Radfahren auf Korsika: Atemberaubende Landschaften und Herausforderungen

Korsika hat eine ganze Reihe atemberaubender Landschaften zu bieten. Schroffe Berggipfel, Küstenlinien mit wunderschönen Buchten, das vielseitige Binnenland mit pittoresken Dörfern - unter Radfahrern ist Korsika eher noch ein Geheimtipp, obwohl die wilde, ursprüngliche Natur der Insel perfekte Voraussetzungen für den Sport bietet.

Herausforderungen und Kondition

Konditionsstärke ist vor allem beim Radfahren im bergigen Binnenland von Korsika gefragt. Im Zentralmassiv werden Höhenunterschiede von bis zu 1.800 m überwunden. Eins solltet ihr jedoch definitiv mitbringen: eine gute Kondition. Denn Strecken ohne Steigung werdet ihr hier kaum finden.

Zu den anspruchsvollsten Radtouren Korsikas gehört das Befahren der Passstraßen Col de Bavella und Col de Battaglia.

Panoramatouren und Küstenstraßen

Zu den schönsten Panoramatouren zum Radfahren auf Korsika gehört eine Umrundung der Halbinsel Cap Corse im Norden der Mittelmeerinsel. Sie radeln immer an der Küste entlang und passieren malerische Fischerdörfer wie Patrimonio, Macinaggio und Erbalunga.

Ambitionierte Radfahrer dürfen sich nicht eine Radtour auf der Küstenstraße am Golf von Porto entgehen lassen. Ein weiteres Highlight auf dem GT 20: die spektakuläre Küstenstrecke zwischen Porto und Calvi. Der rote Fels, das in unterschiedlichen Türkistönen schimmernde Meer, weiße Strände und grüne Macchia sind typisch für die UNESCO-Welterbe-Region rund um den Golf von Porto.

Auch diese Route ist eine wunderschöne Panoramatour, die Buchten von Calvi, Arinella, Sant’Ambrogio, Algajola und Ile Rousse immer zu deiner Linken und der Blick auf die korsische Bergwelt zu deiner Rechten.

Radtouren für Einsteiger

Für Einsteiger ist eine Radtour durch die Bergdörfer der Balagne geeignet. Zwar müssen Sie unterwegs kleinere Steigungen überwinden, doch der fantastische Ausblick auf die Küstenregion und die ländliche Stille in den kleinen Festungsdörfern entschädigt für die Anstrengungen.

Diese Region im Nordwesten erstreckt sich von Calvi bis Ile Rousse, landeinwärts wartet die hügelige Landschaft mit malerischen, verträumten Dörfchen wie Pigna, Sant Antonino und Calenzana auf Sie. Was gibt es Schöneres, als auf zwei Rädern den Duft der korsischen Macchia, die Frühlingssonne und die Gischt der nahen Brandung zu inhalieren?

Mountainbiken auf Korsika

Mountainbiken auf Korsika ist ein großes Abenteuer. Abseits der touristischen Pfade quälen Sie sich im Zentralmassiv über steinige Hirtenpfade bis in die baumlosen Gipfelregionen oberhalb von 2.000 m hinauf. Sie passieren tiefe Wälder mit uralten Schwarzkiefern und Steineichen und rasten auf blumenübersäten Hochplateaus, auf denen es nach wilder Myrte, Rosmarin und Thymian duftet.

Der felsige Untergrund stellt in den Bergregionen Korsikas hohe Ansprüche an das fahrerische Können. Ausgebaute Routen gibt es nur wenige. Meist führen die Mountainbike-Routen durch unwegsames Gelände mit riesigen Felsblöcken und urwaldähnlichen Gebieten.

Mountainbike-Regionen

  • Eine populäre Mountainbike-Region auf der französischen Mittelmeerinsel ist das Bavella-Massiv zwischen Porto-Veccio und Zonza. Die Ortschaft L'Ospedale liegt an der Passstraße Col de Bavella, die die Bergregion zerschneidet und dient als Ausgangspunkt für Bike-Ausflüge. Reizvolle Ziele sind der Schwarzkiefernwald und ein Stausee, der eingebettet in eine naturbelassene Berglandschaft liegt.
  • Ein Paradies für Mountainbiker ist die menschenleere Küstenregion Desert des Agriates bei Saint-Florent im Nordwesten der Insel. In dem wüstenähnlichen Gebiet laden einsame Sandstrände zu einer Abkühlung ein.
  • Abenteuer und Spannung versprechen auch Ausflüge in die Kastanienwälder der Castagniccia. Die Bergregion gehört zu den wenigen Gebieten auf Korsika mit markierten Mountainbike-Strecken.

Ausrüstung und Reisezeit

Eine Radwanderkarte sollten Sie unbedingt mitführen, wenn Radausflüge oder Mountainbike-Touren auf Ihrem Urlaubsprogramm stehen. Um im teils unwegsamen Gelände nicht vom Weg abzukommen, hat sich der Einsatz von Kartenmaterial speziell für Radwanderer bewährt.

Die beste Reisezeit für Rad-Touren im Hochgebirge liegt in den Sommermonaten. Zwar ist es im Juli und August an den Küsten drückend heiß, doch oberhalb von 1.500 m erreichen die Temperaturen angenehme Werte. Darüber hinaus ist die Gefahr im Hochsommer geringer, auf den einsamen Strecken von einem Regenguss überrascht zu werden.

Im Frühjahr müssen Sie sich auf große Temperaturunterschiede zwischen der Küste und den Bergregionen einstellen. Während sich an den Stränden bereits die ersten Badegäste bräunen, halten sich im Hochgebirge hartnäckig die letzten Schneereste.

Rundtour um Korsika: Ein Erfahrungsbericht

Dieser Reisebericht stammt von Mario Hörmann, der Korsika mit dem Rad umrundet hat. Die gefahrene Strecke ist durchwegs von ihm aufgezeichnet und entspricht seiner gefahrenen Tour. Die GPS-Tracks sind alle korrigiert, was die Höhenabweichungen betrifft.

Übersicht der Radtour um Korsika

Etappe Strecke Kilometer Höhenmeter
1. Etappe Bastia - St-Florent 90 km 1240
2. Etappe St-Florent - Calvi 85 km 1200
3. Etappe Calvi - Partinello 72 km 920
4. Etappe Partinello - Sagone 56 km 880
5. Etappe Sagone - Porto-Pollo 104 km 1440
6. Etappe Porto-Pollo - Bonifacio 85 km 1160
8. Etappe Col de Bavella-Runde 107 km 1960
7. Etappe Bonifacio - Tarco 95 km 900
9. Etappe Tarco - Ghisonaccia 80 km 900
10. Etappe Ghisonaccia - Corte 70 km 550
11. Etappe Corte - Etang de Biguglia 75 km 350
12. Etappe Etang de Biguglia - Lavasina - Bastia 40 km 270
Total 962 km 11'800

Die Straßen auf Korsika sind eigentlich so gut wie nie eben, es geht immer leicht bergauf und bergab. Die Steigungen auf der ganzen Runde waren alle durchwegs mit Gepäck gut zu fahren. Im Schnitt würde ich sagen, dass wir meistens Steigungen um die 4-8% hatten.

Mitte bis Ende Mai ist die optimale Reisezeit für eine Radtour auf Korsika. Das Wetter war meistens schön, Temperaturen um die 22 Grad. Die Landschaft ist noch grün, die Macchia blüht und duftet wunderbar. Außerdem ist wenig Verkehr und sehr wenig los auf Campingplätzen und in den Hotels, Appartements und Pensionen.

Mit Deutsch und Englisch kommt man, außer in größeren Hotels, nicht weit. Französisch oder Italienisch Kenntnisse wären optimal.

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