Elbe-Lübeck-Kanal Radweg: Eine unvergessliche Fahrradtour

Radfahren entlang des Elbe-Lübeck-Kanals ist eine ideale Möglichkeit, Natur, Kultur und Bewegung zu kombinieren. Für Fahrradfahrer, die einen unvergesslichen Aktivurlaub planen, bietet dieser charmante Radweg eine perfekte Mischung aus landschaftlicher Schönheit und historischem Flair.

Die Alte Salzstraße: Auf den Spuren des Salzhandels

Die 113 km lange Alte Salzstraße verbindet die alten Hansestädte Lüneburg und Lübeck. Wo im Mittelalter auf sandigen Pfaden wertvolles Salz nach Lübeck transportiert wurde, entdecken heute Radfahrer auf dem historischen Handelsweg die Schönheiten des Herzogtums Lauenburg in seiner ganzen Vielfalt. Als Gewürz und Konservierungsmittel war Salz Jahrhunderte lang eines der wichtigsten Handelsgüter, dem Städte wie Lüneburg und Lübeck ihre Macht und ihren Reichtum verdanken.

Die Route

Der Radfernweg entlang des mittelalterlichen Handelsweges ist 113 Kilometer lang. Er führt von der 1000-jährigen Salzstadt Lüneburg aus der Niederung der Elbe in die Hügellandschaft der Lauenburgischen Seen zur Hanse- und Hafenstadt Lübeck und weiter bis zur Ostsee nach Travemünde. Etappenziele sind die Schifferstadt Lauenburg, die Eulenspiegelstadt Mölln und die Hansestadt Lübeck. Der Radweg hat kaum Steigungen und führt direkt am Elbe-Lübeck-Kanal entlang. Die wassergebundene, gut befahrbare Strecke liegt abseits des Straßenverkehrs.

Radler freuen sich über die Anschlussmöglichkeiten an weitere bedeutende Radfernwege: In Lauenburg stoßen der beliebte Elberadweg und der Radfernweg Hamburg - Rügen an die „Alte Salzstraße“ und in Lübeck-Travemünde findet die Route Anschluss an den Ostseeküstenradweg.

Etappen der Tour

Der Elbe-Lübeck-Kanal-Radweg erstreckt sich über eine Strecke von ca. 115 Kilometern und verbindet die maritime Hansestadt Lübeck mit der kleinen Gemeinde Lauenburg an der Elbe. Die Strecke ist überwiegend flach und daher ideal für Radfahrer jeden Fitnesslevels, Familien mit Kindern oder Genussradler, die entspannt auf Entdeckungstour gehen möchten. Die Route lässt sich in zwei bis drei Tagesetappen einteilen.

  • Lübeck nach Mölln (ca. 35 km): Startpunkt ist die charmante Altstadt Lübecks, ein UNESCO-Welterbe. Entlang des Kanals radelst du durch grüne Wälder und kleine, reizvolle Dörfer.
  • Mölln nach Büchen (ca. 40 km): Auf diesem Streckenabschnitt erwartet dich die idyllische Till-Eulenspiegel-Stadt Mölln und ein Panoramablick auf die Seenlandschaft.
  • Büchen nach Lauenburg (ca. 40 km): Der letzte Abschnitt führt dich zur Elbe und dem historischen Schifferstädtchen Lauenburg, bekannt für seine Fachwerkhäuser und alte Schifffahrtsgeschichte.

Tag 1: Von Lüneburg bis Lauenburg (23 km)

Die erste Etappe beginnt im niedersächsischen Lüneburg. Von dort geht es zunächst vorbei am alten Kloster Lüne, dann entlang des Elbe-Seiten-Kanals sowie dem Schiffshebewerk in Scharnebeck. Über Hohnstorf erreicht man die alte Elbschifferstadt Lauenburg. Unter Denkmalschutz steht die benachbarte Palmschleuse, die älteste noch erhaltene Kammerschleuse in Nordeuropa. Auf ruhigen Wirtschaftswegen geht es weiter. Nahe der Siedlung Siebeneichen passieren Sie die einzige Drahtseilfähre am Elbe-Lübeck-Kanal.

Tag 3: Von Mölln bis Lübeck-Travemünde (54 km)

Eine reizvolle Seenkette umschließt Mölln. Neben der romanisch-gotischen Kirche Sankt Nicolai und dem gotischen Rathaus wird vor allem der Eulenspiegelbrunnen gerne aufgesucht. Fünf Schleusen regeln nun die „Talfahrt“ vom 12 Meter über Normalnull gelegenen Kanalscheitelpunkt bis auf Meereshöhe bei Lübeck. Einen kurzen Stopp lohnen unterwegs die Dorfkirchen in Berkenthin und Krummesse. In Lübeck warten prachtvolle Bürgerhäuser, das Rathaus, die Salzspeicher und das massive Holstentor. Einen schönen Abschluss der Tour bietet Lübeck-Travemünde mit seiner Vorderreihe und dem großen Fährhafen.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Entlang der Radstrecke erwarten dich zahllose Highlights, die deine Tour bereichern. Hier sind einige der sehenswertesten Spots:

  • Hansestadt Lübeck: Beginne deine Tour mit einem Spaziergang durch die historische Altstadt, besichtige das Holstentor und genieße ein Marzipan-Törtchen in einem der traditionellen Cafés.
  • Mölln, die „Eulenspiegelstadt“: Ein Besuch in der romantischen Altstadt mit dem Till-Eulenspiegel-Museum ist ein Muss.
  • Schwarze Brücke bei Witzeeze: Ein architektonischer Hingucker direkt am Kanal.
  • Lauenburg: Die charmante historische Altstadt hat viel zu bieten, von Fachwerkhäusern bis hin zu einer beeindruckenden Aussicht über die Elbe.

Übernachtungsmöglichkeiten

Ob du lieber unterm Sternenhimmel schläfst oder den Komfort eines Hotels bevorzugst - entlang des Elbe-Lübeck-Kanals gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack:

  • Campingplätze: Naturverbundene können ihre Zelte unter anderem am Schulsee in Mölln oder nahe der Elbe aufschlagen.
  • Gasthäuser und Pensionen: Von rustikalen Unterkünften in Dorfidyllen bis hin zu modern eingerichteten Pensionen gibt es überall eine Vielzahl an Angeboten.
  • Hotels: Besonders in Lübeck und Lauenburg findest du charmante Hotelangebote mit regionaler Küche und herzlicher Gastfreundschaft.

Ausrüstung, Anreise und weitere Informationen

Ausrüstung

  • Helm
  • Straßentaugliches Fahrrad
  • Regenjacke
  • Rucksack mit Verpflegung

Anreise & Parken

Anfahrt mit dem Auto:

  • A 24 Hamburg-Berlin, Ausfahrt Talkau, B 207
  • A 20 Lübeck-Rostock, Ausfahrt Groß Sarau, B 207

Anfahrt mit der Bahn (DB):

Bahnhof an der Strecke Lüneburg-Lübeck

Fast das gesamte Herzogtum Lauenburg liegt im Einzugsgebiet des HVV

Anfahrt mit dem Bus:

  • Regelmäßiger Linienverkehr zu den Ostseebädern und nach Berlin
  • Schnellbus von Hamburg Wandsbek

Anfahrt mit dem Flugzeug:

  • Flughafen Lübeck Blankensee
  • Flughafen Hamburg

Parkplätze sind in ausreichender Zahl ausgeschildert.

Weitere Infos / Links

Rast und Übernachtung:

Rastplätze, Schutzhütten, Unterstände sowie Grill- und Spielplätze stehen in unterschiedlichen Abständen entlang der gesamten Strecke zur Verfügung. In den Städten laden Cafés und Restaurants zum Verweilen und Genießen ein.

Zur Übernachtung empfehlen wir Ihnen Jugendherbergen, Campingplätze oder einen der zahlreichen Bett+Bike-Betriebe entlang der Alten Salzstraße. Listen der entsprechenden Unterkünfte erhalten Sie unter www.herzogtum-lauenburg.de und www.bettundbike.de.

Literatur

Kartenempfehlung:

ADAC-Radausflugsführer Stefan Kayser: Die schönsten Tagestouren zwischen Lüneburg und Travemünde Maßstab 1:50.000, BVA, 14,95€

Tipp des Autors:

Ein von den Gästen gern genutzter Abstecher führt nach Ratzeburg, mitten hinein in den Naturpark Lauenburgische Seen, wo Adler und Eisvogel zuhause sind.

Sicherheitshinweise

  • Helm
  • Einhaltung der StVo

Der ADFC: Ihr Partner für sicheres Radfahren

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

ADFC-Mitgliedschaft: Ihre Vorteile

  • Einfluss auf politische Entscheidungen zur Förderung des Radverkehrs
  • Deutschlandweite ADFC-Pannenhilfe
  • Zweimonatlich erscheinendes ADFC-Magazin
  • Vorteilhafte Sonderkonditionen bei Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern

Verkehrssicherheit: Was Sie beachten sollten

Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.

Sicherheitsvorkehrungen für Radfahrer

Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.

Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

Pedelecs und E-Bikes: Was ist der Unterschied?

Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0