Radfahren auf Mallorca im Februar: Ein umfassender Erfahrungsbericht

Mallorca, die größte Baleareninsel, ist nicht nur für Sonne und Meer bekannt, sondern auch für ihre abwechslungsreiche Landschaft, die sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden lässt. Ob mit dem eigenen Rad oder einem Mietfahrrad, die Insel bietet zahlreiche Routen für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel.

Warum Mallorca im Februar zum Radfahren?

Die Radsaison auf Mallorca beginnt schon früh im Jahr. Bereits Ende Januar taucht die Mandelblüte die Insel in ein blaues Farbenmeer und macht das Radeln zum Erlebnis. Nach Beginn der Mandelblüte Ende Januar locken oft schon Februar und März mit warmen Sonnenstrahlen, die Tage sind ausreichend lang.

Das ist die Zeit, in der die Profis unter den Rennradfahrern ihre Radsaison mit einem Training auf der Insel einläuten.

Einer unserer Lieblingsmonate zum Radfahren auf Mallorca ist der Februar. Das Wetter ist typischerweise trocken, es gibt wenig Wind und es ist extrem mild; es gibt keinen Verkehr, nur Fahrräder auf den Straßen. Auf dem Land zeigen sich die ersten Landschaften, blühende Blumen und Mandelbäume.

Es gibt ein ausgedehntes Netz großartiger Straßen mit wenig Verkehr, Routen mit herrlichem Meerblick und Routen, die leicht ins Hochland nordwestlich von Palma führen, für diejenigen, die im Süden der Insel noch nicht viel geradelt sind. Es ist ein Paradies für Radfahrer!

Vorbereitung und Ausrüstung

Bevor Sie sich auf den Sattel schwingen, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:

Anreise mit dem Fahrrad

Die meisten Fluggesellschaften sind auf die Mitnahme von Fahrrädern vorbereitet. Das Fahrrad muss in einer Fahrradtasche oder in einem Karton sicher verpackt sein. Der Lenker sollte eingeklappt, die Pedale demontiert und die Luft aus den Reifen gelassen sein.

Man sollte jedoch sein Fahrrad bei der Fluggesellschaft direkt anmelden oder über das Reisebüro bei der Buchung anmelden lassen. Für die Mitnahme als Sondergepäck ist mit zusätzlichen Kosten von ca. 50 Euro zu rechnen. Achtung: E-Bikes werden meist nicht mitgenommen.

Sollte - trotz größter Sorgfalt - das Fahrrad nicht ankommen oder beschädigt sein, dann müssen etwaige Ansprüche noch im Zollbereich beim „Lost and Found“-Schalter angemeldet werden. Wichtig für die Regulierung sowohl bei verlorenen als auch bei beschädigtem Gepäck ist der Gepäckschein, der nach dem Einchecken vorn oder hinten ins Ticket eingeklebt wird.

Mietrad oder eigener Drahtesel?

Wer nicht sein eigenes Fahrrad mitnehmen möchte, findet auf Mallorca zahlreiche seriöse Anbieter, die qualitativ hochwertige Räder vermieten. Je nach Anspruch stehen vom klassischen Tourenrad bis zum Rennrad oder Mountainbike die unterschiedlichsten Modelle zur Auswahl. Auch E-Bikes können ausgeliehen werden.

Wer ein spezielles Fahrrad haben möchte, kann dieses auch rechtzeitig vor Antritt der Reise buchen.Die Preise varriieren je nach Modell und Anbieter zwischen 70 und 170 Euro pro Woche. Ein Preisvergleich lohnt sich. Viele Fahrradvermieter auf Mallorca bieten auch geführte Touren an.

Notwendiges Zubehör

Wer alleine mit seinem Drahtesel unterwegs ist, sollte folgendes Fahrradzubehör dabei haben:

  • mindestens zwei Ersatzschläuche
  • Fahrradöl
  • Flickzeug
  • Luftpumpe
  • Zahnkranzabzieher
  • Schraubendreher und Inbusschlüssel
  • Ersatzbremsgummis
  • Ventile und Ventilgummis
  • Aufrauer
  • Lappen
  • Vulkanisierungsmittel

Die Fahrrad- und Autowerkstätten auf Mallorca helfen bei Pannen häufig sehr unkompliziert weiter.

Die richtige Kleidung

Am besten geeignet ist moderne Funktionskleidung - von der Unterwäsche bis zur Jacke; Kopfbedeckung gegen den starken Sonnenschein gehört ebenfalls in das Gepäck. Eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert.

Bei Fahrten ins Tramuntana-Gebirge ist eine Jacke selbst im Sommer ratsam, da dort ein frischer, kühler Wind herrschen kann. Auch gegen Regen sollte man im Frühjahr, Herbst und Winter geschützt sein. Eine fahrradtaugliche Sonnenbrille und ein Fahrradhelm sind ebenfalls wichtige Utensilien. Letzterer ist mittlerweile in Spanien sogar Pflicht!

Kartenmaterial

Gutes Kartenmaterial ist gerade bei einer Radtour auf Mallorca sehr zu empfehlen. Wer ein GPS-Gerät nutzt, kann sich bei zahlreichen Anbietern im Internet teils kostenfreies Kartenmaterial (GPS-Tracks) herunterladen.

Geeignete Karten sind die Kompass-Karten oder auch die Bikeline Radkarten Mallorca vom Verlag Esterbauer.

Klima und beste Reisezeit

Die Radsaison beginnt auf Mallorca schon früh im Jahr: Bereits Ende Januar taucht die Mandelblüte die Insel in ein blaues Farbenmeer und macht das Radeln zum Erlebnis. Bis in den November und Dezember hinein lockt dann das angenehm milde Klima Tourenradler, Rennradfahrer und Mountainbiker auf ihre Räder.

Frühjahr, Herbst und Winter empfehlen sich besonders für einen Urlaub mit dem Rad. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 17 bis 23 °C. Wer jedoch früh morgens startet und eine längere Siesta einlegt, kann auch in dieser Zeit das Radfahren genießen.

Auch im September kann es noch sehr heiß sein. In diesem Monat muss man jedoch auch mit einem plötzlichen Kälteeinbruch, der „Gota Fría“, rechnen. Er kommt mit Gewittern und Unwettern, und das Rad muss dann vielleicht ein paar Tage ungenutzt bleiben.

Das ganze Jahr über ist Regen auf Mallorca jedoch selten vergleichbar mit den Regentagen, wie wir sie aus Deutschland kennen. Meist gießt es heftig und kurz, und die Sonne kommt schnell wieder hervor. Auch im Winter hat es selten mehr als sieben Regentage im Monat. Im Oktober, November und Dezember sind milde Wetterperioden geradezu ideal zum Radeln.

Allerdings kann es in dieser Jahreszeit auch schon kühl werden. Der Schnee, der in der Sierra de Traumuntana fällt, bleibt zwar nicht lange liegen, doch eine Jacke sollte man in diesen Monaten immer dabei haben. Das ist die Zeit, in der die Profis unter den Rennradfahrern ihre Radsaison mit einem Training auf der Insel einläuten.

Schön sind die Frühjahrsmonate, wenn das Grün der Wiesen und Felder, der Bäume und Gräser frisch ist und die Straßen und Wege der Insel noch nicht so staubig sind wie Ende Juli und im August, wenn der Sommer die Insel fest im Griff hat.

Klimatabelle für Mallorca

MonatTages-Temperaturen in °CNacht-Temperaturen in °CWassertemperaturen in °CNiederschläge Tage/Monattägl. Sonnenstunden
Januar14061465
Februar15061366
März17071466
April19091547
Mai231317410
Juni271621210
Juli291924111
August301925211
September27182458
Oktober23142166
November18101875
Dezember15071575

Straßenverhältnisse und Verkehrsregeln

Mallorca verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Die meisten Straßen sind schmal und von Steinmauern eingefasst, der Autoverkehr ist gering bis mäßig. Dennoch ist vor allem in engen Kurven zur Vorsicht geraten. Viele Autofahrer fahren hier wie anderswo auch einfach zu schnell.

Auch aus diesem Grund müssen - so schreiben es die mallorquinischen Behörden vor - Radfahrer in der Gruppe bei engen Straßenverhältnissen hintereinander fahren. Ansonsten sind zwei Radfahrer nebeneinander erlaubt.

Weitere Verkehrsregeln für Radfahrer:

  • Helmpflicht
  • Kolonnenfahren in der Gruppe bei engen Straßenverhältnissen
  • Sobald die Fahrradbeleuchtung eingeschaltet - zwingend zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang - müssen Radfahrer reflektierende Kleidung tragen.
  • Der Promillegrenzwert liegt auch für Radler bei 0,5.
  • Werden Kinder transportiert, müssen diese in einem speziellen Kindersitz sitzen.
  • Radwege müssen immer genutzt werden. Sind keine vorhanden, dürfen Radfahrer auch auf dem Bürgersteig - allerdings nur mit gedrosselter Geschwindigkeit - fahren.

Routenempfehlungen für Radfahrer

Mallorca bietet eine Vielzahl von Routen für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel. Hier sind einige Empfehlungen:

  • Sa Calobra: Eine anspruchsvolle Strecke, die sich zwischen den Bergen hindurchschlängelt und eine gute Kondition erfordert.
  • Strandpromenade von Palma: Eine wunderschöne Route, die im Parc del Mar beginnt und zum Coll d’en Rabassa führt - einem besonderen Naturschutzgebiet. Diese Strecke ist auch für eine Reise mit Kindern gut geeignet.
  • Sóller auf den Puig Major: Der Puig Major ist mit 1.445 Metern der höchste Berg der Insel. Den Gipfel kann man nicht erklimmen, da es sich um militärisches Sperrgebiet handelt. Ein Radweg, der nah an den Gipfel heranführt, ist jedoch ein herausforderndes Vergnügen für erfahrene Radfahrer.
  • Alcúdia-Cap Formentor: Diese Tour ist ein Klassiker und bietet einen kompletten Eindruck der Nordostküste Mallorcas.
  • Magaluf zum Cap de Cala Figuera und Santa Ponça: Diese Tour ist ideal, wenn man auf Mallorca Radtouren sucht, die als mittelschwer eingestuft werden.

Weitere Tipps für den Radurlaub auf Mallorca

  • Kondition: Ein wenig Kondition sollte man schon mitbringen, wenn man auf Mallorca aufs Fahrrad steigt. Eine Ausnahme sind die Strecken im Traumuntana-Gebirge, die einiges an Kondition erfordern.
  • Sprache: Auf Mallorca wird „catalán“, d.h. Katalanisch gesprochen. Im Zuge einer konsequenten Durchsetzung und Umsetzung der Sprache auch im Alltag sind die meisten Orts- und Straßennamen durch die katalanischen ersetzt worden.
  • Notrufnummern:
    • Notruf (Feuerwehr, Krankenwagen, Polizei): 112
    • Guardia Civil: 062
    • Lokale Polizei: 092
    • Ambulanz: 061

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