Griechenlands Radrouten erstrecken sich über Küstenpfade und Berggelände mit bemerkenswerten Strecken auf der Peloponnes und Kreta. Ob entspannende Küstentouren oder anspruchsvolle Trails - Griechenland bietet vielfältige Möglichkeiten, Ihr Hobby auszuleben.
Radfahren auf Kreta
Kreta ist nicht nur ein Paradies für Badeurlauber oder Geschichtsinteressierte, sondern bietet auch Radfahrern vielfältige Möglichkeiten, Ihr Hobby auszuleben. Vor allem Mountainbiker kommen hier voll auf ihre Kosten.
Küstentour bei Rethymnon
Die Radtour an der Küste bei Rethymnon ist ideal für Einsteiger. Auf der rund 20 Kilometer langen Strecke erwarten Sie traumhafte Ausblicke aufs Mittelmeer und gemütliche Tavernen, die zu Pausen einladen.
Lassithi-Hochebene
Die Lassithi-Hochebene ist gut geeignet für geübte Radler, die ihr Fahrerlebnis mit prächtigen Natureindrücken verbinden wollen. Die 30 Kilometer lange Route führt Sie durch traditionelle Dörfer, vorbei an malerischen Windmühlen und bietet beeindruckende Panoramaaussichten. Die Route verläuft größtenteils auf flachen und leicht abfallenden Wegen, was sie ideal für Fortgeschrittene macht, die eine moderate Herausforderung suchen.
Samaria-Schlucht
Erfahrene Biker sollten die anspruchsvolle Route durch die Samaria-Schlucht ausprobieren. Die 25 Kilometer lange Strecke stellt mit ihren engen Trails und spektakulären Steilwänden hohe Anforderungen an Technik und Kondition. Die Tour startet in Xyloskalo, am oberen Eingang der Samaria-Schlucht, nahe Omalos. Von hier führt die Route auf schmalen Wegen entlang der Schluchtkante, mit beeindruckenden Ausblicken auf die tiefe Schlucht und die steilen Felswände. Anschließend geht es über steinige Trails und durch schattige Pinienwälder.
Optimale Reisezeit und Ausrüstung
Die optimale Reisezeit für Mountainbiker liegt zwischen April und Juni sowie September und Oktober. Neben der richtigen Ausrüstung, wie Helm und Protektoren, sollten Sie immer genügend Wasser mitnehmen und die Wetterbedingungen beachten. Viele Verleihstationen in Chania, Heraklion und Rethymnon bieten hochwertige Bikes an, sodass Sie auch spontan starten können.
Radtour auf Naxos
Bereite dich auf eine anspruchsvollere, aber landschaftlich reizvolle Fahrt durch die Dörfer des Inneren von Naxos vor. Genieße die friedliche Umgebung, während du nach Kinidaros radelst. Fahre weiter zum Kouros von Flerio, einer antiken Marmorskulptur, die elegant in der Landschaft von Naxos liegt. Erkunde die archäologische Stätte und fahre dann weiter nach Chalki. Ankunft in diesem malerischen Dorf und genieße ein leckeres Mittagessen in einer der Dorf-Tavernen, wo du lokale Naxianische Gerichte probieren kannst. Möglicherweise hast du auch die Gelegenheit, eine lokale Likördestillerie zu besuchen. Nach dem Mittagessen setzt du deine Radreise nach Ano Potamia fort, einem weiteren malerischen Dorf, das für seine traditionelle Nutzung von Wassermühlen bekannt ist. Fahre durch die hügelige Landschaft und steige nach Naxos Stadt ab. Genieße die sich ändernde Landschaft, während du dich der Inselhauptstadt näherst.
Radfahren auf der Peloponnes
Die Küstenroute in Messenien führt Radfahrer entlang sandiger Strände vorbei an venezianischen Burgen in Methoni und Koroni. Radfahrer auf der Mani-Halbinsel sehen das Taygetos-Gebirge und traditionelle Steintürme. Radreise Griechenland - Ans Ende der WeltWo die südlichste Spitze Land im Meer versinkt und zwischen Wasser und Himmel nichts mehr zu sehen ist, muss die Welt zu Ende sein. Die Hellenen vermuteten hier einen Eingang zur Unterwelt. Für seine letzte und gefährlichste Heldentat stieg Herakles hinab in den Hades und besiegte den dreiköpfigen Höllenhund Kerberos, den Bewacher des Totenreiches.
Route durch die Mani
Startort der Umrundung der Máni, des mittleren „Fingers“ der Peloponnes ist die moderne Stadt Kalamáta. Gleich die erste Etappe ist die härteste und längste der ganzen Reise. Es gilt das mächtige Taygetos-Massiv zu überwinden. Auf 38 Kilometer steigt eine beeindruckende Straße über den Pass auf 1300 Meter Höhe an. Das gegrillte Lamm in der Taverne „I Theotókos“ im Örtchen Artemísia entschädigt für die Strapazen. Auch wenn wir später die historische Geisterstadt auf der rasanten Abfahrt hinunter in das fruchtbare Evrótas-Becken fast übersehen, einen Besuch des byzantinischen Ortes Mystrá mit seinen verfallenen Klöstern wollen wir uns nicht entgehen lassen. Ab Sparta verläuft die Fahrt abwechselnd über malerische Hochebenen und durch duftende Orangenhaine, die erst kurz vor der Küste enden. Vorbei an dem rostigen Wrack der Dimitrios rollen wir der pittoresken und lebendigen Hafenstadt Gýthio entgegen.
Archaische Landschaften und Wehrtürme
Mit jedem Kilometer an der Ostküste der Máni wird die Landschaft archaischer und einsamer. Immer öfter sehen wir an den Berghängen die typischen Wehrtürme. Bereits in der Antike ließen sich Vertriebene und Verfolgte auf der Máni nieder. Leuchttürme und Fisch am MeerAuch Piraten nutzten den unzugänglichen Rückzugsort als Operationsgebiet. Und so bildete sich in spätbyzantinischer Zeit eine Art Clan-Aristokratie mit vielen Fehden und jahrhundertelanger Blutrache. Die Pyrgi, teils für sich stehend, teils gruppiert zu kleinen Dörfern, waren Ausdruck von Macht und dienten dem Schutz der Clans. Bis wir endlich in die kleine Bucht von Pórto Kágio hinabrollen, haben wir einige schwere Anstiege von Meeresniveau in steinerne Bergnester hinter uns.
Entspannung in Pórto Kágio
In dem verträumten Fischerdörfchen beziehen wir für drei Nächte Quartier. Wir genießen fangfrischen Fisch direkt am Strand, schwimmen in kristallklarem Wasser und spazieren über die Landzunge zu einer kleinen Kapelle mit fantastischem Meerblick. Ein Radausflug ans Kap Ténaro darf natürlich nicht fehlen. Nach dem halbstündigen Spaziergang zum Leuchtturm am südlichsten Punkt des griechischen Festlands und der Besichtigung eines hellenistischen Bodenmosaiks und dem Orakelheiligtum des Poseidon freuen wir uns auf der Rückfahrt schon wieder auf das leckere Abendessen in Pórto Kágio.
Westliche Máni
Gut erholt arbeiten wir uns, die Sonne nun im Rücken, langsam die etwas flachere Westseite nach Norden hoch. Die herbe Schönheit fasziniert. Der Blick auf das bekannte Turmdorf Váthia vor den kahlen Höhenzügen sucht seinesgleichen. Vor allem die westliche Máni ist reich geschmückt mit byzantinischen Kirchen und Kapellen. Sie alle zu besichtigen ist fast unmöglich, die jedoch am Wegrand stehen, sollte man sich ansehen. Viele sind verschlossen, meist ist aber schnell jemand mit dem Schlüssel und ein paar Informationen zur Stelle.
Radweg am Meer
Zwischen den Küstenorten verläuft die Straße oft etwas im Landesinneren, Meerblick ist aber jederzeit garantiert. Auch wenn hier kaum Verkehr herrscht, beeindruckt uns doch ein extra gebauter Radweg zwischen Ágios Nikólaos und Stoýpa, der direkt am Meer entlangführt. Überall duftet es nach wildem Salbei. Ein kleines Café mit schönem Garten lädt zum Verweilen ein. Allmählich wird die Vegetation wieder üppiger. Vor der letzten großen Etappe genießen wir den Abend in Kardamýli.
Letzte Etappe nach Kalamáta
Noch einmal fordert ein langer Anstieg an der Flanke des Profitis Ilias, mit 2407 Metern der höchste Gipfel der Peloponnes, letzte Reserven. Auf der Abfahrt durch uralte, wunderschöne Olivenhaine sehen wir in der Ferne am Horizont bereits unser Reiseziel Kalamáta.
Routendetails Mani
- Kalamáta - Mystrá - Sparta - Geráki - Skála - Gýthio - Kamáres - Kótronas - Lágia - Pórto Kágio - Kap Ténaro - Váthia - Geroliménas - Pýrgos Diroú - Areópoli - Agios Demetrios - Agios Nikólaos - Stoýpa - Kardamýli - Doloi - Kitries - Kalamáta
Sehenswürdigkeiten auf der Route
- Mystrá: byzantinische Ruinenstadt mit ihren vielen Klosterkirchen und Kapellen am Steilhang des Taygetos-Massivs.
- Sparta: mit seiner antiken Akropolis, dem Archäologischen Museum und etwas außerhalb der Stadt dem Menelaion, der dem König Menelaos und seiner Frau Helena gewidmeten antiken Gedächtnisstätte.
- Gýthio: mit seiner klassizistischen Hafenfront und guten Fischtavernen. Einige Kilometer nördlich der Stadt liegt das eindrucksvolle Wrack der Dimitrios.
- Kap Ténaro: Der Leuchtturm auf der windumtosten Südspitze der Máni ist nur per halbstündigem Fußmarsch zu erreichen.
- Váthia: Das pittoresk an den kargen Ausläufern des Taygetos liegende Wehrturmdorf wird restauriert und langsam wieder zum Leben erweckt.
- Pýrgos Diroú: Die Glyfáda-Tropfsteinhöhle, eines der größten Naturwunder Griechenlands ist auf einer Kahnfahrt zu besichtigen.
- Kardamýli: Schöne Geschäfte und Cafés laden zum Verweilen ein. Ausgangspunkt vieler Wanderungen ins Taygetos-Gebirge.
Weitere Radrouten und Tipps
EuroVelo 8
Super, ein Schild vom EuroVelo 8. Die Fahrradroute verläuft entlang des Mittelmeers, ist 7.350 km lang, geht durch 10 Länder und endet in Cadiz.
Unterkünfte und Verpflegung
Griechische Radreisen bieten typischerweise Übernachtungen in 3-4-Sterne-Hotels und lokalen Gästehäusern. Das Hotel Art Mainalon in Kalamata und das Hotel Ippoliti in Nafplio repräsentieren den üblichen Unterkunftsstandard. Familiengeführte Hotels sind auf diesen Routen häufig und legen Wert auf griechische Gastfreundschaft.
Reisepakete beinhalten üblicherweise täglich Frühstück plus ausgewählte weitere Mahlzeiten. Die Griechische Inseln Rad & Schiff Tour zeigt einen typischen Verpflegungsplan mit 7 Frühstücken, 5 Mittagessen und 2 Abendessen mit lokalen Gerichten.
Fahrradtypen und Ausrüstung
Die Touren stellen moderne 21-27-Gang-Räder mit Standardausrüstung zur Verfügung. Cycle Green Tours bietet Shimano Deore Räder mit Magura-Bremsen und Gepäcktaschen. E-Bikes sind auf Anfrage verfügbar.
Beste Reisezeit
Frühling (April-Mai) und Herbst (September-Oktober) bieten die besten Bedingungen zum Radfahren in Griechenland mit moderaten Temperaturen und weniger Touristen. Die Peloponnes-Touren finden am häufigsten in diesen Monaten statt. Der Sommer (Juni-August) bringt hohe Temperaturen, besonders auf dem griechischen Festland und Kreta.
Reiseveranstalter planen die meisten Touren im Mai und September basierend auf Buchungsdaten.
Antike Stätten
Die Routen verbinden Radfahrer mit Griechenlands antiken Stätten, einschließlich des Palasts von Knossos auf Kreta, dem antiken Mykene auf der Peloponnes und dem Amphitheater von Epidauros.
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