Wenn Sie außerhalb Deutschlands Rad fahren wollen, sollten Sie die Fahrrad Verkehrsregeln im Ausland kennen. Hier hat jedes Land seine eigenen Vorschriften. Das betrifft Helmpflicht, Anhängerzulassung, Kinderbeförderung, Vorfahrtsregeln, Überholabstand, Warnwestenpflicht, Promillegrenze und vieles mehr.
Allgemeine Informationen zum Radfahren in Schweden
Schweden ist ein ideales Land für Radfahrer. Mit dem Jedermannsrecht (Allemansrätten) hat jeder das Recht, sich frei in der Natur zu bewegen und zu radeln, solange man die Umwelt respektiert. Grundbesitzer dürfen das Radfahren auf Wegen nicht verbieten, jedoch sind bepflanzte Felder, Gärten und Forstplantagen zu meiden.
Besonders geeignet für eine Radtour in Schweden sind die Sommermonate von Juni bis September. Auch der Mai und Oktober können eine gute Zeit sein, insbesondere für den Süden des Landes. Der Mai ist zudem statistisch gesehen relativ trocken und oft schon ausreichend warm. Außerdem sind zu dieser Zeit noch keine Moskitoschwärme unterwegs, die den Juni und Juli bevorzugen. Im Laufe des Augusts werden diese dann langsam wieder weniger, wobei es sowieso nicht so ist, dass Stechmücken immer und überall ein großes Problem sind.
Von Rennrad bis Fatbike kann man mit so ziemlich jedem Rad in Schweden unterwegs sein - entsprechende Routenplanung vorausgesetzt. Ich habe mich für ein robustes und geländegängigeres Gravelbike entschieden, mit dem ich zwar noch einigermaßen schnell und leicht auf der Straße unterwegs sein kann, aber dem auch der ein oder andere holprigere Abschnitt nichts ausmacht.
Wichtige Verkehrsregeln für Radfahrer in Schweden
- Helmpflicht: Helmpflicht für Kinder unter 15 Jahren.
- Promillegrenze: Keine Promillegrenze.
Details zu den Verkehrsregeln
Auch wenn es keine Promillegrenze gibt, kann man wegen Trunkenheit verurteilt werden kann, wer unter Alkohol- oder Narkotikaeinfluss „ein Fahrzeug nicht mehr sicher steuern kann“.
Radrouten in Schweden
Teilweise habe ich meine Route ziemlich willkürlich geplant, teilweise bin ich aber auch bestehenden Radrouten gefolgt.
- Der Sverigeleden ist das wichtigste Radrouten-Netzwerk in Schweden. Die Hauptroute führt auf rund 2.600 Kilometern von Helsingborg im Süden bis nach Karesuando im hohen Norden des Landes. Hinzu kommen diverse Nebenrouten, die insgesamt rund 4.000 weitere Radkilometer ergeben.
- Der Kattegattleden ist ein 390 Kilometer langer Küstenradweg zwischen Göteborg und Malmö. Verlängern kann man diesen durch den Sydkystleden und den Sydostleden.
- Der Cykelspåret läuft entlang der gesamten Ostküste von Ystad bis nach Haparanda und misst circa 2.500 Kilometer.
Wer mit einem Mountainbike unterwegs ist, kann übrigens auch in Betracht ziehen, zumindest auf Teilstrecken einem der vielen Wanderwege des Landes zu folgen. Auf vielen dieser Routen ist das Radfahren nicht verboten, was zum Beispiel für den Skåneleden oder den Höga Kustenleden gilt.
Besonderheiten beim Radfahren in Schweden
Vorsichtig sein sollte man, vor allem im Süden und der Mitte, mit den E-Straßen (=Europastraßen, also die Hauptverbindungsstraßen) sein. Diese sind auf manchen Abschnitten einspurig, mit einer Leitplanke in der Mitte versehen und haben keinen nennenswerten Seitenstreifen. Das bedeutet, dass Autos kaum ausweichen können, was vor allem im Falle von LKWs unangenehm sein kann. Theoretisch darf man diese Straßen in der Regel mit dem Fahrrad befahren, praktisch ist das aber wirklich nicht empfehlenswert.
Weitere wichtige Informationen für Reisende
- Einreisebestimmungen: Für Reisende aus Deutschland reicht der Personalausweis, da Schweden der EU angehört. Kinder benötigen einen eigenen Ausweis.
- Maut: In den beiden Großstädten Stockholm und Göteborg gibt es eine Innenstadt-Maut, die auch für im Ausland registrierte Pkw, Lkw und Busse bis 14 t gilt - also auch für Wohnmobile und Caravan-Gespanne.
- Lichtpflicht: In Schweden gilt ganzjährig Lichtpflicht - selbst im Sommer unter dem Licht der Mitternachtssonne.
Sicherheitshinweise
- Die Notfallrufnummer der Polizei lautet +46 112 und für normale Fälle +46 114 14.
- Bereits der Besitz von Tränengasspray - bei manchem Radfahrer zu Abwehr von Hunden im Gepäck - schwer bestraft wird.
Tipps für alleinreisende Frauen
… ist sehr empfehlenswert! Nicht nur wegen der gerade angesprochenen, niedrigen Kriminalität, sondern auch, weil alleinreisende Frauen (und Männer) dort ein relativ normaler Anblick sind und man nicht komisch von der Seite angeguckt wird (den ein oder anderen anerkennenden Kommentar á la „Waaaas? So ganz allein? Und dann noch als Frau?“ gab es natürlich trotzdem). Ich habe mich jedenfalls immer und zu jeder Zeit sehr wohl gefühlt als alleinreisende Frau und glaube, das Schweden nicht nur für Radreise-Anfänger, sondern auch für die erste Solo-Reise eine ziemlich gute Wahl ist.
Verpflegung und Einkaufsmöglichkeiten
In Südschweden kommt man in der Regel mehrmals täglich an Supermärkten, Restaurants und Cafés vorbei, sodass man sich dort so gut wie keine Gedanken ums Proviant machen muss. Je weiter nördlich man sich begibt, desto größer werden die Abstände zwischen den Versorgungsmöglichkeiten.
Die beiden Supermarktketten, die in Schweden am weitesten verbreitet sind, sind Coop und ICA. Diese findet man auch in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten. Willys ist eine weitere schwedische Kette, die generell etwas günstiger ist. Daneben gibt es vor allem in größeren Orten und Städten auch internationale Ketten wie Lidl.
Wichtige schwedische Vokabeln
Weil Schweden wissen, dass ihre Sprache in anderen Ländern nur selten erlernt wird, freuen sie sich ganz besonders über Touristen, die auf Schwedisch wenigstens ein paar Worte sprechen. Es lohnt sich, einen Reisewortschatz zu erlernen.
- Hej! oder Hej, hej!
- Hej do!
- Tak!
- ingen kontant - keine Barzahlung
- med kort - mit Karte
- swish - Bezahlung mit App für schwedische Bürger
Zahlungsmöglichkeiten
Zahlungen werden in Schweden in der Regel bargeldlos erbracht. 2018 war es in etlichen Einrichtungen (z.B. mehrere Campingplätze) nicht mehr möglich, mit Bargeld zu bezahlen, auch Kleinstbeträge werden inzwischen mit Karte bezahlt. Für Touristen heißt das: Mindestens eine, besser zwei, Mastercard oder Visa-Karte(n) sind notwendig.
Nützliche Links
- bra.se - Kriminalitätsstatistik in Schweden
- swedenbybike.com - Informationen zur Fahrradmitnahme in Zügen
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