Der Winter stellt Radfahrer vor besondere Herausforderungen: Kälte, Schnee und häufig Regen machen das Fahren unangenehm. Doch mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung können Sie auch bei Schmuddelwetter sicher unterwegs sein.
Wetter beobachten
Egal, ob kurze Pendelstrecke oder Wochenendausflug: Gerade im Winter ist die Wetterbeobachtung das A & O. Bleiben die Temperaturen über 0° C oder gehen sie darunter? Ist das Wetter wechselhaft oder stabil ungemütlich?
Fahrtechniken bei unterschiedlichen Bedingungen
- Trockene 0 - 5° C: Vorsicht vor Glätte auf Brücken und in Kurven.
- Feuchte 0 - 5° C: Schotter bietet besseren Halt als Asphalt.
- Trockene Minusgrade: Luftdruck reduzieren und Geschwindigkeit anpassen.
- Schnee: Nur mit Spikes oder grobstolligen Reifen auf festgefahrener Schneedecke fahren.
Must-have: Wetterfeste und wasserdichte Ausrüstung
Im Winter wie im Sommer schwitzt du auf dem Rad. D.h. auf längeren Ausfahrten muss auch im Winter der Schweiß die Möglichkeit haben, abzuziehen. Du ziehst dich nach dem Zwiebelprinzip mit sportgeeigneter Kleidung am besten mit Membranen an.
Für kurze Fahrten kannst du ruhig komplett wasserdichte Überbekleidung tragen, deine Transpiration wird auf Kurzstrecken eher moderat und die Kleidung drunter nicht durchgeschwitzt sein.
- Regenjacke oder Poncho: Atmungsaktive Regenkleidung mit Kapuze wählen.
- Regenhose: Atmungsaktive und wasserdichte Regenhosen bieten Komfort bei Dauerregen.
- Überschuhe: Schützen die Schuhe vor eindringendem Wasser.
- Regenhülle / Smartphone Case: Schützt Lenkertasche und Smartphone vor Regen.
- Wasserdichte Packsäcke: Für Ersatzkleider, Ladegeräte etc.
- Fahrradreifen: Profilierte Reifen bieten besseren Grip als glatte Reifen.
- Fahrradschuhe mit griffiger Sohle und Gore Tex-Membran: Für festen Halt auf dem Pedal.
- Kettenöl für Nässe: Kette vor und nach der Regenschlacht gut schmieren.
- Steckschutzbleche: Für Fahrräder und E-Bikes ohne Schutzbleche gibt's Nachrüst-Sets.
Der richtige Helm im Winter
Der passende Helm sollte gute Sichtbarkeit und minimalen Zugluft bieten. Für den urbanen Bereich sind Helme mit zusätzlicher Beleuchtung ideal.
Ein Top-Winterwetter-Helm, der gerade so viel Zirkulation zulässt, dass du nicht frierst und dennoch der Schweiß abgeleitet wird, ist der POC Ventral Tempus MIPS. Die vorn verschlossenen Ventilationsöffnungen lassen kein Regenwasser rein, nur nach hinten kann die Luft zirkulieren; der Kopf kühlt nicht aus.
Goldene Regeln für die perfekte Fahrtechnik bei Regen
- Passe den Luftdruck der Reifen an: Im Nassen senkst du den Luftdruck etwas, um den Grip zu erhöhen.
- Trage Schuhe mit rutschfester Sohle: Prüfe vor der Tour, dass deine Schuhe auch bei Nässe ausreichenden Grip auf dem Pedal bieten.
- Kleide dich möglichst grell: Um im grauen Dunst eines Regentages rechtzeitig als Radfahrer erkannt zu werden, kleide dich möglichst grell.
- Eine Brille schützt die Augen vor Schmutz und Graupel: Aufspritzendes Regenwasser, herumfliegender Dreck oder Steinchen, Graupel- oder Hagelschauer können deine Sicht trüben und vor allem direkt ins Auge fliegen.
- Fahre umsichtig: Im Regen mutieren Kopfsteinpflaster, Fahrbahnmarkierungen, Straßenbahnschienen, Laub oder auch Hundekot plötzlich zur Schmierseifenrutschbahn.
- Die richtige Kurventechnik im Regen: Fährst du in eine Kurve, achte darauf, dass du auch hier die Geschwindigkeit reduzierst und dich so wenig wie möglich und so viel wie gerade nötig in die Kurve legst.
- So kannst du einen Sturz verhindern: Wenn du das berücksichtigst, kannst du im Ernstfall, wenn das Vorderrad (oder Hinterrad) wegrutscht, den drohenden Exodus abfangen, in dem du blitzartig das Bein vom Pedal auf die Straße setzt.
- Benutze Schotter- und gesplitterte Wege: Auf gut geschotterten oder gesplitteten Wegen läuft einerseits das Wasser von der Oberfläche besser ab und bietet andererseits durch die griffige Oberflächenstruktur besseren Halt.
- Bremse frühzeitig und vorsichtig: Bedenke, dass sich beim Bremsen im Regen der Bremsweg verlängert.
- Nicht absichtlich durch Pfützen fahren: Läuft es blöd, liegt in der Pfütze ein Stein, den man natürlich nicht sehen kann: der Abflug ist vorprogrammiert.
- Halte mehr Abstand als sonst: Gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmer solltest du etwas mehr Abstand halten als im Trockenen.
- Lass dein Bike nicht im Regen stehen: Gib nach einer Regenfahrt deinem Rad die Chance abzutrocknen.
- Steig um auf Bus und Bahn: Auch wenn du aufgrund schlechten Wetters, deine Tourenplanung anpassen musst, kann es praktisch sein, mitsamt des Fahrrads in den Zug zu steigen und eine Teilstrecke mit dem Zug zurückzulegen.
- Du darfst auch mal das Auto benutzen: Wer ein Auto zur Verfügung hat, darf auch bei heftigem Regen mal darauf zurückgreifen.
Weitere Tipps für verregnete Touren
- Eine hochwertige Regenjacke ist ein Must-have für deine Bike-Tour an nassen Tagen.
- Die perfekte Ergänzung zu Regenjacken sind spezielle Regenhosen.
- Mit kaltnassen Fingern die Bremsen betätigen? Kaum möglich! Die Lösung: Handschuhe aus einem wasserabweisenden Material.
- Nicht nur an sonnigen Tagen empfiehlt sich das Tragen eines Fahrradhelms mit Blendschutz.
- Auf regennassen Straßen machen Schutzbleche ihrem Namen alle Ehre.
Zusätzliche Hinweise
- Bei Nässe verlängert sich der Bremsweg.
- Pfützen umfahren, wenn der Grund nicht sichtbar ist.
- Reifendruck vor der Regenfahrt um 5 bis 10 bar verringern.
- Simplon-Bike nach Fahrten im Regen richtig reinigen und pflegen.
10 Tipps zum Radfahren im Regen
- Reifenspannung anpassen: Bei nassem Wetter ist es hilfreich, wenn Sie 1 bis 1,5 bar weniger in Ihre Reifen haben als üblich.
- Seien Sie Auffällig: Ihre Umgebung ist bei Regen meistens grau in grau, darum ist Ihre Sichtbarkeit beim Radfahren im regen sehr wichtig, also haben Sie zu jeder Tageszeit Ihr Licht an!
- Vorsichtig Bremsen: Zwei Faktoren verlängern beim Fahrrad fahren im regen Ihren Bremsweg: die nasse Straßenoberfläche und Ihre nassen Felgen.
- Fahren Sie um Pfützen: Pfützen lassen sich beim Radfahren im Regen leider nicht immer vermeiden.
- Radeln Sie Vorsichtig: Umsichtiges und vorausschauendes Verhalten ist besonders wichtig, wenn Sie Fahrrad fahren bei Regen.
- Vermeiden Sie eine Rutschpartie: Wenn weiße Streifen auf der Straße vorhanden sind, versuchen Sie, diese zu vermeiden, da sie bei Regen sehr rutschig sind.
- Regenkleidung: Funktionsbekleidung in Signalfarben hilft ebenfalls dabei, bei jeder Witterung aufzufallen, was Ihre Sicherheit zusätzlich erhöht auch können Sie zum Beispiel eine Warnweste über Ihre Regenkleidung tragen.
- Planen Sie Ihre Fahrt: Prüfen Sie vor Ihrer Fahrt die Wetterverhältnissen und die Wettervorhersage.
- Schutzbleche: Gute Schutzbleche an Vorder- und Hinterrad verhindern, dass Spritzwasser Sie und die Person hinter oder neben Ihnen nass und schmutzig macht.
- Anschließend saubermachen: Nach dem Radfahren im Regen ist es wichtig, anschließend auch Ihr Fahrrad zu pflegen.
Fahrradfahren geht fast immer. Bei Sonnenschein gibt es nichts Schöneres, bei Regen hingegen kann es richtig ungemütlich werden - muss es aber nicht! Mit diesen Tipps klappt das Radfahren auch bei Regen.
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