Qiani Laufrad 2 in 1 Test: Ein umfassender Überblick

Für viele Eltern beginnt der Wettlauf um Statussymbole bereits beim Kauf von Kinderwagen und Babyschalen. Um herauszufinden, welche Marken im Trend liegen, ist keine lange Recherche notwendig. In Hamburg sieht man derzeit viele Kinder auf Rädern der Marke »Woom« fahren. Das kleinste Fahrrad dieser Marke, gedacht für Kinder von drei bis viereinhalb Jahren, kostet etwa 350 Euro. Doch ist es wirklich notwendig, so viel Geld für ein Kinderfahrrad auszugeben, das wahrscheinlich nach 18 Monaten schon zu klein sein wird?

Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben uns verschiedene Alternativen angesehen, darunter auch das Qiani Laufrad 2 in 1.

Die Testkandidaten

Um einen umfassenden Vergleich zu gewährleisten, wurden verschiedene Laufräder und Fahrräder getestet, darunter:

  • B'TWIN Unicorn
  • KUbikes 16S MTB
  • Woom 2
  • Puky Steel Classic
  • Bachtenkirch Empress
  • Frog 40

So wurde getestet

Die Testräder wurden per Post geliefert und von uns zusammengebaut. Die Kinder hatten die freie Wahl und sollten sich zuerst das Rad aussuchen, das ihnen am besten gefällt. Lara entschied sich für das günstigste Rad, das B’TWIN von Decathlon für rund 125 Euro, während Lenni das KUbikes 16S für rund 410 Euro wählte.

B'TWIN Unicorn

»Ein Einhorn!«, jubelte Lara beim Auspacken des Fahrrads. Für Erwachsene mag der klobige pinkfarbene Kettenkasten billig wirken, aber die Dreijährige war einfach nur begeistert. Das Comic-Einhorn mit den riesengroßen Augen und der türkisfarbenen Mähne traf genau Laras Geschmack. Eine Aufbauanleitung fehlte, und auch Werkzeug wurde nicht mitgeliefert. Die ersten Fahrversuche waren, wie erwartet, wacklig. Nach ein paar Übungsrunden schaffte es Lara, mit dem pinkfarbenen B'TWIN-Fahrrad allein anzufahren.

Das Wichtigste in Kürze: 14 Zoll, Rahmen aus Stahl, fast neun Kilo Gewicht, kein Rücktritt, rund 125 Euro

Top: Tiefer Rahmeneinstieg, Lara liebt das Design

Flop: Sehr schweres Rad. Wird mit Stützrädern, aber ohne Seitenständer geliefert. Das Ventil am hinteren Rad war vom ständigen Umfallen schon nach wenigen Fahrversuchen verbogen.

KUbikes 16S MTB

»Ein Mini-Mountainbike!« Lenni war sofort begeistert. Was auffiel, waren die im Vergleich zu den anderen Kinderrädern sehr großen Reifen. Lenni nahm mit dem Rad sofort eine solche Geschwindigkeit auf, dass einem beim Zusehen angst und bange wurde. Aber er bremste souverän - und wie es sich für einen kleinen Stuntman gehört - immer wenige Zentimeter vor der Wand. »Die Bremsen gehen super gut«, lobte Lenni. Das Einzige, was er vermisste, waren ein Seitenständer und ein Gepäckträger für seinen Rucksack. Lara interessierte das Rad nur mäßig, es schien eine unausgesprochene Abmachung zwischen den Testern zu geben: Das ist Lennis Rad.

Woom 2

Es kommt in einem Karton mit der Aufschrift »Happy Childhood Inside«, was ein ziemlich billiger Marketinggag ist, andererseits aber auch beweist, dass sich hier Menschen auch über die Verpackung Gedanken gemacht haben. Der Eindruck wird beim Auspacken bestätigt, denn das für die Montage nötige Werkzeug, ein 4-mm-Innensechskantschlüssel und ein 15-mm-Maulschlüssel, werden mitgeliefert, ebenso wie eine idiotensichere bebilderte Aufbauanleitung. Zwei Reflektoren sind auch dabei, sie sollen an den Lenker und unter den Sattel geklippt werden. Besonders stolz ist der Hersteller auf den selbst entwickelten »Lenkeinschlagsbegrenzer«, der vor Verletzungen schützen soll, indem der Lenker bei Stürzen automatisch einklappt.

Für Lenni und Lara ist das Woom 2 jeweils die zweite Wahl im Test. Lenni ist vom Fahrverhalten und dem Sound der Reifen so begeistert, dass er sogar das KUBikes 16 kurz vergisst. Für Lara mit ihren 100 cm ist es genau passend. Sie lässt sich von Lennis Begeisterung für das Woom 2 anstecken und fährt schon nach wenigen Versuchen die ersten Meter allein. Während Lenni wieder mit seinem geliebten KUBikes 16 herumdüst, beweist Lara einen Kampfgeist, der uns sprachlos macht. Sie übt und übt und übt - bis sie es tatsächlich schafft, allein mit dem Woom 2 loszufahren.

Puky Steel Classic

Das Design ist für mich ansprechender als für meine Tochter - und für alle Männer, die beim Test zugegen sind. Ein klares Mama-Fahrrad, lautet die erste Einschätzung, an der etwas dran sein dürfte. Können sich Drei- und Vierjährige für den »angesagten Retrolook« begeistern, wie der Hersteller das Design nennt? Immerhin findet Lara den kleinen Plastikkorb hübsch, der so aussieht, als wäre er aus Weidenzweigen geflochten. Auch den Gepäckträger würdigt sie.

Das Anfahren, das sie mit dem Woom 2 und tatsächlich auch mit dem B’TWIN von Decathlon inzwischen allein hinbekommt, klappt mit diesem Rad allerdings nicht, was offensichtlich an der fehlenden Griffigkeit der Pedale liegt. Mit Starthilfe fährt sie los, ihr Fuß rutscht ab - und das kleine Rad begräbt sie unter sich. Mit acht Kilo wiegt es mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts. Laras lautes Weinen hat wohl mehr mit Schrecken als mit Schmerzen zu tun, aber für Lara ist das Rad damit durchgefallen. Lenni findet das Rad zu klein für sich, obwohl es laut Hersteller für Kinder bis 120 cm gedacht ist. Außerdem findet er doof, dass es einen Rücktritt hat.

Das Wichtigste in Kürze: 12 Zoll, Rahmen aus Stahl, etwas mehr als acht Kilo Gewicht, mit Rücktritt, rund 260 Euro

Bachtenkirch Empress

Gepäckträger, Körbchen, Klingel, Lenkerfransen (und Stützräder) - dieses Rad hat das meiste Zubehör. Mit 9,5 Kilo ist es aber auch das schwerste der fünf Testräder. Das Erste, was an diesem Rad auffällt, sind die langen, glitzernden Bänder am Lenker, »Streamer« genannt. Lara will sofort daran ziehen und herumwuscheln, die ersten fallen direkt ab. Als Einziges der fünf Testräder hat das Empress eine ernst zu nehmende Klingel, mit glitzernder Fee drauf. Was Lara noch besser gefällt, ist das Körbchen mit Plastikblume - in ihren Augen ist es sogar noch schöner als das Puky-Körbchen. Der Sattel ist im Vergleich zu den anderen Rädern sehr breit und dick gepolstert. Lara findet ihn allerdings auch in der niedrigsten Einstellung noch zu hoch. Das Gewicht des Fahrrads macht ihr das Fahren schwer. Nach wenigen Versuchen gibt sie auf und will wieder mit dem Woom 2 fahren. Auch Lenni findet das Rad zu schwerfällig. Außerdem moniert er die Handbremse. Tatsächlich muss man diese schon ganz nach unten durchdrücken, bis man endlich einen Effekt am Rad merkt.

Das Wichtigste in Kürze: 14 Zoll, Aluminiumfelgen, mit Rücktritt, 9,5 Kilo Gewicht, rund 175 Euro.

Top: fest installierter Front- und Rückreflektor, Klingel, zwei Jahre Garantie, auf Rahmen und Gabel sogar zehn Jahre Garantie.

Flop: Sehr schwer. Bremse eher träge.

Frog 40

Das Rad sieht für uns Erwachsene wie eine gelungene Mischung aus dem Woom 2 und dem KUBikes 16 aus. Wie diese beiden Modelle wird es komplett aus Aluminium hergestellt, ist entsprechend leicht. Dazu hat es fest installierte Reflektoren, Schutzbleche und eine Klingel, wird mit Speichenreflektoren geliefert. Der Aufbau dauert nur wenige Minuten.

Die Farbe Giftgrün scheint weder Lenny noch Lara anzusprechen. Beide drehen eine kurze Runde mit dem Frog und erklären, es fahre sich super - danach greifen sie wieder zu ihren Lieblingsrädern. Warum, können beide nicht recht erklären. Vielleicht sind sie einfach müde. Uns tut das leid: Das Rad macht einen sehr guten Eindruck, ist mit rund 430 Euro aber auch das teuerste Testrad.

Das Ergebnis

Nach dem Test sollten beide Kinder sagen, welches der Räder sie am liebsten behalten würden. Lennis Favorit war das KUBikes 16. Lara entschied sich für das Woom 2 - obwohl das weder ein aufgemaltes Einhorn noch ein Körbchen hatte und noch nicht mal pink war.

Dass es einem Rad gelingt, Lara allein mit seinem Fahrverhalten so zu beeindrucken, beeindruckte dann auch mich. Meine These, dass Woom nur deshalb gehypt wird, weil die Räder so teuer sind, ist hiermit jedenfalls widerlegt. Ich werde um den Kauf wohl nicht herumkommen.

Empfehlungen für 2 in 1 Laufräder

Neben den getesteten Modellen gibt es auch andere interessante Optionen auf dem Markt, wie zum Beispiel 2 in 1 Laufräder, die sich sowohl als Laufrad als auch als Schiebewagen nutzen lassen. Hier sind einige der Bestseller in dieser Kategorie:

Produkt Beschreibung
Leichtes Laufrad für Kinder Ideal für Kinder von 18-48 Monaten, leicht verstellbarer Sitz und Lenker, leichter Metallrahmen mit integriertem Tragegriff.
2-in-1 Laufrad mit Pedalen Kann schnell und frei zwischen Laufrad und Pedal umgerüstet werden, mit Stützrädern, geeignet für Kinder von 2 bis 7 Jahren.
Dreirad, umwandelbar in Laufrad Aus robustem Holz, mit Fahrradkorb und Klingel, schult Balance und Gleichgewichtssinn, mitwachsend durch verstellbare Sattelhöhe.

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