Eine Ausschabung ist die operative Entfernung der Gebärmutterschleimhaut mit einem löffelartigen Instrument, auch Abrasio uteri oder Kürettage genannt. Dieser Eingriff kann nach einer Fehlgeburt, bei Schwangerschaftsabbrüchen oder zu diagnostischen Zwecken bei Blutungsstörungen durchgeführt werden.
Wann ist eine Ausschabung notwendig?
- Nach einer Fehlgeburt (Abort), wenn nicht das gesamte Schwangerschaftsgewebe ausgestoßen wurde.
- Nach einer Geburt, wenn Teile des Mutterkuchens oder der Eihäute in der Gebärmutter zurückbleiben.
- Bei vermehrten, verstärkten oder unregelmäßigen Regelblutungen.
- Zum Schwangerschaftsabbruch (meist wird hier die sanftere Methode der Absaugung bevorzugt).
Was passiert bei einer Ausschabung?
Eine Ausschabung erfolgt üblicherweise in Vollnarkose. Der Muttermund wird erweitert und die Schleimhaut im Gebärmutterkörper und -hals mit einer Kürette abgetragen.
Risiken einer Ausschabung
Blutungen, Infektionen und Schmerzen können nach einer Ausschabung auftreten. Weitere mögliche Risiken sind:
- Starke Blutungen
- Infektionen und Perforation von Organen
- Gebärmutterhalsschwäche
- Veränderte Menstruation
- Vernarbungen (Synechien), die zu Unfruchtbarkeit führen können
Was ist nach einer Ausschabung zu beachten?
Nach einer Ausschabung ist Schonung wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und die Genesung zu unterstützen. Es ist ratsam, sich einige Tage zu schonen und auf Warnsymptome wie plötzlich beginnende und stärker werdende Schmerzen, eine gespannte Bauchdecke, starke Blutungen, übelriechenden Ausfluss sowie Fieber und Schwäche zu achten.
Auch zu Hause ist noch Schonung und Ruhe angesagt, schließlich hat man einen operativen Eingriff hinter sich, auch wenn man sich schon wieder relativ fit fühlt. Bei geringem Blutverlust besteht in den ersten Tagen noch eine Wundblutung. Nach ein paar Tagen kann sich die Blutung, wie bei einer Regelblutung, verstärken. Ziehende Schmerzen im Unterleib, wie man sie von den Menstruationsbeschwerden kennt, sind normal.
Die Ärzte empfehlen, in den ersten drei Wochen nach dem operativen Eingriff nicht zu baden und nicht zu schwimmen. Auch auf Zigaretten und Alkohol sollte zumindest in den ersten ein bis zwei Wochen verzichtet werden.
Radfahren nach der Ausschabung
Die ersten Wochen nach einer Fehlgeburt (mit und ohne Ausschabung) ist Schonung zu empfehlen. Gegen Spaziergänge ist nichts einzuwenden, auf Rad fahren würde ich erst noch verzichten oder es kurz und sehr gemütlich gestalten. Nach dem Eingriff sollte sich die Patientin schonen.
Wann kann man wieder mit dem Radfahren beginnen?
Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, wann man nach einer Ausschabung wieder mit dem Radfahren beginnen kann. Einige Ärzte erlauben es, wenn man keine Schmerzen hat und es einem gut geht, solange man sich nicht zu sehr belastet. Andere raten dazu, erst einmal darauf zu verzichten, da der Druck vom Sattel über den Unterleib ausgeübt wird.
Empfehlungen:
- Warten Sie, bis Blutungen und Schmerzen vorüber sind.
- Beginnen Sie langsam und hören Sie auf Ihren Körper.
- Vermeiden Sie anfangs längere oder anstrengende Touren.
- Achten Sie auf Ihren Beckenboden und vermeiden Sie Überlastung.
Einige Frauenärzte empfehlen, etwa zwei bis vier Wochen mit Sport zu warten, um das Risiko von Blutungen zu verringern. Vor allem Sportarten, die mit größeren Erschütterungen verbunden sind (z. B. Laufen), sollten Sie zumindest im ersten Monat komplett meiden.
Eine Bekannte aus dem Fahrradhandel gab den Tipp, es einmal mit einem Sattel ohne die Nase zu versuchen. Bei diesem Sattel sitzt man nur auf dem Becken. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.
Wichtig: Hören Sie auf Ihr Körpergefühl und konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt.
Weitere wichtige Hinweise
- Medikamente: Vermeiden Sie die Einnahme von Aspirin oder Präparaten mit diesem Inhaltsstoff eine Woche vor und nach dem Eingriff.
- Kontrolluntersuchung: Nehmen Sie den Nachsorgetermin bei Ihrem Arzt unbedingt wahr.
- Verhütung: Achten Sie auch nach der Ausschabung auf Empfängnisverhütung.
Blutungen nach der Ausschabung
Die Blutung (Stärke und Dauer) nach einer Ausschabung kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein. Zwei Wochen sind dabei aber eher wahrscheinlich als 3 Tage. Wie bei der Menstruation auch, wird die Blutung gegen Ende schwächer und geht eher in Ausfluss über. Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn erst nach 2-3 Tagen nach der Operation- ggfs. nach etwas Bewegung kurzfristig eine stärkere Blutung einsetzt.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei plötzlich eintretenden oder sehr heftigen Schmerzen, sehr starken Blutungen oder Fieber sollten Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen.
Die nächste Regelblutung setzt in etwa vier bis acht Wochen ein, trotzdem muss auch in dieser Zeit auf Empfängnisverhütung geachtet werden.
Zusammenfassung
Nach einer Ausschabung ist es wichtig, sich zu schonen und auf den Körper zu hören. Ob und wann Sie wieder mit dem Radfahren beginnen können, hängt von Ihrem individuellen Heilungsverlauf ab. Konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt und achten Sie auf Warnsignale.
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