Qualifikationsregeln in der MotoGP

Das Rennwochenende in der MotoGP-Weltmeisterschaft mit ihren drei Klassen MotoGP, Moto2 und Moto3 ist natürlich das Herzstück, aber schon am Donnerstag des Rennwochenendes gilt es, gut zu arbeiten.

Das Rennwochenende beginnt schon am Mittwoch, oft sind Pressetermine am Plan.

Die Fahrer selbst sind am Donnerstag erstmals im Einsatz, und zwar im Rahmen der Einstellung der Motorräder auf die Strecke oder englisch setting up.

Die Aufgabe dieser Einheit, an die sich am Freitag das erste freie Training fortsetzt, besteht darin, die optimale Einstellung und damit das Setup zu finden, um die Maschine auf die Bedingungen einzustellen.

Es kann ein regnerisches und/oder kühles Wetter geben, es kann extrem heiß und trocken sein, die Strecke kann sehr staubig sein - all diese Faktoren spielen für die Motoreinstellung, für die Einstellung von Bremsen und die Wahl der Reifen eine große Rolle.

Die Durchführung erfolgt in dem Sinne, dass der Fahrer aus der Boxengasse fährt, sobald die Ampel ihm ein grünes Licht zeigt.

Ist die Ampel auf rot geschaltet, darf er nicht losfahren.

Das freie Training gilt so lange, solange die Ampel grünes Licht zeigt.

Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird die Zielflagge, bekannt als schwarz-weiß karierte Fahne den Fahrern präsentiert und die weitere Fahrt ist einzustellen.

Das heißt, dass man nicht mehr auf die Strecke fahren darf, wenn die Zielflagge gezeigt wird und andererseits dürfen die Fahrer auf der Strecke ihre Runde noch abschließen.

Außerdem kann es die rote Flagge geben, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert ist, wie etwa ein Unfall.

Auch sehr starker Regen oder ähnliche äußere Umstände können dazu führen, dass das Training sofort unterbrochen werden muss, um der Sicherheit Rechnung zu tragen.

Das bedeutet, dass alle Fahrer sich in langsamer Fahrt der Box zu nähern haben.

Wenn das freie Training im Gang ist, darf an der Strecke nicht mehr gearbeitet werden.

Jede Runde, die ein Fahrer mit seinem Motorrad in einer der drei Klassen absolviert hat, wird gestoppt, aber für einen Rundenrekord gelten nur jene Zeiten, die im Rennen erzielt worden sind.

Qualifying-Regeln in Moto2 und Moto3

In der Moto2 und Moto3 gibt es zwei Qualifying-Sessions, in denen man seine beste Zeit zeigen muss.

Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Rennen ist die bekannte 107%-Regel.

Sie besagt, dass man nicht langsamer als 107 Prozent der Bestzeit im Qualifying sein darf, andernfalls muss man zuschauen.

Für die Startaufstellung gelten die Positionen aufgrund der schnellsten Zeiten, die im Qualifying erzielt wurden.

Wer also im Qualifying die beste Zeit erreicht hat, ist auch in der Pole Position beim Start zu finden.

Qualifying-Regeln in der MotoGP

In der MotoGP gibt es andere Regeln.

Dort sind vier freie Trainings möglich, wobei die ersten drei Trainings auch für das Qualifying mitgestoppt werden.

Das vierte freie Training spielt für das Qualifying keine Rolle.

Wer es in eines der beiden Qualifying geschafft hat, ist fix beim Rennen dabei.

Damit man in einer der beiden Sessions mitfahren kann und darf, muss man auch die 107% an Zeit unterschritten haben, die der beste Fahrer erzielt hat - egal in welcher Session.

Die schnellsten zehn Fahrer aus den ersten drei freien Trainings nehmen an der Qualifying-Session 2 teil.

Alle anderen Fahrer sind in der Qualifying-Session 1 im Einsatz, wobei die 107%-Regel als Kriterium gilt.

Diese 12 Fahrer ermitteln auch die ersten 12 Positionen der Startaufstellung in der Session 2.

Erreicht ein Fahrer keine Zeit, hat er automatisch den 12. Platz inne.

Sollte das für mehrere Fahrer gelten, wird als Reihung die Zeit der freien Trainings herangezogen.

Das Rennwochenende

Das Herzstück der MotoGP welcher Klasse auch immer ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag.

Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln.

Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.

Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst.

Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden.

Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse.

Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.

Das aktuelle Wochenendformat der MotoGP

Die MotoGP hat ihr Wochenendformat in den letzten Jahren immer wieder angepasst, um Fans und Teams ein intensives und spannendes Erlebnis zu bieten.

Nach 2024 bleibt dieses Format auch 2025 bestehen.

Der Freitag markiert den Start in das Rennwochenende und dient vor allem dazu, Set-ups zu testen, Daten zu sammeln und sich einen Direktplatz im zweiten Qualifying Q2 zu sichern.

Freies Training

Das Training hat eine herausragende Bedeutung, da die hier gefahrenen Zeiten entscheiden, welche Fahrer direkt in das zweite Qualifying (Q2) einziehen.

Nur die besten zehn Fahrer sichern sich diesen Vorteil.

Am Samstag wechselt der Fokus von der Vorbereitung zur Performance.

Diese Session dient der finalen Vorbereitung für das Rennen.

Die Ergebnisse haben jedoch keinen Einfluss mehr auf das Qualifying.

Qualifying (Q1 und Q2)

Das Qualifying ist ein Herzstück des MotoGP-Wochenendes.

Fahrer, die es im Training am Freitagnachmittag nicht in die Top 10 geschafft haben, kämpfen in Q1 um die letzten beiden Plätze im zweiten Qualifying.

In Q2 treten die Top 10 des Freitags sowie die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 gegeneinander an.

Hier wird die Poleposition ermittelt.

Die Zeiten aus Q2 bestimmen die Startaufstellung der Top 12 für das Hauptrennen am Sonntag.

Renntag

Am Sonntag steht alles im Zeichen des Hauptrennens, das nach wie vor das wichtigste Event des Wochenendes ist.

Die Fahrer können vor dem Rennen noch einmal die Abstimmung testen und sich auf die Bedingungen einstellen.

Das aktuelle Wochenendformat der MotoGP zielt auf eine gute Balance zwischen Vorbereitung, Wettbewerb und Unterhaltung ab.

Durchführung laut den Regeln

Ähnlich der Formel 1 werden auch die Rennen der MotoGP-Weltmeisterschaft mit den drei Klassen MotoGP, Moto2 und Moto3 als komplettes Rennwochenende durchgeführt.

Die Weltmeisterschaft ist in der jeweiligen Klasse auf etwa 16 bis 18 Rennen pro Jahr untergliedert, wobei alle Klassen in der Regel am gleichen Wochenende die Rennen an gleicher Strecke durchführen.

Die Reihenfolge kann variieren, sodass auch die stärkere Moto2 ihr Rennen vor der schwächeren Moto3 austrägt, aber die Strecke ist für die drei Klassen reserviert.

Nur selten gibt es Rennen als Einzelveranstaltung.

Für die MotoGP gab es einige Jahre ein Rennen in den USA, zu dem die beiden anderen Klassen nicht zugelassen waren.

Der Rennkalender wird jedes Jahr bis spätestens 31. Oktober festgelegt.

Grundvoraussetzung für ein Rennen am Sonntag ist die Benutzung der Rennstrecke ausnahmslos für die Motorräder der drei definierten Klassen.

Es kann einen Demonstrationsbewerb mit Autos oder anderen Fahrzeugen auch geben, aber das ist nur zulässig, wenn die FIM als Weltverband dies weiß und erlaubt hat.

Die Rennstrecke muss durch den Weltverband bestätigt und organisatorisch wie auch technisch überprüft sein.

Das gilt natürlich besonders für neue Rennstrecken, die man für ein Rennen auch ausprobieren möchte.

Ein MotoGP-Rennen im Rahmen der Weltmeisterschaft wird durch einen Organisator durchgeführt, der vom Weltverband FIM festgelegt wird.

Er ist verantwortlich für die Bereitstellung von Strecke und allen notwendigen Zubauten inklusive der Zuschauerbereiche.

Er muss dafür Sorge tragen, dass die Mannschaften ihren Platz vorfinden können, abhängig von der Organisation.

Spätestens 90 Tage vor dem Rennen wird die FIM vom Organisator darüber informiert, wann das Rennen stattfinden soll, wie es organisiert ist, wo man was finden kann, wer die offiziellen Betreuer sind oder auch, wo sich das nächste Spital befindet.

Neues Qualifying-Format für Moto2 und Moto3 ab 2019

Für die Klassen Moto2 und Moto3 gibt es ab der Saison 2019 ein neues Qualifying-Format.

Vom System her passt man sich an die Königsklasse an.

Es gibt beim neuen Format für das Zeittraining Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.

Die drei Freien Trainings werden nun zusätzlich aufgewertet.

Nach dem dritten Freien Training am Samstagvormittag ist das Gesamtergebnis der drei Sessions ab sofort wichtig.

Die 14 schnellsten Fahrer nach den Freien Trainings ziehen direkt ins Q2 ein.

Alle anderen Fahrer müssen am Nachmittag in Q1 antreten.

Die vier schnellsten Fahrer von Q1 ziehen dann ebenfalls ins Q2 ein.

In Q1 werden somit die Startplätze ab Platz 19 festgelegt.

In Q2 kämpfen schließlich 18 Fahrer um die Pole-Position beziehungsweise um die ersten 18 Startplätze.

Q1 und Q2 dauern jeweils 15 Minuten.

Die Fahrer erhalten einen zusätzlichen weichen Hinterreifen.

Bisher waren im Qualifying der Moto2 (45 Minuten) und Moto3 (40 Minuten) alle Fahrer gemeinsam auf der Strecke.

Das sorgte vor allem in der Moto3 oft für Chaos, Konfusion und Diskussionen.

Viele Fahrer warteten ab, fuhren langsam auf der Rennlinie oder behinderten andere Fahrer, weil sie darauf warteten einen Windschatten zu finden.

Die Startaufstellung wurde oft erst Sonntagmorgen veröffentlicht und häufig sah sie ganz anders aus als das Qualifying-Ergebnis.

Um es fairer, sicherer und für alle übersichtlicher zu machen, entschied man sich für das neue Format mit Q1 und Q2.

Für die Moto2-Klasse will man das Qualifying mit dem neuen Format spannender machen.

Häufig wurden im Zeittraining der mittleren Klasse die schnellsten Rundenzeiten in den ersten Minuten gefahren, wenn die Strecke der MotoGP-Klasse mehr Grip hatte.

Die restliche halbe Stunde gestaltete sich für die Fans oft zäh.

Nun soll es bis zum Schluss spannend bleiben.

Ein viertes Freies Training so wie für die MotoGP gibt es für die beiden kleinen Klassen nicht.

Änderungen im Sportlichen und Technischen Reglement ab 2025

Die Grand-Prix-Kommission hat für die Klassen Moto2 und Moto3 kleinere Änderungen im Sportlichen und Technischen Reglement beschlossen.

Diese werden ab der Saison 2025 umgesetzt.

Hauptsächlich bringt man damit die beiden kleinen Klassen auf Linie mit der MotoGP.

Das betrifft zunächst die Trainings.

Bisher und bis Ende der Saison 2024 gilt das kombinierte Ergebnis der Trainings vom Freitagnachmittag und vom Samstagvormittag für die Einteilung in Q2 und Q1.

Die 14 schnellsten Fahrer sind direkt für Q2 qualifiziert.

Künftig wird so wie in der Königsklasse ausschließlich das Training am Freitagnachmittag für die direkten Q2-Plätze entscheiden.

Die Sessions am Freitagvormittag und am Samstagvormittag sind Freie Trainings ohne weiteren Einfluss auf das Qualifying.

Sollte es in der Startaufstellung zu regnen beginnen, dann werden künftig die Motorräder der kleinen Klassen genau wie in der MotoGP in die Boxengasse geschoben, um Anpassungen beim Set-up und Reifenwechsel zu ermöglichen.

In der Moto3-Klasse gab es eine Preisobergrenze für Chassis (85.000 Euro) und Motor (60.000 Euro).

Dieser Maximalpreis war seit zehn Jahren festgelegt.

Nun wurde er leicht angehoben, um die Inflationskosten, die derzeit von KTM und Honda getragen werden, auszugleichen.

Nach der Genehmigung eines Antrags eines Herstellers für ein Upgrade des Moto3-Motors wurde das anschließende Einfrieren der Leistungsteile (Motor und Chassis) bis Ende der Moto3-Saison 2026 verlängert.

Ab 2027 fahren auch die Moto2 und die Moto3 mit Kraftstoff, der zu 100 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen hergestellt sein muss.

In der Moto2-Klasse dürfen künftig Hersteller, die mit Concessions fahren, neun statt sieben private Testtage durchführen.

Das betrifft aktuell in der Praxis nur Forward.

Die Bedeutung des Qualifyings für die Startaufstellung

Um in einem Rennen der MotoGP die Siegchancen zu erhöhen, ist ein Startplatz weit vorn im Fahrerfeld von entscheidender Bedeutung.

Die Startaufstellung für jedes Rennen einer MotoGP-Saison wird im Qualifying, also der Qualifikation ermittelt.

Ausschlaggebend für das Qualifying sind zudem die Ergebnisse in den Freien Trainings: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings starten im Samstags stattfindenden Qualifying direkt in Q2, alle anderen Teilnehmer kämpfen zunächst in Q1 um den Platz im Rennen.

Hierfür werden die schnellsten Runden aus den ersten beiden Trainingssession herangezogen und in ein Gesamt-Klassement zusammengerechnet.

Beide Sessions dauern jeweils 15 Minuten.

In Q1 ermitteln die Fahrer, die es im Training nicht in die Top-10 geschafft haben, zwei Piloten, die in Q2 um die Pole Position (also den Platz ganz vorn in der Startaufstellung) eingreifen.

Nur die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 dürfen auch in Q2 wieder antreten, danach stehen die Startplätze ab Position 13 für ein Rennen der MotoGP fest.

In Q2 treten entsprechend 12 Fahrer an: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings und die zwei schnellsten aus Q1.

Auch die zweite Runde der MotoGP-Qualifikation dauert 15 Minuten lang.

Diese gibt am Ende Aufschluss über die Startposition.

Der schnellste geht von der Spitze des Fahrerfeldes aus ins Rennen am Sonntag und nimmt die begehrte Pole Position ein.

Sprintrennen in der MotoGP

Im Gegensatz zur Formel 1, in der die Sprints - zumindest in der aktuellen Saison - nur bei sechs Grand Prix‘ gefahren werden, gibt es in der MotoGP bei jedem Meisterschaftslauf ein Sprintrennen.

Sprintrennen der MotoGP finden immer samstags um 15:00 Uhr der lokalen Zeit statt und setzen auf eine Distanz, die ungefähr 50 Prozent der des Rennens am Sonntag entspricht.

Allerdings ersetzen die MotoGP-Sprints nicht das Qualifying, was früher am entsprechenden Samstag des Rennwochenendes stattfindet und die Startaufstellung für das Sprintrennen und den Grand Prix am Sonntag bestimmt.

Im Sprint gilt dasselbe Reglement, das auch für einen Grand Prix der vollen Länge gilt.

Allerdings sieht die Punkteverteilung anders aus.

Zeitlicher Ablauf eines MotoGP-Wochenendes

  • Freien Training am Freitagvormittag, dessen Länge auf 45 Minuten erhöht wurde.
  • FP2 (Free Practice 2): Ebenfalls am Freitag tritt das Fahrerfeld zum 2. Freien Training an, das ebenfalls 45 Minuten lang geht.
  • Danach haben die Fahrer Feierabend - zumindest auf der Piste.
  • Nach beiden FP-Sitzungen wird das Starterfeld das MotoGP-Qualifying ermittelt.
  • FP3 (Free Practice 3): Der Samstagvormittag beginnt mit dem 3. Freien Training, das hingegen nur noch 30 Minuten dauert.
  • Qualifying 1 und 2: Ebenfalls noch am Vormittag des Samstages treten die Fahrer zu den beiden Qualifying-Sitzungen an, in denen die Startaufstellung festgelegt wird.
  • Sprintrennen: Nach einer Mittagspause ist es dann um 15:00 Uhr Ortszeit soweit und das jeweilige Sprintrennen steht an.
  • Rennen: Am Sonntag steht dann noch das (Haupt-)Rennen auf dem Programm.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0