Rom, die Ewige Stadt, bietet unzählige Möglichkeiten, ihre Schönheit und Geschichte zu entdecken. Goethe erkundete die Stadt zu Fuß, aber heutzutage ist das Fahrrad eine ausgezeichnete Alternative, um Rom aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Als jemand, der Rom während meiner Tätigkeit als Architektin in Italien zur Heimat geworden ist, möchte ich Ihnen einige Tipps und Routen für ein unvergessliches Fahrraderlebnis in Rom geben.
Warum Rom mit dem Fahrrad erkunden?
Das Zentrum von Rom ist nicht sehr groß. Andererseits sind die Entfernungen doch so, dass man zu Fuß an einem Tag nicht allzu viel schaffen kann. Auf die öffentlichen Verkehrsmittel kann man sich in Rom meist nicht verlassen. Einen regulären Fahrplan gibt es nicht und oft muss man auf den Bus so lange warten, dass man zu Fuß früher am Ziel ist. In Rom gibt es daher für die Stadtbesichtigung viele Alternativen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Radfahrer werden in Rom wie Fußgänger behandelt. Man kann also sehr schön durch die verkehrsberuhigten Straßen fahren und kommt auch zu Orten wie dem Trevi Brunnen, der Spanischen Treppe oder dem Kapitol, zu denen man mit dem Auto sonst nicht so leicht Zugang hat.
Es ist eine sehr praktische Art, sich einen Überblick über Rom und seine Monumente zu verschaffen, und man kann eine komplette Tour in viel weniger Stunden machen, als man zu Fuß brauchen würde. Die meisten Touren bieten Elektrofahrräder an, damit es nicht zu anstrengend wird.
Wichtige Hinweise zum Radfahren in Rom
Um es gleich vorweg zu nehmen, Fahrradfahren in Rom geht sogar ziemlich gut, auch wenn ich dazu einige wichtige Anmerkungen machen muss.
- Die Topografie: Solange ihr mit dem Fahrrad nur im Stadtzentrum von Rom unterwegs seid, sind die Straßen mehr oder weniger eben.
- Die Straßenverhältnisse: In Rom gibt es viel Steinpflaster und auch die asphaltierten Straßen sind oft ziemlich löchrig.
- Verkehr: Drittens würde ich dazu raten, als Rom-Besucher die Hauptverkehrsstraßen zu meiden. Nicht so sehr wegen der Sicherheit - die römischen Autofahrer sind in der Regel gegenüber Fahrradfahrern recht rücksichtsvoll - sondern vor allem wegen des Verkehrslärms und der Autoabgase.
Was die Sicherheit beim Fahrradfahren in Rom betrifft, ist noch anzumerken, dass ihr in Rom nicht zu sehr auf die Einhaltung der Verkehrsregeln bestehen solltet. Römische Autofahrer sind es nicht gewohnt, beim Abbiegen auf Fahrradfahrer zu achten. Statt Vorfahrtsregeln zu beachten, einigt man sich eher mit Blickkontakt und Kopfnicken. Wenn ihr also mit eurem Fahrrad an einer Kreuzung an einem Auto, ohne auf den Fahrer zu achten, rechts vorbeifahrt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr euch auf der Notfallstation eines römischen Krankenhauses wiederzufinden!
Fahrradverleih und geführte Touren
Wenn ihr Rom besucht, könnt ihr euch ein Fahrrad mieten und Rom per Fahrrad erkunden. Dies ist eine gute Möglichkeit, um die Stadt kennenzulernen und auch, um in den angrenzenden Regionalpark der Appia Antica zu gelangen. Verschiedene Unternehmen bieten neben Fahrradverleih auch geführte Fahrradtouren in Rom an.
Im Zentrum von Rom ist es möglich, Leihfahrräder von oBike zu finden. Sie stehen nicht an festen Stationen, sondern dort, wo der letzte Fahrgast sie abgestellt hat, zumeist an großen Plätzen oder irgendwo auf dem Bürgersteig. Neben Anbietern wie oBike gibt es in Rom auch den klassischen Fahrradverleih, zum Beispiel in der Villa Borghese oder beim Parkbüro des Regionalparks der Appia Antica.
Wenn man sich in Rom nicht so gut auskennt, sollte man sich vielleicht nicht unbedingt alleine mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Mit einer geführten Fahrradtour kommt man sicher durch die Stadt, kann viel sehen und erleben und es gibt einen festen Zeitrahmen. In Rom gibt es diverse Anbieter von Fahrradtouren.
Beispiele für geführte Touren:
- Klassische Fahrradtouren durch Rom: Diese Touren führen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie dem Kolosseum, dem Forum Romanum, dem Pantheon und dem Trevi-Brunnen.
- Fahrradtour zum Markt des Testaccio: In dem römischen Markt gibt es nicht nur Lebensmittelstände, sondern auch diverse kulinarische Angebote, darunter die famosen mit römischen Spezialitäten belegten Brote bei “Mordi e vai”.
- Tour durch den Regionalpark der Appia Antica: Diese Tour beinhaltet eine Besichtigung der Katakomben und führt bis zum Park der Aquädukte im Süden Roms, wo man die Überreste mehrerer Aquädukte besichtigen kann.
- Nächtliche Radtour: Punkte wie das Kolosseum und der Vatikan sind besonders gut beleuchtet. Zusätzlich zu den Fahrrädern, die in der Regel elektrisch betrieben werden, und einem Führer bieten viele Nachttouren auch Snacks und Getränke an, um das Erlebnis zu verbessern.
- Frühmorgendliche Radtour: Der Sonnenaufgang taucht die Stadt Rom in goldene Töne und lässt sie spektakulär aussehen. Diese Radtouren sind ergänzt durch ein Frühstück mit einer Verkostung des berühmten italienischen Kaffees.
Routenempfehlungen
- Die Via Appia: Die Via Appia beginnt in einem Park im Süden Roms und eignet sich zum Wandern und Radfahren. Die Touren auf der Via Appia stellen Ihnen immer ein Fahrrad zur Verfügung, in der Regel ein Elektrofahrrad für mehr Komfort, einen Helm und die notwendige Ausrüstung sowie einen örtlichen Führer.
- Tiber Radweg: Auf neun Kilometern Strecke fahren wir also mit dem Fahrrad durch Rom, direkt am Fluss entlang. Aus einer einzigartigen Perspektive können wir die Brücken von Rom betrachten.
Unterkünfte in Rom
Es ist sinnvoll vorher mal zu gucken, ob der heilige Vater, Taylor Swift oder andere Prominenz am Wunschtermin aktiv sind, das schlägt schnell mit großer Wucht auf die Hotelpreise durch. Ich kann empfehlen sich eine Unterkunft in der Nähe des Hauptbahnhofs ("Roma Termini") zu suchen. Als wir das letzte Mal dort waren, gab es in der Gegend ein großes Angebot an bezahlbaren und (vermutlich) guten Hotels. Von dort kann man alles gut zu Fuß oder mit dem ÖPNV erreichen.
Zusätzliche Tipps
- Wasser: Lieber morgens nicht ohne Tagesration Wasser starten; manchmal gibt's sogar an Tankstellen nur Zuckerzeugs zu trinken.
- Sicherheitsausrüstung: Sicherheitsausrüstungen wie Helme sind bei den Touren immer inklusive.
- Sommerhitze: Wenn Sie im Sommer nach Rom reisen, werden Sie feststellen, dass es in der Stadt sehr heiß ist. Wenn Sie also zu dieser Jahreszeit eine Tour machen, sollten Sie immer genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Die Entwicklung des Radfahrens in Rom
Autos wurden in Italiens Hauptstadt immer bevorzugt und öffentliche Verkehrsmittel lange vernachlässigt. Doch seit der Pandemie steigen viele aufs Fahrrad. Inzwischen gibt es Bike-Sharing, die Räder dürfen mit in die Busse - und Aktivisten fordern noch mehr.
Vor ein paar Jahren wurde man noch für verrückt gehalten. Radfahren in Rom, mit diesem irren Verkehr? Dem Kopfsteinpflaster? Ohne Radwege? Natürlich, ungefährlich war es nie, egal ob als Tourist oder als Alltagsradlerin in dieser Stadt, und auch die sieben Hügel spürt man irgendwann in den Beinen. Aber gleichzeitig sieht Rom ganz anders aus vom Sattel, man hört die Stadt, man riecht sie, und sie schrumpft zusammen.
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