Radfahren in Unterfranken: Routen und Erlebnisse

Wenn Bergfreunde „fremd gehen“, steigen sie aufs Fahrrad. Eine Aktivität in der Natur sollte es aber trotzdem sein. Warum also nicht einmal eine Radltour in Unterfranken machen? Bernhard Ziegler hat es mit seinen Kindern ausprobiert.

Für unser Experiment haben wir einfach mal die Richtung gewechselt: sonst zieht es uns immer richtig Süden in die Alpen oder gar über den Brenner, jetzt wollen wir einmal in den Norden Bayerns, nach Unterfranken. Denn diese Gegend bietet oft deutlich sonnigeres und trockeneres Wetter als das restliche Bayern. Zudem ist es hier landschaftlich großartig und man kann wunderbar entlang der Flüsse radeln.

Radfahren entlang des Mains

Zunächst haben wir einen Klassiker ausgewählt und sind auf perfekt ausgeschilderten Radwegen entlang des Mains in die Pedale getreten. Der Radweg ist praktisch durchwegs asphaltiert, es gibt so gut wie keine größeren Steigungen, es läuft super dahin und somit ist diese Route auch für Anfänger gut geeignet.

Der Main-Radweg, mit einer Gesamtlänge von 600 Kilometern, zählt zu den beliebtesten Fernradwegen Deutschlands. Die Strecke durch das Fränkische Weinland führt von Gemünden, vorbei an steilen Weinbergen, nach Würzburg, wo die zum UNESCO Weltkulturerbe erhobene Residenz auf die Radler:innen wartet. Der Wein bleibt zentrales Thema, wenn die Radler:innen durch Kitzingen und viele für ihre Tropfen gerühmten Weinorte wie Sommerach, Nordheim oder Volkach radeln.

Gastliches Unterfranken

Wir hatten nichts gebucht und geplant. Wegen der Kinder waren unsere Tagesetappen sehr moderat (ca. 60 km). Sportliche Fahrer können das locker verdoppeln, doch wir wollten die Strecke und auch die vielen kleinen Ortschaften genießen. Teilweise werden schon am Radweg Fremdenzimmer für Radler angekündigt, dazu eine Handynummer, und so findet man eigentlich immer irgendetwas. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen und haben beispielsweise in Miltenberg im ältesten Gasthaus Deutschlands übernachtet (Zum Riesen) und hervorragend gegessen. Überhaupt ist Miltenberg, aber auch viele andere kleine Städtchen am Main, absolut sehenswert. Die schönen alten Fachwerkhäuser sind wirklich sehr malerisch und etwas für Romantiker.

Schön auch, dass es in Unterfranken richtig gute und teilweise auch preisgünstige Gasthäuser gibt. Freilich ist nicht jeder Gasthof eine Empfehlung wert, aber mit etwas Gespür oder der richtigen Empfehlung bekommt man tolles Essen und dazu großartigen Frankenwein serviert.

Weitere Radwege in Unterfranken

Eigentlich wollten wir einfach am Main entlang radeln, aber dann war da plötzlich die Abzweigung ins Tal der Fränkischen Saale. Wir steigen also in Gemünden samt den Rädern in den Zug und fahren hoch nach Bad Kissingen. Nach einer Übernachtung in diesem alt ehrwürdigen Kurort radeln wir flußabwärts entlang der Saale über Hammelburg zurück nach Gemünden.

Viele der schönsten Radwege im Urlaubsland Franken folgen geschwungenen Flussläufen. Für Entdeckungsreisen bieten sich zahlreiche Fernradwege an, die entlang des Mains, der Tauber, der Saale und durch die Nachbarregionen Spessart, Rhön und Steigerwald verlaufen. Neben Routenbeschreibungen und Vorschlägen für Tagestouren finden Radfahrer:innen hier verschiedene Streckenangaben wie Höhenprofile, maximale Steigungen oder maximale Gefälle der Radstrecken in Stadt und Landkreis Würzburg.

  • Der Wern-Radweg: Ein echter Geheimtipp für aktive Naturliebhaber:innen. Auf 78 Kilometern führt er von der Quelle der Wern bis zur Mündung in den Main bei Gemünden-Wernfeld. Der Wern-Radweg ist eine gute Alternative zum Main-Radweg, natürlich können Sie auch beide Touren bestens miteinander kombinieren. Die gesamte Tour lässt sich bequem in 2 bis 3 Tagen bewältigen; so haben Sie unterwegs ausreichend Zeit für Sehenswertes, Kulturelles und Kulinarisches.
  • Der Main-Tauber-Fränkische Rad-Achter: Historische Gebäude aus der Blütezeit des Barock, typisches Fachwerk, ursprüngliche Natur und vor allem die fränksiche Gastlichkeit mit den berühmten Weinen versprechen abwechlungsreiche Genüsse.
  • Radfahren entlang der Romantischen Straße: Ist wohl die intensivste Art, Deutschlands bekannteste und beliebteste Ferienstraße zu erfahren.
  • Der 2Franken-Radweg: Verbindet über eine rund 100 km lange Strecke die beiden fränkischen Genussmetropolen Würzburg und Bamberg. Die Tour verläuft mit Ausnahme der Ortsdurchfahrten stets auf Fahrradwegen und zu mehr als 90% auf asphaltierten Rad- und Feldwegen. Sie ist einheitlich mit weiß-grünen Wegweisern und dem roten Piktogramm des 2FrankenRadweges markiert.
  • Würzburg-Caen Radroute: Die knapp 1.000 km lange Strecke folgt gut ausgebauten Radwanderwegen, darunter dem Main-Radweg, dem Rheinradweg oder der "Véloroute Vallée du Somme". Die Route setzt sich aus den vier Abschnitten Würzburg-Mainz, Mainz-Aachen, Aachen-Amiens und Amiens-Caen zusammen, die ihrerseits wieder in Tagesetappen aufgeteilt sind.

Bayernnetz für Radler

Mit dem ‚Bayernnetz für Radler’ startete die Oberste Baubehörde 1997 gemeinsam mit der Landesentwicklung ein Projekt zur Schaffung eines bayernweiten Fernradwegenetzes. In Zusammenarbeit mit den Regierungen, Landkreisen und Gemeinden wurde auf der Grundlage bestehender Radwege ein landesweit einheitliches Netz von verkehrssicheren und familiengerechten Fernradwegen erstellt. Hohe Qualitätsstandards machen das Bayernnetz für Radler zusätzlich attraktiv. Es überzeugt durch eine klare, einheitliche Beschilderung und durch die familiengerechte Gestaltung der Radwege und der Infrastruktur.

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