MTB-Protektoren im Test: Sicherheit und Komfort auf dem Trail

Im Bereich Mountainbiking macht Decathlon mit seiner Eigenmarke Rockrider mit hochwertigeren Produkten im MTB-Segment auf sich aufmerksam. Selbst einige der Bikes ihrer Eigenmarke Rockrider sind nun ernstzunehmende Konkurrenz zu etablierten Marken mit fairen Preisen.

Knie- und Ellbogenprotektoren

Die LP1-Protektoren bieten optimalen Schutz vor Stößen. Das besonders strapazierfähige Material am Knie und die CE- und UKCA-Zertifizierung gemäß dem Protokoll EB0804044 unterstreichen ihre Qualität. Besonderes Augenmerk wurde auf die Materialien in der Kniekehle gelegt, die leicht und atmungsaktiv sind, um die Belüftung zu verbessern und Schweißbildung zu reduzieren. Ein gutes Sicherheitsnetz für Trailtage!

Der Komfort ist gut, das dickere Polster ist bequem für lange Tage im Sattel, wenn auch die Passform etwas gewöhnungsbedürftig ist. Ganz rutschfrei klappt nicht immer, besonders an heißen, schwitzigen Tagen. Die obere Seite des Protektors könnte sich dem Oberschenkel etwas besser anschmiegen.

Das ergonomische Design dieser Knieschützer soll für maximale Bewegungsfreiheit sorgen. Somit soll es auf technisch anspruchsvollen Trails mühelos und komfortabel voran gehen. Ein verstellbares Gummiband oben sorgt für einen sicheren Halt, während Silikonstreifen ein Verrutschen der Protektoren während der Fahrt verhindern. Ein gutes Produkt, ob für Anfänger oder Fortgeschrittene.

Man muss sich allerdings etwas an die Protektoren gewöhnen, denn unauffällig sind sie nicht während der Fahrt. Und ganz ohne leichtes Verrutschen oder Schweiß unter den Silikonstreifen kommt man dann doch nicht ganz aus. Es gibt aber wirklich nichts zu monieren, wenn es um ihren eigentlichen Zweck geht - den Schutz des Fahrers.

100% Teratec Plus Knieschoner

Der Teratec Plus-Knieschoner von 100% wirkt auf den ersten Blick recht groß und etwas klobig. Auf der Rückseite besteht der Schoner aus leichtem Mesh-Material. Auf Klettverschlüsse verzichtet der Teratec Plus, Silikonprints an Oberschenkel und Schienbein sollen ihn stattdessen an Ort und Stelle halten. Mit einem Preis von 79 € ist es der zweitgünstigste Schoner im Test, mit 210 g liegt er jedoch auf der schwereren Seite.

Den 100% Teratec Plus anzuziehen, ist eine nicht ganz einfache Aufgabe. Die breite Manschette am Oberschenkel ist zwar dehnbar, aber trotzdem ziemlich straff. Dadurch reibt der dicke Silikonprint über die Haut und zieht unangenehm an den Beinhaaren. Durch den langen Schnitt ist es zudem besonders umständlich, die Schoner nach den Shorts anzuziehen.

Dafür sitzt der Teratec Plus dann einwandfrei, ist sehr bequem und die breite, feste Manschette hält alles da, wo es sein soll. Das Besondere am Design des Teratec Plus ist, dass die Manschette auf der Oberschenkel-Oberseite nicht direkt mit dem Protektor verbunden ist. Stattdessen verbindet die beiden Teile ein schmaler Streifen aus sehr dehnbarem Stoff. Das bringt den Vorteil, dass bei Bewegung im Knie der Protektor nicht noch oben gezogen wird und der Schoner so beim Treten sehr bequem ist und nicht verrutscht.

Ein Nachteil der breiten Manschette ist jedoch, dass durch ihren festen Stoff der Schoner zu den wärmeren im Testfeld gehört.

Leichte vs. Dicke Knieschoner

Während Bikes seit einigen Jahren immer abfahrtstauglicher werden, kommen in letzter Zeit immer leichtere Knieprotektoren auf den Markt. Denn zu den ebenfalls angesagten Enduro-Bikes, Jet-Helmen, Trail-Hoodies und Hipbags sehen die schlanken, dezenten Knieschützer einfach cooler aus als ihre wuchtigen Pendants mit Klettverschlüssen und dicken Zusatzpolstern. Außerdem, so die Behauptung, stören leichte, strumpfartige Protektoren kaum beim Pedalieren und können daher während mehrstündiger Ausfahrten durchgehend getragen werden. Stimmt das? Und vor allem: Wie viel Schutz bieten die schlanken Versionen, verglichen mit ihren "großen Brüdern"?

Um diese Fragen zu beantworten, treten in diesem Test leichte und schwere Protektoren von sechs Herstellern als Duelle gegeneinander an. Der Test ist aber auch so aufgebaut, dass in jeder Kategorie ein klarer Testsieger hervorgeht.

Das günstigste Modell im Testfeld stammt von O’Neal (75 Euro), im Durchschnitt kostet ein Paar leichte Protektoren knapp 100 Euro und wiegt rund 300 g. Unter den schweren findet sich folgerichtig das teuerste Modell, der Troy Lee Designs Raid (160 Euro). Im Schnitt kosten die schweren 30 Euro mehr und wiegen mit durchschnittlich 475 g satte 60 Prozent mehr als ihre leichten Verwandten. Erstes Fazit: Mit den leichten Protektoren spart man also Gewicht und Geld.

Dass dabei aber nicht zwangsläufig an der Schutzwirkung gespart wird, beweisen die Modelle von 7IDP, Bluegrass und Troy Lee Designs, denn sie erfüllen problemlos die Anforderungen der Schutzstufe Level 2. Kein Wunder, denn im Inneren von 7IDP und Bluegrass übernehmen die gleichen Protektor-Elemente die Aufgabe der Schlagdämpfung wie bei den schweren Artgenossen. Lediglich der Aufbau der Hülle ist bei den schweren Modellen detailreicher und solider. Das sorgt allerdings auch nur für einen geringen Gewichtsnachteil - im Falle von 7IDP und Bluegrass von etwa 100 g.

Anders die Leichtprotektoren von O’Neal, Poc und TSG: Diese sind deutlich minimalistischer gestaltet und erfüllen daher auf dem Prüfstand nur die geringeren Anforderungen für die Schutzklasse Level 1. Fazit Nummer zwei: In puncto Sicherheit geht das Duell "leicht gegen schwer" also tendenziell zu Gunsten der schweren Modelle aus. Und das, obwohl die Bewertung zusätzliche Schutzelemente wie seitliche Schaumstoffpolster oder eine größere Protektorfläche nur geringfügig aufwertet.

Komfort

Neben der Schutzleistung ist auch der Tragekomfort wichtig. Was nützt der beste Schoner, wenn er wegen schlechter Passform nicht getragen wird. Deshalb mussten sich die zwölf Schoner auch im Praxistest beweisen. Hier zeigten besonders die leichten Modelle, allen voran O’Neal und Poc, rutschfesten, sicheren Sitz mittels straffer Passform. Aber auch die Leicht-Schoner von 7IDP und Troy Lee Designs sowie die schweren Modelle von Bluegrass und TSG stechen in Sachen Tragekomfort heraus. Sie alle eignen sich locker für stundenlanges Pedalieren.

Dass die Belüftung der leichten Modelle konstruktionsbedingt besser ist, überrascht kaum. Dünnere Materialien und der weitgehende Verzicht auf zusätzliche Polster aus Schaumstoff sorgen für Luftzirkulation, Schweißtransport und schnelle Trocknung.

Obwohl die Schutzelemente bei Handwäsche mitgewaschen werden können, ist ihre Entnehmbarkeit von Vorteil. So kann die verschmutzte, verschwitzte Hülle gründlich in der Waschmaschine gereinigt werden. Diese Möglichkeit bieten aber nur die Protektoren von 7IDP, der O’Neal Redeema und der TSG Task A 2.0.

Testsieger

Dass hoher Schutz, geringes Gewicht und Tragekomfort miteinander vereinbar sind, beweist der Stage von Troy Lee Designs, der bei den leichten Modellen den Testsieg erringt. Bei den schweren Modellen geht der Sieg an den komfortablen Poc Oseus, der zudem durch den Verzicht auf Klettverschlüsse ein für diese Klasse sehr geringes Gewicht aufweist. Unsere Preis-Leistungs-Sieger beider Klassen sind die Protektoren von O’Neal.

Dicke vs. Dünne Knieprotektoren im Detail

Der beste Schutz ist der, den du auch wirklich trägst - doch trifft das auch auf dünne Knieschoner zu? Und sind die dicken Kontrahenten aus gleichem Hause auch wirklich immer besser? Unser Vergleichstest gibt Antworten:

7IDP Sam Hill Knee & 7IDP Project Knee

Der lange Beinling des leichten Modells Sam Hill bietet eine perfekte Passform und liegt beim Treten definiert und ohne zu scheuern am Knie an. Das dickere Modell Project sitzt trotz doppelter Klettbefestigung oben deutlich schlechter und steht durch die umlaufende Polsterung und die zusätzliche Gummischutzfläche, die das Protektor-Pad versteifen, ab. Letztere ist bei beiden Protektoren identisch, was sich auch in den Schlagtestwerten widerspiegelt. Mit Werten von 12,5 kN (Sam Hill) und 11,6 kN (Project) erfüllen beide Modelle die Level-2-Anforderungen. Der etwas bessere Restkraftwert des gestrickten Project ist auf die zusätzliche Gummischicht zurückzuführen. In Sachen Gewicht, Belüftung und Verarbeitung hat der leichte Protektor die Nase vorn und entscheidet das Duell für sich.

Bluegrass Skinny D30 & Bluegrass Solid D30

Ein Blick auf die Aufprallkurven verrät sofort, dass in diesem Duell baugleiche Protektoren gegeneinander antreten. Die Mittelwerte von 15,7 kN (Skinny) und 15,4 kN (Solid) unterschreiten die Level-2-Vorgaben problemlos. Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist der seitliche Reißverschluss des Solid, der das An- und Ausziehen deutlich vereinfacht und beim Pedalieren einen definierteren Sitz ermöglicht. Zudem hat der Solid auf jedem Protektor vier weiche Schaumstoffpolster und zwei Klettverschlüsse. Die Verarbeitung der beiden Bluegrass-Modelle kann sich sehen lassen, allerdings kann die Quernaht auf Höhe der Kniescheibe beim Skinny leicht auf der Haut scheuern. Da das höhere Gewicht den Komfortvorteil des Solid wieder ausgleicht, geht das Duell unentschieden aus.

O'Neal Junction Lite & O'Neal Redeema Knee

Das Duell Junction vs. Redeema geht unentschieden aus, denn der Redeema bietet mehr Komfort und Sicherheit, was der Junction mit besseren Werten in den anderen Testkategorien kompensiert. Der Redeema erfüllt im Durchschnitt Level 2 (13,8 kN), der Junction „nur“ Level 1 (22 kN). Beim Pedalieren sitzt der schwere Redeema zwar etwas besser am Knie, wölbt sich seitlich aber leicht. Der Junction schnürt leicht in der Kniekehle ein, bietet dafür aber mehr Belüftung. Positiv hervorzuheben ist das herausnehmbare Protektor-Pad des Redeema, was die Reinigung erleichtert. Entgegen dem ersten Eindruck scheuert der Klett der innenliegenden Öffnung für die Protektorentasche nicht am Knie. Top: der seitliche Reißverschluss am Redeema für schnelles An-/Ausziehen.

Troy Lee Designs Stage Knee & Troy Lee Designs Raid Knee

Der leichte Stage beweist einmal mehr, dass auch ein minimalistischer Knieschoner „ohne alles“ besser sitzen kann als ein wuchtiger „bulliger“ Knieschoner mit Klettverschlüssen. Das zeigt auch der schwere Raid von TLD, der seitlich und zum Schienbein hin mit dicken Polstern versehen ist, sodass er sich beim Treten weniger gut anschmiegt und vom Knie abhebt. Der Stage sitzt hier einfach wie eine zweite Haut. Beide Modelle fallen schön lang aus und bieten viel Schutz. Auch auf dem Prüfstand überzeugen beide. Der Raid setzt sich mit einem Restkraftwert von niedrigen 9,4 kN gar an die Spitze des Testfeldes (Level 2). Auch der Stage erfüllt mit 14,6 kN Restkraft die Anforderungen für Level 2 und holt sich verdient den Testsieg unter den leichten Schonern.

Poc VPD Air Flow Knee & Poc Oseus VPD Knee

Die beiden Poc-Schützer sind die leichtesten Protektoren ihrer jeweiligen Kategorie im Test. Der nur 332 g leichte Oseus kann durchweg punkten. Mit durchschnittlich weniger als 9,8 kN Restkraft liefert er den zweitbesten Wert im Test, erfüllt also problemlos Level 2. Der noch leichtere, dünne und mit nur kleinem Pad ausgestattete Air Flow erreicht nur einen Mittelwert von 25,3 kN und damit Level 1. Beide Modelle kommen ohne Klett aus und sitzen dank enger Passform dennoch rutschfest. Der Oseus schmiegt sich nahezu perfekt an, während der Air Flow in der Kniekehle einschneiden kann. Zudem rollt sich am Air Flow sein nicht vernähter, oberer Rand immer wieder auf. Beide Modelle sind top belüftet. Der Oseus holt in der Kategorie „schwer“ souverän den Testsieg.

TSG Knee-Sleeve Dermis A & TSG Kneeguard Task A 2.0

Flaches, gestanztes Protektor-Pad ohne ergonomische Vorformung in einen Knieling eingenäht - der leichte TSG-Schützer ist für seine einfache Bauweise erstaunlich teuer. Der wesentlich aufwendigere Task trumpft mit abnehmbarem Schienbeinschutz(!), Klettverstellung, Seitenpolster, herausnehmbarem und vorgeformtem Pad für nur 40 Euro mehr. Er wiegt aber auch fast das Dreifache. Und mit durchschnittlich 11,7 kN erfüllt der Task Level 2, bietet damit den doppelten Schutz des Dermis (23,4 kN, Level 1). Für eine tolle Passform des Tasks sorgt neben den Klettverschlüssen auch das Protektor-Pad mit dickem Rand am oberen Ende - was effektiv gegen Herabrutschen beim Treten hilft. Der leichte Dermis passt sich zwar gut an, verrutscht aber durch den weichen Stoff immer wieder.

Protektor-Shorts

Die Protektor-Shorts sollen einen unauffälligen Schutz auf MTB-Touren bieten. Die Einsätze sollen das Steißbein, die Hüften und die Oberschenkel vor möglichen Stößen schützen. Die Shorts sind aus hochwertigen Materialien gefertigt und bieten durch ihren eng anliegenden Schnitt und den weichen, atmungsaktiven Stoff ein angenehmes Tragegefühl.

Oberkörperprotektoren

Ein Oberkörperprotektor sollte immer mit dabei sein, um schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden. Auch Schultern und Ellenbogen können geschützt werden. Konventionelle Brustpanzer sind aus Hartplastik, die moderneren Varianten sind hingegen aus Soft-Protektoren. Brustpanzer bieten zusätzlich auch noch Schutz für die Schultern oder Oberarme.

Für Enduro-Touren eignen sich Protektorjacken, jedoch sind diese dünner und leichter. Schaumstoffeinsätze bieten etwas Dämpfung im Falle eines Aufpralls. Vor allem Protektor-Westen, ebenfalls sehr dünn, haben oft nur einen Brust-Protektor aus Schaumstoff und sind ärmellos. Oft ist auch ein Rückenprotektor integriert.

Wichtig beim Kauf ist auf die Passform zu achten, damit der richtige Schutz gewährleistet werden kann. Bei Oberkörperprotektoren sollte man darauf achten, dass diese nur bis zu den Nieren gehen, da er sonst beim Fahren hindern kann. Schnallen, Reißverschlüsse oder verstellbare Riemen ermöglichen es, vor allem Brustpanzer, individuell einzustellen. Die Verschlüsse liegen meist an den Seiten und an den Schultern. Vor allem Brustpanzer in Einheitsgröße kann man individuell an den eigenen Körperbau anpassen.

Die Protektoren sind aber auch aus Gel, PU-Schaum oder D3O gefertigt. Diese Materialien sind im normalen Zustand weich und flexibel, sich aber im Falle eines Sturzes oder Aufpralls verhärten. Oft haben auch MTB-Protektoren das EN1621 Zertifikat.

Fox Baseframe Pro Vest

Die Fox Baseframe Pro Vest ist das Heavy-Duty-Modell der US-Amerikaner. Die Rückenplatte fällt etwas kurz aus.

Fox schafft es mit seiner Baseframe, ein hohes Maß an Schutz bei gutem Tragekomfort zu bieten. Damit eignet sich die Weste vor allem für Enduro- und Parkbiker, die ihren Schutz gerne etwas weniger offensichtlich unter dem Jersey tragen. Die leichte Meshweste sitzt angenehm und passgenau, fällt dabei nicht zu lang oder zu labbrig aus und hält die Protektoren perfekt in Position. Auch die seitlichen EVA-Pads sind gut platziert.

Weniger gut gelöst sind dagegen die Enden der Klett-Straps, die sich kaum durch ihre Laschen fädeln lassen. Das nervt bei jedem An- und Ausziehen. Ein weiteres Manko ist die kurz geratene Rückenplatte. Sie könnte in der Länge etwas weiter über die Brustwirbelsäule hinausreichen. Die Belüftung ist spürbar schlechter als bei den Modellen, die über dem Jersey getragen werden.

Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo

Die Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo ist mit ziemlich massiven Schonerplatten ausgerüstet, das merkt man am Gewicht.

Wem Schutzwirkung über alles geht, der kommt bei der wuchtigen Leatt auf seine Kosten. Im Schnitt liefern die Südafrikaner die besten Werte im Labor, lediglich das etwas kurze Pad am Rücken gibt Abzüge. Nachteil: Die massiven Pads drücken aufs Gewicht und sind bei jeder Bewegung spürbar. In passender Größe fällt die Weste sehr lang aus, das Material und die seitlichen Nierenpolster schoppen sich am Hosenbund. Auch das Brustpad sitzt erstaunlich tief und drückt stellenweise auf das Zwerchfell, der seitliche Reißverschluss kneift am Hals. Über zwei seitliche Klettbänder lässt sich die 3DF gut an den Träger anpassen. Zum An- und Ausziehen lässt sich der linke Strap über ein Clip-System aushängen. Das ist komfortabler gelöst als bei der ähnlich konstruierten Fox-Weste.

17 Knieprotektoren im Labortest (2022)

Knie heilt nie, weiß der Volksmund. Damit deine Gelenke allzeit perfekt geschützt sind, haben wir 2022 bereits satte 17 Modelle ausführlich in Labor und Praxis geprüft.

POC Oseus VPD Knee (🏆 Testsieger 2022)

Der teure Oseus ist superleicht, vermittelt jedoch Sicherheit wie ein „Großer“. Auch im Schlagtest zeigte sich das VPD-Material extrem effektiv, mit langsam ansteigender Kurve und sehr geringer Maximalkraft (7,42 kN). Erfüllt Schutzlevel 2 ohne Probleme. Im Praxistest brilliert er mit straffem Sitz, schmiegt sich dank perfekt vorgeformter Kontur ideal ans Knie. Dank seitlicher Zusatzpolsterung ist das Gelenk auch bei kleineren Ausrutschern geschützt.

Cube Knieschoner X Actionteam (💰 Kauftipp 2022)

Das feste Protektorpad des Cube punktet mit dem besten Durchschnittswert (8,55 kN), unterbietet die Level-2-Vorgaben ergo um mehr als 100 Prozent! Zudem steigt die Kurve extrem flach an, die Energie wird sehr schonend an den Körper weitergegeben. Durch den langen Schnitt sitzt er sehr definiert, trägt sich aber recht schwitzig. Auch ist das Protektorpad recht steif und weniger komfortabel. Seitliche Polster spenden zusätzlichen Schutz.

Fuse Protection Omega Knieschoner (💰 Kauftipp 2022)

In fünf Erwachsenen- und zwei Kindergrößen erhältlicher Knieprotektor, der die Vorgaben für Schutzlevel 2 problemlos erfüllt. Fällt sehr eng aus, auch die Schutzfläche des Protektors zählt zu den kleineren. Superleicht und sehr luftig, ist der Fuse als Langstreckenschützer bestens geeignet, wenn die minimal kratzige Quernaht im Kniescheibenbereich nicht stört. Durch sein geringes Gewicht und Packmaß findet er in jedem Rucksack Platz.

Amplifi Havok Knee Zip

Dank hoher Schlagdämpfung mit langsam ansteigender Kraftkurve und geringem Maximalwert von 9,44 kN erfüllt der Amplifi die Vorgaben für Schutzlevel 2 spielend. Seitlich vernähte Schaumpolster vergrößern die Schutzfläche, drücken jedoch aufs Gewicht. Trägt sich etwas schwitzig, sitzt beim Pedalieren aber sehr komfortabel. Der seitliche Reißverschluss zum Ablegen des Protektors läuft, ohne zu hakeln. Absolut tadellos verarbeitet.

Bluegrass Skinny D3O

Minimalistischer, luftiger Protektor mit D3O-Pad, der dennoch Schutzlevel 2 mit einem Durchschnittswert von 17,48 kN erfüllt. Die Kraft wird jedoch recht schnell an den Körper übertragen. Aufgrund des rückseitig sehr luftigen Materials, trägt er sich allzeit nahezu schwitzfrei. Das weiche Pad folgt der Tretbewegung perfekt, zudem sitzt der Bluegrass rutschfest und bietet eine gutmütige Passform. Seitlich keine Schutzpolster eingearbeitet.

Dainese Rival Pro Knee Guards

Zentral auf der Kniescheibe schützt der Dainese mit gleitender Metallkappe, hoher Protektordicke und Komfortschaum, nach außen verjüngt sich das Pad. Aus extrem luftigem Stoff gefertigt, sitzt der Protektor beim Pedalieren sehr definiert und komfortabel.

Rückenprotektoren im Bikepark

Im Bikepark gelten Torso-Protektoren seit jeher als unverzichtbar. Schützen sie doch die knöcherne Mitte des Körpers und das im Wirbelkanal liegende lebenswichtige Rückenmark.

Während die leichten Rückenprotektoren lediglich nach dem geringeren Level 1 zertifiziert sind, bei dem im Schnitt maximal 18 kN Restkraft an den Körper durchdringen dürfen, sind die wuchtigen Park-Protektoren von Fox und Leatt nach dem hohen Schutzlevel 2 freigegeben. Hier dürfen die Restkräfte maximal 9 kN betragen. Das schaffen diese Modelle natürlich nur mit wesentlich dickeren und somit auch schwereren sowie unflexibleren Protektor-Pads. Fox und Leatt gehören damit zur Kategorie der schweren Park-Schoner. Für Trail-Einsätze sind diese wuchtigen Westen nicht zu empfehlen. Dafür vermitteln sie im Bikepark ein sehr hohes Maß an Sicherheit.

Bei den Rückenprotektoren von Fox wie von Leatt dient als Träger für die Pads eine Weste aus dünnem Mesh, die auch an heißen Tagen etwas Kühlung zulassen soll. So angenehm luftig wie die Torso-Protektoren von Evoc und Poc tragen sich die beiden Kandidaten aber nicht. Neben den Pads an Rücken und Brust verfügen beide Westen - also Fox und Leatt - über zusätzliche EVA-Pads im Bereich der Nieren, die auch hier für etwas Schutz sorgen sollen. Hier handelt es sich aber nicht um nach der Norm zertifizierte Einsätze, womit die Schutzwirkung eher gering ausfällt.

Ein Punkt bleibt auch nach diesem Test offen, auf den wir auch während unserer Testfahrten im Bikepark Geißkopf immer wieder angesprochen wurden. Keiner der getesteten Rückenprotektoren bedeckt auch nur annähernd die gesamte Wirbelsäule. Meist bleibt zumindest ein Teil der Lendenwirbel unbedeckt - und das, obwohl hier die wichtigen Nerven der unteren Extremitäten austreten. Umso wichtiger ist bei den Torso-Protektoren die Wahl der passenden Größe.

Laborwerte im Vergleich

Neben den beiden schweren Westen von Fox und Leatt haben wir noch weitere Rückenprotektoren von Ion, Scott, Evoc und Poc getestet. Hier zeigen wir alle von uns gemessenen Werte in der Übersicht. Erstaunlicherweise erfüllt der schwere Poc nur Level 1 der Norm. Der leichte Scott überzeugt dagegen mit hervorragenden Schlagwerten bei minimalem Gewicht.

Die folgende Tabelle zeigt die gemessenen Restkräfte in kN. Je geringer der Wert, desto besser:

Protektor Restkraft (kN) Schutz-Level
Fox Baseframe Pro Vest (BACK) 7,16 Level 2
Fox Baseframe Pro Vest (FRONT) 10,66 Level 1
Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo (BACK) 6,27 Level 2
Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo (FRONT) 10,20 Level 2
POC Oseus VPD Knee 7,42 Level 2
Cube Knieschoner X Actionteam 8,55 Level 2
Amplifi Havok Knee Zip 9,44 Level 2
Bluegrass Skinny D3O 17,48 Level 2

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