Radfahren und Frauengesundheit: Mehr als nur Bewegung

Frauen, die im Stadtverkehr beherzt in die Pedale treten, mit dem E-Bike die Kinder im Kinderanhänger zur Kita bringen oder per Mountainbike einen Alpencross wagen, sind heute ein selbstverständliches Bild. Doch das war nicht immer so. Im späten 19. Jahrhundert war die Rad fahrende Frau eine unerhörte Begebenheit.

Historischer Kontext

Frauen auf dem Fahrrad? Radfahren war schon naturbedingt Sache des stärkeren Geschlechts - so war es gesellschaftlicher Konsens. Frau sein hieß in Europa und den USA im späten 19. Jahrhundert meist ein Leben im Schatten des Mannes zu führen, sich um häusliche Angelegenheiten und die Kindeserziehung zu sorgen. Und: dabei möglichst gut auszusehen. Große Pläne machen und umsetzen? Radfahren war also zunächst eine Männerdomäne, was auch damit zu tun hatte, dass die anfängliche technische Entwicklung des Fahrrads männliche Radfahrer begünstigte.

Die ersten Schritte

Nichtsdestotrotz: Die ersten Frauen, die sich Ende der 1860er Jahre auf eines der damals neumodischen Vélocipédes wagten, müssen die beflügelnde Kraft des Radfahrens gespürt haben. Eine Ahnung, dass Radfahren eben nicht nur Radfahren und Fahrspaß bedeutet, sondern in der patriarchalischen, deutschen Gesellschaft des 19. Vor diesem Hintergrund verwundert nicht, dass man schon bei der Vélocipéde-Rennpremiere 1868 in Frankreich einige Frauen im Teilnehmerfeld verzeichnete. Eine Tatsache, die vom Publikum belächelt wurde.

Das Damenradfahren ging dabei automatisch auch mit der Verletzung der Kleidungsetikette einher, wozu man sich in einer Welt, die größten Wert auf Stand und Äußeres legte, bewusst entscheiden musste. Eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit bildete schließlich das Radfahrerkostüm aus weiter Pumphose und dezent sportlichem Oberteil.

Die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens

Die Tage werden wieder länger, die Straßen sind weniger feucht und glatt, es wird wärmer. Das alles sind deutliche Signale, sich wieder mehr draußen zu bewegen. Und vor allem: Um dein Fahrrad wieder herauszukramen und flottzumachen. Das freut Klima und Körper gleichermaßen.

Je mehr Radkilometer du in deinen Alltag einbaust, ob auf dem Weg zur Arbeit, bei Touren mit Freundinnen oder für kleine Erledigungen, desto mehr Effekte wirst du sehen. Du fühlst dich fitter, bist ausgeglichener, hast mehr Kondition und du verlierst mit der Zeit auch spürbar überflüssiges Gewicht. Ganz gleich, ob du ein Mountainbike, ein Rennrad, Citybike oder Trekkingrad dein Eigen nennst: Jedes Rad wird zum Fettkiller, wenn du dein Bike-Training richtig gestaltest.

Vorteile des Radfahrens beim Abnehmen

Aufsteigen und los geht's! Anders als beim Schwimmen oder Krafttraining braucht es keine nervige Anfahrt und keine sportartenspezifische Mobilisation. Langsam losgeradelt, bist du schon nach etwa 10 bis 15 Minuten startklar für mehr Tempo. Gerade im Herbst und Winter pusht das regelmäßige Training an der frischen Luft deine Abwehrkräfte.

Aber selbst bei Schnee und Eis musst du nicht pausieren, sondern kannst das Radtraining einfach drinnen absolvieren: Indoor Bikes und Rollentrainer machen es möglich und das Indoor Cycling bzw. Spinning ist in den letzten Jahren extrem beliebt geworden. Egal, ob mit kurzen intensiven Einheiten oder längeren und ruhigen Sessions mit Grundlagenpuls: Du verbrennst in jedem Fall ordentlich Kalorien!

Auch wenn du einfach konsequent mit dem Bike zur Arbeit fährst, verlierst du Gewicht, wie Studien zeigen.

5 Gründe, wieso Radfahren so gesund ist

Fahren auf dem Bike ist das perfekte Ausdauertraining: Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert, außerdem zuverlässig Fett verbrannt. Dabei ist Radfahren schonend für Knochen, Gelenke, Bänder und Co.

  1. Radfahren steigert deine Fitness: Nach Aussage von Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln kannst du deine Herz-Kreislauf-Gesundheit bereits durch 30 Minuten moderates Radeln am Tag signifikant stärken. Die tägliche Bewegung reduziert das Herzinfarkt-Risiko bereits um circa 50 Prozent.
  2. Auf dem Bike schmilzt dein Körperfett: Durch dein Bike-Workout wird dein Stoffwechsel richtig auf Trab gebracht, was auch die Fettverbrennung aktiviert. Wenn du regelmäßig fährst, kannst du auf dem Fahrrad optimal Körperfett reduzieren und deinen Körper besser definieren.
  3. Fahrradfahren schont deine Sehnen, Bänder, Hüfte und Knie: Durch die geringe Stoßbelastung, anders als beim Laufen, ist das Training auf dem Bike deutlich schonender - vor allem für Hüfte und Knie, aber auch für Bänder und Sehnen, die insbesondere bei Laufanfängern schnell mal gereizt sind.
  4. Outdoor-Sport stärkt dein Immunsystem: Das Ausdauertraining draußen bringt dir zusätzliche Vorteile, denn die frische Luft stärkt laut einer im Fachmagazin "Aging Cell" veröffentlichten Studie nicht nur deine Lunge, sondern auch dein Immunsystem maßgeblich.
  5. Bewegung steigert die Entspannung und verbessert deinen Schlaf: Wer sich jeden Tag bewegt, etwa durchs Radeln zur Arbeit und zurück, schläft nachts viel besser. Durch das Auspowern im Freien findet dein Körper abends besser zur Ruhe und du baust Stress effektiver ab und senkst deinen Cortisol-Spiegel.

Welche Muskelgruppen werden durchs Radfahren trainiert?

Vor allem wird natürlich der Unterkörper beim Radfahren beansprucht, sprich: Beine und Po. Am meisten profitieren der hintere und vordere Oberschenkel (Beinbizeps und Quadrizeps) sowie die Gesäßmuskulatur. Aber auch die Waden werden gestärkt. Weniger Arbeit muss der Oberkörper verrichten. Es ist eher eine Haltearbeit, die Schultern, Nacken und Trizeps leisten.

Wie viel Kalorien verbrennt man beim Fahrradfahren?

Wegen individueller Unterschiede und verschiedener Belastungsformen lässt sich der Kalorienverbrauch nur grob beurteilen. Der hängt schließlich von diversen Faktoren - Intensität und Leistung, aber auch Gewicht, Alter und Geschlecht - ab. Klar ist: Bei hochintensiven Intervallworkouts verbrennt dein Körper mehr Energie als während einer lockeren Runde auf dem Rad.

Wenn du strampelst und nicht bergab rollst, lässt sich aber der Energieverbrauch beim Radfahren auf rund 300 bis 600 Kalorien pro Stunde beziffern.

Was kann ich beim Bike-Training essen und trinken?

Bei kurzen Touren ist das eher nicht nötig. Wenn lange Trainingssessions angesagt sind, darf aber ruhig schon während der Einheit genascht werden: Bei einer Dauer jenseits der 60 oder 90 Minuten solltest du darauf achten, genug Energie bereitzustellen, zum Beispiel mit Energieriegeln. Sonst drohen Kreislaufprobleme und Heißhungerattacken. Ohne Frühstück solltest du morgens auch nicht zu einer längeren Radtour aufbrechen.

Radfahren und die weibliche Physiologie

Eigentlich sind Frauen fast wie gemacht fürs Radfahren, denn der Großteil ihrer Muskelmasse befindet sich im Bereich von Gesäß und Beinen, weshalb nur wenig zusätzliches Gewicht am Oberkörper vorhanden ist. Auch sind ihre Muskeln eher auf Ausdauerleistung, statt auf Maximalkraft ausgelegt. Das erklärt, weshalb Männer bei explosiven Leistungen wie Sprints, aber auch bei Übungen wie Klimmzügen oft vorn liegen.

Krafttraining und der weibliche Zyklus

Wie so oft spielt auch der weibliche Hormonzyklus eine wichtige Rolle in Sachen Muskelkraft: Denn anders als der recht konstante Testosteronlevel bei Männern schwanken die Hormonlevel bei Frauen im Monatsverlauf. Das beeinflusst viele Leistungsfaktoren - und sorgt zudem für ein höheres Verletzungsrisiko. Auch das Krafttraining kannst du nach einem ähnlichen Prinzip in deine Planung integrieren: Der beste Zeitraum für hochintensive Einheiten wie Gewichtstraining oder Sprungkraftübungen ist die erste Zyklushälfte. Zu dieser Zeit gehen die Übungen leichter von der Hand, auch die Anpassungsfähigkeit des Körpers ist dann auf dem höchsten Level. Später, in der zweiten Zyklushälfte (luteale Phase), erschweren hohe Hormonlevel den Muskelaufbau zunehmend, auch die neuromuskuläre Koordination lässt nach. In dieser Zeit empfehlen sich deshalb weniger intensive Einheiten mit mobilisierendem und stabilisierendem Fokus. Dabei immer wichtig: gute Proteinversorgung mit 20 bis 30 g unmittelbar nach dem Training.

Die Bedeutung von Krafttraining für Frauen

Die ewige Angst vor einer muskulösen "Bodybuilderfigur" ist unbegründet. Nicht nur, weil es den meisten Frauen schwerfällt, beim Krafttraining überhaupt viel Masse aufzubauen, sondern auch, weil wir Muskeln als das sehen sollten, was sie sind: nützlich und extrem wertvoll für einen gesunden Körper. Gerade auch für Frauen aus diesen Gründen:

  • Verringerung des Verletzungsrisikos beim Sport, das bei Frauen generell etwas höher liegt als bei Männern
  • (Knochen-)Gesundheit während und nach den Wechseljahren

Bikefitting: Für maximalen Komfort und Leistung

Schmerzen müssen nicht sein, denn sie vermiesen den Spaß am Radfahren. Um Schmerzen zu vermeiden, müssen alle Einstellungen des Rades zum Fahrer passen. Dabei reicht es nicht, nur die Sitzposition zu verändern. Bikefitting nennt man den Prozess, bei dem Dein Fahrrad an Deine individuellen Bedürfnisse, Anforderungen und Körpermaße angepasst wird.

Regelmäßiges Radfahren für einen gesunden Rücken

Das tägliche Sitzen im Büro rächt sich - verspannte Schultern, Schmerzen im Rücken. Unter ihnen leiden viele Deutsche, ebenso wie unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Radfahren kann Abhilfe schaffen. Es tut Rücken, Herz und Kreislauf, Lunge und Atemwegen, Gelenken und Muskulatur gut, kurbelt den Fettstoffwechsel an und sorgt dafür, dass wir uns wohl fühlen.

7 gute Gründe fürs Radfahren

  1. Radfahren ist gut für den Rücken: Radfahren gehört zu den rückenschonenden Aktivitäten. Es kräftigt die Rückenmuskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule durch Stärkung der kleinen Stützmuskeln um die einzelnen Wirbelkörper herum. So werden Verspannungen gelöst.
  2. Radfahren ist gut für Herz und Kreislauf: Regelmäßiges Radfahren kann Herz-Kreislauf-Störungen vorbeugen und verringert das Risiko einer im mittleren Lebensalter häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankung um das 20-fache.
  3. Radfahren befreit die Atemwege: Auch die Lunge profitiert vom Rhythmus des Radfahrens und wird gleichmäßig mit Sauerstoff gefüllt. Weitere Vorteile: kräftigere Atemmuskulatur, bessere Ventilation der Lunge und Schutz vor Infekten.
  4. Radfahren ist gut für die Gelenke: Wer viel sitzt, kann beim Radfahren einen Bewegungsausgleich für die großen Hauptgelenke an Knien, Hüften und Schultern schaffen. Schon relativ kurze Belastungszeiten ab zehn Minuten helfen den Gelenken.
  5. Radfahren ist gut für die Muskeln: Schon eine Woche Inaktivität kann die Kraft der Muskulatur um die Hälfte herabsetzen. Ab 30 Jahren schrumpfen Muskeln. Radfahren kann das aufhalten. Schon zehn Minuten Radfahren haben einen positiven Effekt auf die Muskulatur.
  6. Radfahren kurbelt den Fettstoffwechsel an: Wer viel im Sitzen arbeitet, hat oft mehr Fettreserven als notwendig. Mit Radfahren ist es möglich, diese Reserven als Energiequelle anzuzapfen.
  7. Radfahren macht glücklich: Das seelische Wohlbefinden wird auch von physischen Funktionen und der Leistungsfähigkeit beeinflusst. Wer oft Ausdauersport treibt, ist psychisch stabiler und weniger anfällig bei Stress.

Radfahren vs. Joggen

Anders als etwa beim Joggen hat man heute bei den meisten Fahrrädern eine Über- bzw. Untersetzung durch die Gangschaltung. „Damit kann man relativ gut arbeiten. So ist es auch für einen nicht trainierten Menschen möglich, eine halbe Stunde oder sogar eine Stunde zu schaffen“, erläutert Billy Sperlich. „Eine halbe Stunde oder sogar eine ganze Stunde zu joggen, ist dagegen für einen Anfänger noch mal etwas ganz anderes. Zweiter wesentlicher Unterschied zum Laufen: Fahrradfahren ist viel gelenkschonender, da das Gewicht größtenteils vom Fahrrad getragen wird. Daher ist es für Personen mit Gelenkproblemen oder Übergewicht besonders attraktiv.

Tipps und Empfehlungen für Radfahrerinnen

  • Nutzen Sie Frauen-Radsportgruppen und -gemeinschaften, die den Austausch und die gegenseitige Motivation fördern.
  • Beherrschen Sie grundlegende Dinge wie das Flicken eines Reifens oder das Nachziehen der Kette.
  • Setzen Sie sich keine unrealistischen Ziele.

Radtouren in Dresden und Umgebung

Dresden und seine Umgebung bieten zahlreiche attraktive Radtouren, die sich hervorragend für Frauen eignen, sei es für Anfängerinnen oder erfahrene Radfahrerinnen.

  1. Entlang der Elbe nach Radebeul: Diese entspannte Tour führt entlang der Elbe nach Radebeul und beinhaltet eine Fährfahrt.
  2. Dresdner Heide, Schönfelder Hochland und Weinberge: Diese anspruchsvolle Tour bietet abwechslungsreiche Landschaften und einige herausfordernde Anstiege.
  3. Zum Schloss Moritzburg: Diese Route führt entlang der Elbe zum märchenhaften Schloss Moritzburg und kombiniert kulturelle Highlights mit naturnahen Radwegen.
  4. Durch die Weinberge von Pillnitz: Eine anspruchsvolle Tour durch die Weinberge von Pillnitz, die mit beeindruckenden Ausblicken und kulinarischen Erlebnissen in den örtlichen Weingütern belohnt.
  5. Geführte Radtouren durch Dresden: Für diejenigen, die Dresden auf entspannte Weise kennenlernen möchten, bietet die Stadt geführte Radtouren an.
  6. Fahrradtouren des Frauen*bildungszentrums Dresden: Das Frauen*bildungszentrum Dresden bietet Fahrradtouren für Frauen in die Umgebung Dresdens an.

Urologische und gynäkologische Sitzprobleme beim Radfahren

Die Ursache sämtlicher urologischer und gynäkologischer Sitzprobleme sind Druck und Reibung an verkehrter Stelle. Um hier eine grundsätzliche Lösung herbeizuführen, ist es wichtig, den Verursacher Ihrer Schmerzen auszuschalten. Viele haben schon mit gepolsterten Hosen und zig Satteln laboriert.

Unsere erfahrenen Ergonomieberater gehen das Problem strukturiert an. Wichtig ist natürlich, dass die Sitzposition und komplette Rahmengeometrie passen. Denn diese beeinflusst immer auch die Kontaktstelle Fahrradsattel mit. Aber auch dies überprüfen wir und passen alles bei Bedarf an.

Zusammenfassung

Radfahren bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die es zu einer idealen Sportart für Frauen machen. Es fördert die körperliche und mentale Gesundheit, stärkt das Selbstbewusstsein und ermöglicht flexible Trainingsmöglichkeiten.

Vorteile des Radfahrens für Frauen
Vorteil Beschreibung
Steigerung der Fitness Verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die allgemeine Ausdauer.
Fettverbrennung Hilft beim Abbau von Körperfett und definiert den Körper besser.
Schonung der Gelenke Geringe Stoßbelastung schont Hüfte, Knie, Bänder und Sehnen.
Stärkung des Immunsystems Frische Luft stärkt Lunge und Immunsystem.
Entspannung und verbesserter Schlaf Reduziert Stress und verbessert die Schlafqualität.

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