Dieser Artikel wurde von Dr. Simon Bokler veröffentlicht, einem ausgewiesenen Spezialisten in der Diagnostik der Veränderungen der Prostata.
Ursachen einer Prostataentzündung
Die mit Abstand häufigste Ursache einer Prostataentzündung ist die bakterielle Besiedelung durch Einwanderung durch die Harnröhre. Meistens sind es Darmbakterien, die durch die Harnröhre die Prostata erreichen und sich dort ansiedeln. Wenn das Immunsystem aus verschiedenen Gründen geschwächt ist oder nur verzögert reagiert, können sich die Bakterien im Bereich der Prostata anreichern, vermehren und dann zu einer Entzündung führen. Die häufigsten Bakterienstämme, die eine Prostataentzündung verursachen, sind E. coli oder Klebsiellen.
Mechanische Ursachen
Manchmal kann es auch durch mechanische Reizungen der Prostata zu einer Entzündung dieser kommen. Vor allem durch das Fahrradfahren über lange Zeit auf einem ungepolsterten, harten Sattel kann es durch eine entsprechende Reizung zu einer Entzündung der Prostata kommen.
Weitere Ursachen
- Kälte: Kälte und die damit verbundene Abkühlung des Körpers führt zu einer Schwächung und verlangsamten Reaktion des Immunsystems, was zur Folge hat, dass sich die bereits im Körper vorhandenen Krankheitserreger vermehren und dann zu entsprechenden Entzündungen führen können. Verkühlt sich ein Patient und wird dadurch das Immunsystem abgeschwächt und verlangsamt, kann es passieren, dass sich die Krankheitserreger, die bereits im Urogenitaltrakt vorhanden sind, ungehindert vermehren ausbreiten und letztendlich auch eine Entzündung der Prostata verursachen können.
- Prostatavergrößerung: Eine Vergrößerung der Prostata stellt immer auch einen Risikofaktor für eine Prostataentzündung dar. Prostatavergrößerungen im Allgemeinen sind meist ungefährlich und verursachen keine Schmerzen. Entsteht aber durch diese Vergrößerung eine Entzündung der Prostata, so resultieren aus dieser Tatsache oftmals Schmerzen. Die Ursachen für eine Prostatavergrößerung sind bis heute weitgehend unbekannt.
Symptome einer Prostataentzündung
Die Prostataentzündung ist häufig vergesellschaftet mit sehr unangenehmen Schmerzen. Sie werden als ziehend und stechend angegeben. Die Lokalisierung ist oftmals recht schwierig, da die Lage der Prostata zwischen Harnblase und Enddarm liegt und somit die Patienten oftmals das falsche Organ in Verdacht haben. Die Schmerzen, die durch eine Prostataentzündung ausgelöst werden, treten meistens wellenförmig auf. Manchmal haben die Patienten für Stunden keine Beschwerden, manchmal dann aber fast ununterbrochen.
Neben den Schmerzen kann es auch zu folgenden Symptomen kommen:
- Ejakulationsprobleme
- Blutbeimengungen im Urin oder Sperma
- Erektionsprobleme: Patienten mit einer Prostataentzündung klagen nicht selten über Erektionsprobleme. Dies liegt vor allem daran, dass die Erektion durch bestimmte Nerven ausgelöst wird, die Prostata-nahe liegen. Bei einer Prostataentzündung kann es dann zu einer Reizung dieser Nerven kommen, was dann diese Probleme bei der Erektion bedingt.
Die Schmerzen, die durch eine Prostataentzündung ausgelöst werden, werden als ziehend und sehr unangenehm beschrieben. Sie sind meistens zwischen der Harnblase und dem Enddarm lokalisiert, können sich aber auch ausbreiten und dadurch schwer der Prostata zugeordnet werden.
Diagnose einer Prostataentzündung
Die Diagnose einer Prostataentzündung kann durch die Anamnese, durch die körperliche Untersuchung und auch durch eine Blut- und/oder Spermauntersuchung durchgeführt werden.
Die sehr ungerichtete und bewegungsunabhängige Schmerzentwicklung, die durch den Patienten beschrieben wird, kann schon als erster Schritt den Arzt an die Prostata denken lassen.
Die durch den Enddarm durchgeführte Tastuntersuchung wird vom Patienten zudem als äußerst unangenehm empfunden und angegeben.
Das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA) ist eigentlich ein Tumormarker, der ansteigen kann, wenn sich ein Karzinom in der Prostata ausbreitet. Es gibt auch Prostatakarzinome ohne einen PSA-Anstieg. Allerdings gibt es auch einige andere Ursachen für einen PSA-Anstieg.
Andere Erkrankungen der Prostata können ebenfalls zu einem Anstieg dieses Markers führen. Zu nennen wären vor allem:
- Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie): Eine häufige altersbedingte Veränderung, bei der die Prostata allmählich an Größe zunimmt und den PSA-Wert erhöht.
- Prostatitis: Eine Entzündung der Prostata, die durch Infektionen oder andere Ursachen verursacht werden kann. Eine Prostatitis kann den PSA-Wert vorübergehend erhöhen.
- Prostatakrebs: Prostatakrebs ist eine maligne (bösartige) Erkrankung, bei der sich die Prostatazellen unkontrolliert vermehren. Prostatakrebs ist eine häufige Ursache für einen erhöhten PSA-Wert, obwohl nicht alle Männer mit einem hohen PSA-Wert Prostatakrebs haben.
- Alter: Der PSA-Wert steigt natürlicherweise mit dem Alter an. Dies bedeutet, dass ältere Männer tendenziell höhere PSA-Werte haben als jüngere Männer.
- Ejakulation: Ejakulation oder sexuelle Aktivität in den Tagen vor dem PSA-Test kann zu einem vorübergehenden Anstieg des PSA-Wertes führen.
Die digitale Untersuchung gehört zur umfassenden Untersuchung der Prostata sowohl bei angegebenen Beschwerden als auch bei den Vorsorgeuntersuchungen, die man ab dem 45. Lebensjahr durchführen sollte. Neben der Blutuntersuchung und der Tastuntersuchung können auch bildgebende Verfahren bei der Untersuchung der Prostata zum Einsatz kommen.
Ultraschalluntersuchungen kann man vom Bauch her mit einer normalen Ultraschallsonde oder über den Enddarm mit einer speziellen Sonde durchführen.
Die rektale Untersuchung der Prostata kann noch mal genauer das Ausmaß der Prostata und ggfs. vorhandene Auffälligkeiten darstellen.
Behandlung einer Prostataentzündung
Die Behandlung einer Prostataentzündung sollte ggfs. durch antibiotische Medikamente, aber auch durch eine entsprechende Schonung und auch einer Schmerz- und Entzündungshemmung erfolgen.
Auf belastende Bewegungen wie Fahrradfahren und auch Geschlechtsverkehr sollte während der Entzündung verzichtet werden.
Eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Therapie kann zum Beispiel durch Ibuprofen oder Diclofenac am Tag durchgeführt werden, wenn der Arzt dies empfiehlt. Die Medikamente sollten so lange eingenommen werden, bis die Schmerzen deutlich besser geworden sind.
Bei der antibiotischen Behandlung unterscheidet man eine kalkulierte von einer gezielten antibiotischen Behandlung.
Werden starke Schmerzen angegeben, sollte zeitnah mit einer antibiotischen Behandlung begonnen werden. Hier werden gewebegängige Breitbandantibiotika wie Cefuroxim oder Clindamycin für eine Woche eingesetzt. Zeitgleich sollte man zur Absicherung auch eine Spermaprobe ins Labor schicken, in der mögliche Bakterien angezüchtet werden und so ein gezieltes wirksames Antibiotikum herausgefunden werden kann.
Es gibt noch einige weitere vor allem pflanzliche Medikamente, die unterstützend oder auch alternativ zum Einsatz kommen können.
Auch kann man mit einigen Hausmitteln versuchen, die Prostataentzündung unterstützend zu behandeln.
- So kann man versuchen, entweder mit einer Wärmflasche, die man sich auf den Bauch legt, die Beschwerden zu lindern.
- Alternativ und vor allem wenn die Schmerzen sogar durch Wärme stärker werden, kann man ein Eispack, das man in ein Handtuch wickelt, auf den Bauch über den Bauchnabel legen.
Die Behandlungszeit sollte ca. 20 min betragen.
Akute Prostataentzündungen sollten nach spätestens einer Woche bei der richtigen Behandlung abgeklungen sein.
Zwar kann man bei einer leichten Entzündung oft zunächst auf den Einsatz antibiotischer Medikamente verzichten, aber sollten die Beschwerden nach 4-5 Tagen nicht deutlich besser geworden sein, so sollte man ggfs. ein Antibiotikum erhalten, wenn der Arzt dies empfiehlt.
Bei der Behandlung sollte in jedem Fall vermieden werden, dass eine chronische Prostataentzündung entsteht.
Bei der Länge der Krankschreibung kommt es vor allem darauf an, wie stark die Prostataentzündung ist und auch welcher beruflichen Tätigkeit nachgegangen wird.
Radfahren und Prostata
Das Radfahren gehört in Deutschland zu den beliebtesten Sommer-Sportarten. Und das nicht ohne Grund! Denn die gelenkschonende Sportart hält nicht nur körperlich und geistig fit, sondern fungiert zudem als schnelles und klimaneutrales Transportmittel für kurze Strecken.
Fahrrad fahren schadet der Prostata und erhöht den PSA-Wert - ein Mythos, der seit Jahren kursiert und Unsicherheiten verbreitet. Der Irrglaube wurde unter anderem durch Fälle von Profiradsportlern mitgetragen, die an Prostatakrebs erkrankten. Die Ursache der Erkrankung lag hier jedoch in den meisten Fällen an einer chronischen Prostatitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung und/oder schmerzhafte Schwellung der Prostata. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, kann sich bei Betroffenen erhöhen, das gilt jedoch nicht für Menschen ohne Prostatitis.
Und der Zusammenhang zwischen Radfahren und dem PSA-Wert? Der PSA-Wert kann dadurch kurzzeitig in die Höhe getrieben werden und die Testergebnisse verfälschen, denn Fahrradfahren und der Sitz im Sattel wirken wie eine Prostatamassage, bei der vermehrt das Eiweiß PSA gebildet wird; soll heißen: Fällt der PSA-Wert hoch aus, deutet das erstmal nicht auf Veränderungen der Prostata hin, sondern liegt am Drahtesel. Für einen aussagekräftigen PSA-Wert können Sie vor Blutentnahme vorübergehend auf das Radeln verzichten.
Es gilt daher: Wer Prostatakrebs hat oder im Alter ist, in dem das Krebsrisiko steigt, kann beruhigt auf das Fahrrad steigen. Denn prinzipiell ist Radfahren nicht schädlich. Ganz im Gegenteil!
Fit und mobil - so gesund ist Fahrradfahren Prostatakrebspatienten wird meist empfohlen, sich regelmäßig zu bewegen und sportlich zu betätigen. Hierfür eignet sich das Radfahren wunderbar. Der Ausdauersport fördert die körperliche Gesundheit, indem er das Herz-Kreislaufsystem ankurbelt, für eine gute Durchblutung sorgt und den Stoffwechsel anregt. Im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten gibt es hier jedoch einen entscheidenden Vorteil: Radeln schont die Gelenke.
Um Druck, Taubheitsgefühle und mögliche Verletzungen an der Prostata zu vermeiden, können sogenannte Prostata-Sattel montiert werden. Diese haben eine Wölbung, sodass weniger Druck auf den empfindlichen Dammbereich ausgewirkt wird. Zu guter Letzt hält das Radfahren nicht nur den Körper gesund, sondern fördert auch die mentale und geistige Gesundheit.
PSA-Wert und Radfahren
Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweißkomplex, der von Prostatadrüsen gebildet wird. Ins Blut gelangt das PSA normalerweise nur in sehr geringen Mengen. Sollte dieser Wert jedoch erhöht sein, kann das auf einen Tumor in der Prostata hinweisen - muss es aber nicht! Es gibt verschiedene Gründe dafür.
Durch die mechanische Belastung kann es den PSA-Wert kurzfristig anheben. Wenn also ein Bluttest zur Bestimmung des PSA-Werts ansteht, sollte man drei Tage zuvor kein Fahrrad fahren. So lange dauert es in etwa, bis sich der PSA-Wert wieder normalisiert. Fahrradfahren kann das Testergebnis verfälschen.
Es ist nicht so, dass das PSA zwangsläufig durchs Radfahren ansteigt. Übt der Sattel Druck auf den Damm aus, kann dies auch die Prostata mechanisch belasten. Wichtig ist, dass das Körpergewicht auf den Sitzbeinhöckern lastet. Der hintere Teil des Sattels sollte breit genug sein. Um den Abstand der Höcker zu messen, einfach auf ein Stück Karton oder Wellpappe setzen. Den Sattel horizontal einstellen oder die Nase leicht nach unten neigen lassen (bis zu fünf Grad).
Empfehlungen für Radfahrer
- Passender Sattel: Ein gut angepasster Sattel kann das nach langem Radeln entstehende Taubheitsgefühl im Dammbereich zwischen Hodensack und After vermeiden. Je schmaler er ist, umso mehr werden die Blutgefäße in der Leistengegend zusammengedrückt. Dagegen unterstützen breitere Sättel die Beckenknochen und sorgen für bessere Durchblutung, weil weniger Druck auf Venen und Arterien ausgeübt wird. Einige Fachgeschäfte ermitteln mit einer Sitzknochenvermessung die individuell optimale Sattelbreite.
- Sitzposition: Entscheidend ist für Freizeitfahrer vor allem der passende Sattel und die korrekte Sitzposition, also etwa die Knie nicht durchzudrücken. Dadurch wird der Druck weg vom sensiblen Damm hin zu den stabilen Sitzbeinhöckern gelenkt.
Radfahren hat deutlich mehr Vorteile für die Gesundheit als Risiken für die Prostata. Lastet aber zu viel Druck auf dem Damm, kann dieser bis zur Prostata wirken.
Tabelle: Ursachen für einen erhöhten PSA-Wert
| Ursache | Beschreibung |
|---|---|
| Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) | Eine häufige altersbedingte Veränderung, bei der die Prostata allmählich an Größe zunimmt und den PSA-Wert erhöht. |
| Prostatitis | Eine Entzündung der Prostata, die durch Infektionen oder andere Ursachen verursacht werden kann. Eine Prostatitis kann den PSA-Wert vorübergehend erhöhen. |
| Prostatakrebs | Eine maligne (bösartige) Erkrankung, bei der sich die Prostatazellen unkontrolliert vermehren. Prostatakrebs ist eine häufige Ursache für einen erhöhten PSA-Wert, obwohl nicht alle Männer mit einem hohen PSA-Wert Prostatakrebs haben. |
| Alter | Der PSA-Wert steigt natürlicherweise mit dem Alter an. Dies bedeutet, dass ältere Männer tendenziell höhere PSA-Werte haben als jüngere Männer. |
| Ejakulation | Ejakulation oder sexuelle Aktivität in den Tagen vor dem PSA-Test kann zu einem vorübergehenden Anstieg des PSA-Wertes führen. |
| Radfahren | Mechanische Belastung durch Druck auf den Damm kann den PSA-Wert kurzzeitig erhöhen. |
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