Bonn und seine Umgebung bieten eine Vielzahl von attraktiven Radrouten für jeden Geschmack. Egal, ob Sie die römische Geschichte der Stadt erkunden, malerische Wasserburgen entdecken oder einfach nur die Natur genießen möchten, hier finden Sie die passende Tour.
Historische Tour auf dem Rad: Auf den Spuren der Römer
Die Geschichte Bonns reicht bis in die Römerzeit zurück. Das Bonner StadtMuseum hat eine Fahrradstrecke entwickelt, die zu den sichtbaren Spuren der Römer führt.
Los geht’s am Ernst-Moritz-Arndt-Haus in Rheinnähe, danach vorbei an der Bonner Innenstadt zum Römerlager in Castell. Rechtsrheinisch radelt ihr dann wieder flussaufwärts. Wer noch Puste hat, kann die Tour verlängern und einen Abstecher in die schöne Rheinaue machen.
Unterwegs laden das Gasthaus im Stiefel, Em Höttche oder das Wirtshaus Rheinbrücke zur Stärkung ein. Hier gibt es traditionelle rheinische Küche und erfrischende Getränke.
Schwierigkeit: Diese leichte Tour führt überwiegend auf flachen und befestigten Wegen und ist ideal für alle, die die römische Geschichte Bonns entspannt entdecken möchten.
Länge: 15 Kilometer
Dauer: circa 2,5 Stunden
Zu den Wasserburgen der Region
Die Region südlich von Bonn ist für ihre imposanten Wasserburgen bekannt, was einen guten Grund für eine Fahrradtour bietet. Starten könnt ihr am Alten Zoll am Bonner Rheinufer, von dort aus radelt ihr den Rhein aufwärts bis Bad Godesberg. Da findet ihr in der Nähe des Bahnhofs die Redoute: Ein Ballhaus aus kurfürstlicher Zeit, in dem heutzutage Events stattfinden.
Danach fahrt ihr weiter an Schweinheim und Villip vorbei nach Wachtberg. Eure Belohnung: Der Blick auf Burg Gudenau - eine typische zweiteilige Wasserburg, erbaut im frühen 13. Jahrhundert. In Wachtberg erwartet euch nach der Weiterfahrt Richtung Meckenheim auch das nächste Wasserschloss: Die Burg Adendorf gilt als besterhaltene Wasserschlossanlage in der Region und ist mittlerweile ein beliebter Veranstaltungsort.
Das historische Tour-Highlight könnt ihr auch in Wachtberg bewundern: Zwar ist die Burg Münchhausen keine Wasserburg, dafür aber eine der ältesten Burgen der Region (schon im Jahre 893 erstmalig in Dokumenten erwähnt).
Letzter Stopp: Die im 18. Jahrhundert im Barock-Stil umgestaltete mittelalterliche Burg Lüftelberg, die auch ein Wasserschloss ist. Danach geht‘s nur noch mit dem Rad die letzten zweieinhalb Kilometer Richtung Bahnhof Kottenforst. Dort könnt ihr mit der Regionalbahn S23 direkt zum Bonner Hauptbahnhof fahren.
Schwierigkeit: Diese mittelschwere Strecke durch hügeliges Gelände mit kleineren Anstiegen bietet sich für Radfans mit etwas Erfahrung an.
Länge: 31 km
Dauer: etwa zwei Stunden (ohne Pausen)
Von Bonn nach Köln - oder umgekehrt
Die Städte Bonn und Köln liegen nah beieinander, und die Route direkt am Rheinufer ist auf der rechten Flussseite besonders schön. Von Bonn aus radelt ihr über Niederkassel, Porz und die Poller Wiesen bis nach Deutz. Nur bei Ranzel führt kein direkter Weg an Vater Rhein vorbei. Aber auf dem restlichen Radweg habt ihr bei dieser Tour in beide Richtungen nen super Blick auf‘s Wasser.
Kommt ihr aus Bonn, könnt ihr nach eurer Ankunft im Deutzer Brauhaus (direkt am Bahnhof Messe/Deutz) mit Biergarten bei Kölscher Küche, Vegetarischem und Veganem ein Päuschen machen. Oder ihr fahrt einfach auf die andere Rheinseite und gönnt euch in der Kölner Altstadt ne Erfrischung. Zurück nach Bonn kommt ihr bequem mit Regionalbahnen vom Bahnhof Messe/Deutz oder vom Hauptbahnhof aus.
Seid ihr in Köln gestartet, serviert man euch im Biergarten direkt am Alten Zoll bei Rheinblick kühle Drinks. Oder ihr schaut euch mal eine der vielen Bonner Innenstadtkneipen an. Zurück nach Köln geht‘s von hier mit der Regionalbahn vom Bonner Hauptbahnhof aus.
Schwierigkeit: Leichte Strecke mit flachen und befestigten Wegen - also ideal für Familien und Gelegenheitsradler und -radlerinnen.
Länge: 35 Kilometer
Dauer: rund zwei Stunden
Tour de Königsforst
Der Königsforst im Kölner Osten bietet schattige Erholung an warmen Sommertagen. Den erreicht ihr mit der KVB-Linie 9 sogar super von der Innenstadt aus. An der Endhaltestelle angekommen, kann’s direkt mit eurer Tour losgehen und ihr fahrt in den Wald zum Wildgehege Brück. Auf dem etwa 15 Hektar großen Areal könnt ihr vor allem Rotwild und Wildschweine beobachten oder die Tiere mit Wildfutter aus den dort bereitgestellten Automaten versorgen.
Next Step ist der höchste Berg Kölns: Monte Troodelöh. Mit ein bisschen Power für die kleine Steigung gelangt ihr im Nu auf seine Spitze. Und für alle mit weniger Kondition gilt: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Anschließend geht’s bergabwärts zur Wassertretstelle Königsforst: Ein echter Hot-Spot zum Füße kühlen an warmen Tagen. Nach diesem letzten Zwischenstopp radelt ihr durch den Königsforst zurück zur Straßenbahnhaltestelle.
Länge: 13 Kilometer
Dauer: etwa eine Stunde
Königsforst und Wahner Heide
Wer gleich zwei Naturschutzgebiete Kölns mitnehmen möchte, kann eine Radtour durch den Königsforst und zur Wahner Heide machen. Startpunkt ist die KVB-Haltestelle Thielenbruch, euer Ziel der S-Bahnhof Porz-Wahn. Good to know: Die Strecke ist etwas anspruchsvoller und deshalb für Bike-Newbies, Kinder und die Mitnahme von Fahrradanhängern nur bedingt geeignet. Stellt euch auf längere Abschnitte über nicht asphaltierte Wege und einige Anstiege ein. Dafür könnt ihr euch aber kulinarisch belohnen: in Lokalitäten am Straßenbahndepot Thielenbruch, im ehemaligen Bahnhof Königsforst, in Altenrath oder in Porz-Wahn.
Länge: 33 Kilometer
Dauer: etwa 2 Stunden
Von der Siegaue nach Königswinter und zurück
Erleben Sie malerische Rheinabschnitte auf einer Strecke von 37 km. Diese Radtour führt Sie von der idyllischen Siegaue nach Königswinter und zurück in die lebhafte Innenstadt Bonns.
Ihre Fahrradtour beginnt an der Fähranlegestelle Graurheindorf. Es geht hinüber zum malerischen Mondorfer Hafen, nicht weit davon passieren Sie die Siegaue und erreichen das Fischereimuseum an einem Altarm der Siegmündung. Hier erwartet Sie eine faszinierende Dauerausstellung, die die Geschichte der Fischereibruderschaft und die Kulturgeschichte der Fischerei an der unteren Sieg beleuchtet.
Nach diesem beeindruckenden Stopp setzen Sie Ihre Radtour fort und erreichen die Siegfähre, eine der ältesten Einmann-Gierfähren Deutschlands. Hier erleben Sie eine einzigartige Überfahrt, bei der die Fähre nur an einem Seil hängend durch die Strömung ans andere Ufer bewegt wird.
Die Tour führt Sie weiter entlang des Rheins in Richtung Königswinter. Sie durchqueren ausgedehnte Wiesen, die an die Deiche Norddeutschlands erinnern.
In Königswinter erwartet Sie ein wortwörtlicher „Höhepunkt" - der Drachenfels. Mit seinem im 19. Jahrhundert erbauten Schloss Drachenburg und dem beeindruckenden Drachenfelsplateau mit Ruine bietet dieser Ort eine unvergleichliche Kulisse. Sie erreichen Schloss und Drachenfelsruine am besten mit der historischen Drachenfelsbahn, der dienstältesten Zahnradbahn Deutschlands.
Nach einer erneuten Fährfahrt auf die andere Rheinseite erreichen Sie die bezaubernden Rheinauen. Dieser Bürger-, Erholungs- und Freizeitpark erstreckt sich über 160 Hektar und bietet mit seinen Spiel- und Sportplätzen jede Menge Freizeitmöglichkeiten. Seit seiner Gründung zur Bundesgartenschau 1979 ist der Park zu einem Wahrzeichen der Stadt Bonn geworden.
Radspuren in Bonn
Um Fahrradfahrende im Stadtverkehr besser zu schützen, gibt es unterschiedliche Arten von Radspuren mit unterschiedlichen Regeln. Dort, wo das blaue Verkehrsschild mit weißem Fahrrad angebracht ist, müssen Radfahrende den Radweg benutzen. Ist dieses Schild nicht vorhanden, dürfen Radfahrer*innen auch die Fahrbahn für den Kraftverkehr nutzen - selbst wenn ein Radweg vorhanden ist. Im Stadtgebiet wird es künftig stetig mehr geschützte und sichere Wege für Radfahrende geben, damit sie sicher und zügig an ihr Ziel kommen können. Zudem kontrolliert seit Sommer 2023 das städtische Serviceteam Radwege regelmäßig den Zustand der Fahrradspuren und informiert die zuständigen Kolleg*innen im Tiefbauamt über Schäden.
Geführte Fahrradtouren
Entdecken Sie Bonn auf dem Rad und mit netten Leuten. Bei Colonia Aktiv gibt es öffentliche, geführte Rad- sowie Gruppentouren in Köln oder die „Faszination Bonn“-Fahrradtour - für Einzelpersonen, Schulklassen, Teams oder Familien. Bei den verschiedenen Themenrouten entdeckt ihr reichlich Wissenswertes, Stadthighlights, Streetart oder die herrlichen rheinischen Panoramen.
Hilfreiche Apps für Radtouren
- Komoot: Detaillierte Routenplanung mit Offline-Karten.
- WarnWetter-App: Aktuelle Wetterprognosen und frühzeitige Unwetterwarnungen.
- DB Rad+: Erfasst mit dem Fahrrad gesammelte Kilometer in teilnehmenden Städten und tauscht sie gegen Rabatte oder Prämien bei lokalen Partnern ein.
Kein eigenes Fahrrad? Leihen Sie sich eins!
Dank praktischer Leih-Optionen können Sie sich trotzdem auf den Sattel schwingen:
- KVB-Rad: An über 100 festen Stationen im Kölner Stadtgebiet leiht ihr das KVB-Rad bequem per App ab einem Euro für 30 Minuten aus.
- SWB-Rad: In der Bonner Innenstadt findet ihr SWB-Räder, die ihr bequem mit dem VRS-Ticket nutzen könnt.
ADFC Pendlerrouten
Der ADFC hat mögliche Pendlerrouten zusammengestellt. Die Sternchen (★-★★★★★) zeigen, wie gut sich die Strecken zum Pendeln befahren lassen. Grundsätzlich gilt: je weniger Zeit incl. Haltezeiten an Ampeln etc. man mit dem Rad für eine Strecken benötigt, desto geeigneter ist die Strecke für Pendler*innen.
Für dien Routen gibt es keine Markierung oder Beschilderung, sondern man kann sich nur den gpx-Track herunterladen und auf einer Karte anzeigen oder sich mit einer geeigneten App vom Smartphone navigieren lassen.
Vom Komfort und der gefühlten Sicherheit her muss man auf den Routen mit Kompromissen, z.B. dem abschnittsweisen Mischverkehr mit Kfz oder Fußgänger*innen leben.
Der größte Vorteil der hier aufgeführten Pendlerrouten ist: Es gibt sie, man kann sie zum Pendeln tatsächlich bereits jetzt nutzen.
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