Sicher Radfahren bei Sturm und schlechtem Wetter

Radfahren bei schlechtem Wetter kann gefährlich sein, aber mit den richtigen Vorkehrungen kannst du sicher unterwegs sein. Wind zählt zu den größten Herausforderungen für Radfahrer. Er kann dich ausbremsen, aus der Bahn werfen, bei niedrigen Temperaturen auskühlen, kurz: er kann zur Belastung und sogar zur Gefahr werden. Grund genug, sich mit dem Radfahren bei Wind einmal etwas ausführlicher auseinanderzusetzen.

Es ist sinnvoll, bekannte Windsysteme bei der Routenplanung zu berücksichtigen. Für viele Regionen gibt es hierzu verlässliche Angaben. So ist zum Beispiel bekannt, dass der Mistral in der französischen Provence immer aus Nordwest weht. Dementsprechend solltest du in der Provence eher in südöstliche Richtung radeln, um nicht unnötig gegen den Wind ankämpfen zu müssen. Natürlich solltest du zusätzlich die Windvorhersage für die betreffende Region im Auge behalten. Hierfür gibt es spezielle Apps, z. B. Windy.

Warum ist Radfahren bei Unwetter gefährlich?

Unwetter bringt verschiedene Herausforderungen mit sich, wie nasse Straßen, schlechte Sichtverhältnisse und starke Windböen. Diese Faktoren erhöhen das Risiko von Unfällen erheblich. Es ist wichtig, diese Gefahren zu kennen und entsprechend vorbereitet zu sein.

Vorbereitung: Das richtige Equipment

Hier sind einige Ausrüstungstipps, die dir helfen, sicher durch jedes Wetter zu kommen:

  • Wetterfeste Kleidung: Regenjacke und Regenhose schützen dich vor Nässe und Kälte.
  • Wasserdichte Schuhe und Überzieher: Halte deine Füße trocken und warm.
  • Handschuhe: Verhindern, dass deine Hände auskühlen und dir der Griff am Lenker entgleitet.
  • Gute Beleuchtung: Front- und Rücklichter sind bei schlechten Sichtverhältnissen unerlässlich.
  • Reflektoren: Stelle sicher, dass dein Fahrrad und deine Kleidung reflektierende Elemente haben.
  • Reifen: Wähle Reifen mit gutem Profil und überlege, auf breitere Reifen umzusteigen, die mehr Grip bieten.

Verhalten im Straßenverkehr

Wenn du unterwegs bist, beachte folgende Verhaltensregeln:

  • Reduziere die Geschwindigkeit: Bei Nässe und Wind ist der Bremsweg länger. Fahre langsamer, um jederzeit sicher anhalten zu können.
  • Halte Abstand: Zu anderen Verkehrsteilnehmern und parkenden Autos solltest du mehr Abstand halten, da diese unvorhersehbare Manöver machen könnten.
  • Vorausschauend fahren: Beachte, dass du bei richtigem Schietwetter längere Bremswege hast.
  • Rutschfestigkeit: Meide Straßenmarkierungen, Pfützen, Sand, Öl und Split.

Wind und seine Herausforderungen

Wind ist folglich eine mehr oder weniger schnell bewegte „Masse“. Die Windrichtung wird im Wesentlichen durch die Lage der Hochdruck- und Tiefdruckgebiete bestimmt, in Bodennähe aber auch durch Geländeprofil und Reibung beeinflusst. Als Maß für die Windstärke existiert nach wie vor die Skala nach Beaufort [Bft], eine Einteilung in 12 Stufen. Doch wirklich exakt ist lediglich die per Anemometer gemessene Windgeschwindigkeit, angegeben in Meter/Sekunde [m/s] oder Kilometer/Stunde [km/h], in Luft- und Seefahrt auch in Knoten [1 kn = 1,852 km/h].

Windstärke und Windgeschwindigkeit

Die Gegenüberstellung der Einheiten in tabellarischer Form:

Beaufort (Bft) km/h m/s Beschreibung
0 < 1 < 0.3 Windstille
1 1 - 5 0.3 - 1.5 Leichter Zug
2 6 - 11 1.6 - 3.3 Leichte Brise
3 12 - 19 3.4 - 5.4 Schwache Brise
4 20 - 28 5.5 - 7.9 Mäßige Brise
5 29 - 38 8.0 - 10.7 Frische Brise
6 39 - 49 10.8 - 13.8 Starker Wind
7 50 - 61 13.9 - 17.1 Steifer Wind
8 62 - 74 17.2 - 20.7 Stürmischer Wind
9 75 - 88 20.8 - 24.4 Sturm
10 89 - 102 24.5 - 28.4 Schwerer Sturm
11 103 - 117 28.5 - 32.6 Orkanartiger Sturm
12 > 117 > 32.6 Orkan

Weitere Tipps für das Radfahren bei Wind

  • Planen Sie Ihre Fahrt im Voraus: Vermeiden Sie offene Felder, auf denen der Wind freie Bahn hat. Berücksichtigen Sie die Windrichtung, um nicht gegen den Wind radeln zu müssen.
  • Fahrradwartung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrrad gut gewartet ist, bevor Sie in den Wind fahren. Achten Sie darauf, dass Ihre Fahrradreifen richtig aufgepumpt sind.
  • Angemessene Kleidung: Wählen Sie warme und eng anliegende Kleidung, die nicht zu sehr herumflattert.
  • Vorsicht vor Sturmböen: Achten Sie auf Windböen, die Ihren Lenker erschüttern und Sie aus dem Gleichgewicht bringen können.
  • Benutzen Sie die Gänge: Nutzen Sie die Gänge Ihres Fahrrads gut aus, wenn Sie gegen den Wind fahren. Fahren Sie nicht unnötig in einem schweren Gang.
  • Keinen Regenschirm benutzen: Nehmen Sie keinen Regenschirm mit auf eine Fahrradtour, da dieser vom Wind erfasst werden und man das Gleichgewicht verlieren kann.

Was tun bei Gewitter?

Was tun, wenn auf der Radtour ein Gewitter aufzieht? Entfernter Donner kann auf ein sich näherndes Unwetter hindeuten. Blitzt es, kann man die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen, so erhält man die ungefähre Entfernung des Gewitters in Kilometern. Da ein Gewitter im Freien gefährlich werden kann, sollte man möglichst rechtzeitig Schutz suchen.

Für Badende heißt es raus aus dem Wasser, denn Wasser leitet. Einen Regenschirm sollte man bei Gewitter auch nicht nutzen.

Abstand vom Fahrrad halten

Aber was ist mit dem Fahrrad? Das hat doch gummierte Griffe und Reifen. Ja, aber sie bieten keine ausreichende Isolierung. Fahrräder ziehen Blitze nicht unbedingt an, aber sie leiten. Deshalb sollten Radfahrende, die von einem Gewitter überrascht werden, absteigen und das Fahrrad nicht festhalten, sondern es abstellen und Abstand halten. Schlägt ein Blitz tatsächlich ins Fahrrad ein, kann er sich über die Erde weiterverbreiten. Daher: mindestens 10 Meter und mehr Abstand halten.

Hohe Masten und Bäume meiden

Wer kann, sollte Schutz in Gebäuden mit Blitzableitern, unter Brücken aus Stahlbeton (ohne Fahrrad und keine Geländer berühren) oder in Autos suchen. Nicht alle Schutzhütten haben Blitzableiter und können, wenn sie höher sind als die Umgebung oder Metallanteile haben, Blitze anziehen. Das gilt auch für Türme, Masten, Überlandleitungen und Bäume, daher sollte man sie meiden.

Hockende Position einnehmen

Im freien Feld sollte man an der tiefsten Stelle des Geländes mit geschlossenen Beinen in die Hocke gehen, Arme eng anlegen und die Füße zusammenhalten. Wenn ein Blitz in der Nähe einschlägt, soll die Gefahr in dieser Stellung am geringsten sein.

Denke daran, dass die Sicherheit immer an erster Stelle stehen sollte. Passe deine Fahrweise den Bedingungen an und sei bereit, deine Pläne zu ändern, wenn das Wetter umschlägt. So kannst du sicherstellen, dass deine Radtour trotz des Wetters ein positives Erlebnis wird.

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