Radfahren im hohen Alter: Gesundheitsvorteile

Radfahren ist eine beliebte Outdoor-Beschäftigung und aus gutem Grund die ideale Sportart im Alter. Es hält schlank, nutzt Herz, Kreislauf und Knochen. Und sie schult die Koordination.

Radfahren ist ein vielseitiger Sport, der deshalb besonders für Senioren gut geeignet ist. Laut "Focus" sind bei diesem Sport neben der körperlichen Ertüchtigung auch kognitive Aufgaben zu bewältigen. Somit steigern Sie nicht nur Ihre Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit, sondern bleiben auch geistig fit.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Schon kurze Wege mit dem Rad sind gut fürs Wohlbefinden. Das gilt nicht nur für junge Leute - gerade Ältere profitieren von Bewegung an der frischen Luft.

Selbst wer Probleme mit dem Gleichgewicht hat, muss nicht unbedingt komplett aufs Radeln verzichten. Radfahren ist gesund und lässt sich ideal in den Alltag integrieren. Wer sein Fahrrad regelmäßig für alltägliche Aktivitäten nutzt, bleibt fit, ohne intensive Trainingseinheiten absolvieren zu müssen.

Warum Radfahren im Alter so gesund ist

Es ist ein besonderes Wohlgefallen, wenn man die nähere und weitere Umgebung auf dem Fahrrad entdecken und erleben kann. Auch hier belegen Studien, dass die psychische Gesundheit durch das Fahrradfahren befördert wird. Selbstverständlich gibt das Fahrrad auch im Urlaub einen wertvollen Begleiter ab. Kein anderes Fortbewegungsmittel erlaubt eine solche direkte, unmittelbare Erfahrung der Natur, ist dabei derart flexibel und bietet gleichzeitig eine große Reichweite.

Die frische Luft, in der sich Radfahrer bewegen, versorgt den Körper mit Sauerstoff. Auch das trägt zum Wohlbefinden bei. Fahrradfahren die beliebteste Outdoor-Beschäftigung der Deutschen - noch vor Schwimmen, Wandern und allen anderen Sportarten. Das hat seine guten Gründe.

Ein weiterer Vorteil des Radfahrens besteht darin, dass bis ins hohe Alter eine sportliche Betätigung möglich ist, ohne den Körper übermäßig zu belasten. Bei kaum einer anderen Freizeitaktivität lässt sich die Belastung so gut über einen weiten Bereich kontrollieren. Wer eine schonende Fahrt erleben will, kann sich ebene Streckenprofile aussuchen und dabei so langsam fahren, wie er oder sie möchte.

Mit den heutigen Möglichkeiten dank E-Bikes lassen sich auf Wunsch noch feiner abgestimmte Belastungen erreichen. Einrichtungen wie die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), die sich intensiv mit der Prävention von Krankheiten beschäftigen, empfehlen das Radfahren mit moderatem Tempo als gelenkschonendes Training : Die meisten anderen Bewegungsformen belasten die Gelenke deutlich stärker.

Vorteile des Radfahrens für die Gesundheit

  1. Herz-Kreislauf-System: Die medizinische Forschung zeigt: Das Radfahren hat positive Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Fitness, also auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Radeln entlastet das Herz, senkt den Blutdruck und das Risiko von Gefäßverengungen. Auch die Cholesterinlevel werden durch die Bewegung auf dem Rad verbessert. Beispielsweise kommt eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Ergebnis, dass fünfmal wöchentlich eine halbe Stunde moderates Radfahren das Risiko eines Herzinfarkts um 50 Prozent reduziert.
  2. Psychische Gesundheit und soziale Kontakte: Das Fahrradfahren im höheren Alter erweitert den Aktivitätsraum, stärkt soziale Kontakte und verbessert die psychische Gesundheit. Gesundheitsforscher und Sportwissenschaftler vermuten, dass diese Vorteile eng zusammenhängen: Wer aktiv und mobil bleibt, ist unabhängiger und hat die Möglichkeit, an sozialen Aktivitäten und Events teilzunehmen. Dadurch kannst du Kontakte zu knüpfen und soziale Beziehungen aufrechterhalten.
  3. Fitness und Körpergefühl: Eine Längsschnittstudie hat gezeigt: Wer zehn Minuten pro Tag mit dem Rad fährt, erfreut sich später besserer körperlicher Fitness und bleibt länger jung. Darüber hinaus verbessert Fahrradfahren das Gleichgewicht und das Gefühl für den eigenen Körper.
  4. Gehirnleistung: Radfahren trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Dazu müssen es keine intensiven Trainingseinheiten sein.

Tipps für sicheres Radfahren im Alter

Nichtsdestotrotz sind für das Radfahren im Alter einige Vorkehrungen zu treffen. Auf Verkehrsübungsplätzen werden beispielsweise spezielle Programme angeboten, die den Umgang mit der Straßenverkehrsordnung, die Koordination oder auch die Konzentration schulen und gezielt stärken.

Zudem sollten Sie beim Radfahren im Alter darauf achten, dass das Fahrrad entsprechend ausgerüstet ist. Laut „Süddeutscher Zeitung“ finden sich mittlerweile eine Reihe spezieller Fahrräder auf dem Markt, die sich insbesondere für ältere Menschen eignen. So kann beispielsweise ein Elektromotor integriert sein, mit dessen Hilfe Senioren auch Steigungen problemlos meistern.

Seitens der Deutschen Verkehrswacht wird zudem geraten, dass Sie beim Radfahren auf breite Reifen achten, stets einen Fahrradhelm tragen und auf einem Fahrrad mit Rücktrittbremse fahren. Zudem sollten Sie ausschließlich auf Fahrradwegen radeln und so selten wie möglich auf die von Autos genutzten Straßen fahren.

Anpassung des Fahrrads

Auch ein herkömmliches Fahrrad lässt sich ein Stück weit auf die Bedürfnisse älterer Menschen anpassen: Ein etwas niedriger eingestellter Sattel etwa erleichtert das Auf- und Absteigen. Ein Fahrrad mit tiefem Durchstieg ist eventuell besser geeignet als ein klassisches Herrenrad.

Mit dem passenden Fahrrad, den richtigen Einstellungen und ein paar Tricks steht dem Radsport auch in fortgeschrittenen Jahren nichts im Weg. Wenn das Fahrrad bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat, könnte es Zeit für ein neues Modell werden, das leichter zu manövrieren ist.

Stand es für längere Zeit nur im Keller, sollte ein Fachmann einen Blick darauf werfen und es wieder auf Vordermann bringen. Beim Fahren sollte der Rücken möglichst gerade sein, um die Wirbelsäule zu entlasten und Verspannungen und Schmerzen vorzubeugen.

E-Bikes für Senioren

Steht ein Neukauf an, dann rät Hennersdorf Senioren, sich ein Pedelec zuzulegen. „Längere Wege oder unebenes Gelände sind dann kein Problem“, sagt er. Allerdings seien Pedelecs auch gewöhnungsbedürftig. Immerhin ist man bis Tempo 25 vergleichsweise flott unterwegs. Die Anschaffungskosten für die elektrisch unterstützten Drahtesel sind im Vergleich zu einem herkömmlichen Rad zudem recht hoch.

Ein E-Bike hilft, die Gelenke zu schonen und die Belastung für das Herz zu reduzieren. Die Motorunterstützung hilft, wenn die Anstrengung zu groß werden könnte. Außerdem kann ein E-Bike die Motivation steigern und helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Trainingstipps für ältere Radfahrer

  1. Im Alter benötigt der Körper mehr Zeit, um sich zu regenerieren. Deshalb sollten ältere Radfahrer mindestens zwei Ruhetage pro Woche einlegen. Auf dem Fahrrad genügt eine mäßige Intensität. Du solltest eine hohe Trittfrequenz von etwa 100 Umdrehungen pro Minute beibehalten.
  2. Ältere Radfahrer ohne Sporthistorie sollten das Training im anaeroben, also sehr intensiven, Bereich reduzieren und stattdessen mäßige Trainingseinheiten bis zur aeroben Schwelle (75 bis 80 Prozent des Maximalpulses) einlegen.
  3. Auch Senioren dürfen (und sollten) ihre Muskeln mit geeigneten Kraftübungen stärken, die sie an ihre persönliche Fitness (Koordinationsfähigkeit, Balance, Kraft etc.) anpassen sollten.

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