Labor und Praxis, dank dauerhaft schwarzer Bremsflanke gibt’s auch was fürs Auge.
Zusammenfassung der Testergebnisse
Um die Testergebnisse übersichtlich darzustellen, hier eine Tabelle mit den wichtigsten Daten:
| Laufradmodell | Preisklasse | Gewicht LRS (g) | Seitensteifigkeit (Nm/°) | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Cadex 42 Tubeless | 2000 Euro | 1273 | v 112, h 106 | ÜBERRAGEND (93 Punkte) |
| Rose RC Fifty Carbon | 2000 Euro | 1374 | v 99, h 94 | ÜBERRAGEND (95 Punkte) |
| Campagnolo Bora WTO 33 | 2000 Euro | 1416 | v 113, h 109 | SEHR GUT (84 Punkte) |
| DT Swiss PRC 1400 Spline 35 | 2000 Euro | 1493 | v 120, h 99 | SEHR GUT (80 Punkte) |
| Easton EA90 SL | 1000 Euro | 1482 | v 107, h 96 | ÜBERRAGEND (95 Punkte) |
| Mavic Ksyrium Pro UST | 1000 Euro | 1438 | v 98, h 92 | SEHR GUT (82 Punkte) |
| DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21 | 1000 Euro | N/A | N/A | N/A |
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