Klare Sache: Ohne Luft im Reifen ist buchstäblich "Ende Gelände". Deswegen gehört zwingend in jede Rennradwerkstatt oder -garage eine ordentliche Standluftpumpe. Und die gibt es auf dem Markt wirklich in Hülle und Fülle: groß, klein, leicht, schwer. Auch bieten viele Hersteller für Touren- und Rennradreifen andere Modelle als für Mountain- oder gar Fatbikes an - die einen für höhere Drücke, die anderen mit mehr Volumen. Und nicht zuletzt gibt es wahlweise erfreulich günstige wie auch "preislich exklusive" Varianten.
Zusammengefasst: Bei der schieren Menge an Standpumpen kann auch gestandenen Testredakteuren leicht schwindelig werden. Deswegen haben wir bei der Auswahl der Testmodelle einen relativ engen Rahmen gesteckt: Um preisattraktive 50 Euro sollten die Pumpen kosten und möglichst gut bei typischen Reifendrücken am Rennrad funktionieren, aber auch andere Reifentypen nicht ganz außer Acht lassen. Für Schlauchlosfans oder alle, die es werden wollen, haben wir noch vier sogenannte Tubeless-Booster zum Ankoppeln an eine Standpumpe mitgetestet.
Testergebnisse der Standpumpen im Detail
Im Folgenden werden die Testergebnisse verschiedener Standpumpen detailliert aufgeführt:
- BBB Air Strike BFP-25: Stabil stehende, eher unauffällige Pumpe mit zu kleiner Schrift auf dem bodennahen, aber sehr genauen Manometer. Längster Schlauch im Test, füllt Reifen ausgesprochen flott! Top Ventilkopf. Testurteil: Sehr gut (86 Punkte)
- Blackburn Core 2 Black: Eher einfach verarbeitete Standpumpe mit bodennahem, ultragenauem Manometer und gutem Ventilkopf. Im Vergleich nur mittelmäßiges Pumpvolumen. Langer Schlauch. Testurteil: Sehr gut (81 Punkte)
- Crankbrothers Gem Floor Pump: Massige Pumpe mit stabilem Stand. Sehr guter Ventilkopf. Gut ablesbares, nicht supergenaues Manometer ohne Zielanzeiger. Pumpen im Power-Modus kostet viel Kraft, kurzer Schlauch. Testurteil: Gut (64 Punkte)
- Fabric Stratosphere Sport: Unauffällig verarbeitete Standpumpe mit tadellosem Ventilkopf für Schrader/Presta. Braucht zwar nur wenige Hübe, zeigte aber 0,4 Bar zu wenig an - was der Fabric die Note verhagelt. Testurteil: Gut (57 Punkte)
- Lezyne Steel Floor Drive: Fein verarbeitete, stabile Pumpe mit überzeugendem Holzgriff und gutem Ventilkopf. Braucht recht viele Hübe bis zum nur ausreichend genauen Zielwert. Viele Ersatzteile im Angebot! Testurteil: Gut (59 Punkte)
- Pedros Prestige: Schnörkellose Pumpe, braucht viele Hübe, steht minimal wacklig. Sehr gut ablesbares, auf Griffhöhe liegendes und sehr genaues Manometer und straff sitzender, gut bedienbarer Ventilkopf. Testurteil: Sehr Gut (82 Punkte)
- Pro Performance: Mäßig ablesbares Manometer am Fuß, bei der Genauigkeit knapp gut. Schade, denn sonst wäre die Pro mit einhändig bedienbarem Ventilkopf und sehr guter Handhabung klasse. Testurteil: Sehr Gut (71 Punkte)
- SKS Airworkx 10.0: Im Vergleich schwer, top verarbeitet und ideal in der Handhabung. Die Genauigkeit des Manometers ist sehr gut, aber nicht perfekt. Flott befüllt die SKS-Pumpe Reifen mit Luft. Testurteil: Sehr Gut (89 Punkte)
- Topeak Joe Blow Sport III: Das am besten ablesbare Manometer im Test zeigt zudem sehr genaue Werte an. Top Ventilkopf, super Handhabung - bis auf den etwas zu kurzen Schlauch. Braucht viele Hübe. Preiswert! Testurteil: Überragend (91 Punkte)
- Zefal Profil Max FP60: Das am besten ablesbare Manometer im Test zeigt zudem sehr genaue Werte an. Top Ventilkopf, super Handhabung - bis auf den etwas zu kurzen Schlauch. Braucht viele Hübe. Preiswert! Testurteil: Sehr Gut (79 Punkte)
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Daten der getesteten Standpumpen zusammen:
| Modell | Gewicht | Max. Druck | Hübe bis 7 Bar | Ist-Druck bei 7 Bar | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|
| BBB Air Strike BFP-25 | 1,6 kg | 11 bar | 18 | 6,9 bar | Sehr gut (86 Punkte) |
| Blackburn Core 2 Black | 1,2 kg | 11 bar | 23 | 7 bar | Sehr gut (81 Punkte) |
| Crankbrothers Gem Floor Pump | 1,6 kg | 11 bar | 36 (vol.) / 13 (pow.) | 6,7 bar | Gut (64 Punkte) |
| Fabric Stratosphere Sport | 1,3 kg | 9 bar | 20 | 7,4 bar | Gut (57 Punkte) |
| Lezyne Steel Floor Drive | 1,7 kg | 15 bar | 25 | 6,2 bar | Gut (59 Punkte) |
| Pedros Prestige | 1,3 kg | 11 bar | 26 | 7,05 bar | Sehr Gut (82 Punkte) |
| Pro Performance | 1,5 kg | 11 bar | 17 | 7,2 bar | Sehr Gut (71 Punkte) |
| SKS Airworkx 10.0 | 2.0 kg | 10 bar | 22 | 6,9 bar | Sehr Gut (89 Punkte) |
| Topeak Joe Blow Sport III | 1.8 kg | 11 bar | 26 | 7 bar | Überragend (91 Punkte) |
| Zefal Profil Max FP60 | 1.1 kg | 12 bar | 21 | 6,9 bar | Sehr Gut (79 Punkte) |
Ähnliche Standpumpen mit kleinen Unterschieden
Vom Bauprinzip ähneln sich die Standpumpen im Testfeld; so konnten wir beim Test in der Werkstatt gut die Qualitäten untereinander vergleichen und ermitteln, welche Pumpe es wert ist, ins eigene Heim ziehen zu dürfen. Die Ähnlichkeiten fangen bei den maximal erreichbaren Drücken laut Manometer an. Hier liegt der Schnitt bei knapp 11,0 Bar; den Ausreißer nach unten stellt die Fabric-Pumpe mit maximal 9,0, nach oben die Lezyne mit sehr hohen 15,0 Bar.
Auch bei der Bauhöhe unterscheiden sich die Probanden nur um wenige Zentimeter. In Sachen Gewicht liegen die Pumpen zwischen 1,1 (Zéfal) und 2,0 kg (SKS). Da man in der Regel mit mindestens einem Schuh auf der Fußplatte steht, ist das Gewicht für die Stabilität beim Pumpen eher nachrangig.
Für die Verarbeitungsqualität gab’s viel Lob: SKS, Crankbrothers, Lezyne und Topeak sind eine Zierde für jede Werkstatt, die anderen Probanden zeigen sich ebenfalls wertig. Allenfalls der Pedros kann man ihren Preis vorwerfen: Für die schmucklose Pumpe sind 60 Euro im Vergleich viel. Schick: Lezyne und Zéfal verwenden Holzgriffe, die sonst verbauten Kunststoffgriffe funktionieren aber genauso gut.
Große Unterschiede gibt es bei der Ablesbarkeit der Manometer: Kurzsichtigen raten wir von bodennahen Manometern ab - zu schlecht ist teils der Kontrast des Ziffernblatts, was die Ablesbarkeit in schummrigen Kellern/Garagen erschwert. Überzeugende Manometer finden sich an den Modellen von Crankbrothers, SKS und Lezyne.
In der Grafik unten sehen Sie, wie viele Hübe die Pumpen benötigen, um einen 25C-Reifen von 0,5 auf 7,0 Bar laut Manometer zu bringen. Achtung: Durch die Ungenauigkeiten ergeben sich bei "realen" 7,0 Bar teils andere Hubzahlen!
Die Genauigkeit der Standpumpen
Für Stirnrunzeln sorgten teils die ermittelten Genauigkeiten der Pumpen. Acht der zehn Standpumpen liefern zufriedenstellend genaue Werte im Testaufbau aus Fulcrum-Felge, Conti-Reifen und -Schlauch. Insgesamt kann man sich bei den Manometern auf rund 0,2 Bar verlassen - das ist nicht wirklich genau, für den Hobbyschrauber/-fahrer aber doch okay. Am genausten messen Blackburn und Topeak, knapp dahinter liegen BBB, SKS, Zéfal und Pedros.
Wer noch höhere Genauigkeitsansprüche stellt, sollte ein zusätzliches Kontrollinstrument nutzen - wie das von uns eingesetzte Reifendruck-Prüfgerät von Flaig, das eine Messgenauigkeit von +/-1 % bietet. Kritisch wird die Lage in Sachen Genauigkeit bei Fabric und Lezyne: Dort lagen die Werte mit 0,4 und 0,8 Bar erheblich daneben! Das relativiert in beiden Fällen auch die ermittelten Hübe, die die Pumpen im Test von 0,5 auf 7,0 Bar benötigten. Mit korrektem Manometer bräuchte Lezyne rund fünf Hübe weniger, läge also im oberen Drittel bei der Messung.
Vier Luft-Tanks für die Tubeless-Montage
Bleiben noch die vier Tubeless-Booster, die sich vom Ansatz her gleichen. Alle werden an eine Standpumpe angeschlossen, von dieser mit Druck befüllt. Per Hebel, Drehverschluss oder Pedal schießt die Luft in den Reifen - was zur Tubeless-Erstmontage extrem hilfreich sein kann, der Reifen wird schlagartig ins Felgenhorn gepresst.
Der kleine, leichte Milkit-Booster führt auf Wunsch ein Doppelleben als Trinkflasche - und passt in jeden Flaschenhalter. Eher stationär nutzbar, dafür mit dem größten Druckvolumen: der Zéfal-Tank: Er füllt 25C-Reifen mit satten 6,9 Bar! Prima Booster kommen auch von Schwalbe und Topeak: relativ kompakt und damit mobil, mit guten bis sehr guten Ventilköpfen und genug Power für den Tubeless-Umbau.
Bei den Tubeless-Tanks gibt es den TESTSIEG für den Zefal Tubeless Tank. Im Test überzeugter der lange Schlauch und die einfache Handhabung bei der Tubeless-Montage.
Testfazit
Die gute Nachricht: alle getesteten Pumpen performen ordentlich. Wer aber besonderen Wert auf einen bestimmten Reifendruck legt, sollte zu den Modellen mit genauerer Druckanzeige greifen. Wer’s ganz genau haben will, kommt um ein zusätzliches Manometer oft nicht herum.
So testet RoadBIKE Standpumpen
Pumpleistung (30 %): Um die Pumpleistung zu vergleichen, wurde mit allen Pumpen mehrfach ein Testkolben mit definiertem Volumen auf 6 und 8 bar aufgepumpt und die Zahl der notwendigen Hübe ermittelt. Um den Wert in die Praxis zu übertragen, wurde ein 25er-Reifen ebenfalls auf 6 und 8 bar aufgepumpt. Bewertet wurde nicht nur die reine Zahl der Hübe, sondern auch, wie viel Kraft bei hohen Drücken notwendig ist.
Manometer (10 %): Mittels des Testkolbens wurde die Genauigkeit der Manometer ermittelt: Wie groß ist die angezeigte Abweichung bei 6 oder 8 bar? Außerdem fließen die Ablesbarkeit sowie die Skalierung des Manometers in die Note ein.
Ventilkopf (30 %): Bewertet wurde, wie sicher der Ventilkopf auf dem Ventil sitzt: Fließt Luft am Ventil vorbei, oder landet wirklich alles im Schlauch? Wie sicher sitzt die Klemmung? Lässt sich der Hebel gut bedienen? Gibt es einen Ablassknopf, um zu stark aufgepumpte Reifen kontrolliert abzulassen?
Bedienung (30 %): Bei der Bedienung vergaben die Tester Noten für die Standsicherheit der Pumpe: Neigt sie zum Kippen oder steht sie fest? Ist auch mit Radschuhen ein sicherer Stand gewährleistet? Neigt der Kolben bei maximalem Auszug zum Verkanten? Liegt der Griff gut in der Hand, oder gibt es störende Kanten? Außerdem wurde gecheckt, ob man sich beispielsweise die Finger zwischen Griff und Kolben einklemmen kann.
Die Testsieger-Standpumpen und Tubeless-Tanks aus dem 2018er Test
Schon 2018 haben wir neun Standpumpen zwischen 50 und 90 Euro getestet. Damals holte sich die Air Tool von Specialized für 65 Euro mit einer sehr guten Pumpleistung, gutem Ventilkopf, feiner und gut ablesbarer Skalierung und guter Bedienung den Testesieg mit Bestnote. Nur knapp dahinter, aber deutlich günstiger landete die Floorpump Competition von PRO, für 40 Euro ein klarer Preis-Leistungs-Tipp.
Mini Luftpumpen: Die schnelle und einfache Lösung für unterwegs
Mit einer Mini Luftpumpe lassen sich Fahrradpannen einfach und sicher beheben. Die Mini Fahrradpumpe ist die schnelle und unkomplizierte Retterin, wenn deinem Reifen unterwegs die Luft ausgeht. Manche Modelle verfügen über ein integriertes Manometer, damit du besser sehen kannst, wie lange du noch pumpen musst.
In unserem Sortiment findest du ebenfalls Mini Luftpumpen für das Befüllen deines Dämpfers oder deiner Federung. Der Mechanismus ist derselbe wie beim Befüllen deines Fahrradreifens. In der Regel eignen sich die Mini Luftpumpen dank ihrer vielseitigen Pumpenköpfe sowohl für Sclaverand-, Auto- und Dunlop-Ventile - bitte lies jedoch zuerst die Produktbeschreibung gründlich durch, damit deine Minipumpe auf jeden Fall mit deinem Ventil kompatibel ist.
Die Fahrradpumpe mini punktet vor allen Dingen durch ihr geringes Gewicht und ihren unkomplizierten Transport. Am Rahmen befestigt, in der Trikottasche transportiert oder eben schnell in den Rucksack gesteckt - die Minipumpe lässt sich schnell verstauen, um während der Fahrt sofort einsetzbar zu sein.
Topeak Mt. Bei den Pumpenköpfen ist immer noch Umschrauben angesagt, wenn statt des Presta- bei Ihrem Mountainbike ein Autoventil nach Luft schnappt. Das geht bei unseren Testexemplaren mal besser, mal schlechter.
Technische Highlights machen auch bei Minipumpen das Salz in der Suppe aus und werden die eine oder andere Kaufentscheidung beeinflussen. Aufzuzählen sind hier der clever integrierte Druckmesser von SKS, der optional erhältliche Druckmesser von Lezyne oder die Umschaltfunktion von „hohem Druck“ auf „großes Volumen“ bei Blackburn, Pro, Zéfal und dem „Erfinder“ Crank Brothers.
Zum Abschluss sei aber dann noch die wichtigste Frage beantwortet: Wer hat den größten - Atem? Schneller als mit Lezyne ist man nur noch mit Blackburn. Beide Pumpen überzeugen durch überragendes Volumen. Doch welche Entscheidung soll man nun schlussendlich treffen? Soll es der kleine, unermüdliche Rammler sein oder doch das eher mächtige Gerät?
Unsere Meinung: Auf 50 Gramm hin oder her ist bei einem Marathon oder einer ähnlich langen Tour wirklich gepfiffen. Wenn man dafür dreimal schneller pumpt, fällt die Entscheidung eigentlich nicht mehr schwer.
Akku-Luftpumpen: Eine moderne Alternative
Es gibt allerdings auch Akku-Luftpumpen, die einem die Arbeit abnehmen. Wirklich überzeugt haben uns diese Modelle für den Einsatz am Fahrrad nicht, für ältere Menschen und alle, die die Pumperei wirklich satt haben, können sie aber dennoch eine gute Wahl sein.
Riesiger Vorteil: Mit einer elektrischen Fahrradpumpe kannst du deinen Reifen unterwegs in ca. 60-90 sek. Kein lästiges Gezerre mehr wie mit der kleinen Handpumpe. Gefühlt liegt man hier mit der Handpumpe - meiner Meinung nach - bei ca. 5-10 Minuten pumpen!!!
Die Preise reichen von 40 bis 85 Euro, wobei die Cycplus AS 2 die teuerste ist. Osram und Xiaomi rangieren um die 60 Euro. Abgesehen von den minimalistischen Modellen von Airbank und Cycplus, die lediglich über eine LED-Akkustandsanzeige und einen Druckschalter verfügen, sind die anderen 6 Geräte ziemlich ähnlich ausgestattet.
Im Praxistest mussten die acht Akku-Luftpumpen ihre Stärken und Schwächen unter Beweis stellen. Wie bereits erwähnt, traten dabei Schwachstellen auf, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Es war enttäuschend, dass nur 3 von 8 Mini-Kompressoren den vom Hersteller versprochenen Maximaldruck erreichten, was zugleich auf mangelnde Produktsicherheit hinwies.
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