Da aus falscher Scham kaum jemand über Hämorrhoidal-Leiden, seinen Stuhlgang oder seinen Enddarm spricht, gibt es viele Mythen über Ursachen, Symptome und die richtige Behandlung der Erkrankung. Solche Themen müssen aber besprochen werden, denn nur wer Symptome richtig benennen kann, kann zur Erkennung der Erkrankung beitragen. So können Symptome gelindert, Risikofaktoren minimiert und Ursachen behandelt werden. Es besteht also reichlich Aufklärungsbedarf.
Was sind Hämorrhoiden?
Eigentlich meint man Hämorrhoidalleiden bzw. die damit verbundenen Symptome, wenn davon die Rede ist, dass jemand „Hämorrhoiden hat“. Sie sind also keine Krankheit, sondern normaler Teil des Körpers. Nein, denn jeder hat welche. Diese gepolsterten Schwellkörper sorgen dafür, dass der Enddarm richtig schließt.
Symptome
Diese äußern sich z.B. durch Symptome wie Jucken und Brennen im Analbereich, Blut auf dem Toilettenpapier oder Nässe im Analbereich.
Dennoch sind vergrößerte Hämorrhoiden bei Älteren häufiger anzutreffen, was vermutlich mit der sinkenden Elastizität der Gefäßwände zusammenhängt. Auch ein im Alter veränderter Stuhlgang kann hier eine Rolle spielen.
Mythen und Fakten über Hämorrhoiden
Kälte als Auslöser?
Das hört und liest man sehr häufig, ist aber falsch: Kälte vergrößert die Hämorrhoiden nicht und ist daher auch kein Auslöser für Hämorrhoidalleiden. Im Gegenteil: Kurzfristig können Schmerzen mit Kälte gemildert werden - z.B. mit Kühlpacks. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen, was die Schwellung schneller abklingen lässt. Dauerhaft gesehen ist Wärme aber besser als Kälte.
Wärme und Sitzheizung
Kann man durch Sitzheizung Hämorrhoiden-Probleme bekommen? Wärme wirkt sich außerdem entspannend auf den Schließmuskel aus, die Gefäße weiten sich und die Durchblutung wird angeregt. Nein, die Wärme fördert zwar die Durchblutung, hat aber keine Auswirkungen auf eine mögliche Vergrößerung. Aus mittelfristiger Sicht tut Wärme gut, denn die Entspannung des Schließmuskels ermöglicht den Blutrückfluss aus den erweiterten Gefäßen und wirkt dem Heraustreten der Gefäße entgegen. Darüber hinaus kann warmes Wasser, z.B. in Form eines Sitzbades, den Juckreiz lindern.
Radfahren und Hämorrhoiden: Was stimmt?
Allerdings wird insbesondere Radeln mit einem harten Sattel bei bereits vergrößerten Hämorrhoiden als sehr unangenehm bis schmerzhaft empfunden. Selbst bei einem sehr harten Sattel gilt: Fahrradfahren löst weder Hämorrhoiden aus noch begünstigt es deren Vergrößerung. Im Gegenteil: Fahrradfahren entlastet den Beckenboden, womit man vergrößerten Hämorrhoiden vorbeugen kann.
Hygiene
Nein, man bekommt keine Hämorrhoidalleiden durch zu wenig Waschen. Allerdings ist die richtige Analhygiene sehr wichtig: Nach dem Stuhlgang sollte man entweder sehr weiches Toilettenpapier verwenden oder mit Wasser abspülen. Dabei maximal sanfte, seifenfreie Waschlotionen nutzen. Da manche Betroffene immer noch glauben, die Krankheit hätte mit Unsauberkeit zu tun, wenden sie möglicherweise die falschen Hygieneprodukte an und dies vielleicht auch noch im Übermaß - was leider die Symptome verschlimmern kann.
Stuhlgang und Verstopfung
Häufig sind ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung Risikofaktoren für ein Hämorrhoidalleiden, da beide eine Verstopfung begünstigen können. Ein wichtiger Baustein in der Behandlung muss daher sein, chronische Verstopfung zu beseitigen, indem beispielsweise durch ballaststoffreiche Ernährung der Stuhlgang weicher gestaltet wird. Eine solche ballaststoffreiche Ernährung kann u.a. durch den häufigen Verzehr von Vollkorn, Beeren, Kohlgemüse, Pilzen oder Nüssen erreicht werden. In Kombination mit einer ausreichenden Trinkmenge wird der Stuhlgang auf diese Weise deutlich weicher, was ein starkes Pressen überflüssig macht.
Abführmittel
Grundsätzlich gilt, dass Abführmittel nur kurzfristig zur Behandlung einer Verstopfung angewendet werden sollten. Verstopfung und das damit zusammenhängende Pressen führt zum Anschwellen der Hämorrhoiden - daher können abführende Mittel auf kurze Sicht schon einen positiven Effekt auf die Hämorrhoiden-Beschwerden haben. Langfristig sollte man hingegen versuchen, durch ausreichendes Trinken und verdauungsfördernde Ernährungsweise (reich an Ballaststoffen) einen möglichst pressfreien und kurzen Stuhlgang anzustreben.
Gewichtheben
Häufig hört man, dass Kraftsport Hämorrhoiden verursachen kann oder regelmäßiges Krafttraining Hämorrhoidalleiden verschlimmert. Regelmäßiges Gewichtheben kann so tatsächlich das Risiko eines Hämorrhoidalleidens vergrößern oder bestehende Symptome verschlimmern. Hier ist tatsächlich etwas dran: Durch das Stemmen von schweren Gewichten wird Druck auf den Beckenboden ausgelöst, da die Bauchmuskeln angespannt werden.
Was passiert ohne Behandlung?
Ohne entsprechende Lebensstilveränderungen oder Behandlung mit Medikamenten werden sich eine Vergrößerung und die damit verbundenen Symptome nicht zurückbilden. Wichtig ist jedoch, die Ursachen und Risikofaktoren für das Hämorrhoidalleiden zu identifizieren, entsprechende Maßnahmen einzuleiten und das Thema nicht einfach „auszusitzen“. Auch Hausmittel können begleitend zur Therapie eingesetzt werden, um akute Beschwerden zu lindern.
Idealerweise geht man in einem frühen Stadium des Hämorrhoidenleidens für eine fachgerechte Therapie in eine Facharztpraxis. Mit entsprechender Behandlung können sich die Vergrößerungen gut zurückbilden. Wird jedoch nicht eingegriffen, kann sich der Schweregrad erhöhen und eine Operation notwendig sein.
Sind Hämorrhoiden ansteckend?
Nein. Hier muss man sich keine Sorgen machen, es besteht durch die Art der Erkrankung keinerlei Ansteckungsgefahr.
Verwechslung mit anderen Erkrankungen
Gelegentlich werden Hämorrhoidenvergrößerungen mit einer anderen Enddarmerkrankung verwechselt: einer sogenannten Analvenenthrombose, auch Analthrombose genannt. Was ist der Unterschied zwischen Hämorriden und Analvenenthrombose? Das ist relativ leicht zu erkennen: Die blau-roten Knoten einer Analvenenthrombose liegen nicht innerhalb, sondern außerhalb des Anus (daher auch manchmal als "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet). Gefährlich sind solche Knubbel am After nicht: Diese an sich harmlosen Blutgerinnsel bluten nicht, bereiten aber Schmerzen. Hämorrhoiden bluten hingegen sehr leicht und sind, zumindest am Anfang, nicht unbedingt mit Schmerzen verbunden. Zudem gibt es noch sogenannte Marisken: Hautfalten bzw. Hautläppchen. Eine Verwechslung ist nicht verwunderlich, denn werden diese Marisken mechanisch gereizt (z.B. durch hartes, kratziges Toilettenpapier), können schmerzende, juckende und/oder brennende Entzündungen entstehen.
Können Hämorrhoiden Krebs werden?
Nein, allerdings muss abgeklärt werden, ob "nur" Vergrößerungen bestehen, die die Beschwerden machen oder ob nicht andere Erkrankungen des Enddarms dafür verantwortlich sind.
Welcher Arzt ist zuständig?
Der eigentliche Experte in diesen Fragen ist der Proktologe bzw. die Proktologin, ein Facharzt bzw. eine Fachärztin für Enddarm-Erkrankungen - aber natürlich kann man als erstes auch mit seinem Hausarzt bzw. seiner Hausärztin besprechen, wie eine Behandlung aussehen könnte. In der Regel können dort bereits vergrößerte Hämorrhoiden erkannt und eine entsprechende Therapie vorgeschlagen werden - oder eben im Zweifelsfall an einen Spezialisten bzw. eine Spezialistin überweisen. Das können neben den genannten proktologischen auch gastroenterologische (Magen-Darm), koloproktologische (End- und Dickdarm) sowie Hautarzt- oder chirurgische Praxen sein.
Diagnose
Zunächst wird im Rahmen der körperlichen Untersuchung die Region um den After angeschaut. Nachdem die Vergrößerungen mit dem Finger ertastet wurden, findet eine Proktoskopie statt, also eine Spiegelung des Analkanals, um festzustellen, wie stark die Vergrößerungen sind und um andere Erkrankungen auszuschließen. Diese Untersuchungen sind in wenigen Minuten erledigt und auch nicht schmerzhaft.
Hausmittel
Ballaststoffreiche Ernährung kann neben den bereits erwähnten Lebensmitteln auch durch die zusätzliche Gabe von Weizenkleie, Leinsamen oder Flohsamenschalen erreicht werden. Die enthaltenen Quellstoffe in diesen bewährten Hausmitteln sorgen in Kombination mit ausreichend Flüssigkeit für einen angenehmen, weichen Stuhlgang. Zusätzlich sollten stopfende Lebensmittel gemieden werden (Bananen, Kakao, geriebener Apfel oder z.B. Schwarztee) ebenso wie solche Lebensmittel, die die Schleimhäute reizen wie Chilis, scharfe Gewürze oder Kaffee. Ebenfalls hilfreich ist Abnehmen sowie viel Bewegung, da Bewegungsarmut auch Ursache für Verstopfung sein kann. Um das Sitzen erträglicher zu machen, haben sich spezielle Kissen bewährt. Sie können mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wie gerbstoffhaltiger Eichenrinde angereichert werden und können so Entzündungen sowie den Juckreiz am After lindern. Ein weiteres erprobtes Hausmittel sind Sitzbäder.
Sport und Hämorrhoiden
Wer eine Prostata-OP hinter sich hat oder unter Hämorrhoiden leidet, stellt sich häufig die Frage, welcher Sport zu welchem Zeitpunkt durchführbar und sinnvoll ist. Sport bei oder mit Hämorrhoiden ist grundsätzlich zu empfehlen, weil es einer Vergrößerung selbiger vorbeugen kann. Darüber hinaus bewirkt Sport eine allgemeine „Lockerung“ - der Stuhl wird weicher und die Gefahr einer Verstopfung minimiert sich. Dennoch sind nicht alle Sportarten gleich gut geeignet und bestimmter Sport nach einer Hämorrhoiden-OP bzw. einer Hämorrhoiden-Verödung sollte unbedingt vermieden werden, da es sonst zu starken Schmerzen und sogar Blutungen kommen kann.
Joggen ist kurz nach der OP beispielsweise tabu. Passionierte Radfahrer und alle, die auf diese Art wieder fit werden oder ihre Wege zurücklegen möchten, sollten daher auf ein Stehfahrrad zurückgreifen. Die ElliptiGO SUB Fahrräder sind dabei das Mittel der Wahl.
Sport nach Prostata-OP
Auch für Prostata-Patienten gilt: Sport ist gesund und hilft dem Körper dabei, sich zu generieren. Er kann sogar dazu beitragen, dass die typischen „Begleiterscheinungen“ die Inkontinenz und Fatigue nach einer Prostata-OP weniger stark ausgeprägt sind. Aber: Es muss die richtige Sportart gewählt werden. Darüber hinaus sind direkt im Anschluss an operative Eingriffe wie beispielsweise einer radikalen Prostatektonie sämtliche Sportarten zu vermeiden. Frühestens nach vier bis sechs Wochen können Sie aber wieder aktiv werden. Sport nach der Prostata-OP hilft Ihnen dabei nicht nur dabei, wieder fit zu werden und von einem besseren Körpergefühl zu profitieren. Studien der Prostata-Hilfe Deutschlands haben herausgefunden, dass das Rückfallrisiko bei Prostata-Krebs um bis zu 57 Prozent sinkt, wenn die Patienten regelmäßig Sport treiben.
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Der Richtige Fahrradsattel bei Hämorrhoiden
Dieses Problem haben viele, doch darüber sprechen möchten die Wenigsten. Dabei ist der richtige Fahrradsattel bei Hämorrhoiden schon die halbe Miete.
Starker Juckreiz, Brennen und Nässen am After, manchmal sogar mit Blutungen. Und damit soll man auf den Fahrradsattel steigen? Möglich ist das nach Abklingen der akuten Symptome von Hämorrhoiden durchaus. Speziell geformte Fahrradsättel machen es möglich.
Empfohlene Fahrradsättel
Diese Fahrradsättel haben sich bei Hämorrhoiden-Problemem bewährt. Das zeigen Herstellerinformationen und Kundenrezensionen.
- VELMIA Fahrradsattel mit ergonomischem 3-Zonen-Konzept
- Ohne störende Sattelnase - ISM Unisex PN 3.0
- Selle Royal Sattel Respiro Soft
- WITTKOP Fahrradsattel 5 Zonen Medicus Konzept
Radfahren mit Hämorrhoiden: Erlaubt?
Die gute Nachricht: Ja! Vorausgesetzt, die akuten und schmerzvollen Erstsymptome klingen langsam ab. Bei Nässen oder Bluten sollten Sie vom Radfahren absehen und auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Eventuell überweist Sie Ihr Hausarzt auch an einen Facharzt für Hämorrhoiden, Proktologe genannt. Klingen die Symptome aber, steht - mit dem richtigen Fahrradsattel und einer gut gepolsterten Fahrradhose - einer Fahrradtour nichts im Weg. Bei leichten Beschwerden kann Radfahren die Heilung sogar unterstützen, denn Radfahren trainiert die Muskeln im Bein- und Po-Bereich und stärkt den Beckenboden, was sich positiv auf Hämorrhoiden auswirken kann.
Weitere Nützliche Helfer für Ihre Fahrradtour
Die Wahl des richtigen Sattels bewirkt bei Hämorrhoiden viel! Damit Sie noch schneller wieder auf dem Fahrrad sitzen und die Radtour auch genießen, können Sie diese kleinen Helfer gegen Hämorriden zusätzlich unterstützen. Am besten nach der Radtour anwenden!
- Hämorrhoidensalbe mit Weißer Schafgarbe
Kann Sport bei Hämorrhoiden helfen?
Ja, Sport kann bei Hämorrhoiden helfen, solange er richtig dosiert und angepasst ist. Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung, fördert eine gesunde Verdauung und beugt Verstopfung vor - einer der Hauptursachen für Hämorrhoiden.
Geeignete Sportarten bei Hämorrhoiden:
- Spazierengehen - fördert die Durchblutung und verhindert Verstopfung
- Schwimmen - entlastet den Beckenboden und verbessert die Durchblutung
- Radfahren auf einem weichen Sattel - kann hilfreich sein, wenn keine Beschwerden bestehen
- Yoga & Pilates - stärken die Muskulatur und fördern eine gute Verdauung
Allerdings sollte man intensive Belastungen wie schweres Krafttraining oder langes Radfahren vermeiden, da sie den Druck im Bauchraum erhöhen und die Symptome verschlimmern können.
Weitere Tipps
- Vorsicht vor scharfkantigen Apfel- oder Traubenkernen, Nußecken, Kümmel, Sesamkörnern, Spelzen, etc.; auf der Stuhlsäule wirken sie oft wie ein Reibeisen und können die zarten Venenpolster geradezu aufritzen!
- Zur Kräftigung des Beckenbodens und Afters pressen Sie den Schließmuskel fest zusammen, als ob Sie den Stuhlgang unbedingt verhindern wollen. Zählen Sie dabei bis zehn und lassen Sie den Schließmuskel danach wieder locker. Wiederholen Sie diese Übung 30 bis 40 mal, wenn möglich mehrmals täglich. Am Schreibtisch, hinterm Steuer oder beim Fernsehen können Sie dieses Schließmuskeltraining völlig unauffällig durchführen.
- "Wer gut schmiert, der gut fährt". Niemals beim Stuhlgang pressen. Hämorrhoiden sind Gefäßpolster, die für den Feinverschluß des Afters verantwortlich sind. Bei Stuhlgang entleeren sie sich automatisch und geben den Weg frei für die Darmentleerung.
- Tragen Sie eine atmungsaktive Radlerhose, die den Schweiß gut abtransportiert und wenig Reibung verursacht.
- Ihre Haut können Sie schützen, indem Sie vor dem Radeln etwas Panthenol- oder Zinksalbe auftragen.
- Trinken Sie ausreichend, dadurch wird der Stuhl wieder weicher.
- Sollten Sie unter starken Schmerzen leiden und es blutet oder nässt, verzichten Sie ein paar Tage auf das Radfahren und suchen Sie im Zweifel eine Arztpraxis auf.
- Hämorrhoidalleiden sollten regelmäßig untersucht werden.
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