Radfahren in Schwerin: Informationen und Touren

Schwerin und die Region bieten vielfältige Möglichkeiten, Natur pur zu genießen und eine reiche Tier- und Pflanzenwelt zu erleben. Schmale Flussläufe, ausgedehnte Seen sowie Wälder kennzeichnen die Landschaft und bieten ideale Bedingungen für ausgedehnte Radtouren.

Für viele alltägliche Wege - sei es zur Ausbildungs- oder Arbeitsstätte, zum Einkaufen oder in der Freizeit - stellt das Fahrrad eine flexible, energie- und platzsparende, individuelle und gesunde Alternative zum Auto dar. Und in der Stadt ist man in einem Entfernungsbereich bis zu fünf Kilometern in der Regel schneller am Ziel als mit dem Auto, insbesondere wenn man die Parkplatzsuche mit einberechnet.

Die Stadt Schwerin fördert deshalb den Fahrradverkehr ausdrücklich. Das Radwegenetz wird erweitert und ausgebaut. Schwerin ist eine Stadt der kurzen Wege. Deshalb bietet es sich an, diese mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto zu erledigen.

Seit April 2018 wurden in Schwerin vier Fahrrad-Dauerzählstellen in Betrieb genommen: Auf dem Franzosenweg, dem Ostorfer Ufer, auf der Lübecker Straße und auf der Alexandrinenstraße (Promenade). Damit wird die Entwicklung des Radverkehrs an unterschiedlichen repräsentativen Stellen kontinuierlich erfasst und dokumentiert. Die Auswertungen können jederzeit eingesehen werden.

Ausrüstung und Verkehrssicherheit

Damit ein Fahrrad verkehrssicher ist, sind nach der Straßenverkehrszulassungsordnung einige Ausrüstungsteile vorgeschrieben. Am Wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen aber die Fahrradbeleuchtung. Vorgeschrieben sind hier ein weißer Frontscheinwerfer sowie ein rotes Rücklicht.

Für gute Sichtbarkeit von der Seite sind wahlweise Reflektorstreifen in der Flanke der Bereifung oder gelbe Speichenreflektoren (jeweils zwei pro Rad) vorgeschrieben. Auch ein weißer Reflektor vorn, ein Großrückstrahler sowie ein kleinerer Rückstrahler hinten sind obligatorisch.

Seit kurzem ist Batteriebeleuchtung an allen Fahrrädern erlaubt, was früher nur als Ausnahmeregelung für Rennräder unter 10 kg Masse galt. Empfehlenswert für Alltags- und Tourenräder ist trotzdem eine fest installierte Beleuchtung mit Nabendynamo und LED-Beleuchtung vorn und hinten. Der höhere Preis dieser Kombination zahlt sich durch praktische Wartungsfreiheit, hohe Lichtausbeute und mögliches Standlicht hinten und vorn aus. Außerdem hat man das Licht immer dabei und muss sich nicht um den Ladezustand der Akkus kümmern.

Verhaltensregeln im Straßenverkehr

Wenn kein beschilderter Radweg oder ein für Radfahrer freigegebener Gehweg vorhanden ist, müssen Radfahrer die Fahrbahn benutzten. Dort gilt wie sonst auch das Rechtsfahrgebot. Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen die Gehwege benutzen. Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern auf dem Gehweg fahren. Auf Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen. Beim Überqueren der Fahrbahn müssen die Kinder absteigen.

Schon bei einem Promillewert von 0,3 kann man sich strafbar machen und muss bei einem Unfall haften, wenn es aufgrund des Alkohols zu Fehlern beim Radfahren kommt. Ab 1,6 Promille begehen Radfahrer auch ohne erkennbare Fahrunsicherheit eine Straftat. Wer mit mehr als 1,6 Promille Rad fährt, muss um seinen Führerschein fürchten.

Das Handy während der Fahrt in der Hand zu halten und zu benutzen ist auch beim Radfahren verboten. Radfahrer dürfen beim Fahren Musik hören und dazu auch in beiden Ohren Stöpsel haben. Allerdings muss gewährleistet sein, dass sie den Straßenverkehr trotzdem ausreichend wahrnehmen.

Eine gesetzliche Verpflichtung zum Tragen eines Fahrradhelms besteht nicht. Das Thema Helmpflicht wird jedoch seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Unstrittig ist, dass Helme die Folgen von Unfällen deutlich mildern.

Radwege und Verkehrsschilder in Schwerin

Wenn Radfahrer dieses Verkehrszeichen sehen, dürfen sie die Fahrbahn nicht benutzen, sondern müssen auf dem Radweg fahren. Das heißt, hier besteht die Pflicht zur Benutzung, auch wenn manche meinen, dass sie auf der Fahrbahn besser vorankommen würden. Die Benutzungspflicht gilt jeweils für die Fahrtrichtung, die mit dem Schild gekennzeichnet ist. In Schwerin gibt es relativ wenige solcher Radwege.

Auch hier dürfen die Radfahrer nicht auf der Fahrbahn fahren, sondern müssen sich den Weg mit den Fußgängern teilen. In Schwerin sind die meisten Radwege mit diesem Verkehrszeichen ausgeschildert. Das ist den begrenzten Platzverhältnissen in den Straßenräumen geschuldet. Deshalb wird verstärkt nach Möglichkeiten der Entflechtung von Rad- und Fußgängerverkehr gesucht.

Auf Gehwegen mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ ist das Radfahren dagegen erlaubt - aber es ist dort nicht vorgeschrieben. Als Radfahrer hat man hier die Wahl, die Fahrbahn oder - soweit vorhanden - einen Schutzstreifen zu benutzen. Wenn man sich für den freigegebenen Gehweg entscheidet, muss man sich dem Fußgängerverkehr anpassen, erforderlichenfalls auch warten oder anhalten, da die Fußgänger hier den absoluten Vorrang haben.

Radfahren in der Fußgängerzone

In der Schweriner Fußgängerzone gibt es für den Fahrradverkehr jahreszeitlich unterschiedliche Regelungen. In den Wintermonaten ist das Radfahren in der gesamten Fußgängerzone erlaubt, wobei selbstverständlich immer die Rücksichtnahme auf die Fußgänger im Vordergrund steht.

Radfahren in Tempo 30-Zonen und Fahrradstraßen

Was viele nicht wissen, in Tempo 30-Zonen darf es keine benutzungspflichtigen Radwege geben. Die Radfahrer fahren hier gemeinsam mit dem Autoverkehr auf der Fahrbahn. Daher erübrigt sich innerhalb von Tempo 30-Zonen die Anlage von speziellen Radwegen.

Autofahrer dürfen Fahrradstraßen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch einen Zusatz z.B. für den Anliegerverkehr angezeigt. Generell gilt in Fahrradstraßen für Autofahrer und Radfahrer eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Radfahrer dürfen zu zweit nebeneinander fahren, auch wenn sie dabei den Autoverkehr behindern.

Radfahren in Einbahnstraßen

In Schwerin sind viele Einbahnstraßen für Radfahrer auch in der Gegenrichtung geöffnet. Das erspart den Radfahrern besonders in der Innenstadt viele Umwege. Alle Einbahnstraßen, die mit den abgebildeten Zusatzschildern freigegeben sind, dürfen von Radfahrern in beiden Richtungen benutzt werden, aber nur dann.

Radfahren am Zebrastreifen und an Ampeln

An Zebrastreifen haben Autofahrer den Fußgängern, welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Diese Festlegung gilt jedoch nicht für Radfahrer. Der Zebrastreifen darf zwar mir dem Fahrrad befahren werden, aber der Vorrang vor dem Autoverkehr gilt dann nicht. Wenn allerdings Radfahrer ihr Rad schieben, gelten sie als Fußgänger.

Radfahrer haben die Lichtzeichen für den allgemeinen Fahrverkehr zu beachten. Davon abweichend haben Radfahrer, die auf Wegen neben der Fahrbahn fahren, die Lichtzeichen mit Fahrradsymbol bzw.

An Staus oder Warteschlangen vor roten Ampeln müssen sich Radfahrer nicht hinten anstellen. Sie dürfen mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts an den Autos vorbeirollen, auch wenn es keinen Radfahrstreifen gibt. Das gilt aber nur bei stehendem Verkehr.

Empfohlene Radtouren in Schwerin und Umgebung

Nutzen Sie den Tag z.B. zum architektonischen Erkunden der Stadt. Alte Fachwerkhäuser, heller Klassizismus, Backsteingotik und verträumter Tudorstil - alles lässt sich in Schwerin auf engstem Raum finden. Ihre Radtouren führen Sie in alle Himmelsrichtungen: An die Ostseeküste zur Hansestadt Wismar, zur südlich gelegenen ehemaligen Residenzstadt Ludwigslust, durch Landschaften wie die Lewitz und das Warnowgebiet nach Parchim und in westliche Richtung zum Dümmer See.

Eine beliebte Ausflugstour zum Schloss Wiligrad mit seinem Park und dem Gartencafé in der Hofgärtnerei. Sie können ab Schwerin der Beschilderung des Radwegs Hamburg-Rügen oder den Musischen Schlossgärten folgen und erreichen Ihr Ziel nach etwa 15 Kilometern.

Der direkteste Weg mit dem Rad vom Schweriner See an die Ostsee führt Sie nach etwa 38 km von der Residenzstadt nach Wismar. Zwischen Schwerin und Ludwigslust mit dem markanten Schlossensemble und der barocken Altstadt liegen etwa 45 Kilometer. Die schönste Strecke für Radler führt durch das EU-Vogelschutzgebiet Lewitz - folgt einfach dem Verlauf des Residenzstädterundwegs.

Auf der etwa 90 Kilometer langen Radtour "Schloss und Genuss" findet ihr kleine Schlösser und Herrenhäuser, regionale Manufakturen, Hofläden und Hofcafés für schöne Zwischenstopps. Die Tour führt ab Schwerin über Raben Steinfeld, Basthorst, Wendorf bis Weitendorf zum Schloss Kaarz und dann durch das Sternberger Seenland zurück über Schloss Wiligrad und Hof Medewege in die Landeshauptstadt.

Fitte Radler und E-Biker schaffen die 65-Kilometer-Runde um den Schweriner See an einem Tag. Wer es ruhiger angehen lassen möchte, nutzt die Abkürzung über den Paulsdamm.

Eine empfehlenswerte Rundtour beginnt am markanten Schweriner Schloss und verläuft gegen den Uhrzeigersinn. Zunächst geht es in südlicher Richtung am See entlang zum Schweriner Zoo und weiter direkt am Ufer zum Zippendorfer Strand. Nach zehn Kilometern ist bei Raben Steinfeld der südlichste Punkt der Runde erreicht und die Strecke führt am Ostufer des Sees in Richtung Norden.

In Rampe können sich Radler nach nun 20 Kilometern entscheiden, ob sie die große Runde um den Außensee oder über den Paulsdamm zurück nach Schwerin fahren wollen. Die kleine Runde führt auf einem Radweg parallel zur Bundesstraße 104 über den Damm, teils durch dichten Wald, teils mit Blick auf das Wasser.

Wer in Rampe entschieden hat, auch die nördliche Runde um den Schweriner Außensee zu fahren, bleibt am Ostufer. Man wird zunächst mit einem flachen Abschnitt direkt am Ufer belohnt. Der kleine Ort Retgendorf liegt etwas erhöht, bedeutet also eine kleine Steigung, bevor es durch ein Waldstück wieder am Wasser weiter nach Flesenow geht.

In Flesenow wendet sich der Weg nach Nordosten, vorbei am Langen See in das Naturschutzgebiet Döpe. In diesem verlandeten Teil des Schweriner Sees wechseln sich sandige Flächen mit Wiesen und Wäldern ab. Nach 16 Kilometern auf der Nordrunde ist in Hohen Viecheln der nördlichste Punkt erreicht. Kulturfreunde können einen kurzen Abstecher zur frühgotischen Dorfkirche unternehmen, einem Backsteinbau aus dem frühen 14. Von dort geht es flott bergab nach Bad Kleinen, dem mit rund 3.500 Einwohnern größten Ort am Außensee.

Für alle anderen beginnt nun der anspruchsvollste Teil der Seerunde: Der gut drei Kilometer lange Anstieg vom Ufer durch dichten Wald nach Schloss Wiligrad hoch über dem Schweriner See. Weiter geht es bergab nach Lübstorf, ebenfalls mit Bahnhof, und dann auf einer erhöhten kleinen Straße entlang mit schönem Blick auf das Wasser nach Wickendorf.

Erleben Sie eine abwechslungsreiche Radtour durch den südlichen Teil Schwerins und entlang des Schweriner Sees. Ihre Tour beginnt in Schwerin und führt Sie entlang des idyllischen Störkanals, wo Sie von einer vielfältigen Flora und Fauna begleitet werden. Radeln Sie durch die malerischen Störtalwiesen und weiter in das größte Niederungsgebiet Mecklenburg-Vorpommerns, die faszinierende Lewitz.

Die Blaue Acht

Diese längste Seenradtour ist wohl die beliebteste Fahrradtour um Schwerin. Mit einem E-Bike oder als geübter Radfahrer ist die etwa 70 Kilometer lange "Blaue Acht" als Tagestour zu schaffen. Ihr könnt die Tour auch aber auch in kürzere Tagestouren oder in Etappen einteilen.

Die "Blaue Acht" um den Schweriner See ist eine Radtour, die um den Schweriner Außen- und Innensee herumführt. Ihre Gesamtlänge beträgt etwa 65-70 Kilometer - je nach Tourenverlauf.

Von der Touristinformation im Stadtzentrum von Schwerin starten Sie vorbei am Dom in Richtung des Pfaffenteichs und halten sich an Uferpromenade an der rechten Seite des Pfaffenteiches (August Bebel Straße und Spieltordamm) bis zum Übergang über die B104 und folgen der ausgeschilderten Tour T10 vorbei am Ziegelsee, dem Friedensberg und dem Park der Flemingklinik nach Wickendorf.

Folgen Sie der T10 über den Paulsdamm nach Rampe. Hier wechseln Sie auf die T09 (Schweriner Außensee) indem Sie sich nordwärts nach Retgendorf und Flessenow halten. Auf dem Weg über die Döpe wird die Nordspitze des Sees umrundet. Im Naturschutzgebiet Döpe sind die Wege unbefestigt, die Befahrbarkeit, vor allem nach Regenfällen kann erschwert sein.

Wer die Acht vervollständigen möchte, fährt ab Lübstorf über Seehof und Wickendorf und überquert zum zweiten Mal den Paulsdamm, um auf die Ostseite des Schweriner Sees auf die T10 (Schweriner Innensee) zu wechseln. Diese Runde hat noch etwa 33 Kilometer und verläuft über Leezen, Görslow und Raben Steinfeld (Tipp: Landschaftspark mit Panoramablick über den Schweriner See), Mueß (Eis, Restaurant, Freilichtmuseum), Zippendorf (Promenade und Strandbad) wieder zurück nach Schwerin.

Nach einer kleinen Tour durch die Stadt umrundet ihr den Lankower See. Auf der Ostseite des Schweriner Sees ab Raben Steinfeld startet diese Radtour auf den Spuren eines sagenhaften Räubers. Manch - gruselige - Sage wird da erzählt, wo es zahlreiche kleine Seen, Dörfer und Wälder zu entdecken gibt.

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