Im Südosten der Alpen hat sich Slowenien zu einer wahren Radnation entwickelt. Hier erwarten Sie unverbaute Landschaften und erstklassige Bahntrassenradwege. Die vorgestellte Tour bietet jedoch noch mehr: Erleben Sie die beeindruckenden Felswände der Dolomiten und erfahren Sie, wie das Habsburgerreich seinen Zugang zum Meer verlor.
Der Alpe-Adria-Radweg: Ein Radfahrer-Paradies
Viele Radfahrer halten den Alpe-Adria-Radweg für ein echtes Paradies. Dieser beliebte Fernradweg lässt die Herzen höherschlagen. Der Alpe-Adria-Radweg beginnt üblicherweise in Salzburg, aber viele starten im kärntnerischen Villach. Schon die Anreise mit dem Zug ab Salzburg lässt die herrliche Berglandschaft Österreichs erahnen. Die Namen der Städtchen wie Bischofshofen, St. Johann und Bad Gastein wecken die Vorfreude auf die bevorstehende Radtour.
Start in Villach
Das Hotel Mosser in Villach liegt nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt. Dort erwartet Sie ein Eurobike-Leihrad. Eurobike bietet sogar ein Leihrad-Plus an, wie beispielsweise ein mattschwarzes KTM-Modell mit technischen Finessen. Nach einer kurzen Probefahrt steht fest: Dieses Rad braucht einen Namen. Inspiriert von der schnellen schwarzen Mamba, wird das Rad auf den Namen „schwarze Mamba“ getauft.
Nach einem Stadtbummel und einem Besuch im Biergarten des Villacher Brauhauses, der „Drau-Rast“ an der Drau-Promenade, studiert man bei einem kühlen Radler das Roadbook und das umfangreiche Kartenmaterial von Eurobike. Am nächsten Morgen packt man nur ein paar Kleinigkeiten in die Packtaschen der „schwarzen Mamba“, während Eurobike sich um den zuverlässigen Transport des restlichen Gepäcks zum nächsten Hotel kümmert.
Entlang der Drau
Beschwingt und voller Neugier radelt man die Drau entlang. Die ersten 10 km sind aufgrund der flachen Strecke schnell zurückgelegt. Bei Pöckau sollte man den Blick auf den Wasserfall nicht verpassen. Auch die imposante Klosterruine in Arnoldstein ist einen Stopp wert. An der österreichisch-italienischen Staatsgrenze zweigt der Radweg steil nach rechts ab, wo ein hügeligerer Abschnitt beginnt. Belohnt wird man mit einem wunderschönen Abschnitt des Alpe-Adria-Radweges, der zu Pausen einlädt. Der Blick auf das Dorfkirchlein von Coccau ist ein weiteres Fotomotiv. Schließlich erreicht man Tarvisio, das Etappenziel.
Durch das Kanaltal nach Osoppo
Von Tarvisio aus führt die Strecke durch das 23 Kilometer lange Val Canale (Kanaltal). Auf der linken Seite befindet sich das Santuario Monte Lussari. An der Talstation der Seilbahn zur Wallfahrtskirche entdeckt man das Zähltor des Radweges. Mit herrlichen Ausblicken auf die Julischen Alpen und durch zahlreiche Tunnel hindurch geht es auf der Bahntrasse der ehemaligen Pontafel Bahn leicht bergab. Die Tunnel im Kanaltal sind ein besonderes Erlebnis, wobei eine gute Beleuchtung am Rad empfehlenswert ist. An einer eisernen Brücke mit einer Pausenstation erfährt man, dass sich einst die Festung Klausen im Berghang befand. In Venzone angekommen, bewundert man die gut erhaltene Stadtmauer, die nach der Zerstörung durch ein Erdbeben im Jahr 1976 originalgetreu wieder aufgebaut wurde.
Im weiteren Verlauf öffnet sich das Tal, das Landschaftsbild verändert sich, und man riecht schon die Adria. Im Etappenziel Osoppo und im dortigen Hotel Pittis angekommen, liegen fast 72 wunderschöne Radkilometer hinter einem. Ein Besuch der Festung von Osoppo hoch über dem Städtchen lohnt sich, um einen 360-Grad-Blick vom Napoleonsberg zu genießen. In Osoppo empfiehlt sich die Pizzeria Al Cacciatore (Al Forte) gegenüber des Hotels.
Von Osoppo nach Grado
Von Osoppo aus durchquert man eine Art Landschaftspark mit Wildblumenwiesen und Wald. Charmante Ortschaften wie Buja, Treppo Piccolo und Feletto Umberto liegen auf dem Weg. Der Alpe-Adria-Radweg führt durch den Stadtpark von Udine und auf einem separaten Fahrstreifen durch die Stadt. Auf der „Plaza della Liberta“ mitten in Udine befindet sich das Hotel Clocchiatti next, eine alte Villa mit gemütlichen Zimmern und einem Pool. Nach einem Stadtbummel und dem Besuch der Zitadelle mit ihrem Ausblick genießt man im „Al Vapore“ ein Spaten Oktoberfestbier und ein Hähnchen.
Von Udine aus ist der Alpe-Adria-Radweg bestens markiert und führt schnell wieder „aufs Land“. Das erste Highlight ist die sternförmige Festungsstadt Palmanova. Weiter geht es durch typisch italienische Orte wie Strassoldo und Terzo d’Aquileia. In Aquileia angekommen, ist es nicht mehr weit bis zur Adria und zum Etappenziel Grado, das auf einer Halbinsel liegt und über eine vier Kilometer lange Straße durch die Lagune zu erreichen ist. Dort erfreut man sich an der italienischen Bauweise der Stadt und den Booten in der Marina. Im Restaurant Duca d’Aosta genießt man einen leckeren Roten und Gnocchi mit Käse.
Von Grado nach Triest
Die letzte Etappe führt von Grado nach Triest, wobei man zunächst das Naturschutzgebiet Valle Cavanata durchquert und Flamingos in freier Wildbahn beobachten kann. Ein zweites Naturschutzgebiet begeistert mit seiner Artenvielfalt, allerdings auch mit Stechmücken. In Monfalcone endet der ausgebaute Radweg, und man muss auf der Straße weiter radeln. Es geht langsam aber stetig bergauf, bis man die ersehnten Ausblicke auf die Adria genießt. In Triest kann man den empfohlenen Weg über die Promenade aufgrund des Andrangs nicht nehmen. In der „Offcina della Pizza“ findet man einen freien Tisch fürs Abendessen. Nach dem Abendessen schlendert man durch die geschäftigen Gassen und genießt die Stimmung der Großstadt. Beim Sonnenuntergang am Hafen wird einem bewusst, dass die Reise bald zu Ende geht.
Der Parenzana-Radweg: Von Triest entlang der slowenischen Küste
Für alle, die die slowenische Küste mit dem Fahrrad erkunden möchten, bietet sich der Parenzana-Radweg an. Dieser außergewöhnliche Radweg verbindet die slowenischen Küstenorte Koper, Izola und Portorož. Er folgt der Trasse einer alten Eisenbahnstrecke, die 1902 fertiggestellt wurde und die italienische Stadt Triest mit der kroatischen Küstenstadt Porec verband.
Seit 2008 ist diese Strecke zu einem sehr schönen Radweg umfunktioniert worden, der durch die hügelige Landschaft mit ihren Weinbergen führt. Die Strecke ist 37 km lang. Der Radweg weist keine besonderen Schwierigkeiten auf, lediglich zwei steilere Stellen sind zu erklimmen, bei denen man das Rad schieben kann. Als Startpunkt kann man jeden Ort an der Küste auswählen, wie zum Beispiel Koper, Izola, Piran oder Portorož. Der Radweg ist gut ausgeschildert mit blauen Schildern, die D8 anzeigen.
Streckenabschnitte des Parenzana-Radwegs
Ein Teil des Radwegs verläuft eben und direkt am Meer. Hier fährt man auf einem gut gesicherten Radweg neben einer Straße. Zwischen Izola und Koper ist die Straße für Autos gesperrt, sodass Radler, Fußgänger, E-Biker und Skater die Küstenstrecke genießen können. Der Radweg D8 durchquert einen alten, mehr als 500 Meter langen Tunnel.
Um nach Izola zu gelangen, empfiehlt es sich, die Strecke des Parenzana-Radweges ein wenig zu ändern. Vom Stadtzentrum aus folgt man dem Meer bis zum Hafen und steigt dann links hinauf, um wieder auf den Parenzana-Radweg zu gelangen. Durch den Tunnel gelangt man nach Portorož. Nach einem kurzen Stück in Portorož verläuft der Radweg wieder am Meer entlang und führt durch von Salinen geprägte Landschaften.
Empfehlungen für unterwegs
- Cacao in Portorož: Ein Muss wegen seiner gemütlichen Terrasse mit Meeresblick und den niedrigen Eispreisen.
- Thailändisches Restaurant: Es gibt ein gutes thailändisches Restaurant, das nicht allzu teuer ist.
Weitere Routen und Informationen für Radtouren in Slowenien
Für die Planung einer Radreise von Triest nach Graz gibt es viele interessante Routen durch Slowenien. Obwohl es keinen direkten Radweg gibt, bieten sich zahlreiche Nebenstraßen und Routen an, die durch das Land führen. Die Slowenen sind sehr angenehme Leute, und die jüngere Generation spricht oft Englisch.
Routenvorschläge von Triest nach Graz
- Route 1: Triest - Sezana - Dutovlje - Stanjel - Vipava - Col - Cmi vrhad idnjo - Godovic - Kalce - Vrhnika - Brezovica - Ljubljana.
- Route 2: Kamnik - Luce - Solcava - Logarska Dolina - Crna na koroskem - Mezica - Dravograd - Maribor.
Allgemeine Tipps für Radtouren in Slowenien
- Straßennetz: Das slowenische Straßennetz ist gut ausgebaut, und fast alle Straßen sind asphaltiert.
- Verkehr: Einige Hauptachsen sind durch Autobahnen entlastet, aber es gibt mehr Verkehr als noch vor 10 Jahren.
- Übernachtungsmöglichkeiten: In den Bergen und kleineren Ortschaften gibt es Gasthöfe und Ferienzimmer. Es ist ratsam, die Etappen genauer zu planen oder ein Not-Zelt mitzunehmen.
- Wetter: Anfang September ist das Wetter meist gut zum Radeln, aber alles ist möglich.
- Sicherheit: Überfälle sind in Slowenien selten.
- Hunde: Freilaufende Hunde sind normalerweise kein Problem.
Weitere Radrouten in Slowenien
Neben den bereits erwähnten Routen gibt es noch weitere interessante Radwege und -routen in Slowenien, die sich für eine Erkundungstour anbieten:
- Radroute Wien-Triest: Diese Route verbindet fünf faszinierende Städte mit einer langen gemeinsamen Geschichte: Wien, Graz, Maribor, Ljubljana und Triest. Die Tour umfasst hügelige Abschnitte mit einigen anspruchsvollen Anstiegen.
- Alpe-Adria-Radweg (Abschnitt Slowenien): Dieser Abschnitt führt durch eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften und Städten. Von Tarvis geht es über Bled und Ljubljana nach Postojna und Lipizza, bevor man Triest erreicht.
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