Radfahren mit gebrochenem Zeh: Was Sie beachten sollten

Ein gebrochener Zeh kann schmerzhaft sein und die Bewegungsfreiheit einschränken. Die häufigste Ursache für gebrochene Zehen sind sogenannte Anpralltraumen. Hier kommt es zum Beispiel durch übersehen von Türkanten, Stuhl- oder Tischbeinen zum Anstoßen des Vorfußes aus der geschwungenen Bewegung heraus und es kann ein Knochenbruch resultieren. Aber auch bei bestimmten Sportarten, wie beispielsweise Fußball treten gebrochene Zehen als häufige Verletzungsfolge auf. Was ist aber zu beachten, wenn man trotz eines gebrochenen Zehs nicht auf das Radfahren verzichten möchte?

Symptome und Diagnose

Es gibt eine Reihe von Hinweisen, die nach einem Trauma darauf hindeuten können, dass die Zehe gebrochen ist. Nach einem Anpralltrauma, das z.B. durch Stoß gegen ein übersehenes Tisch- oder Stuhlbein ausgelöst sein kann kommt es oft zur sofortigen schmerzhaften Schwellung eines oder mehrerer Zehen oder des gesamten Vorfußes. Wenn es zusätzlich zur Blaufärbung kommt, handelt es sich um eine Einblutung (Hämatom) ins umliegende Gewebe, weil ein Blutgefäß oder Band verletzt wurde. Um die Schwellung möglichst zu begrenzen sind sofortiges Kühlen und Hochlagern effektive Erstmaßnahmen. Nach einem Anpralltrauma kommt es meist sofort zu starken, einschießenden Schmerzen in den betroffenen Zehen. Diese Schmerzen werden dann in Ruhe von einem dumpfen Schmerz abgelöst, der aufgrund er Schwellung vorherrscht. Wird die gebrochene, unbehandelte Zehe dann wieder belastet, kommt es erneut zum stechenden Schmerz. In der Regel erlöschen die Schmerzen während der Behandlung innerhalb weniger Tage. In der Anfangsphase ist ein klopfender Schmerz typisch, der durch den Pulsschlag ausgelöst wird.

Häufig ist es nicht gerade einfach, nach einem Trauma zu unterscheiden, ob die schmerzende, geschwollene Zehe gebrochen ist, oder eine Verstauchung vorliegt. Diese beiden Krankheitsbilder ähneln sich in vielen Punkten. Beide werden in der Regel durch ein Anpralltrauma ausgelöst und bei beiden ist aufgrund ihrer Randlage meist die kleine Zehe betroffen. Unabhängig von der Verletzung sollten nach dem Trauma so schnell wie möglich Schonung, Kühlung und Hochlagern eingeleitet werden. Sowohl bei einem Bruch, als auch bei einer Verstauchung kann es zu starken stechenden Schmerzen, Schwellung, Überwärmung, Einblutung und Einschränkungen der Beweglichkeit kommen.

Eindeutige Hinweise auf einen gebrochenen Zeh sind offene Brüche oder eine eindeutig sichtbare Fehlstellung. Letztlich gibt eine Röntgenaufnahme, angeordnet durch den/die Arzt/Ärztin, Aufschluss über die Schwere der Verletzung.

Welcher Arzt behandelt einen gebrochenen Zeh?

Einen gebrochenen Zeh sollte idealerweise ein guter Orthopäde behandeln, der auch direkt ein Röntgenbild anfertigen kann. Leider bekommt man nicht immer sofort einen Termin bei einem Orthopäden.

Behandlung und Therapie

In der Regel erfolgt die Therapie gebrochener Zehen konservativ. Eine Operation ist nur notwendig, wenn es sich bei dem Knochenbruch um einen offenen Bruch handelt, bei dem die Haut vom gebrochenen Knochen durchspießt wird. Zudem kann eine Operation notwendig sein, wenn es sich bei dem gebrochenen Zeh um die Großzehe handelt, da diese durch ihre wesentliche Funktion für den Erhalt des Gleichgewichts beim Stehen und Gehen noch deutlich stärkeren Belastungen ausgesetzt ist, als die anderen Zehen.

Die konservative Therapie der gebrochenen Zehe erfolgt häufig durch Tapen des gebrochenen Zehs an die Nachbarzehe. So wird die gebrochene Zehe in einer Normalstellung fixiert und der Knochenbruch kann in Ruhe heilen.

Zur Schmerzbekämpfung eignen sich NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen und Diclofenac, da sie eine zusätzliche entzündungshemmende Eigenschaft besitzen. Beim Vorliegen einer Fehlstellung muss die Zehe zunächst in ihre normale Position zurückgebracht (reponiert) werden. Dann erfolgt die Fixierung an der Nachbarzehe mittels Dachziegelverband. Beim Dachziegelverband werden die Pflasterstreifen überlappend so geklebt, dass es wie Dachziegeln auf dem Dach wirkt. Es werden beide Zehen mit einer Schlaufe aus Pflaster umfasst.

Wie lange sollte man tapen?

In der Regel reichen zwei Wochen Dachziegelverband aus, da danach bereits durch eine einsetzende Heilung ausreichend Stabilität gegeben ist. Wenn Sie mit einem Dachziegelverband oder einem Tape ein gutes Gefühl haben, können Sie den Zeh auch länger als 14 Tage tapen.

Wann braucht man einen Vorfußentlastungsschuh?

Sollten die Schmerzen eines oder mehrerer gebrochener Zehen schwer einstellbar sein und sollte es nicht möglich sein einen Schuh zu finden, der wenig genug Druck auf die gebrochene Zehe ausübt, dass normales Gehen nahezu schmerzlos möglich ist kann einVorfußentlastungsschuh Abhilfe verschaffen. Sie haben einen vergrößerten Zehenraum, sodass auch geschwollene, druckempfindliche Zehen nicht eingeengt werden. Vorfußentlastungsschuhe sind im Orthopädiefachhandel erhältlich und werden von den privaten Krankenkassen bei Vorliegen einer rechtfertigenden Indikation übernommen.

Was kann man tun, wenn die Schwellung nicht zurückgeht?

Das Abschwellen des Fußes kann mit einer Reihe Maßnahmen unterstützt werden. Angemessene Schonung und Belastungsreduktion können einen wesentlichen Beitrag leisten. Damit die Schwellung zurück geht sollte der Fuß hochgelagert werden, um den Abfluss überflüssigen Wassers (Ödem) zu unterstützen. Regelmäßiges Kühlen für einige Minuten mehrmals am Tag erleichtert ebenso das Abschwellen. Hierzu eignen sich kühle Umschläge oder Kühl- bzw. Eispacks, die jedoch nicht direkt auf die Haut aufgebracht werden sollten. Auch das Aufbringen kühlender Salben oder Gels (z.B. Voltaren Emulgel®) kann den Rückgang der Schwellung beschleunigen.

Wann braucht man einen Gips?

Ein Gips ist heute durch die modernen Vorfußentlastungsschuhe oder Gehstiefel auch bei instabilen Zehenfrakturen nicht mehr nötig. Trotzdem kann es heute auch in Ausnahmefällen nötig sein einen gebrochenen Zehen noch einzugipsen.

Was passiert, wenn man einen gebrochenen Zeh nicht behandelt?

Es ist häufig schwer eigenständig einzuschätzen, ob ein Zeh gebrochen ist. Nicht immer ist ein Termin beim Orthopäden kurzfristig zu bekommen. Daher werden relativ viele Zehenbrüche nicht behandelt. Anders sieht es bei einem gebrochenen Zeh aus, der in einer Fehlstellung steht. Hier ist eine Funktionseinschränkung im Sinne einer Versteifung oder Fehlstellung (der Zehennagel zeigt z.B. bei einer Rotationsfehlstellung nicht mehr nach oben) zu erwarten.

Problematisch wird es, wenn eine Fehlstellung der Knochenfragmente besteht und der Zeh nun in einer Fehlstellung zusammenwächst. Eine Fehlstellung im Zeh kann man daran erkennen, dass der Zehennagel nicht mehr "nach oben" schaut, sondern nach rechts oder links verdreht ist. Das Hauptproblem, wenn man einen gebrochenen Zeh nicht behandelt, ist die Einsteifung des betroffenen Zehengelenks und somit eine Bewegungseinschränkung und Funktionsverlust resultiert.

Heilungsdauer und Sport

Meist ist der Knochenbruch in 4-6 Wochen ausgeheilt. Bei einfachen, nicht verschobenen Brüchen heilt der Zeh meist innerhalb von 4-6 Wochen aus. Bei komplizierten Brüchen, bei denen die Knochen verschoben oder zertrümmert sind, kann die Heilung deutlich länger dauern, oft 8 Wochen oder länger.

Nach Ausheilung der Knochenbrüche ist jedoch meistens eine volle Belastung möglich. Damit ist in der Regel innerhalb von 3-5 Wochen zu rechnen. Vorher sollte die Belastung an die Schmerzen angepasst werden. Eventuell ist es möglich, das Trainingsprogramm so zu verändern, dass die gebrochen Zehe geschont wird. So ist eine Erhaltung von Kondition und Muskulatur in der Regel möglich.

Beschleunigung der Heilung

Man kann die Heilung einer gebrochenen Zehe auf Vielfältige Art und Weise beschleunigen. Einen hohen Stellenwert nehmen hier die Erstmaßnahmen direkt nach der Verletzung ein. Im Verlauf ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen, um zunächst zu einer Diagnose und damit verbundenen Handlungsanweisungen zu kommen. Wenn eine Heilung zu langsam verläuft hat man zusätzlich die Möglichkeit über eine fokussierte Stoßwellentherapie die Heilung zu beschleunigen.

Damit die Schwellung zurück geht sollte der Fuß hochgelagert werden, um den Abfluss überflüssigen Wassers (Ödem) zu unterstützen. Regelmäßiges Kühlen für einige Minuten mehrmals am Tag erleichtert ebenso das Abschwellen. Hierzu eignen sich kühle Umschläge oder Kühl- bzw. Eispacks, die jedoch nicht direkt auf die Haut aufgebracht werden sollten.

Radfahren mit gebrochenem Zeh

Obwohl es ratsam ist, den Fuß zu schonen, muss man nicht unbedingt auf das Radfahren verzichten. Es gibt einige Tipps, die helfen können:

  • Schuhe: Tragen Sie Schuhe mit steifer Sohle, um den Fuß zu stabilisieren.
  • Belastung: Vermeiden Sie starke Belastungen und lange Strecken am Anfang.
  • Schmerzen: Hören Sie auf Ihren Körper und pausieren Sie, wenn Schmerzen auftreten.

Weitere wichtige Fragen

Kann man mit einem gebrochenen Zehen Auto fahren?

Ob man mit einem gebrochenen Zeh Auto fahren darf oder nicht entscheidet der Verkehrsteilnehmer vor Fahrtantritt. Es kann also nicht der Orthopäde über die Fahrfähigkeit entscheiden. Entscheidend kommt es darauf an, ob beim Verkehrteilnehmer einer fahrbeeinträchtigender körperlicher Mangel vorliegt. Ab wann ein Fahrer also wieder Auto fahren darf, ist relativ und muss von Fall zu Fall beschrieben werden.

Wie lange wird man krankgeschrieben?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist von vielen individuellen Faktoren abhängig und kann nicht pauschal vorhergesagt werden. Die Art der Tätigkeit spielt hier eine wichtige Rolle. Aber auch Art der Verletzung, Behandlungsmethode und eventuell vorliegende Begleitverletzungen können limitierende Faktoren zur Rückkehr an den Arbeitsplatz darstellen. In der Regel ist es schneller möglich zu körperlich weniger belastenden Arbeiten zurückzukehren. Büroarbeiter könnne meist nach einer Woche wieder problemlos arbeiten.

Kann man sich auch den kleinen Zeh brechen?

Auch wenn der kleine Zeh sehr zierlich aussieht, kann man sich diesen brechen. Der Bruch der kleinen Zehe ist sogar der häufigste Bruch aller Zehen.

Zusammenfassung

Ein gebrochener Zeh ist schmerzhaft, aber mit der richtigen Behandlung und Schonung kann er gut ausheilen. Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und passen Sie Ihre Aktivitäten entsprechend an. Mit Geduld und Sorgfalt können Sie bald wieder schmerzfrei Rad fahren.

Heilungsdauer und Belastung
Bruchart Heilungsdauer Belastung
Einfacher, nicht verschobener Bruch 4-6 Wochen Volle Belastung nach Ausheilung
Komplizierter Bruch (verschoben oder zertrümmert) 8 Wochen oder länger Langsame Steigerung der Belastung nach Ausheilung

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