Die Pyrenäen sind das wilde Herz des Südens - ein raues Paradies, das jedem Straßenfahrer die Grenzen zeigt und dabei doch mit unvergleichlicher Schönheit belohnt. Wer glaubt, die Alpen hätten das Radneuland gepachtet, hat die Pyrenäen noch nicht erlebt: Hier warten legendäre Pässe, einsame Serpentinen, epische Landschaften und echtes Abenteuer.
Die Faszination der Pyrenäen
Die Pyrenäen sind wild und einsam. Die Idee, vom einen Meer ans andere zu fahren, hat einen besonderen Charme. Jeder Tag „on the road“ ist viel aufregender als eine Woche im gleichen Hotel am selben Standort.
Warum die Pyrenäen?
- Unberührte Natur: Anders als in den oft überlaufenen Alpen erwartet einen hier urwüchsige Natur, massive Felsen und eine stille Dramatik, die unter die Haut geht.
- Herausfordernde Strecken: Die Pyrenäen sind kein seichtes Gebirge für Sonntagspilger, sondern ein rauer Spielplatz für Radfahrer, die wissen wollen, wo der Hammer hängt.
- Kulturelle Vielfalt: Charmant ist auch die Mischung aus Kulturen, Sprachen und Traditionen. In einem Dorf spricht man Okzitanisch, im nächsten rollt schon das Spanische durch die Gassen, und an den Pässen winken baskische Fahnen.
Planung und Vorbereitung
Eine Rennradreise in die Pyrenäen will geplant sein, aber mit der Auswahl der richtigen Ausgangsorte kann man richtig viele der Tour-de-France-Klassiker befahren und dabei noch einige kleine Traumpässe erkundigen.
Die richtige Ausrüstung
- Reifen: Ausrüstungstechnisch sind robuste Reifen Pflicht, denn kleinere Straßen und Nebenstrecken sind nicht immer perfekt asphaltiert.
- Kurbelsatz: Ein Kompakt-Kurbelsatz ist ratsam, denn die Anstiege sind nicht nur lang, sondern oft auch giftig steil.
- Kleidung: Regenjacke, Windweste und Armlinge gehören immer ins Gepäck, selbst im Hochsommer.
- Verpflegung: Für längere Pässe empfiehlt sich eine kleine Verpflegungstasche am Rad, denn die Dichte an Cafés und Brunnen ist deutlich geringer als in den Alpen.
Wichtige Tipps für die Tour
- Verpflegung: Ich nehme mir deshalb meine Haferflocken, abgefüllt in kleinen Tüten vorbereitet mit.
- Sicherheit: Du solltest also ein Erste Hilfe Set und eine Wärmedecke immer dabei haben. Außerdem empfiehlt es sich, die Notfallnummern vorher zu recherchieren, im Handy abzuspeichern und einen Notfallkontakt zu hinterlegen.
- Pferdesalbe: Für mich DIE Entdeckung des gesamten Urlaubs. Pferdesalbe ist sehr wohltuend, basiert auf REIN pflanzlichen Wirkstoffen.
- Straßenbelag: Die Herausforderung in den Pyrenäen liegt eher darin, dass sich sehr viel Kuh- und Ziegenmist auf der Straße befindet.
- Abfahrten: Ich war um mein Canyon Endurace mit Scheibenbremsen sehr froh und gegenüber den Mitfahrern mit Felgenbremse im Vorteil.
- Kleidung: Ich hatte also immer meine Beinlinge, Armlinge, Halstuch, Stirnband und Regenjacke dabei.
- Vorbereitung: 20.000 Höhenmeter in einer Woche machst Du wahrscheinlich nicht unbedingt aus dem Stand heraus.
Die schönsten Routen und Pässe
Jeder kennt die großen Namen: Col du Tourmalet, Col d’Aubisque, Col d’Aspin. Diese Klassiker sind mehr als nur Asphalt und Höhenmeter - sie sind mythische Prüfsteine, an denen sich schon die ganz Großen der Tour de France gemessen haben.
Klassiker der Pyrenäen
- Col du Tourmalet: Der Tourmalet ist mit seinen 2.115 Metern der König der Pyrenäen und bietet alles, was das Radherz begehrt: endlose Serpentinen, spektakuläre Ausblicke und ein Finale, das Gänsehaut garantiert.
- Col d’Aubisque: Wer es noch etwas abgeschiedener mag, sollte den Col d’Aubisque fahren: Eine atemberaubende Panoramastrecke, die in den frühen Morgenstunden fast gespenstisch ruhig wirkt.
- Cirque de Troumouse: Der Cirque de Troumouse, ein riesiges Felsrund, ist zwar weniger bekannt, aber eine der schönsten Sackgassenrouten Europas. Hier fährt man buchstäblich ins Ende der Welt, zwischen tosenden Wasserfällen und grasenden Schafen.
- Port de Balès: Der Port de Balès ist ein weiterer Geheimfavorit: technisch anspruchsvoll, einsam und mit einer Abfahrt, die jedem Adrenalinjunkie feuchte Hände beschert.
Weitere Routen und Tipps
- Via Verde Ruta de Ferro i Carbó: Eine bekannte Via Verde, eine stillgelegte Bahntrasse, erstreckt sich durch die Pyrenäen. Die Ruta de Ferro i Carbó, die Eisen-Kohle-Route, folgt dem Verlauf der Schienen, auf denen die Züge bis 1967 Eisenerz und Kohle aus den Minen von Ogassa nach Ripoll transportierten.
- Bajo Cinca: In der Region Bajo Cinca können Sie eine Route durch Olivenhaine und charmante Dörfer beginnen.
- Vall d’Àssua: Während die Route vom Pla de Beret bis Esterri d‘Àneu vorwiegend durch schattige Wälder führt, ist das Gelände hier offen. Die Aussicht über Berge und Täler ist atemberaubend schön.
Erlebnisse und Eindrücke
8 Tage, 850 Kilometer und 20.000 Höhenmeter - vom Atlantik ans Mittelmeer. Das war meine Durchquerung der Pyrenäen im September 2020. Ein wundervolles Erlebnis und eine der schönsten Radreisen, die Du meiner Meinung nach in Europa innerhalb einer Woche unternehmen kannst.
Ein typischer Tag in den Pyrenäen
So ein schönes, einfaches Leben. Jeder Tag im gleichen Rhythmus: Eat, Sleep, Cycle, Repeat. Die Pyrenäen bestechen durch ihre rustikale Schönheit, die Einsamkeit und die Einfachheit der Leute und der Unterkünfte.
Die Pyrenäen mit dem Gravelbike
Das nächste Mal würde ich mir jedoch mein Gravelbike schnappen und alleine losziehen, um der Tour mehr Abwechslung und Abenteuer zu verleihen.
Veranstaltungen in den Pyrenäen
Die Pyrenäen sind jedes Jahr Teil der Tour de France.
Bekannte Radsportveranstaltungen
- L’Ariégeoise: L’Ariégeoise ist eine Sportveranstaltung für jedermann, bei der du pyrenäeische Rennluft schnuppern kannst.
- Rapha Cent Cols Challenge: Seit 2017 gibt es bei diesem Rennen eine West- und eine Ostversion. Es ist ein 10-Tage-Event bei dem man jeden Tag mindestens 4000 Höhenmeter auf die Beine kriegt.
- Haute Route Pyrenees: Wie bei der Alpenversion, werden hier sieben aufeinanderfolgende Etappen gefahren.
- Quebrantahuesos: Der Name dieses Rennens bedeutet übersetzt “Knochenbrecher” und ist ein Hinweis auf die Härte dieses Radsportevents.
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