Noch nie stiegen die Deutschen so gern aufs Rad wie aktuell. Gut so, schließlich hält das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel gesund: Radeln trainiert Herz und Kreislauf, schont die Gelenke. Nun endlich steht der Sommer vor der Tür und damit ist die Fahrrad-Saison endgültig eröffnet. Mit dem Drahtesel durch grüne Wälder und an goldgelben Feldern vorbeizufahren, hat fast nur positive Wirkungen. Kräftig in die Pedale zu treten, ist auch für Männer absolut zu empfehlen, zumindest dann, wenn man einige, wenige Regeln beachtet. Lediglich kurz vor einem Termin beim Urologen, sollten sie eine kurze Rad-Pause einlegen.
Einfluss von Radfahren auf den PSA-Wert
Eine Blutuntersuchung auf das Prostataspezifische Antigen (PSA) wird häufig im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung durchgeführt. Der PSA-Test misst den Wert des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Dies ist ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird. Ist der PSA-Wert erhöht, kann dies für eine Erkrankung der Prostata sprechen.
Allerdings ist bekannt, dass der PSA-Spiegel im Blut - wie andere Biomarker auch - natürlichen Schwankungen unterliegt. Darüber hinaus kennt man weitere Einflussfaktoren, die sich auf die Höhe des PSA auswirken können.
Einer dieser Faktoren ist das Radfahren. Das Radfahren wirkt wie eine Prostatamassage, bei der vermehrt der Eiweißstoff PSA gebildet wird. Der PSA-Wert im Blut steigt kurzfristig durch das Radfahren und verfälscht das Ergebnis, denn ein erhöhter Wert gilt auch als Hinweis für Veränderungen der Prostata wie zum Beispiel eine Vergrößerung oder Krebserkrankung.
Empfehlungen vor einer PSA-Testung
Aufgrund der Studienergebnisse kamen die Autoren der Metaanalyse zu folgendem Schluss: Ärzte sollten Männern, die sich im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung einer PSA-Testung unterziehen wollen, vorsichtshalber vom vorherigen Radfahren abraten. Das bedeutet, 24 Stunden vor der geplanten Blutentnahme sollte „Mann“ aufs Radfahren verzichten.
Dadurch können möglicherweise unnötige Untersuchungen zur weiteren Abklärung eines erhöhten PSA-Wertes wie erneute PSA-Kontrollen beziehungsweise Prostatabiopsien vermieden werden. Welche Faktoren können bei Männern, unabhängig von Prostatakrebs, den PSA-Wert außerdem erhöhen? Die Prostatakrebs-Leitlinie listet folgende Beispiele auf:
- Digital-rektale Untersuchung
- Entzündung der Prostata (Prostatitis)
- Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)
- Darmspiegelung (Koloskopie)
- Harnverhalt
- Blasenkatheter
- Sexuelle Aktivität
Wie lange dauert es, bis sich der PSA-Wert normalisiert?
Wenn also ein Bluttest zur Bestimmung des PSA-Werts ansteht, sollte man drei Tage zuvor kein Fahrrad fahren. So lange dauert es in etwa, bis sich der PSA-Wert wieder normalisiert. Fahrradfahren kann das Testergebnis verfälschen.
Die deutsche S3-Leitlinie äußert sich in diesem Zusammenhang etwas zurückhaltender als die Autoren der oben genannten Metaanalyse. Erst bei erhöhtem PSA-Wert empfiehlt die derzeit gültige Leitlinie, mögliche Einflussfaktoren wie Fahrradfahren zu kontrollieren und den PSA-Wert ein zweites Mal zu messen: Kurz vor der Kontrollmessung sollten die Einflussfaktoren dann vermieden werden.
Grundsätzlich vom Fahrradfahren abraten braucht man Männern, die regelmäßig zum PSA-Screening gehen, jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: Experten empfehlen zur Prävention des Prostatakarzinoms unter anderem, sich regelmäßig körperlich zu betätigen.
Mechanismen der PSA-Wert-Erhöhung durch Radfahren
Noch nicht geklärt ist, wie Fahrradfahren den PSA-Wert erhöht. Verschiedene Mechanismen werden diskutiert. Einige Experten vermuten, dass das Sitzen auf dem Sattel mit einem erhöhten Druck auf die Prostata einhergeht: Mikrotraumen im Prostatagewebe sollen dazu führen, dass das Prostataspezifische Antigen vermehrt in die Blutbahn gelangt.
Andere gehen davon aus, dass die gesteigerte Muskelarbeit die Durchblutung im Beckenbereich und damit auch in der Prostata fördert. Infolgedessen steigt der PSA-Spiegel im Blut an.
Beide Hypothesen können die uneinheitlichen Studienergebnisse zum Teil erklären: In den Studien waren beispielsweise weder Dauer und Intensität des Radfahrens noch die Zeitspanne bis zur Blutentnahme standardisiert.
Radfahren und Prostatabeschwerden
„Man sitzt nicht direkt auf der Prostata, diese liegt mindestens zwei Zentimeter vom Sattel entfernt“, erklärt Dr. Andreas Jungwirth, Urologe und Androloge aus Salzburg. Wenn überhaupt werde die Prostata eher indirekt in Mitleidenschaft gezogen: Der Druck lastet beim Radfahren vor allem auf der Harnröhre. Entzündet sich diese, kann die Entzündung hoch bis zur Prostata steigen. Auch sei es möglich, dass Vibrationen vom Fahrrad bis zur Prostata ausstrahlen. „Kommen Regen und Kälte hinzu, kann dies Entzündungen begünstigen“, so Jungwirth.
Weniger ist es so, dass Prostatabeschwerden durchs Radfahren entstehen, wohl aber können sie durch die Belastung des Radfahrens gefördert werden.
Es gibt Hinweise darauf, dass Radfahrer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Prostatitis (Entzündung der Prostata) haben. Einige Studien zeigen auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Prostatakarzinoms. Eine Ursache für ein erhöhtes Risiko können hierbei Verletzungen im Dammbereich sein. Daher sollte vorsorglich und erst recht bei Beschwerden auf eine geringe Belastung des Dammbereichs durch die Wahl des richtigen Sattels und eine optimale Sitzposition geachtet werden. Letztlich sind die positiven Effekte des Radfahrens deutlich größer als die selten auftretenden Probleme. Hier sind vor allem positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, den Blutdruck und den Stoffwechsel zu nennen. Also fahrt Rad!
Empfehlungen für Radfahrer
Entscheidend sei für Freizeitfahrer vor allem der passende Sattel und die korrekte Sitzposition, also etwa die Knie nicht durchzudrücken. Dadurch wird der Druck weg vom sensiblen Damm hin zu den stabilen Sitzbeinhöckern gelenkt.
Auf die richtige Sitzposition kommt es an: Lastet aber zu viel Druck auf dem Damm, kann dieser bis zur Prostata wirken. Wichtig ist, dass das Körpergewicht auf den Sitzbeinhöckern lastet. Der hintere Teil des Sattels sollte breit genug sein. Um den Abstand der Höcker zu messen, einfach auf ein Stück Karton oder Wellpappe setzen. Den Sattel horizontal einstellen oder die Nase leicht nach unten neigen lassen (bis zu fünf Grad).
Vorteile des Radfahrens
Fit und mobil - so gesund ist Fahrradfahren Prostatakrebspatienten wird meist empfohlen, sich regelmäßig zu bewegen und sportlich zu betätigen. Hierfür eignet sich das Radfahren wunderbar. Der Ausdauersport fördert die körperliche Gesundheit, indem er das Herz-Kreislaufsystem ankurbelt, für eine gute Durchblutung sorgt und den Stoffwechsel anregt.
Im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten gibt es hier jedoch einen entscheidenden Vorteil: Radeln schont die Gelenke. Das Körpergewicht wird, durch das Sitzen auf dem Sattel, vom Fahrrad getragen. Dadurch kommt es nicht - wie beispielsweise beim Joggen - zur Belastung der Gelenke. Auch als Transportmittel ist der Drahtesel bestens geeignet. Schnell mal zum Supermarkt oder auf einen Besuch zu den Enkelkindern - besonders kurze Strecken lassen sich oft schneller zurücklegen als beispielsweise mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Beste daran: Auch der Umwelt wird damit Gutes getan.
Auch die mentale und geistige Gesundheit wird gefördert: Besonders nach einer Krebsdiagnose kann die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie an der frischen Luft eine Wohltat sein und für Entspannung sorgen. Im Körper werden durch die Bewegung vermehrt Glückshormone ausgeschüttet, die den Fahrer oder die Fahrerin gut fühlen lassen. Die regelmäßigen Tritte in die Pedale wirken sich außerdem nachweislich beruhigend und entspannend auf die Psyche aus.
Zusammenfassung
Radfahren hat deutlich mehr Vorteile für die Gesundheit als Risiken für die Prostata. Letztlich sind die positiven Effekte des Radfahrens deutlich größer als die selten auftretenden Probleme. Hier sind vor allem positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, den Blutdruck und den Stoffwechsel zu nennen. Radfahren ist bei richtiger Ausübung ein gesunder und angenehmer Sport.
Vor- und Nachteile des Radfahrens für die Gesundheit:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit | Erhöhter PSA-Wert bei intensiver Belastung |
| Hilft bei der Gewichtsreduktion | Druckschmerzen und Taubheitsgefühle |
| Stärkt die Muskulatur | Mögliche Beschwerden bei falscher Sitzposition |
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