Der Bayerische Wald hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Ziel für Radfahrer entwickelt. Die Radwege in dieser Mittelgebirgslandschaft sind unterschiedlich anspruchsvoll, wodurch sie sowohl für erfahrene Radfahrer als auch für Familien geeignet sind. Willkommen im wildromantischen Regental, dessen sanfte Flusslandschaften für entspannte Radtouren geradezu prädestiniert sind.
Der Regental-Radweg verläuft durch die Landkreise Regensburg, Schwandorf, Cham und Regen. Idyllisch verläuft die Flussroute von Regensburg durch weitgehend unberührte Naturlandschaften, tangiert malerische Orte und führt auf Rad- und Wirtschaftswegen sowie schwach befahrenen Nebenstraßen zum Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein.
Der Donau-Regen-Radweg
Die ehemalige Lokalbahnstrecke Miltach-Bogen (Straubing) stellt für Radfahrer mit schönen Tal- und Waldpassagen eine attraktive Querverbindung zwischen der Donau und dem Regen her. Dank des typischen Bahntrassencharakters bietet der Donau-Regen-Radweg ideale Voraussetzungen, entspannt in eine reizvolle Naturregion des Bayerischen Waldes einzutauchen.
Auf nivellierter Steigung (max. 3%) radelt man von Miltach im Regental (380 m ü.NN.) sanft ansteigend dem Streckenhochpunkt nach Streifenau (KM 11; 534 m ü.NN.) entgegen, von wo das Höhenlevel bis Ehren (KM 29) wiederum auf 340 Meter abfällt. Auf den Spuren nostalgischer Eisenbahnzeiten wandeln, ursprüngliche Natur sowie herzliche Gastfreundschaft genießen und beschwingt die Seele baumeln lassen ohne leistungsmäßig überfordert zu sein sind Vorzüge, die der familienfreundliche Donau-Regen-Radweg auf herrliche Art und Weise in sich vereint.
Wer dem Trubel und der Alltagshektik entfliehen und sich in der blühenden Natur erholen möchte wird überrascht sein, wie schnell der Fahrspaß hoch³ zugeflogen kommt. Dazu sorgen bei Sommerhitze, die aufgrund des fortschreitenden Klimawandels immer unangenehmer in Erscheinung tritt, schattenspende Waldpassagen für frische Abkühlung.
Beschilderung und Orientierung
Der Bahntrassenradweg ist neben seinem Radwege-Signet einschließlich Entfernungsangaben zusätzlich mit dem Logo lückenlos beschildert. An Radwege-Knotenpunkten befinden sich Hauptwegweiser mit Nah- und Fernzielen die teilweise Entfernungsangaben enthalten. Dazu weisen Einschubschilder mit Routenbezeichnungen und Radwegesignets auf weitere Radwege (lokal/regional) hin.
Streckenverlauf und Besonderheiten
Die Radeltour beginnt in Bogen mit einer Länge von ca. 38 Kilometer ist der Radweg leicht als Tagesausflug zu schaffen. Auf den ersten 6 Kilometer geh es ins benachbarte Hunderdorf nach 3 weiteren km haben sie die Ortschaft Ehren und die ersten 10 Höhenmeter erklommen. In Ehren beginnt der erste Anstieg auf über 410 Höhenmeter.
Bei Kilometer 12 haben Sie am Rastplatz einen herrlichen Fernblick, nach einem weiteren Kilometer überqueren Sie die Mehnach, ein kleines Flüsschen mit Hilfe einer Holzbrücke. Auf diesem Streckenabschnitt zwischen Ehren und Haselbach steigt die Strecke auf über 440 Höhenmeter an. Haben sie Haselbach erreicht, haben Sie die ersten 18 km von 38 km zurückgelegt.
Der nächste Streckenabschnitt heißt Haselbach - Streifenau, hier haben sie die zweite Steigung mit max. 3 % vor sich und die Strecke steigt auf ca. 525 Höhenmeter.
Die Geschichte des Donau-Regen-Radwegs
Am 9.12.1895 wurde der erste Eisenbahnabschnitt von Straubing nach Bogen, dann Bogen-Steinburg am 16.05. 1896 sowie am 5.12. 1896 Steinburg-Konzell und schlußendlich die Reststrecke Konzell-Miltach am 1. Juni 1905 feierlich eröffnet. Durch den Bau der Eisenbahnstrecke blühte im Umland der Ortschaften mit Gleisanschluss das wirtschaftliche Leben auf.
Fast 80 Jahre lang beförderte das "Bayerwaldbockerl" zwischen Straubing und Miltach bzw. Cham Personen und Frachtgüter wie z.B. Holz, Glas, Stein, Vieh, Getreide, Tegel sowie Rohstoffe und Waren aller Art. Zudem war die Verbindung zur 1892 eröffneten Nebenbahnlinie Cham - Kötzting geschaffen. Damit hatte der Vordere Bayerische Wald eine durchgehende Nord-Süd-Eisenbahnverbindung zwischen Straubing und Cham.
Mit der Verbreitung von PKW und LKW als Massenverkehrsmittel sowie Schließung altindustrieller Produktionsstätten geriet die Bahn zunehmend auf's Abstellgleis. Sprichwörtlich Zug um Zug wurde der Personen- und Güterverkehr eingestellt bis zu guter letzt nur noch ein Schienenbuspaar am Tag verkehrte.
Was des einen Leid ist des anderen Freud, denn schon bald erfolgte die Umwidmung der stillgelegten Bahnlinie zum Donau-Regen-Radweg. Zunächst wurde 1988 der erste Teilabschnitt von Bogen-Ost nach Konzell für den Radverkehr freigegeben.
Merkmale von Bahntrassenradwegen
Bahntrassen-Radwege zeichnen sich grundsätzlich durch nivellierte Steigungen, weite Kurvenradien und einsehbare Streckenverläufe aus. Dazu erinnern Relikte wie Rundbogenbrücken, Signalanlagen, Stationsgebäude, Kilometersteine, Loks und Waggons an die nostalgische Eisenbahnepoche. So zählen beispielsweise die historischen Bahnhofgebäude in Mitterfels und Konzell Süd (dort blieben das Empfangsgebäude, die Güterabfertigung und der Lokomotivschuppen erhalten) heute zum industriellen Kulturerbe, währenddessen der Bahnhof in Bogen zu einem neuzeitlichen Erlebnisbahnhof umgebaut wurde.
Vom Streckenverlauf durch die unberührte Naturlandschaft profitieren Bahntrassenradler in besonderem Maß, eben weil gewisse Gebiete für den motorisierten Verkehr unzugänglich sind, d.h. lediglich zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar bleiben. Ganz zu schweigen von abgelegenen Aussichtsstellen, die man in aller Regel obendrein auch noch alleine in Ruhe genießen kann.
Weitere Radwege am Fluss Regen
Neben dem Donau-Regen-Radweg gibt es noch weitere attraktive Radwege entlang des Flusses Regen und seiner Nebenflüsse:
- Regental-Radweg: Von Regensburg nach Bayerisch Eisenstein, ideal für Genussradelnde.
- Naab-Regen-Radweg: Eine mittelschwere Tour durch die Flusstäler von Regen und Naab.
Regental-Radweg Details
Der Regental-Radweg führt von der Unesco-Welterbestadt Regensburg auf flussnahen Radwegen nach Nittenau und weiter via Reichenbach und Walderbach entlang idyllischer Flussauen quer durch den Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Vorbei an Roding und Cham zweigt die Route hinter Blaibach ab, wo sich ein herrlicher Bahntrassen-Radweg durch duftende Waldpassagen nach Viechtach forsetzt.
Abseits vom Schwarzen Regen verläuft die hügelige Strecke zur Kreisstadt Regen, bevor es weiter in die Glasmacherstadt und staatlich anerkannten Luftkurort Zwiesel geht, das inmitten der Berge Großer Arber, Falkenstein, Rachel ein beliebtes Ziel in der Ferienregion Bayerischer Wald ist.
Flussverlauf des Regen
Der Regen (tschechisch Rezná) ist ein linker Nebenfluss der Donau, der als zentrale Wasserachse durch einen Großteil des Bayerischen Wald fließt. Wird der Hauptquellfluß (Großer Regen) hinzu gerechnet, misst der Fluß eine Gesamtlänge von 191 Kilometer. Zudem ist der Regen (nach der Naab) auch der zweitgrößte linksseitige Donauzufluss in Deutschland.
Die Quelle des Großen Regen befindet sich am Südhang des Pancír (Panzer, 1.214 m ü.NN.) im Böhmerwald der dort Regen oder Regenbach genannt wird und nach Železná Ruda in Bayerisch Eisenstein deutsches Staatsgebiet erreicht.
Der Weiße Regen entsteht durch die Zusammenflüsse zahlreicher Quellbäche aus dem Arbergebiet und dem Osser-Seewand-Kamm und durchfließt in zahlreichen Windungen die Regensenke.
Mehrere Orte haben einen Bezug zum Flussnamen Regen. So wurden z. B. die Kreisstadt Regen, Regenstauf, Regenhütte und Weissenregen nach dem Fluss benannt. Dies gilt gleichwohl zumindest indirekt auch für Regensburg, da die Germanen den Fluss Regana bzw. die Römer ihn geringfügig abgewandelt Reganum und Reganus nannten.
Radfahren entlang der Flüsse Donau, Regen und Naab
Eine mittelschwere Tour mit bequemen Abschnitten entlang der Flusstäler von Regen, Naab und Donau. Die Tour dauert ca. 4-4,5 Stunden und ist nicht speziell beschildert, folgt aber den Beschilderungen der Teiltrassen des Regentalradweges, des Naab-Regen-Radweges, des Naabtalradweges und Donauradweges.
Meist befestigte Wege und Asphaltstrecken, geschotterter Forstweg am Naab-Regen-Radweg. Idyllische Flüssetour, Bade- und Rastmöglichkeit am Freizeitgelände „Am Regen“ bei Pielmühle/Lappersdorf, an der Naab bei Etterzhausen und an der Naabspitze bei Mariaort.
Streckenverlauf
Start in Regensburg an der Eisernen Brücke an der Donau, über den Grieser Steg nach Stadtamhof, Protzenweiherbrücke und Frankenstraße queren, rechts bis zur Bayerwaldstraße, der nach Norden auf den beschilderten „Regentalradweg“ Richtung Regenstauf folgen. Nach etwa 4 km passieren wir das Freizeitgelände „Am Regen“ in Pielmühle.
Weiter am Regen entlang über Regendorf und Edlhausen nach Regenstauf, wo in Diesenbach in die Haslacher Straße auf den Naab-Regen-Radweg abgebogen wird, der ebenfalls beschildert ist. Über Preßgrund, Lindach und Epfenthau führt die Route nach Eitlbrunn, wo links und nach 300 m rechts in den Forstbergweg Richtung Steinsberg abgebogen wird. In Steinsberg links in die Pfalzgrafenstraße einbiegen und diese nach knapp 600 m bei Reiterberg rechts Richtung Geiersberg verlassen.
Weiter über Frauenberg Richtung Westen wo alsbald auf eine geradlinige Gemeindeverbindungsstraße gestoßen wird, der durch den Schwaighauser Forst (dabei zwei Kreisstraßen querend) 3 km gefolgt wird. Nach Querung der 2. Kreisstraße auf einen Waldweg rechts Richtung Wolfsegg abbiegen (hier nicht mehr der Beschilderung Naab-Regen-Radweg folgen!), wo rechts und sogleich links auf die Hauptstraße abgebogen wird, der bergabwärts 3km bis zur nächsten Kreuzung gefolgt wird.
Anschließend links bis nach Heitzenhofen fahren und auf den Naabtal- und Fünf-Flüsse-Radweg stoßen, dem über Pielenhofen mit seiner ehemaligen Klosteranlage, vorbei am Campingplatz Distelhausen bis nach Etterzhausen gefolgt wird. In Etterzhausen die Naabbrücke queren und - der Radweg-Beschilderung weiter folgend -links in die Mariaorter Straße halten und bis Mariaort radeln. Bei der Wallfahrtskirche die Holzbrücke queren und zuerst am Naab-, dann am Donauufer entlang bis zur Autobahnbrücke und Staustufe in Regensburg radeln.
Zusammenfassung
Der Regental-Radweg und die umliegenden Strecken bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten für Radfahrer, die die Natur und Kultur des Bayerischen Waldes erleben möchten. Egal ob gemütliche Familienausflüge oder anspruchsvolle Touren, hier findet jeder die passende Route.
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