Puky Retro Fahrrad 16 Zoll im Test: Ein umfassender Vergleich

Wer Kinder hat, weiß, dass sowohl Puky als auch Woom starke Marken in der Kinderfahrrad-Welt sind. Die Kinderräder glänzen bekanntermaßen mit hervorragender Verarbeitung und Ausstattung. Beide Kinderrad-Marken bieten ein großes Sortiment an Kinderfahrrädern und Laufrädern an und haben ihre Produkte genaustens an die Bedürfnisse der Kleinsten abgestimmt. Doch wo liegen die Stärken und Schwächen der beiden Top-Marken Puky und Woom in Sachen Kinderfahrrad und Laufräder für Kinder? Wo liegen die genauen Unterschiede? Wir wollen hier im Detail die bekanntesten und beliebtesten Modelle der beiden Herstellermarken miteinander vergleichen.

Laufräder im Vergleich: Woom 1 vs. Puky LRM

Woom 1

Wenn wir uns das Laufrad von Woom näher ansehen, dann ist es definitiv die teurere Variante eines Laufrades mit circa 200 Euro. Es ist laut Hersteller für Kinder ab einer Körpergröße von 82 cm optimal und mit einem Gewicht von nur unter 3 kg kaum zu toppen. Der Rahmen ist aus Alu und unterstreicht noch einmal das Leichtgewicht des Produktes. Allerdings kann man es jederzeit im Zubehörshop gegen einen Aufpreis erwerben, als sogenanntes Surfboardtrittbrett. Der Hersteller hat einen Lenkeinschlagsbegrenzer inklusive, was Kinder vor einer häufigen Verletzungsgefahr schützen soll und nochmals die Tauglichkeit für die Kleinsten bestätigt.

Die Aufmachung und Verarbeitung sind deutlich aufwendiger als bei anderen Herstellern, da es sich bei den verbauten Teilen auch um echte Fahrradteile handelt, nur eben kleiner. Das Woom 1 besitzt griffige Luftreifen für extra schnelles Rollen, Alufelgen und einen schmalen Sitz mit griffigem Sitzmaterial. Was den Sattel von Woom auszeichnet, ist, dass er sehr gut verstellbar ist und sich somit jederzeit an die sich ändernden Proportionen des Kindes anpassen lässt.

Puky LRM

Bei Puky ist das Puky LRM der Klassiker schlechthin und mit seinem tiefen Einstieg besonders für kleine Anfänger geeignet. Mit 80 Euro ist es auch um einiges billiger als das Woom. Laut Puky ist es ab einer Körpergröße von 85 cm optimal zu nutzen und wiegt 3,5 Kilogramm, die es seinem Stahlrahmen zu verdanken hat. Das LRM besitzt keine Bremse.

Hier gehen die Meinungen weit auseinander, da viele sagen, dass Kinder unter 3 Jahren noch nicht die Koordinationsfähigkeit besitzen, um eine Bremsfunktion optimal steuern zu können. Andere meinen wiederum, dass genau diese Funktion von Anfang an mit dabei sein sollte, da sie ab sofort ein essentieller Begleiter sein wird und schon die Geschicklichkeit der Kleinen trainieren kann. Du willst trotzdem eine Bremse? Mittlerweile gibt es eine Bremse für das Puky LR M, das du nachrüsten kannst.

Was leider einen Nachteil mit sich bringt, ist der Aspekt, dass Puky meistens nur eigene Teile verbaut und somit den Austausch beziehungsweise die Nachrüstung erschwert. Der Lenker vom LRM neigt aber eher zum Überlenken, da Puky wie viele andere Hersteller auch auf einen Lenkeinschlagsbegrenzer verzichtet.

Kinderfahrräder im Fokus: Woom 3 vs. Puky Youke

Woom 3

Unter den Kinderfahrrädern ist das Woom3 sehr bekannt. Es ist ab circa 300 Euro zu erwerben und genauso außergewöhnlich leicht wie bereits der Laufrad-Vorreiter Woom 1. Außerdem ist es nachweislich perfekt auf die Proportionen der Kinder abgestimmt. Die Bremshebel der vorhandenen Felgenbremse sind farblich hervorgehoben, um ein Verwechseln während des Fahrens und somit einen eventuellen Sturz auszuschließen.

Darüber hinaus ist der Wiederverkaufswert relativ hoch, bedingt durch die qualitative Ausführung. Es hat keinen Fahrradständer.

Puky Youke

Das Puky Youke ist das beliebteste und gleichzeitig kleinste Modell von Puky in Sachen Kinderfahrrad, das für eine Körpergröße von 96 cm bestimmt ist. Es hat einen Alu-Rahmen und mit einem Gewicht von 7,2 kg ist es deutlich schwerer als die Leichtgewichte von Woom, was es kleinen Kindern anfangs oft nicht einfach macht, das Radfahren zu lernen. Grundsätzlich sitzen hier die Pedale etwas höher, was den Anfängern etwas erschwert, die Balance zu halten.

Puky bleibt sich relativ oft wie auch hier bei dem Youke Modell der Rücktrittbremse treu. Zudem verfügt es auch über eine V-Brake Felgenbremse. Das ist ein ordentlicher Pluspunkt, denn anders wäre die Bremskraft sonst viel geringer und schwerer dosierbar. Zu guter Letzt ist zu erwähnen, dass auch hier der praktische Fahrradgepäckträger, der Seitenständer und die Reflektoren inklusive sind.

ADAC Test 2024: 16-Zoll-Kinderfahrräder im Überblick

Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Viele der getesteten Fahrräder haben einen stolzen Preis. Doch muss das sein? Die Ergebnisse im Überblick:

  • Namhafte Hersteller haben die Nase vorne
  • Kinderfahrrad von Pyro erhält Urteil "mangelhaft"
  • Geringes Gewicht wirkt sich positiv auf Fahrverhalten aus

Mit acht der getesteten Kinderfahrräder für den Einstieg ins Radfahren erhält über die Hälfte das ADAC Urteil "gut". Vier Räder bekommen das Urteil "befriedigend", eines das Urteil "ausreichend" und eines fällt mit "mangelhaft" durch. Mit dem Testsieger Woom und dem zweitplatzierten Puky erzielen zwei namhafte Hersteller das beste Ergebnis.

Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, muss mit einem Preis von 300 bis über 400 Euro rechnen. Doch Qualität zahlt sich in dem Fall aus: Die Eigenschaften eines guten Fahrrads erleichtern es den Kindern extrem, das Radfahren zu lernen. Positiv fiel auf, dass der Bremshebel und die Sattelhöhe ohne Werkzeug einstellbar sind. Die leichtgängigen Bremsen funktionieren fast zu gut, denn sie mussten mit etwas Vorsicht eingebremst werden. Hilfreich in der Bedienung der Bremsen ist in jedem Fall, dass der hintere Bremshebel farblich markiert ist. So können Kinder beim Fahrradfahren den vorderen und hinteren Bremshebel nicht verwechseln.

Pyro Sixteen: Ein Negativbeispiel

Die Anforderung der geltenden Norm DIN 8089 schreibt eine Pedal-Neigung von mindestens 23 Grad vor, die beim Kurvenfahren mit diesem Modell aber nicht möglich war. Das Pyro Sixteen lässt nicht einmal 18 Grad zu, dann berührt das Pedal den Boden. Beim Kurvenfahren wird das gefährlich, wie der Praxistest eindeutig gezeigt hat. Denn die Kinder berührten mit den Pedalen teilweise die Fahrbahn und wurden dadurch regelrecht mit dem Fahrrad zur Seite versetzt. Das hatte das ADAC Urteil "mangelhaft" zur Folge.

Technische Schwächen und Schadstoffe

Technische Schwächen zeigte besonders das Fahrrad Royal Baby Freestyle mit den schlechtesten Bremsen im ADAC Test, die sich negativ sowohl auf das Bremsverhalten als auch die Einstellung der Bremsen auswirkten. Das führte letztendlich zum vorletzten Platz im Test mit dem ADAC Urteil der Note "ausreichend".

Überraschend ist, dass nur die zwei preisgünstigsten Modelle im Test (Royal Baby Freestyle und B'Twin 500 Robot) frei von Schadstoffen sind. Bei allen anderen Kinderfahrrädern wurden Schadstoffe in den Griffen und auch im Sattel gefunden. Das Kinderrad MX 16 2023 von Orbea, das immerhin rund 360 Euro kostet, hatte mit dem Weichmacher DPHP Schadstoffe in den Griffen und musste dadurch auch abgewertet werden.

Gewicht und zulässiges Gesamtgewicht

Generell ist es von Vorteil, wenn das erste Kinderfahrrad ein geringes Eigengewicht hat. Denn: Je leichter ein Kinderfahrrad ist, desto leichter ist das Üben für das Kind und desto besser auch das Fahrverhalten. Auch das zulässige Gesamtgewicht (Eigengewicht Fahrrad und Gewicht des Kindes) für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein. Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen.

Das getestete Kinderfahrrad 16 Zoll von Pyro (Testverlierer) lässt jedoch nur 25 Kilo Gesamtgewicht zu. Bei dem Eigengewicht des Rads von 6,4 Kilo darf das Kind inklusive Kleidung nur noch 18,6 Kilo wiegen. Das ist sehr grenzwertig, da das durchschnittliche Gewicht in der Altersgruppe (4 bis 5 Jahre) bei 18 bis 21 Kilo liegt. Positiv fallen dagegen die Hersteller Woom (Testgewinner) und Puky auf. Denn sie geben ein zulässiges Gesamtgewicht von 60 Kilo an, was sehr gut ist. Das Kinderfahrrad von Woom ist mit 5,9 Kilo Eigengewicht zudem das leichteste Fahrrad im ADAC Test.

Praxis-Tipps für Eltern

Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen. Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können. Radfahren bedeutet auch, den ein oder anderen Sturz zu erleben. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich. Sollten Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden.

Eines der wichtigsten Kaufkriterien bei einem Fahrrad für Kinder: das Gewicht. Denn je leichter das Gefährt ist, desto einfacher tun sich die Kleinen damit.

Leichte Kinderfahrräder im Detail

Woom Original

Fast schon ein Klassiker: Woom Original. Die stylische Optik wurde sogar mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnet. Dafür muss man allerdings tief in die Tasche greifen: Das kleinste Woom (Woom 2) ist für 349 € zu haben, das größte (Woom 6) kostet 559 € - ohne Zubehör wie Ständer, Gepäckträger, Beleuchtung oder Schutzbleche.

Herzstück ist der superleichte Rahmen aus Aluminium, der dafür sorgt, dass das kleinste Woom-Fahrrad gerade einmal 5,1 kg wiegt. Außerdem kindgerecht: leicht zu bedienende Bremshebel. Die Hinterradbremse ist grün markiert, um ein Verwechseln unwahrscheinlicher zu machen. Das Anfahren und Bremsen bei jeder Pedalstellung wird durch den Freilauf ermöglicht. Die leichten Reifen sind fürs Fahren auf der Straße, einem Schotterweg oder Waldboden gleichermaßen geeignet und bieten Halt bei jeder Witterung. Jedes Woom Original gibt es in den Farben Rot, Grün, Blau, Geld und Lila.

KUbikes

Komplett in Deutschland gefertigt: KUbikes. Die Preise gehen von 359 € für das KUBikes 16 S bis zu 789 € für das KUBikes 27,5 und sind damit sogar noch ein bisschen teurer als beim Konkurrenten von Woom.

Bei KUBikes gibt es fast jedes Modell in einer S- und einer L-Version. Anhand der Beininnenlänge lässt sich genau nachmessen, welche Größe für das jeweilige Kind im Moment die richtige ist.

Den extrem leichten Aluminiumrahmen gibt es in coolen Farben wie Giftgrün, Mattschwarz oder Knallorange. Gegen einen Aufpreis kann man auch glitzernde Lasuren in Pink oder Türkis auswählen. Doch nicht nur der Rahmen, sondern auch die Gabel, der Lenker, Naben, Felgen und Sattelstütze sind echte Leichtgewichte aus Aluminium. Gut zu wissen: Die Griffe sind auf Schadstoffe geprüft und bieten einen großen, seitlichen Aufprallschutz. Die Bremshebel sind an kleine Kinderhände angepasst, die Bremsen leichtgängig.

Academy Bikes

Leicht und durchdacht: die Kinderfahrräder von Academy. Mit den Academy Bikes haben sie jetzt aber auch sehr hochwertige und leichte Kinderfahrräder im Sortiment. Und zwar von 14 Zoll (ab 349 €) bis 26 Zoll (ab 559 €). Ihr Gewicht beträgt bei allen Modellen 40 Prozent weniger als das eines durchschnittlichen Kinderfahrrad.

Um ein leichtes Kinderfahrrad zu entwickeln, das orthopädisch-ergonomischen Gesichtspunkten genügt und gleichzeitig Spaß beim Fahren bereitet, arbeitete Academy Bikes mit dem Deutschen Institut für Orthopädie und Sport (DIOOS) Bielefeld zusammen. Ein durchdachtes Design und eine stylische Optik mit Retro-Anklängen ist das Ergebnis.

Puky LS-PRO

Die leichte Variante von Puky: das Puky LS Pro. Jetzt hat der Düsseldorfer Hersteller auch echte Leichtgewichte im Repertoire: Die Serie Puky LS-PRO bietet leichte Kinderfahrräder von 16 bis 26 Zoll den drei Farbkombinationen Silver/Berry, Silver/Blue und Silver/Orange. Die Preise starten bei 389,99 € (UVP) für die 16-Zoll-Variante und gehen bis 549,99 € fürs 26-Zoll-Rad.

Beim Streetracer aus dem Hause Puky ist nicht nur der ergonomische Rahmen, sondern auch die Gabel, Kurbel und Sattelstütze aus Aluminium gefertigt. Und das macht sich auf der Waage positiv bemerkbar. Die V-Brakes verzögert den Bremsweg kindgerecht, um Stürze durch abruptes Anhalten zu vermeiden. Neben dem Seitenständer sind auch Glocke, Sicherheitslenkergrife und Reflektorengriff inklusive.

Early Rider Belter

Cooler Unisex-Look: Early Rider Belter. Laut Hersteller ist es ideal für junge Stadterkunder. Das 14-Zoll-Modell startet bei 449 €, das 24-Zoll-Rad bei 949 €.

Leicht, wendig und robust lässt es sich von Kids leicht handhaben. Der Rahmen aus gebürstetem Aluminium verträgt gut Kratzer und Dellen und ist geschlechtsneutral, so dass das Schmuckstück sowohl an Jungen als auch an Mädchen weitergegeben werden kann.

Warum ist das Gewicht so wichtig?

Je geringer das Gewicht ist, desto leichter fällt Kindern die Bewegung damit. Experten empfehlen dieses Fahrradgewicht für die jeweiligen Altersklassen. Das mittlere Körpergewicht ist auf Daten der WHO begründet.

Alter des Kindes Körpergewicht Ideales Fahrradgewicht
2,5 bis 4 Jahre 12 bis 16 kg etwa 5 kg
4 bis 6 Jahre 16 bis 20 kg 5 bis 6 kg
6 bis 8 Jahre 20 bis 25 kg 6 bis 8 kg
8 bis 10 Jahre 25 bis 32 kg 8 bis 10 kg
ab 10 Jahren ab 32 kg ab 9 kg

Darum sind leichte Kinderfahrräder oft sehr teuer

Ein Schnäppchen lässt sich nur selten machen, wenn man auf der Suche nach einem möglichst leichten Kinderfahrrad ist. Denn: Günstige Fahrräder, werden meist aus sehr einfachen Teilen zusammengeschraubt und sind daher auch fast immer sehr schwer. Im Baumarkt oder beim Discounter nach einem leichten Modell zu schauen, kann man sich also eigentlich sparen. Im Fachhandel lautet die Faustregel: Je näher das Rad an ein Gewicht von 5 kg herankommt, desto hochwertigere, leichtere Komponenten wurden verbaut - und desto teurer ist es.

Ein Tipp, um Gewicht zu sparen: unnötige Ausstattung weglassen. Wenn das Kind zum Beispiel fast ausschließlich auf geteerten Straßen bei gutem Wetter unterwegs ist, kann man wahrscheinlich auf Schutzbleche verzichten. Auch Beleuchtung oder Gepäckträger müssen vielleicht nicht unbedingt sein. Falls man im Nachhinein merkt, dass man diese Extras doch braucht, kann man sie auch leicht nachrüsten.

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