Schwarzach-Regen-Radweg: Idyllische Radtour durch den Bayerischen Wald

Der Schwarzach-Regen-Radweg durchquert einen Teil des 180 000 ha großen Naturparks Oberer Bayerischer Wald, welcher durch den Zusammenschluss der Naturparke von Roding, Cham, Kötzting, und Waldmünchen 1973 gegründet wurde, um die Eigenart der Bayerwaldlandschaft zu erhalten. Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald umfasst das gesamte Gebiet des Landkreises Cham und einen östlichen Teil des Landkreises Schwandorf und zählt zu einem der größten Naturparke in Bayern. Bis heute ist der Naturpark Oberer Bayerischer Wald ein weithin unberührtes Fleckchen Natur inmitten ausgedehnter Wälder, mächtige Berggipfel, plätschernde Bäche, Teiche und Seen geblieben.

Eines vorweg: der Schwarzach-Regen-Radweg fristet im Vergleich zu den populären Fernradwege-Klassikern der Region eher ein Mauerblümchendasein. Wie wir meinen allerdings völlig zu Unrecht, denn die liebliche, weitläufige Wald- und Wiesenlandschaft im dünn besiedelten Norden des Landkreises Cham bietet genau das, wonach sich Genussradler sehnen: eine beschauliche Gegend fernab von Hektik und Verkehrslärm, in dessen abgeschiedener Naturidyllle sich Menschen bestens erholen können. Wie die Bezeichnung schon sagt stellt die Route die Verbindung zwischen den Flüssen Regen und Schwarzach her.

Ein eng maschiges Radwegenetz durchkreuzt in allen Himmelsrichtungen die Urlaubsregion, womit sich Land und Leute, Kultur und Brauchtum prima erkunden lassen. Begleitet von romantischen Flusslandschaften, bewaldeten Berghängen und geheimnisumwitterten Burgruinen bieten sich abwechslungsreiche - z.T. Informationsschautafeln am Wegesrand, radfreundliche Hotel-, u.

Streckenverlauf und Beschaffenheit

Der Schwarzach-Regen-Radweg verläuft auf asphaltierten Radwegen, schwach befahrenen Nebenstraßen und kürzeren unasphaltierten (Wald-) Abschnitten. Wegen vereinzelter unasphaltierter Abschnitte (ca. 20%) ist der Radweg für Rennräder ungeeignet.

Startpunkt und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Cham: Historische Kreisstadt als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt des Schwarzach-Regen-Radwegs ist die 1 000 Jahre alte Kreisstadt Cham, dessen Name sich trotz Lage an der Flussschleife des Regens vom kleineren Chamb ableitet. Cham liegt im Fadenkreuz mehrerer - z.T.

Inmitten der Tallandschaft des Chamer Beckens, mit breitem Wiesengürtel im Süden und bewaldeten Höhen des auslaufenden Mittelgebirges im Norden übt die Stadt einen besonderen Reiz auf Radtouristen aus. Dies führte dazu, dass sich die Stadt zur zentralen Radwege-Drehscheibe in Ostbayern bzw. Bayerischen Wald entwickelte. Die sanft geschwungene Topographie mit romantischen Flusstälern und nivellierten Bahntrassen-Radwegen rollt insbesondere Familien- Genuss- Tourenradler und E-Biker quasi den roten Tourenteppich aus.

Ein Stadtbesuch ist allemal lohnenswert. Sehenswert: Biertor, Straubinger Turm, Kirchen, Marktplatz mit Brunnen, Rathaus, Museum SPUR, Cordonhaus, Stadtmauer, Münster u. Kapellen etc. Am Marktplatz die St. Jakobskirche mit ihrer prunkvollen barocken Ausstattung und das historische Rathaus mit seinen Treppengiebeln und dem typischen Erker. Auch manche alte Bürgerhäuser tragen einen Erker, der über das Eck gesetzt ist, eine Besonderheit des Chamer Baustils. Westlich der Altstadt erhebt sich die Klosterkirche "Maria Hilf". Cham verfügt über einen Bahnanschluss.

Bild oben: der Bau des einzig von ursprünglich vier Stadttoren verbliebenen Biertores geht vermutlich auf das 14. Jahrhundert zurück. 1642 wurde ein kurfürstliches Brauhaus für Weißbier eingerichtet, weshalb das vormals bezeichnete Burgtor im Volksmund heute "Biertor" heißt. Die Tourismus-Info residiert im Cordonhaus an der inneren Stadtmauer in historischen Räumen, deren restaurierter Innenhof mit dem Arkaden- und Laubengang jeden Besucher beeindruckt. Das spätgotische Gebäude (16. Jahrhundert) ist neben dem Rathaus der älteste erhaltene Profanbau der Stadt. In dem Antikriegsfilm "Die Brücke" von Bernhard Wicki spielte das historische Armenhaus eine zentrale Rolle.

Abstecher in die Innenstadt: via Florian-Geyer-Brücke durch das Chamer Biertor hindurch gelangt man nach wenigen hundert Metern zur städtischen Tourismusinfo bzw. Infrastruktur zu verdanken ist. Am Radwegeknoten Adolph-Kolping-Straße (Geodätischer Referenzpunkt) treffen mehrere Radwege aufeinander. Idealerweise befindet sich hier ein großer Parkplatz.

So führt z.B. Kurz nach dem Startpunkt am großen Parkplatz an der Adolph-Kolping-Str. bei der Florian-Geyer-Brücke (Stadtrand Cham, Nähe Biertor) radelt man entlang an den naturgeschützten "Regental- Auen" nach Michelsdorf. Die Kernzone dieses bundesweit bedeutsamen Wiesenbrütergebietes, in der u.a. so seltene Arten wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe oder Bekassine brüten, bildet das als Naturschutzgebiet ausgewiesene "Rötelseeweihergebiet" - eines der wertvollsten Vogelschutzgebiete Deutschlands. Neben verschiedenen Entenarten brüten hier Rohrdommel, Zwerg- und Haubentaucher, Schwarzhalstaucher und Schilfrohrsänger. Insgesamt haben sich etwa 240 bedrohte Brut und Gastvogelarten in dieser Gegend angesiedelt, wovon etliche auf einer „roten Liste“ stehen, dessen Arterhaltung gefährdet ist.

Weiterfahrt nach Pemfling und Grafenkirchen

Die Wegweisung kündigt die Gabelung des Schwarzach-Regen-Radweg vom Regental-Radweg an. Bis zur 4.5 km entfernten Ortschaft Loibling verläuft der Schwarzach-Regen-Radweg nahezu steigungsfrei. Ab Ponholzmühle geht es sanft aber stetig bergan, bis man in der 2 371 Einwohner großen Gemeinde Pemfling bei KM 9.0 eine Höhe von 452 m erreicht. Im Bild die Kirche von Pemfling. Die lückenlose Wegweisung informiert mit Entfernungsangaben wie weit es bis zur nächsten Ortschaft bzw. Zielort ist, und informiert darüber wieviel Kilometer man bereits hinter sich gebracht hat.

In leicht hügeliger Manier setzt sich der Schwarzach-Regen-Radweg bis zu einem idyllischen Rastplatz mit Pavillon am Waldrand fort. Der Lunge tut die sauerstoffangereicherte Luft in der Waldpassage gut. Stetig gewinnt man fast unbemerkt an Höhe, weil die Steigung moderat unterhalb 6% liegt. Kurz vor Grafenkirchen bei KM 14.7 findet man einen Rastplatz mit Springbrunnen vor, während vor dem Ortsteil Rhan wiederum ein Rastplatz mit Pavillon bei Bedarf Wetterschutz bietet. In Grafenkirchen wird links Richtung Lixendöfering / Rhan abgebogen. Die geschwungene Hochebene bietet weite Aussicht auf die schwach besiedelte Region.

Schönthal: Zielpunkt des Radwegs

Schönthal (1 511 Einwohner) - Sie haben ihr Ziel erreicht! Am Uferweg an der Schwarzach befindet sich der Start/Zielpunkt des Schwarzach-Regen-Radwegs. Für manche Radler stellt Schönthal das Ziel, für andere wiederum nur ein „Etappenziel dar. Eine Weiterfahrt auf dem Schwarzachtal-Radweg nach Waldmünchen (12 km) bzw. An der rechts abzweigenden Uferstraße setzt sich der Schwarzachtal-Radweg nach Kritzenast fort, wo er sich Richtung Waldmünchen bzw. nördlich nach Stadlern in zwei Routen verzweigt. Gemein ist beiden Strecken, dass sie zu zwei wunderschön gelegenen Badeseen führen - nördlich der Silbersee bei Treffelstein, östlich der Perlsee bei Waldmünchen. Entfernung von Schönthal jeweils ca.

Schönthal war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark des Klosters, welche 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. Daraufhin entstand im Jahre 1818 die heutige politische Gemeinde. Die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes Schönthal - mit dem Namen "VALLIS SPECIOSA" (schönes anmutiges Tal) - ist auf das Jahr 1253 datiert. Im Garten der Klosterschänke Schönthal (Lkr. Cham) grast das Walliser Schwarznasenschaf mit seiner kleinen Herde, was zwischenzeitlich zur Attraktion geworden ist. Als weiteren sehenswerten Abstecher bietet sich das 5 km entfernte Pfarrdorf Hiltersried an, wo 1433 die legendäre Hussitenschlacht stattfand. Ein Denkmal an der Ortsgrenze erinnert an dieses denkwürdige geschichtliche Ereignis.

Der Regental-Radweg als Alternative

Der Regental-Radweg verläuft durch die Landkreise Regensburg, Schwandorf, Cham und Regen. Idyllisch verläuft die Flussroute von Regensburg durch weitgehend unberührte Naturlandschaften, tangiert malerische Orte und führt auf Rad- und Wirtschaftswegen sowie schwach befahrenen Nebenstraßen zum Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Ideal für Genussradelnde, die abwechslungsreiche Strecken bevorzugen, sich ein großartiges Naturerlebnis wünschen und von steileren Anstiegen verschont bleiben wollen.

Rastplätze, Sitzbänke, Unterstellpavillons und Badestellen gibt's entlang den Regenauen zuhauf, wo man beispielsweise in den frühen Morgenstunden achtsam einem Vogelkonzert und Blätterrauschen lauschen kann.

Der Fluss ist eine entspannter Wegbegleiter wie gleichsam eine nützlich Orientierungshilfe, der dem emsigen Pedaleur den Streckenverlauf weist und dessen mäandernde Dynamik häufig zum Innehalten einlädt.

Wenngleich der Fluß einschließlich seiner Zuflüsse abschnittsweise fünf verschiedene Namen trägt, wird er umgangssprachlich in aller Regel vereinfacht als "Regen" bezeichnet.

Erfahrungsgemäß gilt der Regen als hochwassergefährdet, weil der Fluss ein ca. 2878 km² großes Einzugsgebiet entwässert, das weite Teile des nördlichen Bayerischen Waldes sowie westliche Ausläufer des Böhmerwaldes in Tschechien umfasst.

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