Radfahren bei Knorpelschaden: Eine gelenkschonende Option

Sport und Bewegung bei Kniearthrose wird von vielen Patienten aufgrund ihrer starken Knieschmerzen häufig vermieden. Doch diese Strategie führt auf Dauer sogar zu einem Voranschreiten des Knorpelschadens. Die beginnende Kniearthrose bedeutet nicht, dass Sport oder Bewegung eingestellt werden müssen. Im Gegenteil: Je besser das Knie trainiert ist, umso langsamer schreitet der Gelenkverschleiß fort. Sanfte Bewegungsformen (Radfahren, Krafttraining, Schwimmen), die mit wenig Stoßbelastung das Knie kräftigen, können die Entwicklung der Arthrose sogar verlangsamen.

Warum Radfahren gut für die Knie ist

Radfahren schont die Gelenke und hält das Knie trotz Kniearthrose beweglich. Als sogenannter Low-Impact-Sport belastet Radfahren die großen Gelenke nur wenig. Zu Letzteren gehören neben der Hüfte und dem Fuß auch das Knie. Im ersten Moment erscheint es ein wenig komisch, dass Fahrrad fahren das Kniegelenk schonen soll, schließlich muss man doch Kraft auf die Pedale übertragen. Es gibt aber noch weitere Gründe, warum Fahrrad fahren gut für die Knie ist:

  • Durch die mehr oder weniger gleichförmige Bewegung in einer „festen Bahn“ können sie nicht so leicht verdrehen.
  • Die Kombination aus moderater Belastung und gleichmäßiger Bewegung führt dazu, dass Kniegelenk und -knorpel besser mit Nährstoffen versorgt werden.

Radfahren trotz Knieschmerzen?

Dass Fahrrad fahren gut für die Knie ist, wirft natürlich sofort die Frage auf, ob man dann auch bei vorhandenen Knieschmerzen radeln kann oder vielleicht sogar sollte. Pauschal lässt sich das aber nicht beantworten. Wer unter einer chronischen Gelenkerkrankung wie Kniearthrose leidet und dadurch häufig starke Schmerzen hat, kann davon profitieren, regelmäßig Fahrrad zu fahren. Durch die sich andauernd wiederholende kreisförmige Beinbewegung werden die Gelenkknorpel besser durchblutet und es bildet sich mehr Gelenkflüssigkeit. Diese fungiert als Schmiere zwischen den Kniegelenkflächen.

Wenn eine akute Verletzung für die Schmerzen verantwortlich zeichnet, verzichtest du besser erst einmal auf das Fahrradfahren. Doch nach ein paar Wochen ist es oft schon möglich, mit leichtem Radeln auf einem Ergometer zu beginnen - vorausgesetzt, dass du dein Knie ausreichend beugen kannst und dabei keine Beschwerden hast. Wichtig: Radfahren bei Knieschmerzen, von denen du nicht weißt, wodurch sie verursacht werden, ist mehr als fahrlässig. Lass dich untersuchen und dein Rad vorerst lieber in der Garage!

Was tun bei Knieschmerzen während des Radfahrens?

Wenn du beim Fahrrad fahren im Knie Schmerzen verspürst, solltest du das auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, sondern der Sache auf den Grund gehen. Es kann Verschiedenes dahinterstecken. Treten beim Fahrradfahren leichte Knieschmerzen auf, so liegt es oftmals daran, dass das Fahrrad nicht optimal auf die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse abgestimmt ist. Ist der Sattel zu hoch oder zu niedrig eingestellt, wirkt sich dies beim Treten ungut auf den Winkel deiner Knie aus. Ein zu hoch eingestellter Sattel überstreckt das Knie am tiefsten Punkt.

Beachte: Hast du beim Radfahren stärkere Knieschmerzen, so liegen die Ursachen normalerweise nicht nur in unvorteilhaften Radeinstellungen. In der Regel sind dann anatomische Probleme die Hauptschuldigen. Entweder arbeiten in die Kniebewegung involvierte Muskeln momentan oder grundsätzlich nicht richtig oder sie kompensieren eine Einschränkung an anderer Stelle.

Wichtig: Was auch immer die Ursache dafür ist, dass du beim Fahrrad fahren im Knie Schmerzen hast: Geh unbedingt zum Arzt und lass dich durchchecken.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Knieschmerzen beim Radfahren

Es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um Knieschmerzen beim Radfahren und überhaupt gezielt vorzubeugen:

  • Wähle ein Modell mit einer Rahmengröße, die zu deiner Körperlänge passt.
  • Stell den Sattel so ein, dass deine Knie bei durchgedrückten Pedalen noch leicht gebeugt sind.
  • Hol dir Pedale mit längeren Achsen. Warum? Weil Pedale mit kurzen Achsen gemeinhin nur eine ganz gerade, parallele Fußstellung gestatten, die wenigsten Menschen aber eine solche haben, sodass sie in eine unnatürliche Fußhaltung gezwungen werden, die wiederum das Kniegelenk belastet.

Um Knieschmerzen und -verletzungen beim Radfahren vorzubeugen, empfehlen wir, in den Alltag Kräftigungsübungen für die das Knie stützenden Muskeln einzubauen: Ein trainierter Quadrizeps etwa kann helfen, das Kniegelenk zu stabilisieren, was wiederum das Verletzungsrisiko verringert. Grundsätzlich gilt: Wenn du Kniebeschwerden hast, solltest du beim Radfahren immer einen Gang herunterschalten - im wahrsten Sinne. Es ist elementar, dass du die Belastung für die Kniegelenke auf einem minimalen Niveau hältst.

Radfahren bei Arthrose

Bei chronischen Verschleißerscheinungen des Gelenkknorpels spricht man von Arthrose. Besonders häufig betroffen sind Kniegelenke. Arthrose ist das weltweit am weitesten verbreitete Knie-Problem. In Deutschland ist Arthrose der häufigste Behandlungsgrund in orthopädischen Vorsorge- und Reha-Einrichtungen. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt das Arthrose-Risiko erheblich an. Doch die Betroffenen werden immer jünger. Hohe Belastungen und Verletzungen des Kniegelenks erhöhen das Risiko, an Arthrose zu erkranken.

Radfahren ist für Arthrose-Patienten ein sehr gut geeigneter Sport. Wenn Betroffene mit ihrer Knie-Verletzung bewusst umgehen, trifft das auch fürs Mountainbiken zu.

Wie kommt es zu Arthrose im Knie?

Um zu verstehen, was im Kniegelenk vor sich geht und wie es zu Arthrose kommen kann, ist es hilfreich einen Blick auf die wichtigsten Elemente des Knies zu werfen. Das Gelenk: Im Knie treffen Wadenbein-, Schienbein- und Oberschenkelknochen zusammen. Letzterer besitzt einen walzenartigen Kopf, welcher sich in einer Pfanne am Ende des Schienbeins drehen kann. Dieses Scharnier- und Zapfengelenk sorgt für die Beweglichkeit des Knies um 180 Grad.

Die Mensiken: Aufgrund einer unterschiedlichen Krümmung passen die Knochen im Knie schlechter aufeinander, als in anderen Gelenken. Deshalb ist das Kniegelenk in zwei Knorpelringen gelagert. Diese Mensiken sorgen als eine Art Stoßdämpfer für die flächigere Verteilung der Last. Einseitige Belastungen und Verletzungen begünstigen ihren Verschleiß.

Die Bänder: Gesunde Kreuzbänder sind stets straff gespannt und verhindern so das Abgleiten des Oberschenkels vom Schienbein. Bei voller Streckung sind auch die beiden Seitenbänder gestrafft, um einer Überstreckung und Überdrehung des Unterschenkels entgegenzuwirken.

Die Muskeln: Als Zusammen- und Gegenspieler sorgt eine Vielzahl unterschiedlicher Muskeln für Beugung sowie Streckung des Knies und eine stabile Sicherung des Gelenks. Der kräftigste Muskel im menschlichen Körper ist der vierköpfige Oberschenkelmuskel, welcher sich über die Vorderseite und einen Teil der Innenseite erstreckt. Innen am Oberschenkel sitzen die Adduktoren, auf der Rückseite die ischiokrualen Muskeln. Die auffälligste Muskulatur im Unterschenkel bilden der lange und der kurze Wadenbeinmuskel.

Der Knorpel: In der Verbindung des Gelenks sitzt ein stützendes Bindegewebe, welches nicht über einen eigenen Stoffwechsel verfügt. Mit Nährstoffen wird der Knorpel durch Be- und Entlastung des umgebenden Gewebes, wie etwa beim Pedalieren, versorgt. Im Laufe der Zeit verliert der Knorpel an Substanz und der darunterliegende Knochen kann beschädigt werden. Unterversorgung und Verletzungen beschleunigen den Knorpel-Abbau. Werden die Verschleißerscheinungen chronisch, diagnostizieren Mediziner eine Arthrose. Zu den häufigsten Folgen zählen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Eine Arthrose ist in der Regel die Folge eines chronischen Knorpelschadens. Der Knorpel ist jedoch nur ein kleiner Teil des komplexen Systems Knie.

Biken mit Arthrose-Risiko? Drei Fragen an den Experten

BIKE: Kann man Mountainbiken auch für Arthrose-Patienten empfehlen?

LORENZ WESTNER: Absolut! In der Reha versucht man die Betroffenen so schnell wie möglich auf ein Fahrrad zu bringen. Radfahren ist eine sehr gute Ausdauersportart für Verletzungen dieser Art. Aufgrund der vorgeschädigten Struktur bei Arthrose-Patienten hat es der Stoffwechsel des Gewebes schwerer und im Körper laufen Entzündungsprozesse ab. Eine Arthrose tut nur weh, wenn sie aktiviert, also entzündlich, ist. Das kann zum Beispiel bei Überlastung aber auch nach Viren-Infektionen oder bei einem geschwächten Immunsystem passieren.

Was sollten Mountainbiker mit Arthrose vermeiden?

Knie-Patienten bekommen oft gesagt, was sie alles lassen sollten. Der Sportler sollte so gut, wie möglich wieder das tun können, was er liebt, denn das bestimmt seine Lebensqualität. Menschen haben ein ganz unterschiedliches Schmerzempfinden. Es ist bei so einer Verletzung aber wichtig dem Körper Zeit zu geben. Zwei Mal die Woche hochintensive Intervalle zu fahren ist dann aufgrund der hohen Kräfte im Knie nicht unbedingt empfehlenswert. Es muss vielleicht nicht die 18-Prozent Steigung sein. Wer sich mit fünf oder sechs Prozent begnügt, kann den Druck noch schön regulieren. Wichtig ist immer zu versuchen die Belastung im Gelenk zu minimieren. Ausbelastet wird man während einer Tour wahrscheinlich sowieso. Im Training aber muss nichts forciert werden - lieber Wert auf gute technische Abläufe und eine hohe Trittfrequenz legen.

Darf ich mit Arthrose-Risiko noch auf einem Hardtail durchs Wurzelfeld scheppern?

Erschütterungen, die direkt aufs Gelenk einwirken sind natürlich problematisch. Bei den feinen Vibrationen auf einer frisch hergerichteten Skipiste mit kleinen Rinnen beginnen Arthrose-Patienten zum Beispiel oft zu merken, dass etwas im Knie nicht stimmt. Muskeln sind die Stoßdämpfer im Bewegungssystem. Mit einer optimal trainierten Muskulatur ist viel mehr möglich. Je leistungsfähiger sie ist, desto besser können Erschütterungen verarbeitet werden. Problematisch wird es, wenn der Körper es nicht schafft die Muskelspannung richtig einzustellen, weil die Muskulatur zu steif oder nicht in der Balance ist. Ich würde jedem, der von Arthrose betroffen und im Gelände unterwegs ist, empfehlen, sich ein Fully zuzulegen, auf dem er bequem sitzt.

Die Bedeutung des "richtigen" Radfahrens

Oft fragen ich Patienten: „ Können Sie Radfahren?“ Die meisten schauen mich erstaunt an und geben zu verstehen, dass sie natürlich Radfahren können und ihnen diese Frage etwas seltsam vorkommt. Ich frage dann nach: „Könne Sie auch richtig Radfahren?“. Das Erstaunen wächst und auch die Irritation. Natürlich ist diese Verunsicherung Absicht um die Patienten zu sensibilisieren für eine vermeintlich alltägliche Tätigkeit über die nicht weiter nachgedacht wird.

Radfahren ist, abhängig davon wie es betrieben wird sehr günstig oder auch sehr ungünstig für den Bewegungsapparat, insbesondere für die Kniegelenke. Der Knorpel, also der glatte und federnde Überzug der Knochen, die über das Gelenk verbunden sind, ist bis zu 6 mm dick und hat keine eigene Blutversorgung. Er ernährt sich aus der Gelenkflüssigkeit die durch Belastung des Gelenkes in den Knorpel gepresst wird und bei Entlastung wieder herausströmen kann. Sie können sich das vorstellen wie einen Schwamm in einem Wassereimer, aus dem Sie durch wiederholtes Drücken Schmutzwasser auspressen und frisches Wasser aufsaugen.

Der Knorpel benötigt also einen häufigen Wechsel von - nach Möglichkeit nicht zu hoher - Belastung und Entlastung. Dafür ist - ich spreche vor allem vom Kniegelenk - Radfahren ideal.

Treten Sie nun die Pedale nach unten, kommt es aber vor allem hinter der Kniescheibe zu zu hohen Drücken und Sie können beim Hochnehmen des Kniegelenkes in der Gegenbewegung den Druck unter der Kniescheibe nicht so weit reduzieren, dass der Knorpel frische Gelenkflüssigkeit saugen kann. Sie würden den Kontakt zum Pedal verlieren.

Zudem haben wir alle, die wir uns nicht mehr kletternd im Dschungel, sondern gehend auf hartem Boden bewegen eine relativ zu schwache Muskulatur auf der Oberschenkelrückseite. Diese Muskulatur ist aber wichtig um das Knie zu stabilisieren. Im Gegensatz zur Oberschenkelvorderseite, wo über die Kniescheibe eine sehr kräftige Sehne, aber eben nur eine, verläuft, haben Sie auf der Rückseite des Oberschenkels eine äußere und eine innere Muskelgruppe jeweils an den Rändern der Kniekehle. Das bedeutet, dass die Steuerung des Unterschenkels viel besser über die Muskulatur an der Oberschenkelrückseite erfolgen kann als durch die Muskulatur an der Oberschenkelvorderseite.

Aus diesen Vorgaben ergibt sich das „richtige“ Radfahren. Richtige Rahmenform und -größe und richtige Einstellung von Sattel und Lenker sollten selbstverständlich sein. Fragen Sie Ihren Fahrradhändler und lassen Sie Ihr Rad einstellen. Klickpedale und entsprechende Radlschuhe sind unumgänglich. Klickpedale können auf jedes Fahrrad und jeden Heimtrainer montiert werden.

Mit Klickpedalen fahren sollte man üben. Man klickt erst aus und bremst dann. Nach 10 Minuten Üben auf einem Großparkplatz oder ähnlichem hat man das drauf, und vergisst es auch nicht mehr.

Je höher die Trittfrequenz um so häufiger kann der Knorpel „atmen“ bzw. frische Gelenkflüssigkeit saugen. Um so höher ist auch der Schulungs Effekt für die Koordination zwischen Oberschenkel und Unterschenkel.

Wichtig ist dazu, dass Sie Ziehen, also das Pedal bewusst von unten nach oben bewegen und sich auf diesen Teil der Bewegung konzentrieren. Am Anfang ist das gar nicht so einfach und Sie fallen schnell wieder in gewohnte Muster zurück.

Wie lange und wie oft sollten Sie fahren?

Ab 5 Minuten Fahrdauer ist ein Trainingseffekt nachweisbar. Jedenfalls in möglichst regelmäßigen Abständen, also nicht eine Woche fünf Mal und dann eine Woche gar nicht. Ideal ist einmal tägliches Training, und seien es nur 5 Minuten. Die Regelmäßigkeit ist viel wichtiger als die Dauer der Übungseinheit.

Ihr Knorpel möchte sich auf eine bestimmte Ernährungsweise einstellen können und reguliert dann seinen Stoffwechsel danach. Je besser Sie Ihren Knorpel versorgen, um so mehr kann er für Sie leisten. Er wird glatter und elastischer.

Krankheitsbilder, bei denen richtiges Radfahren besonders empfohlen wird

  • Chondropathia patellae
  • Knorpelschaden
  • Meniskusschaden
  • Z.n. Meniskusresektion
  • Gonarthrose (Arthrose des Kniegelenkes, Verschleißerkrankung des Kniegelenkes)
  • Ansatztendinose der Patellarsehne
  • Ansatztendinose der Quadrizepssehne
  • Kreuzbandruptur VKB Ruptur ( Kreuzbandriß)
  • Patellafehlgleiten

Weitere Vorteile des Radfahrens

Rad fahren hat vielfältige positive Auswirkungen auf deine Gesundheit. Grundsätzlich bietet es ein sehr gutes Herz-Kreislauf-Training: Wer regelmäßig Rad fährt, kann damit sein Herz stärken und die Durchblutung verbessern, was wiederum den Körper besser mit Nährstoffen versorgen kann. Aber du kannst nicht nur etwas für deine Ausdauer tun, sondern trainierst und kräftigst gleichzeitig deine Bein- und Rückenmuskulatur. Rad fahren kann dir somit auch dabei helfen, das Risiko weit verbreiteter Beschwerden wie Venenleiden, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und Osteoporose zu verringern.

Wenn du regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs bist, kannst du schon nach relativ kurzer Zeit einen Trainingseffekt spüren: Du fühlst dich fitter und vitaler und hast allgemein mehr Energie. Dazu kommt noch das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben - zum Beispiel, wenn du das Auto stehen lässt und mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen fährst, oder wenn du die erste kleine Sonntagstour gemeistert hast.

Rad fahren ist einfach ideal, um mehr Bewegung in deinen Alltag zu bringen. Ein Ausflug mit dem Rad ins Grüne hat zudem einen positiven Effekt auf die Psyche: Bewegung an der frischen Luft, in der Natur hilft dir dabei, den Kopf freizubekommen. Du wirst merken, dass du entspannter und gelassener wirst - und dass dir Stress im Alltag nicht mehr so viel anhaben kann.

E-Bikes: Eine gelenkschonende Alternative

Der Boom der E-Bikes ist nicht zu bremsen. Viele Menschen, für die das „normale“ Fahrradfahren nicht infrage kam, haben durch die motorunterstützten E-Bikes wieder Freude am Radeln gefunden. Und tatsächlich: Die Flitzer sind ideal für alle, die länger keinen Sport gemacht haben und erst wieder an die Bewegung herangeführt werden möchten. Auch für Menschen im fortgeschrittenen Alter sowie mit Beschwerden oder Vorerkrankungen können E-Bikes empfehlenswert sein.

Mit einem E-Bike kannst du die Belastung selbst bestimmen und kontrollieren. Gerade bergauf oder in der Stadt, wo viel gebremst und wieder angefahren werden muss, kann der Puls kurz nach oben schnellen. Durch die Unterstützung ist dann eine gleichbleibend moderate Belastung möglich, und du stößt nicht gleich an deine Grenzen.

E-Bikes gelten zudem als gelenkschonender. Wer Kniebeschwerden hat und das Knie nicht so stark belasten kann, ist mit einem E-Bike gut beraten. Denn hier kann die Intensität durch die Unterstützung entsprechend gesteuert werden, und es muss mit weniger Druck in die Pedale getreten werden.

Ein E-Bike ermöglicht dir also, auch mit wenig Kondition Fahrrad zu fahren und sportlich unterwegs sein. Wenn du dir dann etwas mehr Ausdauer antrainiert hast - und das geht schneller, als du vielleicht vermutest -, kannst du die Unterstützung bei einer leichten Steigung auch mal ausschalten. Das gibt dir noch einmal neue Power und Motivation, dranzubleiben und noch fitter zu werden.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine chronische Erkrankung, bei der der Knorpel in den Gelenken nach und nach abgebaut wird. Der Knorpel fungiert als eine Art Stoßdämpfer, der die Gelenkflächen schützt und reibungslose Bewegungen ermöglicht. Wenn dieser Schutz nachlässt, reiben die Knochen direkt aufeinander, was Schmerzen, Entzündungen und eingeschränkte Beweglichkeit zur Folge hat. Typische Symptome sind steife Gelenke, besonders morgens, sowie Schmerzen bei Belastung, etwa beim Treppensteigen.

Arthrose kann in jedem Gelenk auftreten, betrifft aber häufig die Kniegelenke, Hüftgelenke oder die Finger. Die Hauptursachen sind Gelenkverschleiß, Übergewicht, frühere Verletzungen oder eine genetische Veranlagung. Obwohl Arthrose nicht heilbar ist, kann man den Verlauf durch gezielte Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, Physiotherapie und gelenkschonende Sportarten verlangsamen.

Liegeergometer oder Heimtrainer - was ist besser bei Arthrose?

Beide Fitnessgeräte sind eine gute Option, wenn Sie an Arthrose leiden, um Ihre Gelenke zu schützen und zu stärken. Die Wahl hängt jedoch von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Ein Heimtrainer bietet eine aufrechte Sitzposition, die besonders effektiv für die Stärkung der Muskeln rund um das Kniegelenk und das Hüftgelenk ist. Ein Liegeergometer hingegen entlastet zusätzlich die Wirbelsäule und den Oberkörper, da Sie in einer zurückgelehnten Position trainieren. Diese Variante eignet sich besonders, wenn Sie unter Rückenproblemen leiden oder Schwierigkeiten haben, längere Zeit aufrecht zu sitzen. Beide Geräte ermöglichen eine gelenkschonende Bewegung und sind gut geeignet, um den Knorpel mit Nährstoffen zu versorgen und Beschwerden zu lindern. Wichtig ist, dass Sie das Gerät richtig einstellen, um eine Überlastung zu vermeiden.

Vorteile von Radfahren bei Arthrose

Radfahren ist eine der besten Möglichkeiten, um mit Arthrose aktiv zu bleiben. Diese Sportart bietet zahlreiche Vorteile, die Ihre Gelenke schonen und Ihre Beweglichkeit fördern können:

  1. Gelenkschonender Sport: Im Vergleich zu anderen Sportarten wie Joggen oder Ballsportarten ist das Radfahren besonders schonend für die Gelenke. Beim Treten werden die Gelenkflächen gleichmäßig belastet, ohne dass es zu einer Überlastung kommt. Gleichzeitig werden die Muskeln rund um das Kniegelenk und das Hüftgelenk aktiviert, was die Stabilität verbessert.
  2. Versorgung des Knorpels: Bewegung hilft, den Knorpel zu versorgen. Durch den Wechsel von Druck und Entlastung beim Radfahren gelangen wichtige Nährstoffe in den Gelenkknorpel, was den Gelenkverschleiß verlangsamen kann.
  3. Aufbau der Muskulatur: Ein gezieltes Muskelaufbau-Training stärkt die Muskulatur und entlastet dadurch die Gelenke. Mit einem Fahrrad können Sie Ihre Muskulatur effektiv trainieren und gleichzeitig Ihr Herz-Kreislauf-System stärken.

Heimtrainer Fahrrad bei Arthrose: Worauf sollten Sie achten?

Um das Beste aus Ihrem Training auf dem Trimmrad herauszuholen, ist es wichtig, auf einige zentrale Aspekte zu achten. Eine falsche Einstellung oder Technik kann Ihre Gelenke unnötig belasten.

Die richtige Einstellung

Ein falsch eingestellter Sattel und Lenker kann die Gelenke zusätzlich belasten. Auch eine falsche Sitzposition auf dem Fahrrad kann zu übermäßigen Rückenschmerzen beitragen.

Die ideale Trittfrequenz

Die Trittfrequenz sollte bei etwa 100 Pedalumdrehungen pro Minute liegen, um gleichmäßige und schonende Bewegungen zu gewährleisten. Ein zu hohes Tempo oder schnelles Anlaufen und Abstoppen kann die Gelenke unnötig belasten.

Langsam aufbauen

Beginnen Sie Ihr Training mit einer niedrigen Leistung und steigern Sie Ihr Pensum schrittweise. Überlastung kann zu neuen Beschwerden führen und den Fortschritt behindern.

Warum ist Radfahren bei dieser Erkrankung besser als andere Sportarten?

Nicht jede Sportart ist bei Arthrose empfehlenswert. Im Vergleich zu Tennis, Ballsportarten oder Joggen, die oft schnelle Richtungsänderungen und Belastungsspitzen mit sich bringen, ist das Training auf dem Ergometer deutlich sicherer und effizienter bei Arthrose.

Tipps für schmerzfreies Training

Damit das Training auf dem Ergometer nicht nur effektiv, sondern auch angenehm ist, gibt es ein paar Dinge, die Sie beachten sollten. Mit diesen Tipps können Sie Ihre Gelenke bestmöglich entlasten, Schmerzen vermeiden und langfristig von den positiven Effekten eines regelmäßigen Trainings profitieren.

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