Wenn Sie unter einem unangenehmen Spannungsgefühl in Verbindung mit Schmerzen in der Kniekehle leiden, könnte das ein Hinweis auf eine Bakerzyste sein. Die Bakerzyste im Kniegelenk entsteht durch eine vermehrte Ansammlung von Kniegelenksflüssigkeit. Der Körper produziert dann mehr Kniegelenksflüssigkeit, um weiteren Schäden vorzubeugen.
Die Baker-Zyste, die übrigens nach ihrem Entdecker, dem britischen Arzt William Baker benannt ist, ist kein Fremdkörper. Sie ist oft das Resultat einseitiger Bewegungsabläufe im Alltag und vom ständigen Sitzen. Dies führt zu hohen Spannungen der Muskeln und Faszien rund ums Kniegelenk. Nicht selten geht mit einer Bakerzyste daher eine degenerative Erkrankung einher.
Unsere Frankfurter Experten von Lumedis haben sich auf die Therapie von Bakerzysten im Kniebereich spezialisiert und können Ihnen so eine ausführliche Diagnostik anbieten, um Ihnen im Anschluss individuell an Sie angepasste Übungen zu erläutern. Gerne beraten Sie unsere Spezialisten persönlich während ihrer Sprechzeiten.
Was ist eine Bakerzyste?
Die Bakerzyste, auch Poplitealzyste genannt, ist eine flüssigkeitsgefüllte Ausstülpung im Bereich der Kniekehle. Sie entsteht, wenn sich vermehrt Gelenkflüssigkeit im Kniegelenk ansammelt und durch eine Schwachstelle in der Gelenkkapsel nach außen drückt.
Die Bakerzyste ist eine Ausstülpung der Gelenkkapsel des Kniegelenks, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt ist. Da sie in der Kniekehle auftritt, wird sie auch als Poplitealzyste bezeichnet. Die Bakerzyste ist keine eigenständige Erkrankung, sondern meist Symptom einer anderen Knieerkrankung.
Ursachen
Die Ursache einer Bakerzyste liegt häufig in einer anderen Erkrankung des Kniegelenks. Die häufigsten Auslöser sind:
- Arthritis: Insbesondere rheumatoide Arthritis oder Osteoarthritis können zu einer Überproduktion von Gelenkflüssigkeit führen.
- Meniskusschäden: Verletzungen oder degenerative Veränderungen des Meniskus führen häufig zur Bildung einer Bakerzyste.
- Knorpelschäden: Auch Schädigungen des Gelenkknorpels, z.B. durch Arthrose, können die Zystenbildung begünstigen.
- Gelenkentzündungen: Entzündungen im Kniegelenk, wie sie z.B. bei Gicht auftreten, können ebenfalls die Entstehung einer Bakerzyste fördern.
Die Zyste bildet sich meistens als Folge einer anderen Gelenkerkrankung wie beispielsweise einer Kniegelenksarthrose oder aufgrund einer Verletzung im Kniebereich. Die Zyste entsteht häufig, wenn das Kniegelenk bereits durch einen Knorpelschaden oder Arthrose geschädigt ist.
Gemeinsam ist diesen Grunderkrankungen, dass sie Entzündungsvorgänge im Kniegelenk anschieben, die mit einer gesteigerten Produktion von Gelenkflüssigkeit einhergehen. Das Risiko einer Bakerzyste steigt mit dem Alter, da viele Gelenkerkrankungen des Kniegelenks erst mit fortgeschrittenem Lebensalter auftreten.
Symptome
Oft bleibt eine Bakerzyste lange Zeit unbemerkt, da sie keine oder nur sehr geringe Beschwerden verursacht. Treten Symptome auf, äußern sie sich meist wie folgt:
- Schwellung: Eine spür- und sichtbare Schwellung in der Kniekehle ist das Hauptsymptom.
- Schmerzen: Viele Betroffene klagen über Schmerzen in der Kniekehle, die bis in die Wade ausstrahlen können.
- Bewegungseinschränkung: Eine größere Zyste kann die Beweglichkeit des Knies einschränken, insbesondere beim Beugen des Gelenks (z.B. beim Sitzen, Fahrrad fahren, etc.).
- Spannungsgefühl: Durch die Schwellung entsteht oft ein unangenehmes Spannungsgefühl in der Kniekehle.
Viele Patientinnen und Patienten mit einer Bakerzyste klagen über stechende Knieschmerzen und ein starkes Druckgefühl im Bereich der Kniekehle. Werden die Beschwerden schlimmer, wenn das Gelenk des Knies voll gestreckt oder stark gebeugt ist, kann dies auf eine Bakerzyste hinweisen.
Einige Patienten beschreiben die Bakerzyste wie ein Kissen, das in der Kniekehle liegt und diese blockiert. Viele Betroffene leiden zudem unter Schmerzen im Knie oder in der Kniekehle (popliteale Schmerzen), die jedoch nicht zwingend der Bakerzyste zugeschrieben werden müssen, sondern in den meisten Fällen durch die zugrundeliegende Erkrankung verursacht werden.
Achtung: Bei sehr großen Aussackungen oder Schwellungen können die Schmerzen bis in die Wadenmuskulatur ausstrahlen, die Wade anschwellen oder Taubheitsgefühle und Lähmungen oberhalb des Knies auslösen.
Diagnose
Um eine Baker-Zyste zweifelsfrei nachzuweisen und deren Ursache zu finden, führt der behandelnde Mediziner zunächst eine gründliche Befragung zur Krankengeschichte und zu aktuellen Symptome durch (Anamnese). Danach untersucht er das erkrankte Knie, um gerötete oder geschwollene Stellen aufzuspüren. Außerdem bittet er die betreffende Person, ein paar Schritte zu gehen, um das Gangbild zu überprüfen.
Ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist der Beugetest. Zu diesem Zweck muss sich die betreffende Person auf den Rücken oder Bauch legen. Während der Arzt das Knie streckt und beugt, tastet er gleichzeitig die Kniekehle ab. Handelt es sich um eine Baker-Zyste, kann er die Schwellung bei gestrecktem Bein deutlich erfühlen. Um die genaue Ursache der Baker-Zyste zu ermitteln, kann es sinnvoll sein, zusätzlich ein bildgebendes Verfahren anzuwenden wie einen Ultraschall (Sonografie), eine Kernspintomografie (MRT) oder Röntgen.
Behandlungsmöglichkeiten
Für Bakerzysten gibt es viele Möglichkeiten der Therapie und Behandlung. In den meisten Fällen wird aber keine kausale Behandlung (Therapie der Ursachen) angewandt, sondern eine symptomatische Behandlung (Therapie der Symptome). Solche Behandlungsmethoden sind aus unserer Sicht aber wenig hilfreich, denn sie beseitigen zwar die Schmerzen, aber nicht die Ursachen. Besonders beliebt sind operative Eingriffe wie die sogenannte Punktion.
Die Behandlung einer Bakerzyste hängt in erster Linie von der zugrunde liegenden Ursache ab. Eine gründliche Diagnostik (z.B. klinische Untersuchung, Röntgen, MRT, Sonographie) ist daher entscheidend, um die richtige Therapie einleiten zu können.
In erster Linie ist es wichtig, die Grunderkrankung zu behandeln, die zur Entstehung der Bakerzyste geführt hat. Die Symptome der Bakerzyste lassen sich in der Regel durch konservative Maßnahmen wie Schonung, Bandagen sowie Kälte- oder Wärmeanwendungen lindern. Die Therapie sollte sich an der Grunderkrankung orientieren und Maßnahmen bevorzugen, die der Patient als angenehm empfindet.
Konservative Therapie
Bei kleineren Zysten und geringen Beschwerden kann eine konservative Behandlung ausreichend sein. Dazu gehört neben schmerzstillenden Medikamenten auch Krankengymnastik, die gezielte Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und Entlastung des Kniegelenks sowie entzündungshemmende Maßnahmen (z.B. Eispackungen) umfasst.
Kompressionsverbände sowie Wickel mit schmerzstillenden Salben tragen ebenso dazu bei, die Beschwerden zu lindern. Je nachdem, wie gut die Betroffenen diese Reize tolerieren, tun auch Wärme und Kälte gut. Als hilfreich hat sich auch eine gezielte Physiotherapie erwiesen. Das Rezept dafür stellt der Arzt aus.
Punktion
Bei der Punktion wird eine spitze Nadel in die Bakerzyste getrieben, um die Gelenkflüssigkeit und Gelenkschmiere aus der Zyste zu ziehen. In manchen Fällen kann die Zyste durch eine Punktion entleert werden. Dabei wird die überschüssige Flüssigkeit mit einer Nadel aus der Zyste entfernt. Diese Methode lindert die Beschwerden oft rasch, die Zyste kann sich aber wieder füllen, wenn die Grunderkrankung nicht behandelt wird.
Operative Entfernung
Ist die Zyste sehr groß oder verursacht sie starke Beschwerden (z.B. wenn ein Nerv oder ein Gefäß komprimiert wird), kommt eine operative Entfernung in Frage. Dabei wird die Zyste vollständig entfernt und gegebenenfalls auch die Ursache, z.B. ein Meniskusschaden, mitbehandelt.
Zeigt die konservative Therapie keinen Erfolg, kommt eine operative Behandlung der Bakerzyste infrage. Die Operation erfolgt in der Regel arthroskopisch, also über minimale Hautschnitte. Dabei führt der Operateur das Arthroskop unterhalb des hinteren Kreuzbandes ins Kniegelenk ein. Nun vergrößert er zunächst das Zystenventil und entfernt dann die innere Wand der Zyste. Wichtig für den Erfolg der Operation ist es, die zugrundeliegende Erkrankung, die zur Bakerzyste geführt hat, mitzubehandeln.
Radfahren und Bewegung bei Bakerzyste
Allgemein ist Bewegung bei Bakerzyste gut. Radfahren zählt zu den schonenden Ausdauersportarten und bietet bei einer Bakerzyste im Kniebereich mehrere Vorteile. Aus der Erfahrung der Spezialisten von Lumedis ist vor allem die geringe Stoßbelastung für das Kniegelenk entscheidend. Beim Radfahren werden die Gelenkflächen kontinuierlich, aber ohne starkes Körpergewicht auf kleinem Raum zu konzentrieren, bewegt. Darüber hinaus regt die kontinuierliche Tretbewegung die Gelenkflüssigkeit an, vermehrt Nährstoffe ins Gelenk zu transportieren, und hilft beim Abbau entzündlicher Prozesse. Dies verbessert die Durchblutung des umgebenden Gewebes und stabilisiert langfristig die Kniegelenkstrukturen. Eine gut ausgebildete Beinmuskulatur entlastet zudem die Hinterseite des Knies, an der sich die Bakerzyste befindet, und kann dadurch den Druck in diesem Bereich reduzieren.
Sanfte Bewegungen wie beim Yoga, Radfahren oder Schwimmen verbessern die Beweglichkeit des Kniegelenks. Sportarten mit ruckartigen Bewegungen oder starken Belastungen für das Kniegelenk sollten Sie vermeiden, da diese die Beschwerden verschlimmern können.
Wichtig ist, dass das betroffene Knie niemals unter starker Belastung stehen sollte. Eine besonders gelenkschonende Art, das Knie zu bewegen, ist die Pendelübung. Dabei sitzt man auf einer stabilen Tischoberfläche o. Ä. Zu vermeiden sind starke Belastungen, ruckartige Bewegungen und starke Überdehnung - kurzum, alles, was das klinische Bild verschlechtern könnte.
Geeignete Übungen bei Bakerzyste
Spezielle Übungen können helfen, die Schmerzen, die durch eine Bakerzyste entstehen, zu lindern. Und das beste daran ist, dass Sie die Übungen jederzeit von zu Hause aus durchführen können. Die Durchführung nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, kann aber zu einer sofortigen Schmerzlinderung beitragen. Sie sollten knieentlastende Übungen wählen, die den Druckschmerz im Knie nicht noch zusätzlich verstärken. Am ehesten empfiehlt sich bei der Auswahl der Übungen eine Kombination aus unterschiedlichen Anforderungsbereichen zusammenzustellen.
Konkret heißt das, leichte Bewegungsübungen mit anschließender Dehnung zu kombinieren. Abschließend können Sie dem schmerzenden Knie noch eine Massage gönnen, indem Sie sich beispielsweise eine Faszienrolle zur Hilfe nehmen. Übungen mit der Blackroll® bzw. Faszienrolle eignen sich zur Mobilisation der knieumgebenden Strukturen, um somit Druck auf das Kniegelenk zu mindern. Auch die Dehnübungen zielen darauf ab das Knie zu entlasten.
Reduzieren Sie die muskulär-faszialen Spannungen rund um dein Knie mit den folgenden Übungen. Jede Dehnung kannst du auch ohne unser Hilfsmittel, den Knieretter, durchführen.
Dehnübungen für Wade und Kniekehle
- Erhöhte Spannungen in der Wade können bis in die Kniekehle ziehen und einen Einfluss auf Schmerzen bei einer Bakerzyste haben.
- Mache einen Ausfallschritt, so dass dein rechtes Bein weiter hinten steht als das linke.
- Drücke nun für 10 Sekunden mit dem vorderen Teil deines Fußes fest in den Knieretter oder in den Boden.
- Übungsdauer: ca. 2 Min.
- Versuche die Beine dabei gestreckt zu lassen und stelle den Knieretter in gewünschter Höhe wieder unter deinen rechten Fuß.
- Drücke mit dem vorderen Teil deines Fußes feste nach unten gegen den Knieretter oder gegen den Boden.
- Insgesamt bleibst du etwa 2 Minuten in der Dehnung.
Dehnübung mit Übungs-Schlaufe
- Für diese Übung kannst du die Übungs-Schlaufe und den Knieretter von Liebscher & Bracht verwenden. Alternativ ist auch ein Gürtel geeignet.
- Lege dich dann auf den Bauch und winkle dein rechtes Bein an.
- Achte bei der Übung darauf, dass die rechte Leiste stets nach unten in Richtung Matte drückt.
- Übungsdauer: ca. 2 Min.
Was Sie vermeiden sollten
Jegliche Übungen, die das geschädigte Knie zusätzlich belasten, sind für Sie, wenn Sie unter einer Bakerzyste leiden, tabu. Sie ist der Ausdruck einer Entzündungsreaktion und sollte sich durch Schonung wieder von alleine zurück bilden.
Wie Lumedis helfen kann
Lumedis entwickelt für jeden individuellen Fall einen spezifischen Trainingsplan. Leider hat jede Bakerzyste individuelle Ursachen, die bei der Wahl der Übungen berücksichtig werden müssen. Daher können hier nur begrenzt Trainingsübungen empfohlen werden. Gerne stellen die Frankfurter Kniespezialisten von Lumedis Ihren individuellen Trainingsplan mit den besten Übungen zusammen.
Ganganalyse
Durch eine Ganganalyse können die Spezialisten von Lumedis effektiv beurteilen, welche Behandlung die "Beste" ist. Während der Untersuchung werden Daten verschiedener Bewegungsabfolgen erhoben und beurteilt.
EMG
Mithilfe der Elektromyographie (EMG) als diagnostisches Messverfahren kann die Muskelfunktion unkompliziert und schnell beurteilt werden. Dadurch, dass zur Messung nur oberflächliche Hutelektroden verwendet werden, kann die Muskelaktivität sogar in Bewegung aufgezeichnet und anschließend analysiert werden. Das ermöglicht eine Live-Visualisierung von schmerzhaften Muskelverspannungen und somit ein direktes Eingreifen in die Fehlhaltung.
Weitere Tipps
- Vermeiden Sie starke Belastungen des Knies.
- Kühlen Sie das Knie regelmäßig.
- Dehnen Sie die Muskulatur.
- Wählen Sie gelenkschonende Sportarten.
Zusammenfassung
Eine Bakerzyste kann unangenehme Symptome verursachen und die Beweglichkeit stark einschränken. Um eine dauerhafte Besserung zu erzielen, ist es wichtig, die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Im Therapiewerk in Stuttgart West stehen Ihnen erfahrene Physiotherapeuten zur Seite, die Ihnen individuelle Therapieansätze anbieten.
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